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SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Stehblog - SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Endlich: Wehen holt den ersten Sieg

3. Liga, 5. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – SV Werder Bremen II 3:1 (Tore: Schindler (2), Blacha)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Drei Wehen-Tore in einem Spiel!

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten: Der SV Wehen Wiesbaden spielte nicht unbedingt gut in der ersten Halbzeit, hatte aber zwei Groß-Chancen, die Lorenz und Blacha vergaben. Im zweiten Abschnitt gelang Werder Bremen II in der 62. Minute der Führungstreffer. Manneh staubte nach einer Parade von Kolke ab. Wehen verdaute den Schock rasch, arbeitete engagierter in der Offensive und wurde belohnt. Schindler schalte bei einem langen Einwurf von Lorenz schneller als alle anderen und versenkte den Ball im Netz (69. Minute). Eine knappe Viertelstunde später konnte wiederum Schindler nach einem Eckball eine Lücke nutzen und zum 2:1 einlochen. Bremen kam in den Folgeminuten noch gefährlich in die Nähe von Kolkes Tor – ohne zählbaren Erfolg. Einen Schnitzer in der Abwehr nutzte kurz vor Schluss Schnellbacher zum Pass auf Blacha, der mit dem 3:1 alles klar machte.

Liebling des Spiels: Kevin Schindler (drehte fast im Alleingang das Spiel)

Szene des Spiels: Schindlers Treffer zum 1:1 war eine Erlösung für alle, die schon nicht mehr an ein Tor des SV Wehen glauben wollten.

Vor dem Spiel: Unter den Zuschauern auf der Haupttribüne wurden der Ex-Wehener Joe Vunguidica gesichtet.

Fazit nach dem Spiel: In der Mannschaft steckt wirklich die Bereitschaft zu kämpfen – spielerisch ist allerdings noch viel Luft nach oben.

Das fiel auf:
+ Mrowca hinterlässt einen guten Eindruck als Ersatz-Sechser
+ Pezzoni ist wieder zurück und hält über 90 Minuten durch
+/- Patrick Mayer rackert viel, trifft aber nicht
– der letzte Pass in die Tiefe kommt zu oft nicht an

Zuschauer: weniger als 1900, davon rund 60-80 Gästefans.

Tabelle: Platz 13 und 6 Punkte auf der Haben-Seite

Serien und Rekorde: der erste Sieg in dieser Saison, der erste Doppelpack von Schindler in einem Pflichtspiel für Wehen

Nächstes Spiel: Am Samstag muss der SV WW beim Chemnitzer FC ran. Die Sachsen sind besser in die Saison gestartet, kassierten aber am Dienstagabend gegen Aufsteiger Magdeburg eine Niederlage.

Und schon wieder Unentschieden, SVWW…

3. Liga, 3. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – 1. FSV Mainz 05 II 1:1 (Tor: Niklas Dams)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Drittes Unentschieden im dritten Spiel

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten: Nach einem guten Beginn unnötig den Ausgleich gefangen und danach nicht allzu viele Mittel gehabt, das Spiel doch noch zu entscheiden.

Liebling des Spiels: Niklas Dams. Im ersten Heimspiel für den SVWW gleich ein Tor und eine gute Leistung in der Abwehr.

Szene des Spiels: 34. Minute: Markus Kolke geht etwas zu ungestüm zum Ball, erwischt dabei auch 05-Stürmer Lucas Höler und Mainz kommt durch einen Elfmeter aus dem Nichts zum Ausgleich.

Vor dem Spiel: Wurde Jaroslaw Lindner von Holstein Kiel verpflichtet und Jonas Acquistapace an den Halleschen FV abgegeben.

Nach dem Spiel: Beklagte sich Trainer Sven Demandt im TV-Interview über die Zweikampfbewertung der Schiedsrichter in der 3. Liga.

Das fiel auf:
+ Nach zwei torlosen Spielen endlich der erste Treffer der Saison.
+ Einen Gegner, der einen deutlich besseren Saisonstart hatte, die meiste Zeit gut im Griff gehabt.
– Erst in den letzten Minuten war der unbedingte Wille zu spüren, das Spiel noch gewinnen zu wollen. Das Aufbäumen kam dann aber zu spät.
– Gegner-Stürmer Lucas Höler, der beim Foul vor dem Elfmeter so lange den sterbenden Schwan spielte, bis der Schiedrichter pfiff und er jubelnd aufspringen konnte. Außerdem lief er nach seinem Tor mit dem Finger auf dem Mund zum SVWW-Fanblock, ohne vorher provoziert worden zu sein. Sympathisch geht anders.

Zuschauer: 2185, davon rund ein Dutzend Gästefans auf der Westtribüne.

Tabelle: Aktuell Platz 13 mit 3 Punkten.

Serien und Rekorde: Das dritte Unentschieden im dritten Saisonspiel. Der Rekord von 18 Unentschieden in einer Drittliga-Saison wackelt jetzt schon bedenklich.

