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SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Stehblog - SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

„Demandt hätte nicht bei jedem beliebigen Angebot den Verein verlassen“

In dieser Woche hat mit Sven Demandt ein neuer Cheftrainer seine Arbeit beim SV Wehen Wiesbaden aufgenommen. Daher habe ich mich mit Sascha Köppen unterhalten, der sich als stellvertretender Leiter von FuPa Niederrhein und freier Mitarbeiter der Rheinischen Post in Mönchengladbach hervorragend mit Demandts bisheriger Arbeit auskennt.

Sven Demandt war bei Borussia Mönchengladbach als Trainer zuerst zwei Jahre für die U19 und dann fünf Jahre für die U23 verantwortlich. Wie schwer fiel es den Verantwortlichen, ihn ziehen zu lassen?

Das fiel nicht nur dem Verein, sondern auch dem Trainer selbst sichtlich schwer. Und wer Sven Demandt kennt, der weiß, dass es keine Plattitüden waren, als er nach der Aufstiegsrunde sagte, dass er diesem überragenden Verein für alles danke und sicher nicht bei jedem beliebigen Angebot den Verein verlassen hätte. Für den Klub gab es eine doppelte Problematik. Zum einen war der Zeitpunkt für die Suche nach einem Nachfolger an der Schwelle zur Dritten Liga äußerst kritisch und auch der Zeitpunkt spät, zum anderen war der Klub von Demandts Arbeit überzeugt. Die Tatsache, dass nun mit André Schubert ein Trainer übernimmt, der mit Sven Demandt gemeinsam seinen Fußballlehrer gemacht hat, ist letztlich eine nette Anekdote.

War der knapp verpasste Aufstieg in die 3. Liga eine große Enttäuschung für den Verein oder kann man in Mönchengladbach auch mit der Regionalliga gut leben?

Eine Enttäuschung war das natürlich, vor allem für die vielen jungen Spieler, für die es fraglos ein tolles Abenteuer gewesen wäre, mindestens einmal im Monat vor ganz großer Kulisse zu spielen. Der Verein hat nach der ersten Enttäuschung auch Positives aus der Situation gezogen. So hat Amateurdirektor Roland Virkus gesagt, dass in der Dritten Liga irgendwann der Punkt gekommen wäre, an dem das Fußballspielen dem unbedingten Punkten hätte geopfert werden müssen, weil man die Liga ja dann doch halten will, wenn man einmal drin ist. Und wenn man realistisch ist, hat noch keine Zweite Mannschaft eine rundherum entspannte Drittliga-Saison ohne Abstiegssorgen absolviert. Und was die Ausbildungsqualität anbetrifft, so wird ja auch die UEFA Youth League eine neue Dimension darstellen, bei der die Borussen als Champions-League-Teilnehmer mitmischen dürfen.

In den letzten Jahren gab es auch bei Trainern einen gewissen Jugendtrend, beispielsweise wurde Thomas Tuchel mit 36 Cheftrainer in Mainz, Markus Weinzierl mit 37 in Augsburg, um nur zwei prominente Beispiele zu nennen. Mit 50 Jahren ist Demandt verhältnismäßig alt für seine erste Station als Profitrainer. Glaubst Du, dass für ihn noch mehr drin ist als 3. Liga?

Das denke ich auf jeden Fall. Sven Demandt hat einen bemerkenswerten Umgang mit jungen wie auch gestandeneren Spielern, findet immer den richtigen Ton. Das bestätigen einem auch die Spieler immer wieder. Die Entwicklung, die einige junge Spiele unter ihm gemacht haben, lässt sich ja heute in der Bundesliga etwa bei Julian Korb oder Tony Jantschke ablesen. Warum sollte er nicht selbst als Trainer in der Ersten oder Zweiten Liga arbeiten? Als die Düsseldorfer jüngst einen Trainer gesucht haben, so versicherte Demandt mir, soll es noch nicht einmal einen Kontakt gegeben haben, obwohl er dort als Spieler bis heute verehrt wird. Wenn das wirklich so ist, empfinde ich das fast als fahrlässig.

Gibt es einen bestimmten Spielstil, für den Demandt steht? Welche Art von Fußball können wir in Wiesbaden erwarten?

