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SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Stehblog - SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Moral intakt

3. Liga, 24. SpieltagVfB Stuttgart II – SV Wehen Wiesbaden 1:1 (Tor: Mrowca)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Ein Punkt in letzter Sekunde.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
In einem von beiden Seiten ordentlichen Spiel hatte der SVWW leichte Vorteile, geriet aber nach einer Notbremse von Kolke in Unterzahl und durch den verwandelten Strafstoß in Rückstand. Aber auch mit einem Mann weniger steckte der SVWW nicht auf und drängte auf den Ausgleich, der dann nach einer Ecke in buchstäblich letzter Sekunde tatsächlich noch gelang.

Liebling des Spiels: Sebastian Mrowca, rettete mit der letzten Aktion des Spiels wenigstens einen Punkt.

Szene des Spiels: 69. Minute, Kolke kommt gegen Wanitzek zu spät, Platzverweis und Strafstoß und einiges deutete darauf hin, dass der SVWW wie schon kürzlich gegen Cottbus das Spiel wegwerfen würde.

Vor dem Spiel: Fragte man sich, ob der SVWW an die zweite Halbzeit des Spiels gegen Münster anknüpfen können würde.

Nach dem Spiel: Kann man sich über den einen Punkt freuen, aber letztlich bringt der den SVWW auch nicht mehr weiter.

Das fiel auf:
+ Insgesamt guter Auftritt, der durchaus auch mit drei Punkten hätte belohnt werden dürfen. Insbesondere stark, wie sich das Team in Unterzahl gegen die Niederlage gestemmt hat
– Nachdem Kolke schon am Samstag  etwas Glück hatte, dass sein Foul keinen Platzverweis nach sich zog, gab es diesmal kein Entrinnen. So kommt wenigstens Florian Fromlowitz auch mal zum Einsatz.
+/- Im Gegensatz zu den ersten Spielen des Jahres kam der SVWW zu einigen guten Chancen – es mangelt aber an der Verwertung.

Zuschauer: 420.

Tabelle: Der SVWW hat nun 39 Punkte und bleibt auf dem 9. Platz.

Serien und Rekorde: Seit immerhin drei Spielen ohne Niederlage. Ist doch schon mal was.

Nächstes Spiel: Am Samstag um 14 Uhr bei Rot-Weiß Erfurt. Die Thüringer kamen hervorragend aus der Winterpause und gewannen vier Spiele hintereinander, unterlagen aber am vergangenen Wochenende mit 1:4 in Kiel. Aktuell steht Erfurt mit 46 Punkten auf Platz 5, ist aber punktgleich mit dem Zweiten. Das Hinspiel gewann der SVWW mit 3:1.

Ein aufregendes Unentschieden

3. Liga, 27. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – SC Preußen Münster 2:2 (Tore: Blacha, Vunguidica)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Vergiss die erste Halbzeit.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wehen lässt in der ersten Halbzeit wieder jede Form von Spielanlage vermissen. Verunsicherung beim SVWW, viele Torchancen für Münster. Ohne Kolke wäre Halbzeit Eins haushoch verloren gegangen. In der zweiten Hälfte dann ein anderes Bild. Nach dem gehaltenen Elfmeter in der 46. Minute brechen plötzlich die Dämme. Die Hereinnahme von Grupp sorgt sofort für eine stabile Verteidigung, Blacha, Riemann und Vunguidica machen Dampf nach vorne. Am Ende wären auch drei Punkte drin gewesen – die Mannschaft hat wieder gekämpft, Leidenschaft und Einsatz gezeigt. Beim nächsten Mal wird mit dieser Einstellung nichts schief gehen.

Liebling des Spiels: Markus Kolke. In der ersten Halbzeit hat er gehalten, was zu halten war. Ein starker Rückhalt. Den Fehler am Ende muss man gerade ihm verzeihen.

Szene des Spiels: Direkt nach Beginn der zweiten Halbzeit verursacht Kolke einen Strafstoß, den er dafür aber auch pariert.

Vor dem Spiel: Optimismus nach dem Spiel in Dresden. Gegen starke Gegner tut sich Wehen meist viel leichter als gegen Mannschaften, die im Tabellenkeller stecken.

Nach dem Spiel: Man konnte sehen, was die Mannschaft drauf hat. Trotzdem bleibt ein maues Gefühl wegen Halbzeit Eins. Es bleibt die Frage nach einem funktionierenden Spielsystem. Kienle ist jetzt mehr den je gefordert.

