NEL10 – Hessenpokalsieger

Nach einer starken Rückrunde landet der SVWW am Ende auf dem 7. Platz und wird Hessenpokalsieger. Wir sprechen über die letzten Saisonspiele, Auf- und Absteiger, neue und alte Spieler und lassen uns die Rivalität zu Jahn Regensburg erklären.

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Auswärtsunentschiedenheimsieg? Egal – Pokal!

Hessenpokal, FinaleSV Rot-Weiß Hadamar – SV Wehen Wiesbaden 1:1 n. V., 3:4 i. E. (Tor: Schäffler, Elfmeterschießen: Andrich, Lorenz, Mockenhaupt, Schäffler)

Das Spiel in maximal fünf Worten: 

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wie erwartet dominierte der SVWW das Spiel in der Brita-Arena gegen den zwei Ligen tiefer beheimateten “Gastgeber” und kam auch zu Chancen, die aber entweder vergeben oder vom Torwart vereitelt wurden. Kurz vor der Halbzeitpause musste Kolke das erste mal eingreifen, aber das wurde offenbar nicht als Warnung verstanden, denn zehn Minuten nach Wiederanpfiff ging der Hessenligist nach seiner ersten Ecke und dem ersten Torschuss in Führung. Weitere zehn Minuten später hätte es sogar noch schlimmer kommen können, als ein Kopfball über Kolke an die Latte ging. Dann fiel jedoch der Ausgleich nach einem schnellen Angriff mit der bewährten Kombination Flanke Lorenz, Kopfball Schäffler. Die letzte große Chance bot sich in der Nachspielzeit dem eingewechselten Breitkreuz, der jedoch kläglich scheiterte. Stattdessen also Verlängerung, in der nicht mehr viel passierte. Der SVWW probierte es nur noch mit langen Bällen, aber Hadamars Abwehr hielt stand. Die Entscheidung musste also im Elfmeterschießen fallen, wo wieder einmal Markus Kolke mit zwei gehaltenen Elfmetern zum Helden wurde.

Liebling des Spiels: Hadamars Torwart Strauch, der nach dem Spiel den Wehener Fans auf der Nordtribüne applaudierte und dafür zurecht gefeiert wurde.

Szene des Spiels: 

Vor dem Spiel: Eine Choreo mit großem Transparent, sehr hübsch:

Nach dem Spiel: Party hinter der Nordtribüne.

Das fiel auf:
+ Hadamar mit ganz starker Defensivleistung und der einen oder anderen Gelegenheit nach vorne – genauso wie es sich ein Außenseiter in einem Pokalspiel vornimmt.
– Dem SVWW fiel mit zunehmender Spielzeit immer weniger ein – das war gerade im Vergleich zu den guten Auftritten der letzten Wochen doch eher enttäuschend.

Das schreiben die anderen: WK, kickerSportschau (Video der Tore)

Zuschauer: 2.691, davon ca. 600-700 Gästefans.

Serien und Rekorde: Der SVWW gewinnt nach den verlorenen Endspielen 2013 und 2016 den Pott zum ersten mal seit 2011, insgesamt ist es der fünfte Erfolg in diesem Wettbewerb. Der einzige aus dem aktuellen Kader, der auch schon vor sechs Jahren in Marburg dabei war, ist Alf Mintzel.

Ansonsten: Ich fühle mich übrigens persönlich mitverantwortlich für den Sieg. An den ersten beiden Elfmetern war Kolke fast dran, der dritte wurde souverän verwandelt. In diesem Moment mussten wir Fans hinter dem Tor aktiv werden und albern mit den Armen wedeln, um den Schützen zu verunsichern – Ergebnis bekannt.

Nächstes Spiel: Die Saison 2016/17 ist beendet. Im Zuge der Saisonvorbereitung wird es sicher diverse Testspiele geben, rund um den 21. Juli geht die 3. Liga wieder los, am Wochenende um den 12. August steht die erste Runde im DFB-Pokal an (yay!) und vermutlich Ende September, Anfang Oktober steigt der SVWW im Achtelfinale in den Hessenpokal ein. Abonniert einfach den Kalender, dann verpasst Ihr nichts.