Im Großen und Ganzen war das 4-4-2-System der Gladbacher U23 ja sehr mit dem der Profis vergleichbar, allerdings mit dem Unterschied, dass es hier eher als in der Bundesliga echte Stürmer in vorderster Front gibt. Besonders ungehalten reagierte Demandt in einer Phase der abgelaufenen Saison, als die Borussen stets zwei Gegentore oder mehr kassierten. Das hat ihm selbst dann nicht gefallen, wenn dabei drei Zähler heraussprangen. Insgesamt legt er aber Wert auf ein gepflegtes Spiel, Ruhe am Ball und Minimierung der Fehlerquote. Vor allem aber gab es immer Spieler, bei denen man im Laufe der Saison eine Entwicklung sehen konnte.

Welche Talente haben während seiner Amtszeit den Sprung in die Bundesliga geschafft?

Wie oben schon einmal erwähnt trifft das vor allem auf Julian Korb zu, der ja gerade auch mit der Deutschen U21-Nationalmannschaft um die EM spielt. Aber auch Tony Jantschke, bei dem wohl niemand wirklich versteht, dass er noch immer nicht zum Aufgebot von Jogi Löw gehört, hat eine ganze Reihe von Spielen in der U23 absolviert, zu einem Zeitpunkt, als er sich eigentlich schon ausleihen lassen wollte. Doch auch Marc-André ter Stegen und Patrick Herrmann sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Jetzt drängen Spieler wie Mo Dahoud und Marvin Schulz nach oben, die sich ebenfalls in der U23 die Spielhärte für die Senioren holen. Läuft es bei ihnen wie bei den Vorgängern, wird auch hier der Übergang in die Bundesliga fließend verlaufen können.

Beim SVWW gab es in der Vergangenheit recht häufig Spielerverpflichtungen von Ex-Vereinen des jeweiligen Trainers, was aufgrund der vorhandenen Kenntnis um die Fähigkeiten der Spieler auch naheliegend ist. Gibt es bei Borussias U23 Spieler, für die die 1. oder 2. Liga vielleicht (noch) nicht erreichbar ist, die aber für den SVWW interessant sein könnten?

Das Problem ist da wie so oft, dass in einem so großen Klub natürlich sehr viele Spieler glauben, dass sie eigentlich schon reif für den großen Einsatz sind oder zumindest glauben, dass das zwangsläufig so kommen muss. Ob es da jetzt konkrete Kandidaten gibt, die für Wehen in Frage kommen könnten, ist sicherlich schwer zu sagen. Klar ist aber, dass aktuell dem einen externen Zugang drei Abgänge entgegen stehen, aber auch ein halbes Dutzend Spieler aus der U19 nachrücken wird. Es wird also sicher den einen oder anderen Spieler geben, der sich vielleicht verändern will, weil er seine Chancen begrenzt sieht. Ob das dann aber gerade die Spieler sind, die Sven Demandt gerne mitnehmen würde, ist die Frage.

Sascha, vielen Dank für das Gespräch!

Trainingsstart

Das letzte Spiel der Saison 2014/15 liegt noch keine vier Wochen zurück, da beginnt für den SV Wehen Wiesbaden schon die Vorbereitung auf die neue Saison. Gestern gab es den üblichen Laktattest, heute Vormittag startet der Trainingsbetrieb und am Nachmittag sind auch die Fans auf den Halberg eingeladen, Trainer und Mannschaft kennenzulernen.

Zur Mannschaft gehören (seit dem letzten Beitrag zu diesem Thema vor zwei Wochen) drei weitere neue Spieler. Von Zweitligist 1. FC Heidenheim kommt Stürmer Patrick Mayer, der 2011 Drittliga-Torschützenkönig war, danach in die Bundesliga zum FC Augsburg wechselte, sich dort aber nicht durchsetzen konnte und wieder nach Heidenheim zurückkehrte. Im letzten Jahr war er dort Teil der Aufstiegsmannschaft, kam in der zweiten Liga aber kaum noch zum Zug. Man darf aber optimistisch sein, dass er in der dritten Liga wieder regelmäßig treffen wird – idealerweise wird er der erste SVWW-Spieler seit drei Jahren, der am Ende der Saison auf mehr als zehn Tore kommt.

