Ach, Vadder

Die Zeit von Martin “Vadder” Abraham beim SV Wehen Wiesbaden scheint sich dem Ende zuzuneigen. Gestern wurde er nach einer “erneuten Disziplinlosigkeit” vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt, nachdem es schon in der letzten Saison einen Vorfall gegeben hatte, der zur zeitweisen Verbannung in die zweite Mannschaft geführt hatte.

So wie sich das liest, fürchte ich, dass es diesesmal kein Zurück in die erste Mannschaft für den Tschechen gibt und er somit bei nächster Gelegenheit (also im Winter) den Verein verlassen wird.

Ich war nicht dabei und weiß natürlich nicht, was tatsächlich vorgefallen ist, aber in der letzten Saison soll Abraham angeblich (!) Gino Lettieri im Training eine Ohrfeige verpasst haben. Wenn das stimmt und nun etwas Vergleichbares passiert sein sollte, wäre der Rauswurf selbstverständlich absolut gerechtfertigt. Wenn es aber andererseits nur um irgendwelchen verbalen Scharmützel unter den Spielern geht oder Abraham nicht sofort nach Ansage zum Auslaufen gegangen ist (aus dem Artikel im WK ist auch nichts Konkretes herauszulesen), dann könnte man auch auf die Idee kommen, dass hier auf Kosten eines möglicherweise aufmüpfigen Spielers ein Exempel statuiert werden soll, um die Truppe “auf Linie zu bringen”. Das wäre dann schon eher arm und riskant noch dazu, denn mit Angst und Druck kann heutzutage wahrscheinlich nur noch Felix Magath ein Team führen (und auch dieser nur für eine gewisse Zeit).

So oder so, sportlich ist das sicherlich ein Verlust, denn ein Martin Abraham in guter Form wäre dank seiner fußballerischen Qualität und seinem großen Einsatz mit Sicherheit weiterhin ein Fixpunkt im Team, mal ganz abgesehen davon, dass der Kader (rein quantitativ) sowieso nicht so riesig ist.

Ach, ist das blöd.

Was ist in Wehen und Wiesbaden los? | elfgegenelf.de

[…] Zur Akte “Abraham” äußerte sich SV-WW-Geschäftsführer Wolfgang Gräf: „Bereits in der vergangenen Saison hat Martin Abraham von uns die Gelbe Karte gesehen. Wir können und werden uns so ein Verhalten nicht bieten lassen. Es gilt für alle unabhängig von der Leistung oder den Verdiensten: Wer sich nicht unterordnet und den Erfolg der Mannschaft gefährdet, muss gehen!“ […]

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