Aufstellungsraten vor Saisonstart

Es tut sich Großes im Weltfußball. Kaum hat Deutschland die Weltmeisterschaft gewonnen, wird der SV Wehen Wiesbaden zu einem der Aufstiegsfavoriten der kommenden Drittliga-Saison ernannt. Das kann ja kein Zufall sein.

Gut, gefühlt zählt der SVWW jedes Jahr aufs Neue zu den Aufstiegskandidaten, zumindest den diversen Umfragen unter Trainern oder anderen Beteiligten oder Unbeteiligten des Ligabetriebs nach zu urteilen. Genützt hat das bisher… äh… nichts. Fast genausowenig helfen gute Ergebnisse in Saisonvorbereitungsspielen, wobei die gezeigten Leistungen immerhin ein wenig Aufschluss darüber geben können, was schon ganz gut funktioniert oder ob noch etwas im Argen liegt. Beim SVWW gibt es nach der Vorbereitung zumindest Anlass zur Hoffnung, dass sich die mal wieder teilerneuerte Mannschaft schon ganz gut gefunden hat, wobei eine Wunschstartelf noch nicht klar zu erkennen ist, da meistens alle Spieler jeweils eine Halbzeit lang zum Einsatz kamen (bzw. im Falle des kleinen Turniers in Ludwigshafen am vergangenen Wochenende beide Partien jeweils von einer anderen Formation bestritten wurden).

Eine Vorhersage, in welcher Aufstellung die Saison am Samstag gegen die Stuttgarter Kickers begonnen wird, ist daher schwierig. Das größte Fragezeichen ist klar die Position im Tor, die Entscheidung zwischen Kolke und Fromlowitz dürfte zu den schwierigsten für Marc Kienle und Steffen Vogler gehören. Einen Torwart wechselt man ja auch üblicherweise nicht so oft, sodass es für einen der beiden am Freitag oder Samstag, wann auch immer sie die Entscheidung mitgeteilt bekommen, ziemlich enttäuschend, vielleicht sogar bitter wird. Wir erinnern uns: Markus Kolke war vor der letzten Saison schon dicht davor, aber dann erhielt zunächst doch Michael Gurski den Vorzug, bevor Kolke dann im Laufe der Hinrunde noch zur Nummer Eins wurde. Florian Fromlowitz hingegen war U21-Nationaltorwart (als zweiter Mann hinter Manuel Neuer U21-Europameister 2009) und etablierter Erstligaprofi, bevor sein Karriereweg etwas bergab führte und er schließlich auch in der Zweiten Liga nur noch Ersatzmann war. Natürlich beteuern beide, die Entscheidung des Trainers akzeptieren zu wollen und sich professionell zu verhalten, aber ich befürchte da dennoch hohes Frustpotential. Hoffen wir einfach mal, dass der Zweikampf die beiden zu Höchstleistungen anstachelt.

Davor deutet alles darauf hin, dass das 4-4-2, das wir gegen Ende der letzten Saison sahen, weiterhin der Standard sein wird. In der Viererkette ist Kapitän Nico Herzig in der Zentrale gesetzt, neben ihm wird vermutlich Thomas Geyer auflaufen, evtl. aber auch Michael Wiemann. Alf Mintzel scheint momentan fest als linker Verteidiger eingeplant zu sein, während rechts die Situation etwas unklarer ist. Patrick Funk und Maximilian Ahlschwede sind verletzt, sodass Sebastian Mrwoca und Daniel Wein in Frage kommen.

Im Mittelfeld sind die Rollen auf den Außen mit Tobias Jänicke rechts und Alexander Riemann links relativ klar verteilt. In der Zentrale wird wohl weiterhin Nils-Ole Book auflaufen, dazu entweder Michael Wiemann oder Jonatan Kotzke oder Robert Müller. Im Angriff ist Vize-Kapitän José Pierre Vunguidica eine Fixgröße. Neben ihm wird wohl Soufian Benyamina starten, während Luca Schnellbacher zunächst die Jokerrolle bleibt. Marco Königs scheint nur noch die Nummer Vier in der Stürmerrangfolge zu sein und ich bin gespannt, ob er aus dieser Rolle nochmal herausfindet.

Wenn ich es so aufliste, scheint mir die erste Elf doch eindeutiger zu sein, als ich zu Beginn des Artikels noch dachte. Mit dem Torwart, einem Innenverteidiger, dem Rechtsverteidiger und einem zentralen Mittelfeldspieler sind eigentlich nur vier Position offen, zumindest nach meiner Einschätzung, lassen wir uns also überraschen.

Spannender als die Aufstellung wird dann ohnehin, was die Mannschaft dann am Samstag gegen die Stuttgarter Kickers zeigen kann. Letzte Saison waren die Kickers ebenfalls der erste Heimspielgast und konnten 4:0 besiegt werden, was dann schon gleich am 2. Spieltag der höchste Sieg der gesamten Spielzeit werden sollte. Gegen ein ähnliches Resultat hätte ich sicher nichts einzuwenden, wobei ein 2:0 mit Steigerungspotential auch durchaus akzeptabel wäre.

Update, 15:00 Uhr: Die Torwartfrage wurde mittlerweile zugunsten von Markus Kolke entschieden, wie der WK meldet.

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