Mit Marc Lorenz kommt ein Spieler für den linken Flügel, der immerhin weiß, wie sich ein Aufstieg anfühlt, denn das ist ihm mit Arminia Bielefeld bereits zweimal (2013, 2015) und zuvor auch mit Preußen Münster (2011) gelungen. Es muss ja nicht unbedingt bis 2017 dauern.

Von der zweiten Mannschaft des Hamburger SV kommt Sven Mende, der im Mittelfeld wohl vielseitig einsetzbar ist, aber vermutlich vor allem für die Sechser-Position vorgesehen ist. Er hat, wie übrigens auch Patrick Meyer, eine Vergangenheit beim VfB Stuttgart.

Die „Spätzle-Connection“ könnte allerdings in Kürze einen Abgang hinnehmen müssen, denn Alexander Riemann wurde, ebenso wie Jonatan Kotzke, ein Wechsel nahegelegt. Das kann ich in beiden Fällen nicht ganz nachvollziehen, da beide aufgrund von Verletzungen in der letzten Saison kaum bzw. überhaupt nicht zeigen konnten, was in ihnen steckt. Kotzke fiel nahezu die komplette Saison aus und will offenbar auch nicht einfach so die Segel streichen (siehe heutigen Artikel im WK), was ich für eine gute Einstellung halte. Riemann hatte einen super Saisonstart, aber danach immer mal wieder Verletzungsprobleme und kam nicht mehr richtig in Schwung. Ich glaube, dass er, entsprechende Gesundheit vorausgesetzt, auch weiterhin bzw. wieder eine wertvolle Alternative für die Außenbahn sein kann, zumal mit Neuzugang Lorenz und Kevin Schindler ansonsten nur echte zwei Flügelspieler im Kader sind (Blacha sehe ich eher zentral und wie man mit Kleinsorge plant, ist mir noch nicht klar).

Möglicherweise hat man aber auch für genau diese Position noch einen Kracher an der Angel, denn heute soll ein weiterer Spieler vorgestellt werden. Im WK erwartet man aber einen weiteren Spieler für das defensive Mittelfeld. Interessant ist aber, dass es sich um „einen erfahrenen Bundesliga-Spieler, der zuletzt im Ausland unter Vertrag stand“ handeln soll.

Hatte nicht auch Kevin Kuranyi zuletzt Interesse an einer Rückkehr nach Deutschland geäußert? Wäre zwar kein Mittelfeldspieler, aber sicher eine Verstärkung. Warten wir’s ab.

Update 15:30 Uhr: Kevin Pezzoni, früher Erstligaspieler beim 1. FC Köln und wie erwartet ein defensiver Mittelfeldspieler, ist die jüngste Neuverpflichtung.

Die Tippspiel-Gewinner stehen fest

Nach dem gestrigen Relegationsrückspiel zwischen dem TSV 1860 München und Holstein Kiel (über das Ergebnis schweigen wir lieber) ist auch das Tippspiel für diese Saison abgeschlossen. Heuer wurden seitens des SVWW ja auch gleich mehrere Preise ausgelobt. Verantwortlich dafür war letztes Jahr der mittlerweile nicht mehr amtierende Geschäftsführer Kleinekathöfer, aber ich gehe fest davon aus, dass der Verein sich trotzdem an seine Zusagen hält. Unser Fanbeauftragter Volker wird das sicherlich regeln.

So, nun Trommelwirbel dazu denken. Die Gewinner sind…

  • … auf Platz 3 und dank der guten Tipps für die Relegationsspiele noch aufs Treppchen gehüpft: meine hochgeschätzte Blog-Vertreterin Sonja. Sie hat die Wahl zwischen einer Torwart-Trainingsstunde mit Steffen Vogler oder einem signierten Trikot.
    Liebe Sonja, bitte nimm das Training und bitte sag mir vorher Bescheid, das möchte ich zu gerne sehen. :)
  • … auf Platz 2 und leider kurz vor Schluss noch vom Spitzenplatz verdrängt: vegalein. Sie gewinnt zwei VIP-Karten für ein SVWW-Heimspiel in der kommenden Saison und darf danach auch noch die Pressekonferenz besuchen.
  • … auf Platz 1 und damit im letzten Moment Gesamtsieger: 2.BL_wir_kommen. Der Benutzername war leider etwas zu optimistisch, aber dafür hat er ein Abendessen mit den beiden Mannschaftskapitänen gewonnen. Das waren zum Zeitpunkt der Auslobung noch Nico Herzig und José Pierre Vunguidica, die beide zwischenzeitlich den Verein verlassen haben, aber ich bin zuversichtlich, dass für adäquaten Ersatz gesorgt wird. Guten Appetit!