Nächstes Spiel: Am nächsten Samstag beim Halleschen FC, der die ersten beiden Spiele verloren hatte und am dritten Spieltag erst am Sonntag ran musste.

Sturm vor der Ruhe

Während fast alle anderen Profivereine am letzten Wochenende im DFB-Pokal antreten durften, vergnügte sich der SV Wehen Wiesbaden mit einem Testspiel gegen Al-Wahda FC aus den Emiraten. Sven Mende, der nach den Ausfällen von Book und Pezzoni jüngst zum Startelfkandidaten geworden ist, musste nach einer Viertelstunde vom Platz. Glücklicherweise hat sich die Verletzung als nicht sehr schwerwiegend erwiesen.

Auf dem Platz durften sich auch drei Testspieler präsentieren, von denen einer, nämlich Jaroslaw Lindner, dann auch verpflichtet wurde. Lindner kommt von Holstein Kiel und kann wohl sowohl außen als auch zentral im Mittelfeld spielen, wird aber wohl vor allem als Backup für die Außenbahn vorgesehen sein. Allerdings könnte er aufgrund Schindlers Gelbrotsperre möglicherweise direkt am Samstag gegen die Mainzer U23 zum Einsatz kommen.

Ganz sicher nicht mehr für den SVWW wird hingegen Jonas Acquistapace auflaufen. Der Verteidiger zieht nach nur einem halben Jahr weiter zum Halleschen FC, vermutlich hat ihm die Aussicht auf eine dauerhafte Reservistenrolle nicht gepasst.

Nach und nach wurde der Kader in den letzten Wochen doch ziemlich umgekrempelt. Hoffen wir mal, dass bei den ganzen Neuverpflichtungen wenigstens ein paar Treffer dabei sind. Aus den beiden bisherigen Spielen kann man ja noch nicht wirklich urteilen.

Ich werde mir erst ab September wieder selbst ein Bild von der Mannschaft machen können, da ich mich heute in den Sommerurlaub verabschiede. Der Blog muss aber nicht völlig verwaisen, da – zumindest zu den Heimspielen – Sonja und Bertl in bewährter Weise die Vertretung übernehmen werden. Vielen Dank dafür!

Bis demnächst.

Fast wie geplant

3. Liga, 2. SpieltagFC Rot-Weiß Erfurt – SV Wehen Wiesbaden 0:0

Das Spiel in maximal fünf Worten: Muss man nicht gesehen haben.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Ähnlich wie am ersten Spieltag: ziemlich ereignislose erste Halbzeit, ein paar ungenutzte Chancen in der zweiten, am Ende 0:0. Unterschied zur Vorwoche: keine neuen Verletzten, dafür je eine gelbrote Karte auf beiden Seiten (beim SVWW: Schindler).

Szene des Spiels: Der angebliche Aufreger des Spiels war ein aberkanntes Tor von David Blacha. Allerdings war es weder dem hr noch dem MDR in ihren TV-Berichten eine Erwähnung wert.

Vor dem Spiel: Wurden tatsächlich Stimmen vernommen, die sich eine kontinuierliche „Berichterstattung“ hier im  Blog wünschen. Vielen Dank dafür! :)

Nach dem Spiel: Hat Sven Demandt weiterhin viel Arbeit vor sich.

Das fiel auf:
+ Nach 180 Saisonminuten immer noch kein Gegentor, ergo: ungeschlagen.
– Nach 180 Saisonminuten immer noch kein eigenes Tor, ergo: sieglos.
+ Mein Geheimplan, die Saison holprig zu beginnen und sich nach und nach zu steigern, geht bisher auf, zumindest der erste Teil. Das erhoffte erste Saisontor heben wir uns halt fürs Heimspiel gegen Mainz auf.

Zuschauer: 4.674, davon ein paar Dutzend Gästefans.

Tabelle: Mit zwei Punkten nach zwei Spielen liegt der SVWW auf Platz 14.

Serien und Rekorde: Zwei 0:0 hintereinander gab es zuletzt vor zweieinhalb Jahren: am 24. und 25. Spieltag der Saison 2012/13 (in Münster und zuhause gegen Chemnitz). Für ein drittes torloses Unentschieden in Folge müsste man wohl ziemlich weit zurückblättern.

Nächstes Spiel: Am kommenden Wochenende spielen alle anderen die erste Runde im DFB-Pokal – in Erinnerung an das letztjährige Halbfinal-Aus im Hessenpokal (und die dadurch verpasste Qualifikation für den DFB-Pokal) würde ich mir währenddessen für unsere Truppe ein paar Sondertrainingseinheiten wünschen…

Am übernächsten Samstag geht es in der Liga zuhause gegen die zweite Mannschaft von Mainz 05 weiter. Das Team von Sandro Schwarz ist mit einem 4:0-Sieg in Kiel und einem 2:2 gegen Magdeburg stark in die Saison gestartet.