Das fiel auf:
+ bestes Fußballwetter
+ Stimmung im Fanblock N6
+ endlich wieder ein Tor von Joe!
– wie so häufig braucht der SVWW viel zu lange, um ins Spiel zu finden

Zuschauer: 2.746.

Tabelle: Der SVWW bleibt mit nun 38 Punkten auf Platz 9.

Serien und Rekorde: Erstes Unentschieden daheim seit über einem Jahr (1:1 gegen Erfurt am 22.02.14)

Nächstes Spiel: Am Dienstag um 18:30 Uhr wird in Großaspach die Partie gegen den VfB Stuttgart II nachgeholt, die vor drei Wochen witterungsbedingt ausgefallen war. Die Schwaben gewannen am Samstag mit 2:0 gegen die Reserve von Mainz 05 und stehen aktuell mit 33 Punkten auf Tabellenplatz 14. Im Hinspiel gewann der SVWW mit 4:1.

Befreiungsschlag?

3. Liga, 26. SpieltagSG Dynamo Dresden – SV Wehen Wiesbaden 0:1 (Tor: Jänicke)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Glücklicher Auswärtssieg.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wie schon in den Spielen zuvor traf der SVWW auf ein Team, das ebenfalls in einer Krise steckt. Im Gegensatz zu den bisherigen Partien seit der Winterpause war der SVWW aber am Ende die glücklichere von zwei spielschwachen Mannschaften und konnte den ersten Sieg des Jahres feiern. In der ersten Halbzeit hätte Dynamo mehrmals eigentlich in Führung gehen müssen, scheiterte aber an Kolke oder noch öfter an eigenem Unvermögen. Wehen fand offensiv mal wieder kaum statt, bekam aber wenigstens nach einiger Zeit die anfangs arg wackelige Defensive stabilisiert. Nach der Führung kurz nach Wiederanpfiff – Jänicke schoss dem stolpernden Blacha quasi den Ball vom Fuß weg ins Tor – bekam der SVWW die Partie besser in den Griff und hätte sich einiges Zittern ersparen können, wenn Vunguidica zehn Minuten vor Schluss einen Strafstoß verwandelt hätte.

Liebling des Spiels: Tobias Jänicke. Hatte schon in der ersten Halbzeit zwei Chancen (einmal nach Solo mit zu schwachem Abschluss, das andere mal nach Vunguidica-Flanke per Kopf übers Tor) und erzielte dann in der zweiten Hälfte das Tor des Tages. Bei anderen würde man von “Sonntagsschuss” sprechen, aber Jänicke hat ja schon öfter solche Dinger produziert. Gute Reaktion, nachdem er zuletzt mal wieder eine schwache Phase hatte und im letzten Spiel gegen Cottbus zunächst auf der Bank saß – offenbar braucht er ab und zu einen Schuss vor den Bug.

Szene des Spiels: 80. Minute, Wein flankt von rechts auf den kurzen Pfosten, wo Blacha erst an den Ball und dann zu Fall kommt. Der Schiedsrichter entscheidet auf Strafstoß, was wohl eine für den SVWW eher schmeichelhafte Entscheidung ist. Kann man aber aus rotschwarzer Sicht einfach mal dankend annehmen und für die Entscheidung sorgen, allerdings zielt Vunguidica reichlich ungenau, sodass der Dresdner Torwart seinen Schuss sowie den Nachschuss von Müller abwehren kann. Dadurch aufgestachelt wird in den folgenden Minuten Dynamo, das im Laufe der zweiten Halbzeit zunehmend verzagter wirkte, nochmal wach und mobilisiert die letzten Kräfte – und ich gebe zu, ich hatte fest mit dem Ausgleich gerechnet. Umso schöner, dass es anders kam.

Vor dem Spiel: Hatte Dresden den Trainer gewechselt und es war zu befürchten, dass der SVWW mal wieder als passender Aufbaugegner herhalten darf.

Nach dem Spiel: Stellt sich raus, dass der SVWW auch mal glücklich eine knappe Führung über die Zeit bringen kann. Ob das aber schon der Schritt aus der Krise war, bezweifle ich noch, denn das hatten wir auch nach dem überzeugenden Sieg gegen Unterhaching geglaubt.

Das fiel auf:
-/+ Die zwangsweise neuformierte Innenverteidung, bestehend aus Funk und Acquistapace, hatte anfangs enorme Schwierigkeiten, bekam das aber gegen Mitte der ersten Halbzeit in den Griff und ließ später relativ wenige Chancen zu.
– Außer Tobias Jänickes Chancen erneut fast keine Offensivaktionen (bis zur Schlussphase, als Dynamo weit aufgerückt war).
– Spielerisch ganz dürftig – der typische Spielaufbau bestand häufig aus fünf Kopfballduellen im Mittelfeld hintereinander, bevor der Ball im Aus oder beim Gegner landete.
+ Die “Basistugenden” wie läuferischer und kämpferischer Einsatz waren hingegen sehr gut. Sollte selbstverständlich sein, aber es war schon auffällig. Auch der Zusammenhalt im Team scheint intakt zu sein.