Allen Gewinnern herzlichen Glückwunsch und allen Teilnehmern vielen Dank fürs Mitmachen!

Auch in der nächsten Saison wird es natürlich wieder ein Tippspiel geben und ich hoffe, dass der SV Wehen Wiesbaden erneut ein paar Preise stiftet.

Alles neu macht der Mai

Ja, ich weiß, für diese Überschrift bin ich eigentlich schon wieder zu spät (und ohne nachgeschaut zu haben glaube ich, die auch schon mal verwendet zu haben), wie ich sowieso ziemlich spät dran bin mit dem ganzen Thema, aber nachdem der Umbruch beim SV Wehen Wiesbaden in diesem Jahr doch eine Nummer größer ausfällt als sonst ohnehin schon üblich, passt die Zeile einfach zu gut.

Aber der Reihe nach.

Schon weit vor Saisonende war klar, dass der SVWW sein Ziel in der Liga („besser als letzte Saison“, d. h. besser als Platz 4) deutlich verfehlen wird, sodass man sich Mitte April von Marc Kienle trennte und Christian Hock interimsmäßig die Leitung der Profimannschaft anvertraute – immerhin das wurde hier schon mal thematisiert.

Am 1. Mai trat mit Thomas Pröckl ein neuer Geschäftsführer seinen Dienst beim SVWW an und löste Georg Kleinekathöfer ab, der von vorneherein nur für maximal zwei Jahre zur Verfügung stand. Bei den Personen hinter den Kulissen ist die Arbeit ja noch schwerer als bei den sportlichen Akteuren einzuschätzen, weshalb ich da kein Fazit ziehen mag. Die „SV WIR“-Kampagne war zwar eine schöne Idee, ist aber mangels sportlichen Erfolgs wohl ziemlich verpufft. Ich rechne Herrn Kleinekathöfer aber hoch an, dass er regelmäßig im Webforum trotz der üblichen Trolle in den Dialog mit den Fans trat. Herr Pröckl war jahrelang bei Eintracht Frankfurt im Vorstand für die Finanzen zuständig, sodass ihm Erfahrung in der Führung eines Profifußballvereins unterstellt werden kann. Ich bin gespannt, was er in Wiesbaden bewirken kann.

Mitte Mai wurde Sven Demandt als neuer Trainer ab der kommenden Saison verpflichtet. Demandt ist vielen wahrscheinlich noch aus seiner aktiven Zeit, vor allem bei Mainz 05, bekannt. Seine Trainerlaufbahn hat er bisher fast ausschließlich im Nachwuchsbereich verbracht und die letzten fünf Jahre die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach trainiert. In Mönchengladbach hält man große Stücke auf ihn und beinahe wäre er gestern nach der gewonnen Meisterschaft in der Regionalliga West mit seiner Mannschaft auch in die Dritte Liga aufgestiegen, scheiterte aber in der Verlängerung des Aufstiegsrückspiels an Werder Bremen II.

Die Verpflichtung Sven Demandts war gleichzeitig die letzte Amtshandlung von Sportdirektor Michael Feichtenbeiner, denn noch am gleichen Tag wurde er entlassen. Letztlich hat Feichtenbeiner den Verein in seinen zweieinhalb Jahren auch nicht entscheidend voranbringen können, sodass die Idee eines totalen Neuanfangs auf allen Positionen der sportlichen Führung durchaus nachvollziehbar ist. Was Demandt sich dachte, als er erfuhr, dass derjenige, der mit ihm die Vertragsverhandlungen führte, direkt nach Abschluss entlassen wurde, ist leider nicht bekannt. Ich kann nur hoffen, dass Präsident Markus Hankammer das vernünftig kommunizierte.

