Talfahrt gestoppt

3. Liga, 9. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – Rot-Weiß Erfurt 3:1 (Tore: Vunguidica (2), Jänicke)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Hätte auch 7:5 ausgehen können.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wie fast immer schungvoller Beginn des SVWW, erste Chance schon nach 30 Sekunden, und nach drei Minuten das 1:0 durch Vunguidica nach Hereingabe von Benyamina. Es folgten einige weitere gute Chancen, die ungenutzt blieben. RWE kam ebenfalls zu Gelegenheiten und war gegen Ende der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Die zweite Halbzeit begann wie die erste, nämlich mit guten Chancen für den SVWW, aber diesmal gelang kein weiterer Treffer. Im Gegenteil, denn Erfurt konnte große Lücken in der Defensive der Gastgeber nutzen und glich aus. Das Spiel drohte zu kippen und sich gegenseitig anraunzende Wehener Spieler vergrößerten die Sorge, dass alles in die Binsen gehen könnte. Glücklicherweise konnten die Gäste weitere Chancen nicht nutzen und schließlich erzielte der eingewechselte Jänicke nach wieder mal toller Flanke von Vunguidica die erneute Führung. In der Schlussphase drängte Erfurt nochmal auf den Ausgleich, der SVWW ließ sich weit zurückdrängen, konnte aber in der letzten Minute der Nachspielzeit noch einen erlösenden Konter zum 3:1-Endstand abschließen. Schnellbacher hatte Vunguidica bedient, der mit seinem zweiten Treffer seiner großartigen Leistung das Sahnehäubchen aufsetzte.

Liebling des Spiels: José Pierre Vunguidica: zwei Treffer erzielt, den dritten vorbereitet, dazu zahlreiche weitere gute Flanken und andere Aktionen.

Szene des Spiels:
Diesmal gleich drei Stück:

  • Vor Anpfiff der zweiten Halbzeit zündelten einige RWE-Fans im Gästeblock und steckten dabei ein eigenes Banner in Brand. Das war vermutlich nicht so geplant.

    Es brennt.
    Es brennt.
  • Zwei Minuten später landete ein Wiemann-Kopfball an der Unterkante der Latte und ging von da aus… ins Tor oder nicht? Es wurde jedenfalls nicht auf Tor entschieden und wir werden es wohl auch nie erfahren, ob der Ball drin war. Wäre ein schöner Fall für die Torlinientechnik gewesen.
  • 58. Minute: Ein katastrophaler Rückpass von Grupp wird vom Erfurter Brandstetter abgefangen, aber Kolke drängte den Stürmer erfolgreich ab und der Schuss geht schließlich am Tor vorbei. Das wäre das 1:2 gewesen und es ist zweifelhaft, ob der SVWW das Spiel nochmal gedreht hätte.

Vor dem Spiel: 

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
+ Vunguidica mit einer bärenstarken Partie. Müßig darüber zu diskutieren, aber mit ihm hätte der SVWW letzte Woche in Münster wohl kaum verloren.
+ Trotz des bei den meisten Fans verpönten Systems mit nur einer Sturmspitze gab es zahlreiche Torgelegenheiten.
– Trotz der Absicherung mit Doppel-Sechs gab es leider auch für den Gegner eine Menge Chancen.
+/- Fazit zur System-Diskussion: Es ist völlig egal, ob man mit einem oder zwei nominellen Stürmern spielt, denn es kommt auf ganz andere Kriterien an.

Zuschauer: 2.783, davon ca. 400 Gästefans. Die Stimmung im Stadion war trotz der Kritik nach den drei Niederlagen ziemlich gut, wobei die frühe Führung natürlich sehr hilfreich war.

Tabelle: Der SVWW hat nun 16 Punkte und wird den Spieltag irgendwo zwischen Platz 4 und 7 abschließen, je nachdem was Chemnitz, Bielefeld und Cottbus morgen und in den Nachholbegegnungen unter der Woche anstellen. Zumindest bleibt man oben mit dabei.

Serien und Rekorde: Vier Siege aus den ersten fünf Heimspielen ist die beste Ausbeute des SVWW, seit er in der 3. Liga spielt.

Ansonsten: Stadionsprecher Tobi Radloff sorgte nicht nur mit einer gelben Hose, sondern auch mit einem schwarzgelben Schal für Stirnrunzeln. Dresden? Dortmund? Was soll das?

Nächstes Spiel: Am nächsten Samstag um 14:00 Uhr auswärts bei Holstein Kiel. Die Jungs von der Ostsee liegen aktuell mit 9 Punkten auf Platz 15, zuletzt gab es zwei Auswärtsniederlagen und davor zuhause ein Unentschieden.

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