Zuschauer: 20.797 – fantastische Kulisse für eine Drittligapartie. In Dresden ist das sogar noch knapp unter dem Durchschnitt, in Wiesbaden kann man von solchen Zahlen nur träumen.

Tabelle: Zum ersten Mal seit längerer Zeit geht es wieder ein wenig aufwärts. Der SVWW steht mit 37 Punkten nun auf Platz 9. Bis Platz 3 sind es 8 Punkte Abstand bzw. 15 Punkte bis Platz 18.

Serien und Rekorde: Der erste Auswärtssieg seit dem 5. Oktober und der erste Sieg gegen Dynamo Dresden überhaupt (zuvor vier Niederlagen und ein Unentschieden).

Ansonsten: Der Live-Stream im MDR war recht rucklig und/oder pixelig. Schon ein bisschen dürftig in Zeiten, wo mir Netflix & Co. ruckelfrei HD-Bilder ins Haus liefern. Aber ich bin ja schon froh, dass überhaupt ein Stream angeboten wurde.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 14:00 Uhr in der Brita-Arena gegen Preußen Münster. Die Westfalen gehören seit Jahren zu den Top-Aufstiegskandidaten, versemmeln es aber üblicherweise genauso wie der SVWW. Nach zähem Saisonbeginn hatte sich Preußen auf den Aufstiegsplätzen eingenistet, ist aber durch zuletzt zwei Niederlagen gerade auf Platz 4 abgerutscht. In der Hinrunde verlor der SVWW mit 2:3 in Münster.

Neue Ziele

3. Liga, 25. Spieltag: SV Wehen Wiesbaden – FC Energie Cottbus 1:2 (Tor: Riemann)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Der SVWW besiegt sich selbst.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Gegen einen schwachen Gegner beginnt der SVWW gut und geht früh durch Riemann in Führung. Eben dieser hat kurz vor der Pause auch noch eine gute Gelegenheit zum 2:0, trifft aber nur das Außennetz. Im Gegenzug verhindert Kolke den Ausgleich. Kurz nach Wiederanpfiff läuft dann alles schief. Zunächst sieht Wiemann die rote Karte, nachdem er im Laufduell den Ellbogen zu heftig einsetzt (meinetwegen kann man das als “harte Entscheidung” bezeichnen, aber ein Ellbogen hat am Hals des Gegners einfach nichts zu suchen, Ende), dann entsteht aus dem folgenden Freistoß das 1:1, als erst Riemann den Ball an der Torauslinie vertändelt und in der Mitte dann die Abwehr unorganisiert ist. Keine zehn Minuten später kommt, was kommen muss: Cottbus trifft und dreht das Spiel. In der Schlussviertelstunde bäumt sich der SVWW nochmal auf, Müller vergibt aber freistehend die beste Chance auf den Ausgleich.

Liebling des Spiels: Hätte eigentlich Alexander Riemann sein müssen, da er mit Abstand die besten Offensivaktionen hatte – wäre da nicht sein schwerwiegender Lapsus vor dem Ausgleichstreffer. Auch der oft gescholtene Robert Müller wäre ein Kandidat, machte er in der Zentrale doch ein ziemlich gutes Spiel – aber der fatale Fehlschuss bleibt im Gedächtnis haften. Heute also kein Liebling.

Szene des Spiels: Die Horror-Minuten kurz nach der Halbzeitpause. Erst noch ein halbwegs ordentlicher Angriff des SVWW, dann im Gegenzug der Platzverweis und der Ausgleich. Bitter.

Vor dem Spiel: Wurde Alf Mintzels Vertrag bis 2016 verlängert. Schön, dass es wenigstens ein paar Konstanten in diesem regelmäßig nahezu komplett durchgetauschten Kader gibt.

Nach dem Spiel: Haben auch die letzten Träumer (in schwachen Momenten zähle ich mich selbst dazu) kapiert, dass es auch dieses Jahr nichts mit dem Aufstieg wird. Da auch Platz 4 schwierig bis unmöglich werden dürfte, kann man sich voll auf den Gewinn des Hessenpokals konzentrieren, um nächstes Jahr wieder eine Runde im DFB-Pokal mitspielen zu dürfen.