Neuer Sportdirektor ist seitdem Christian Hock, der also nicht wie ursprünglich geplant wieder die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums sowie der U19 übernimmt, sondern mal wieder eine neue Aufgabe beim SVWW erhält. Zumindest die zwischenmenschliche Basis sollte bei Hock und Demandt stimmen, schließlich waren die beiden als Spieler bei Mainz jahrelang Zimmergenossen. Es wäre natürlich schön, wenn die beiden auch als sportlich verantwortliches Duo erfolgreich werden.

Zum ersten Mal seit 2009 startet der SVWW also mit einem neuen Trainer in die Saison. Wir alle wünschen uns, dass Demandt mehr Fortune hat als seinerzeit Hans-Werner Moser.

Kommen wir zum Spielerkader, denn natürlich gibt es auch hier einige Veränderungen. Nach aktuellem Stand verlassen uns acht Spieler und es sollen wohl ungefähr ebenso viele neue Spieler verpflichtet werden.

Tobias Jänicke und José Pierre Vunguidica hätte der Verein gerne gehalten und dabei offenbar sogar das Gehalt erhöht, aber beide haben andere Pläne. Vunguidica wechselt zum SV Sandhausen in die Zweite Liga, während es von Jänicke heißt, dass es ihn in seine mecklenburgische Heimat zieht. Ob das bedeutet, dass er zu Hansa Rostock zurückkehrt, steht noch nicht fest und ehrlich gesagt sehe ich da auch aktuell keine Verbesserung gegenüber dem SVWW, aber gut, soll nicht mein Thema sein. Sowohl Jänicke als auch Vunguidica sehe ich mit etwas gemischten Gefühlen gehen. An guten Tagen können sie überragend sein und Spiele ganz alleine entscheiden, aber leider passierte das im rotschwarzen Dress viel zu selten – stattdessen sah man in vielen Spielen auch eher lustlose Auftritte, sodass nach meinem Empfinden höher dotierte Verträge auch gar nicht so berechtigt gewesen wären. Nun gut, die Frage stellt sich jetzt nicht mehr und es wird ein ordentlicher Betrag im Gehaltsbudget frei, denn die beiden gehörten vermutlich schon vorher zu den Spitzenverdienern im Team.

Von Vereinsseite wurden die auslaufenden Verträge von Florian Fromlowitz, Raphael Laux, Robert Müller, Julian Grupp und Alexander Nandzik nicht verlängert.

Die Verpflichtung von Fromlowitz hatte ich nie so ganz verstanden, da man mit Kolke ja bereits einen guten Torwart hatte und dieser sich letztlich auch als Nummer Eins durchsetzen konnte. Mal wieder etwas blöd gelaufen für Fromlowitz, klar, aber ich glaube und wünsche es ihm, dass er in einem anderen Klub wieder Stammtorwart wird. Der dritte Torwart Laux fällt nicht mehr unter die U23-Regelung, die man wohl gerne unter anderem mit den Ersatztorhütern erfüllt. Robert Müller werden wohl die wenigsten SVWW-Anhänger nachtrauern, zu oft war er an Gegentoren oder missglückten Angriffsversuchen beteiligt, zu selten fühlte man sich nach einem Spiel zu einem Müller-Lob gezwungen. Dass Grupp und Nandzik gehen müssen, bedaure ich etwas, zeigten doch beide in einer häufig recht leblosen Truppe immer großes Engagement, aber anscheinend traut man den beiden keine wesentliche Weiterentwicklung zu. Anders kann ich es mir zumindest nicht erklären, zumindest bei Nandzik (der jetzt nach Chemnitz wechselt), denn gegen Grupp spricht wiederum, dass er jetzt die U23-Marke übersprungen hat.

Etwas überraschend wurde der Vertrag mit Michael Wiemann auf dessen Wunsch hin aufgelöst. Erst letztes Jahr hatte man vorzeitig bis 2016 verlängert, aber dem Vernehmen nach hat Wiemann die Möglichkeit ins Ausland zu wechseln. Bei ihm geht es mir ähnlich wie bei Jänicke und Vunguidica. Teilweise ganz starke Spiele mit hervorragenden Zweikämpfen wechselten sich mit Abwehrböcken und auch ein paar roten Karten ab. Insgesamt aber wohl für beide Seiten keine schlechte Idee, einen Neuanfang zu wagen.

