Eine gewisse Ungewissheit

Die gute Nachricht vorweg: der SV Wehen Wiesbaden hat die Lizenz für die nächste Saison in der dritten Liga erhalten. Das ist ja durchaus eine Meldung, schließlich können das nicht alle Vereine von sich behaupten. Die Offenbacher Kickers nämlich bekamen keine Lizenz und haben letztlich auch auf den Gang zum Schiedsgericht des DFB verzichtet, was wohl bedeutet, dass man sich dort keine realistischen Erfolgsaussichten ausgerechnet hat. Bitter für den OFC, der – sofern es nicht noch ärger kommt – nächste Saison in der Regionalliga spielen wird und doppelt bitter für die Fans der Kickers, dass ausgerechnet der SV Darmstadt 98 davon profitiert und in der dritten Liga bleiben darf.

Die Aufsteiger aus den Regionalligen stehen mittlerweile auch fest. Wir begrüßen zurück in der dritten Liga Holstein Kiel, die sich gegen Hessen Kassel, den Ersten der Regionalliga Südwest, durchgesetzt haben. Der Zweite aus der Südwest-RL, die SV Elversberg, machte es besser als die Kasseler und schaffte gegen TSV 1860 München II den Aufstieg. Der dritte Aufsteiger ist Red Bull RasenBallsport Leipzig, die voraussichtlich den direkten Durchmarsch in die zweite Liga anstreben.

Wer aus der zweiten Liga absteigt, ist hingegen noch nicht sicher. Jahn Regensburg als Tabellenletzter bestimmt, aber der Vorletzte SV Sandhausen kann noch darauf hoffen, dass der MSV Duisburg, dem die Lizenz verweigert wurde, keinen Erfolg mit seinem Einspruch beim Schiedsgericht hat. Sollte der MSV auch keine Spielberechtigung für die dritte Liga bekommen, würde aber kein weiterer Verein aufrücken, sondern nur 19 statt 20 Mannschaften teilnehmen. Das würde zwar den Spielplan etwas entzerren bzw. die Terminierung von Nachholspielen vereinfachen, wenn im Winter wieder viele Partien ausfallen, aber aktuell macht es die Planung für die Spielplangestalter und die Vereine nicht gerade einfacher. Von solchen Fragen wie z. B. ob die Dauerkarten dann billiger werden müssen (schließlich gibt es ja ein Heimspiel weniger), mal ganz abgesehen. Man darf gespannt sein, wie es da weitergeht.

Für die Spieler des SVWW geht es konkret am Mittwoch weiter, denn dann beginnt schon wieder die Vorbereitung auf die neue Saison. Um 16 Uhr gibt es die erste Trainingseinheit und anschließend kostenlos Getränke und Bratwürste für die Zuschauer.

Nach aktuellem Stand sind auch noch Dominik Stroh-Engel und Zlatko Janjic im Kader, aber beiden Spielern wurde ein Vereinswechsel nahegelegt. Während das bei Stroh-Engel schon länger bekannt ist und er aktuell bei Preußen Münster als Neuzugang gehandelt wird, ist im Fall Janjic die Entwicklung vom Torgaranten zum Buhmann ziemlich schnell gegangen. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob da hinter den Kulissen mehr passiert ist, als der Öffentlichkeit bekannt ist, aber wenn tatsächlich der Eindruck aus dem elenden Hessenpokal-Finale dazu geführt haben sollte, dass man sich von Janjic trennen möchte, würde mich das einigermaßen sprachlos machen. Ganz klar, das war ein armseliger Auftritt, aber doch längst nicht nur von Janjic, sondern von so ziemlich der kompletten Mannschaft. Und ja, es gab schon öfter lustlos wirkende Darbietungen von Janjic, und sicherlich äußert sich eine schlechte Leistung eines Offensivspielers nicht nur in ausbleibenden eigenen Toren, sondern auch in Problemen in der Defensive (für die es aber meiner Meinung nach trotzdem noch ein paar Gründe mehr gibt), aber warum stellt man einen Spieler, mit dem man allem Anschein nach nicht zufrieden ist, dann ständig wieder auf? Und falls die Antwort darauf lauten sollte, dass es keine wirklichen Alternativen im Kader gab, warum hat man dann nicht schon längst einen neuen Spieler gezielt für diese Position verpflichtet? Ich hatte ja schon kürzlich festgestellt, dass die offensive Mittelfeldzentrale unterbesetzt ist – und zwar zu einem Zeitpunkt, als die Personalplanungen offiziell als abgeschlossen galten. Es scheint so, dass man bis vor kurzem noch fest mit Janjic geplant hat, aber nun eine völlige Kehrtwende vollzogen hat. Wie gesagt, man sucht nicht nur eine Alternative, sondern will Janjic auf einmal ganz loswerden. Sicherlich spielen finanzielle Überlegungen hier auch eine Rolle, denn ein neuer Spieler kann wohl nur kommen, wenn man andererseits einen gewichtigen Posten von der Gehaltsliste streichen kann. Aber das erhöht den Druck bei der Suche nach einem adäquaten Ersatz ganz erheblich. Sollte hier nicht ein Volltreffer gelingen, wird garantiert regelmäßig die Frage im Raum stehen, wieso man nur einen Janjic wegschicken konnte. Und ich werde sicher nicht der einzige sein, der sich das dann fragt.

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