Same same, but different

Der eine oder andere aufmerksame Leser* wird bemerkt haben, dass es an dieser Stelle noch keinen Spielbericht zum Spiel gegen Würzburg gibt. Das wird auch nicht mehr kommen, was ein kleines bisschen mit akuter Unlust, vor allem aber mit einem gewissen Zeitmangel und keiner Aussicht auf Besserung in den nächsten Wochen zu tun hat. Aber keine Angst, die Ursachen dafür sind nur Arbeit und Urlaub, Luxusprobleme also. Möglicherweise steige ich im September wieder in die regelmäßigere Spielberichterstattung ein, mal sehen. (Wenn es jemand arg vermisst, ist keine Online-Petition notwendig, aber ein Kommentar unter diesem Beitrag würde das kleine Blogger-Ego schon streicheln. Nur ernst gemeinte Zuschriften, bitte.)

Ein paar Bemerkungen zum Saisonauftakt habe ich aber doch. Wer einen Hang zur Symbolik hat, dem könnte aufgefallen sein, dass nach wochenlangem Sonnenschein pünktlich zum ersten Heimspiel des SV Wehen Wiesbaden das Sommerwetter eine Pause einlegte. Kühl, windig, nahezu stürmisch und wenige Minuten vor Anpfiff auch plötzlich heftiger Regen. So stellt man sich seinen ersten Stadionbesuch seit Monaten vor. Nicht. Die langen Schlangen vor den Kassenhäuschen ließen immerhin auf eine einigermaßen gut besuchte Brita-Arena hoffen, aber weit gefehlt. Ursache waren wohl eher die Reduzierung der geöffneten Verkaufsschalter sowie Computerprobleme, am Ende verloren sich gerade mal 2.234 Zuschauer im weiten Rund nicht ganz so weiten Rechteck, davon einige Hundert Würzburger. Bereits in der ersten Spielminute verletzte sich der neue Kapitän Kevin Pezzoni und musste ausgewechselt werden (Muskelfaserriss in der Wade, wie sich später herausstellte) und wenn man mag, kann auch das als Symbol für die restlichen 89 Minuten herhalten: der Start in die Saison lief eher bescheiden. Wenig los in der ersten Hälfte, ein paar kleinere Chancen für den SVWW, und – immerhin – keine für die Gäste. In der zweiten Hälfte dann ein guter Start der Gastgeber mit einigen ordentlichen, wenn auch ungenutzten Torgelegenheiten, aber dann auch einige dicke Möglichkeiten für Würzburg. Mal wieder rettete Markus Kolke mit einigen Paraden und war am Ende bester Spieler seines Teams – das sagt dann eigentlich auch schon alles.

Mit dem 0:0 bin ich eigentlich gar nicht unzufrieden. In den letzten Jahren hat der SVWW immer stark angefangen und in der Folge eher früher als später auch stark nachgelassen. Vielleicht ist es mal ganz gut, eher mäßig zu starten und sich nach und nach zu steigern. Das würde voraussetzen, dass die Mannschaft sich kontinuierlich verbessert und die Spielidee ihres Trainers (dem ich einfach mal unterstelle, eine solche zu besitzen) zunehmend umsetzt – etwas, was man hier seit Jahren vermisst.

Pezzoni ist übrigens nicht der einzige, der erstmal ausfällt, denn sein eigentlich als Partner im zentralen Mittelfeld eingeplanter Kollege Nils-Ole Book musste sich einem Eingriff am Knie unterziehen („kleiner Meniskusriss“, wie es seitens des Vereins heißt) und ist damit gleich für mehrere Wochen raus. Innenverteidiger Fabian Franke ist ja ohnehin schon verletzt, Sebastian Mrwoca plagt sich auch noch mit irgendwas rum und der sowieso abgemeldete Jonathan Kotzke ist ebenfalls erneut malad, sodass der SVWW gestern mit Niklas Dams einen neuen Abwehrspieler verpflichtete. Dams ist Trainer Sven Demandt aus dem Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach bekannt, zuletzt spielte er bei Servette Genf in der zweiten Schweizer Liga. Weiterhin gesucht wird ein Flügelspieler, was ich, zumindest nach den Eindrücken der ersten Partie, vehement unterstütze. Ich hoffe, man findet nicht wieder nur einen, der bei seinem letzten Verein aufgrund einer schweren Verletzung nicht gespielt hat – die Erfahrung mit solchen Kandidaten ist in den letzten Jahren eher unerfreulich.

Am Samstag geht es nach Erfurt zu den Rot-Weißen, die das Eröffnungsspiel in Magdeburg etwas unglücklich in der Schlussminute verloren haben. Ein erstes Tor für den SVWW wäre schon mal ganz nett, aber ich weiß nicht, ob wir schon bereit für einen Sieg sind. Ein 1:1 wäre doch ganz nett, das lässt noch genug Luft nach oben.

* ja, da sind gleich mehrere einschränkende Kriterien enthalten