Verlängert wurde hingegen erfreulicherweise der Vertrag mit Kevin Schindler. Erfreulich deswegen, weil er in den letzten Wochen, also seit er tatsächlich regelmäßig spielen durfte, sehr überzeugende Leistungen gezeigt hat. Es ist mir völlig schleierhaft, warum er letztes Jahr kurz nach Saisonbeginn verpflichtet wurde und dann von Kienle so gut wie nie eingesetzt wurde. Jedenfalls hatte Hock mehr Vertrauen und insbesondere nach Jänickes Abgang wird Schindler wohl die erste Wahl auf der rechten Außenbahn sein.

Die ersten Neuverpflichtungen gibt es auch schon zu vermelden.

Mit Michael Vitzthum wurde ein linker Außenverteidiger vom 1. FC Heidenheim geholt, der wohl schon von Kienle und Feichtenbeiner gescoutet wurde, zumindest passt die bisherige Karriere (Jugend beim FC Bayern München, später u. a. in der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart) in das Schema.

Vom Chemnitzer FC kommt Maximilian Reule als zweiter Torwart, der mit seinen 21 Jahren ebenso wie der dritte Torwart Niklas Reichel (der von der mittlerweile aufgelösten zweiten Mannschaft aufrückt) unter die bereits erwähnte U23-Regelung fällt.

Für die Innenverteidigung wurde Fabian Franke von RB Leipzig verpflichtet. Franke war fester Bestandteil der Mannschaft, die von der Regionalliga bis in die Zweite Liga durchmarschiert ist, kam aber in dieser Saison aufgrund von langwierigen Achillessehnenproblemen nur zu ein paar Einsätzen in der zweiten Mannschaft. Sofern er seine Verletzungsprobleme überwunden hat, wird er sicher eine Verstärkung. Ein ausführliches Interview mit ihm vom Anfang letzter Saison gibt es drüben beim rotebrauseblogger zu lesen.

Die Planungen für die Defensivabteilung wären also schon mal weitestgehend abgeschlossen. Ich gehe davon aus, dass fürs zentrale (defensive) Mittelfeld, für die offensive Außenbahn und fürs Sturmzentrum noch weitere Transfers folgen, eventuell auch für die Rechtsverteidigerposition. Ein Überblick über den gesamten Kader folgt dann demnächst, wenn der Kader komplett ist.

Saisonabschluss. Endlich.

3. Liga, 38. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – MSV Duisburg 1:0 (Tor: Eigentor Schorch)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Das Ergebnis interessiert kaum.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Ich war übers Pfingstwochenende verreist und habe das Spiel nicht selbst gesehen, aber es ging ja eigentlich auch um nichts mehr. Der MSV hätte noch Meister der Dritten Liga werden können, der SVWW wollte sich anständig aus der Saison verabschieden. Letztlich endete das Spiel mit einem verdienten Wehener Sieg, was aber die Duisburger natürlich nicht vom Feiern abhielt.

Vor dem Spiel: Wurden beim SVWW nicht weniger als acht Spieler verabschiedet. Später mehr dazu.

Nach dem Spiel: Friedlicher Platzsturm der MSV-Fans.

Das fiel auf:
+/- Ganz offensichtlich bin ich aktuell etwas fußballmüde, denn die später nachgelesenen Spielberichte nahm ich reichlich gleichgültig hin.

Zuschauer: 9.000, davon etwa 7.500 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW schließt die Saison immerhin mit einer ausgeglichenen Bilanz (15 Siege, 15 Niederlagen, 8 Unentschieden, 54:44 Tore) auf Platz 9 ab.

Serien und Rekorde: Christian Hocks Zeit als Interimstrainer endet ebenfalls ausgeglichen: zwei Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen.

Ansonsten: Drüben im Zebrastreifenblog wird das Spiel etwas ausführlicher besprochen. Von hier aus herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg!

Nächstes Spiel: Jetzt ist erst mal Pause. Die Saison 2015/16 beginnt am 25. Juli. Vorher wird es wie immer einige Testspiele geben.