Das fiel auf:
+/- Der SVWW zwar verbessert gegenüber den letzten schwachen Partien, aber immer noch mit zu wenig Zug zum Tor.
– Ist allerdings auch kein Wunder, wenn von den vier Offensiven Vunguidica, Riemann, Blacha und Book nur Riemann ein paar gute Aktionen hat. Im Prinzip hat der SVWW also auch die erste Halbzeit schon in Unterzahl gespielt.
– Die Niederlage ist umso ärgerlicher, da Cottbus ohne die Wehener Einladung fast nichts zustande brachte.
– Michael Wiemann erneut mit einer sehr unschönen Aktion, er hatte ja erst im November in Bielefeld wegen einer Tätlichkeit Rot gesehen. Somit wird er sicherlich für vier bis fünf Spiele gesperrt werden.

Zuschauer: 2.576, davon etwa 500 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW bleibt bei 34 Punkten und rutscht – bei einem Spiel weniger – auf Platz 11 ab. Der Abstand zu Platz 3 beträgt neun Punkte, der zu Platz 18 zwölf Punkte.

Serien und Rekorde: Der SVWW ist in 2015 weiterhin sieglos – und die anstehenden Partien gegen Dresden und Münster sind auch nicht unbedingt dafür prädestiniert, das zu ändern.

Ansonsten: In einem Paralleluniversum erzielt Marco Königs in seinem dritten Spiel für Regensburg seinen zweiten Treffer. Seufz.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 14:00 Uhr bei Dynamo Dresden. Der Zweitligaabsteiger steht aktuell mit 38 Punkten auf Tabellenplatz 8 und hat mit drei Niederlagen seit der Winterpause sogar eine noch schlechtere Bilanz als der SVWW. Wäre doch gelacht, wenn wir den armen Sachsen nicht zu einem Erfolgserlebnis verhelfen könnten. Im Hinspiel gab es eine 0:2-Niederlage. Das letzte Woche ausgefallene Spiel gegen Stuttgart soll am 3. März nachgeholt werden.

Alles grau in der Roten Erde

3. Liga, 22. Spieltag: Borussia Dortmund II – SV Wehen Wiesbaden 0:0

Das Spiel in maximal fünf Worten: Ein glücklicher Punktgewinn.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Da ich selbst nicht vor Ort war, kann ich mich auch nur auf Live-Ticker und Presseartikel stützen. Kurz zusammengefasst: es war wohl – schon wieder – ein ziemlich gruseliges Spiel des SVWW und nur mit Glück und dank eines glänzenden Markus Kolke kam man mit einem Unentschieden davon.

Liebling des Spiels: Zweifellos Markus Kolke, der seinen Kasten sauber hielt und seinem Team somit wenigstens einen Punkt rettete.

Szene des Spiels: Eine knappe Viertelstunde vor Abpfiff hatte Jonas Acquistapace die Möglichkeit zum “Lucky Punch”, schoss aber unbedrängt am Tor vorbei.

Vor dem Spiel: Gab es Zweifel, ob die Nachholpartie überhaupt stattfinden kann, denn wie schon beim ursprünglichen Termin waren die Platzverhältnisse nicht gerade ideal.

Nach dem Spiel: Würde man am liebsten die nächsten zehn Spiele verlegen. Und zwar in eine Zeit, in der der SVWW wieder Fußball spielen kann.

Das fiel auf:
– Schon wieder nahezu keine eigenen Torchancen und keine Idee, wie man zu ebensolchen kommen könnte.
+/- Selbst der vereinseigene Live-Ticker konnte oder wollte nichts mehr beschönigen.
+ Wenigstens kein Gegentor gefangen.

Zuschauer: 953, davon wie üblich ein gutes Dutzend unerschütterlicher Wehener.

Tabelle: Der SVWW hat nun 34 Punkte und festigt damit seinen zehnten Platz. Der Abstand zu Platz 3 beträgt sieben Zähler.

Serien und Rekorde: Seit Marc Kienles Vertragsverlängerung holte seine Mannschaft aus sechs Spielen gerade mal vier Punkte. Schaut irgendwie doof aus.

Nächstes Spiel: Am kommenden Sonntag um 14:00 Uhr geht es erneut zu einer Zweitvertretung eines Erstligisten, diesmal zum VfB Stuttgart. Der Schwaben-Nachwuchs wartet seit sieben Spielen auf einen Sieg und steht aktuell auf Tabellenplatz 14. Am vergangenen Samstag gab es ein 1:1 in Kiel. Das Hinspiel gewann der SVWW mit 4:1.