Zum Abschluss ein dreieinhalbfacher Schäffler

3. Liga, 38. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – FSV Frankfurt 4:1 (Tore: Schäffler (3), Schwadorf)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Schöner Schlusspunkt nach starker Rückrunde.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Sportlich gesehen war die Partie einigermaßen bedeutungslos, der SVWW war schon längst gerettet und der FSV bereits abgestiegen. Die Gastgeber wollten die (Liga-)Saison vor eigenem Publikum mit einem guten Spiel abschließen und sich vor dem Hessenpokalfinale keine Blöße geben, während den Frankfurter Spielern deutlich anzumerken war, dass hoffentlich bloß alles schnell vorbei sein möge. Nach einer guten Viertelstunde traf Schäffler nach einer schönen Flanke von Pezzoni, ein paar Minuten später schloss nach einer Ecke erneut Schäffler ab, traf aber noch Schwadorf, von dem der Ball ins Tor prallte. Es folgten zahlreiche weitere Chancen, bei denen sich wenigstens noch der FSV-Keeper auszeichnen konnte, wenn schon seine Vorderleute kaum Gegenwehr zeigten. In der zweiten Halbzeit rafften sich die Frankfurter nochmal auf, Kolke musste einmal retten, war kurz darauf bei einem Distanzschuss aber machtlos. Ehe es aber nochmal spannend werden konnte, bekam der SVWW einen Strafstoß zugesprochen, nachdem Lorenz festgehalten worden war. Dieser wollte gerne selbst schießen, bekam aber von Schäffler den Ball nicht und war darüber ziemlich sauer. Schäffler verwandelte sicher und traf nach Hereingabe von Lorenz auch noch zum 4:1. Die letzte Viertelstunde trudelte die Partie dann aus.

Liebling des Spiels: Mit drei (bzw. eigentlich vier) Toren natürlich Manuel Schäffler.

Szene des Spiels: Der kleine Disput zwischen Lorenz und Schäffler, wer den Elfmeter ausführen darf. Werten wir es mal positiv und stellen fest, dass beide bis zum Schluss heiß auf Tore sind.

Vor dem Spiel: Verabschiedung von Lorenz, Schnellbacher, Wein, Vitzthum, Mayer und Reule. Schindler wollte nicht teilnehmen, Yegenoglu und Bulut weilen im Ausland. Mit Sebastian Mrowca hingegen wurde der Vertrag um ein Jahr verlängert.

Nach dem Spiel: Gab es Freibier hinter der Nordwand, während sich der FSV in Luft auflöste.

Das fiel auf:
+ Souveräne Vorstellung gegen einen Gegner, der mit der Saison und der Welt schon abgeschlossen hatte.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 2.343, davon ca. 300 Gästefans, die sich trotz des Abstiegs und der schwachen Leistung ihres Teams nicht die Laune verderben ließen.

Tabelle: Der SVWW schließt die Saison mit 53 Punkten auf Platz 7 ab. Duisburg und Kiel steigen auf, Regensburg darf in der Relegation gegen 1860 München antreten. Im Tabellenkeller rettet sich Werder Bremen II erneut am letzten Spieltag, stattdessen muss der SC Paderborn (wie auch der FSV Frankfurt und Mainz 05 II) in die Regionalliga. Die Hoffnung auf eine erstmals “Zweite-Mannschaft-freie” Dritte Liga erfüllt sich also nicht.

Vergleich zur Hinrunde: Nach der Niederlage im Hinspiel hat der SVWW nochmal drei Punkte gut gemacht.

Serien und Rekorde: Mit 33 Punkten hat der SVWW seine beste Rückrunde in der Dritten Liga gespielt. Vier Tore in einem Ligaspiel gab es zuletzt im Dezember 2014 (4:0 gegen Unterhaching). Mit 13 Saisontreffern ist Manuel Schäffler der zweiterfolgreichste SVWW-Torjäger (in 2. und 3. Liga) nach Zlatko Janjic (15 Tore in der Saison 2012/13).

Ansonsten: Da pflegt man schon seinen eigenen Spielplan-Kalender, schreibt im Blog darüber und ist allgemein ganz ordentlich informiert – und vergisst trotzdem, dass an den letzten beiden Spieltagen schon um 13:30 Uhr und nicht wie üblich um 14:00 Uhr Anstoß ist. Wenn man dann ohnehin noch etwas spät dran ist, auf dem 1. Ring eine Baustelle auch samstags für Stau sorgt, der Eintrittskartenscanner am Eingang versagt und das Spiel auch noch fünf Minuten zu früh angepfiffen wurde, verpasst man schon mal das 1:0. Ist mir so auch noch nie passiert.

Nächstes Spiel: Am kommenden Donnerstag (Anpfiff 14:45 Uhr, Brita-Arena) kann der SVWW im Hessenpokalfinale gegen Rot-Weiß Hadamar die Saison noch krönen. Hadamar hat die Hessenliga als Sechster abgeschlossen und war am letzten Wochenende spielfrei, kann sich also schon seit einer Woche auf das Finale vorbereiten, ist aber natürlich der klare Außenseiter. Die neue Drittliga-Saison beginnt für den SVWW am Wochenende um den 22. Juli.

In ungewohnter Höhe

3. Liga, 37. SpieltagHallescher FC – SV Wehen Wiesbaden 0:3 (Tore: Lorenz, Müller, Schäffler)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Souveräner Auswärtssieg.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Dafür, dass es für beide Teams um nichts mehr ging, außer die eigene Tabellenposition noch etwas aufzuhübschen, ging es ziemlich munter los mit Chancen auf beiden Seiten. Nach fünf Minuten wurde Schwadorf im gegnerischen Strafraum gefoult, den Strafstoß verwandelte Lorenz zur frühen Führung. Auf der Gegenseite hatte der SVWW Glück, dass ein Freistoß nur an den Pfosten ging. Nach einer Viertelstunde vergab Schäffler einen aussichtsreichen Konter, als er den besser postierten Schwadorf übersah und stattdessen selbst den Abschluss suchte. Eben dieser Schwadorf machte es kurz vor der Halbzeitpause besser und legte für Müller quer, der zum 2:0 einschob. In der zweiten Halbzeit hatte Halle wohl mit dem Spiel abgeschlossen und hoffte nur, nicht noch höher zu verlieren. Einer ging allerdings noch, wie üblich durch Schäffler kurz vor Schluss, wenn auch diesmal nicht spielentscheidend. Lorenz hatte von links den Ball hereingegeben und Schäffler musste nur noch die Fußspitze hinhalten. Ein sehr erfreuliches letztes Auswärtsspiel.

Liebling des Spiels: Jules Schwadorf, der diesmal statt auf der Außenbahn neben Schäffler als zweite Spitze agieren durfte. Zwei Torbeteiligungen und einige gute Szenen deuten an, dass ihm diese Position auch liegen könnte.

Szene des Spiels: Der verwandelte Elfmeter. Der übliche Schütze Ruprecht weiterhin verletzt, in Vertretung hatte Mayer hatte zuletzt verschossen, aber Lorenz blieb cool.

Vor dem Spiel: Gab der Verein bekannt, dass Marc Lorenz zur neuen Saison nach Karlsruhe wechselt. Man hätte ihn gerne behalten, aber finanziell wurde man sich nicht einig. Klar, dass der Spieler sich nicht als Söldner abstempeln lassen will und gab noch etwas von mangelnder Wertschätzung zu Protokoll.

Nach dem Spiel: War zumindest klar, dass Lorenz sich nicht hängen ließ, sondern im Gegenteil wieder eine gute Vorstellung zeigte, Elfmetertor und Vorlage inklusive. Jetzt bitte noch so ein Auftritt im Hessenpokalfinale!

Das fiel auf:
+ Schön, dass die Mannschaft nach dem Klassenerhalt die Saison nicht nur irgendwie zu Ende bringen will, sondern (nach dem leichten Durchhänger letzte Woche) weiterhin Lust auf Fußball hat.
+/- Neben der Freude über die gute Leistung des SVWW sollte man auch erwähnen, dass der HFC ziemlich schwach war. Dort wird man nach guter Hin- und schlechter Rückrunde wohl auch froh sein, dass die Saison bald vorbei ist.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, mdr (mit TV-Bericht)

Zuschauer: 6.035.

Tabelle: Der SVWW hat nun 50 Punkte und macht einen Sprung auf Platz 10 (bzw. 9, je nach Aalens Punktabzug) – die obere Tabellenhälfte ist es allemal. Duisburg und Kiel haben den Aufstieg geschafft, Regensburg und Magdeburg (und ganz theoretisch Aalen) kämpfen noch um den Relegationsplatz. Abgestiegen sind hingegen der FSV Frankfurt (ob mit oder ohne Punktabzug) sowie Mainz II. Der dritte Absteiger entscheidet sich am letzten Spieltag zwischen Bremen II, Paderborn und Erfurt.

Vergleich zur Hinrunde: Nach dem 1:1 im Hinspiel erneut um zwei Punkte verbessert.

Serien und Rekorde: In der aktuellen Tabelle hat der SVWW eine absolut ausgeglichene Bilanz (13 Siege, 13 Niederlagen, 41:41 Tore). Das war zuletzt am 13. Spieltag der Fall, ebenso wie eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte.

Ansonsten: Die von Nils Döring trainierte A-Jugend des SV Wehen Wiesbaden ist vorzeitig Meister der Hessenliga und wird im Juni gegen Eintracht Trier um den Aufstieg in die Bundesliga spielen. Herzlichen Glückwunsch!

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 13:30 Uhr geht es in der Brita-Arena zum vorerst letzten mal gegen den FSV Frankfurt. Mit nur einem Sieg und gerade mal acht Punkten in der Rückrunde rauscht der FSV direkt aus der 2. Liga in die Regionalliga. Im Hinspiel unterlag der SVWW mit 1:3.

NEL09 – Interview mit Rüdiger Rehm

Heute eine besondere Folge etwas außer der Reihe: Sonja und Gunnar waren zu Gast in der SVWW-Geschäftsstelle und haben sich mit Trainer Rüdiger Rehm unterhalten.

Hört rein, wenn Ihr wissen wollt, warum Christian Hock den Gegenspieler Rehm nicht mochte, wieso momentan keine Zeit für Experimente ist und wer aus dem Trainerteam sich T-Shirts von Manuel Schäfflers Modelabel aufschwätzen lässt.

Viel Spaß!

Audio-Hinweis: Wir haben zum ersten Mal in einer Dreier-Runde aufgenommen und dazu neues Equipment benutzt. Bitte seht es uns nach, dass die Lautstärke der Sprecher nicht immer gleich ist. Kapitelmarken gibt es diesmal nicht.

Abonniert “Niemals Erste Liga”: