Winterpause (immer noch)

Fast schon traditionell ist es um diese Jahreszeit recht ruhig hier im Blog, was in einem überwiegend aus Spielberichten bestehenden Format natürlich nur mäßig überraschend ist. Aber es ist ja nicht so, dass in den letzten Wochen so gar nichts Berichtenswertes rund um den SV Wehen Wiesbaden geschehen ist, es gab vor allem ein paar personelle Veränderungen im Kader.

Aber eins nach dem anderen. Vor Weihnachten sollte eigentlich noch das Spiel bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund stattfinden, fiel dann aber aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes im Stadion Rote Erde aus. Heute wurde endlich der Nachholtermin bekanntgegeben und zwar Dienstag, der 3. Februar um 19 Uhr. Außerdem wurden zwischenzeitlich die genauen Anstoßzeiten bis einschließlich des 32. Spieltags festgelegt. Schön, dass dabei im März zwei Heimspiele unter Flutlicht für den SVWW herausgesprungen sind (Details wie immer auf der Spielplan-Seite).

Bereits vor Weihnachten stand fest, dass Marco Königs zum Jahreswechsel den Verein verlässt und sich dem Liga-Konkurrenten Jahn Regensburg anschließt. Königs kam vor der letzten Saison von Preußen Münster, konnte sich beim SVWW aber nie richtig durchsetzen und fiel schon bald in der Stürmer-Hierarchie hinter José Pierre Vunguidica und Luca Schnellbacher zurück. Vor der aktuellen Saison kam mit Soufian Benyamina ein weiterer Konkurrent für die Position im Sturmzentrum dazu, sodass Königs in der Liga nur zu einem einzigen Einsatz mit gerade mal zehn Spielminuten kam. Eine Trennung lag somit nahe und ist für alle Beteiligten die beste Lösung.

Ein weiterer Abgang ist so gut wie sicher. Maximilian Ahlschwede, der SVWW und Hansa Rostock sind sich bereits darüber einig, dass der Rechtsverteidiger an die Ostsee wechseln soll, es fehlt bloß noch die Zustimmung des DFB. Die wird es erst geben, wenn Hansa seine Etatlücke beseitigt hat, was bis zum heutigen Mittwoch geschehen soll. Vorausgesetzt, alles läuft wie geplant, wird Ahlschwede also am 31. Januar im ersten Punktspiel des neuen Jahres wieder auf dem Rasen der Brita-Arena stehen, nur diesmal eben im blauweißen Trikot der Gastmannschaft. Ahlschwede kam ebenfalls vor der letzten Saison zum SVWW (von Kickers Offenbach) und war, nachdem er den Saisonstart wegen Verletzung verpasst hatte, Stammspieler auf der rechten Abwehrseite. Anfangs machte er das auch recht gut, wurde aber merkwürdigerweise immer fehleranfälliger und spielte gegen Saisonende wohl nur nach mangels Alternativen auf dieser Position. Der Verein reagierte entsprechend und verpflichtete mit Sebastian Mrowca, Daniel Wein und Patrick Funk gleich drei Spieler, die dort spielen können. Ahlschwede kam daher in dieser Saison nur noch zu zwei Einwechslungen und auch hier war klar, dass eine Trennung sinnvoll ist.

Der WK spekulierte noch über einen eventuellen dritten Abgang und nannte dabei Julian Grupp, der aufgrund des vor dieser Saison auch in der Breite verstärkten Kaders etwas ins Hintertreffen geraten ist. Allerdings war von einem Wechsel zuletzt nichts mehr zu hören und Grupp nahm ganz normal am Trainingslager teil. Ich hätte es auch bedauert ihn abzugeben, denn dank seiner Flexibilität kann er jederzeit eingesetzt werden und möglicherweise noch eine wichtige Rolle spielen.

Den (höchstwahrscheinlich) zwei Abgängen stehen auch zwei Neuzugänge gegenüber. Vom zyprischen Erstligisten Omonia Nikosia kam Jonas Acquistapace, der bis zum vergangenen Sommer beim VfL Bochum aktiv war und die Erfahrung von 69 Zweitligapartien mitbringt. Der 25jährige Verteidiger kann auf allen Positionen in der Abwehrkette spielen, ist aber vermutlich in erster Linie für die Innenverteidigung vorgesehen, wo Kapitän Nico Herzig wegen seiner Verletzung noch eine Weile fehlen wird.

Von Hansa Rostock konnte David Blacha verpflichtet werden. Der 24jährige Offensivspieler wurde bei Borussia Dortmund ausgebildet und begann seine Profikarriere (wie zuvor beispielsweise auch Marco Reus und Kevin Großkreutz) bei RW Ahlen. Über Sandhausen kam er nach Rostock, wo er in der letzten Saison mit zehn Treffern der erfolgreichste Torschütze war. Dass Hansa ihn mitten in der Saison ziehen lässt, hat sicherlich mit der prekären finanziellen Situation dort zu tun (Top-Talent Max Christiansen wurde zum Zweitliga-Tabellenführer FC Ingolstadt abgegeben) und legt die Vermutung nahe, dass der SVWW eine Ablöseentschädigung gezahlt hat. Schon interessant, dass man sowohl dazu in der Lage als auch so überzeugt von diesem Spieler ist – möglicherweise erhofft man sich in der Vereinsführung, mit der hinzugewonnen spielerischen Qualität doch noch den Rückstand auf die Aufstiegsplätze aufzuholen. Gut, tatsächlich ist der Abstand auch nicht unmöglich wettzumachen (fünf bzw. sechs Punkte auf Platz 3 bzw. 2, bei einem Spiel weniger), aber gefühlt war der Absturz von Platz 1 auf 9 innerhalb von drei Spielen ziemlich ernüchternd.

Wie auch immer – Herzlich Willkommen und viel Erfolg, Jonas Acquistapace und David Blacha!

Die Vorbereitung auf die Restsaison läuft wohl ganz gut, wie man so hört. Die Mannschaft war in Spanien im Trainingslager und hat dort allem Anschein nach gut gearbeitet. Testspiele gab es auch ein paar und zwar noch vor dem Trainingslager zuhause in Wiesbaden gegen Eintracht Frankfurt (0:1), dann in Spanien gegen den örtlichen Fünftligisten CD Alhaurino (5:0) und schließlich gegen den albanischen Meister KF Skënderbeu Korça (0:1), am kommenden Samstag folgt dann noch zum Abschluss eine Partie gegen den 1. FC Köln in der heimischen Brita-Arena. Was das dann für die Liga bedeutet, fällt ja eher unter Kaffeesatzleserei, aber wenigstens kann man festhalten, dass sich niemand verletzt hat und stattdessen Jonatan Kotzke nach seinem Kreuzbandriss wieder trainieren kann.

Die beste Nachricht ganz zum Schluss, denn es gibt noch einen weiteren Neuzugang in der SVWW-Familie zu vermelden. Die beiden langjährigen Fans und N6-Dauerkarteninhaber Jeanine und Martin (der hier auch schon mal die Blog-Vertretung übernommen hat) wurden am 1. Januar Eltern von Lloyd – und wie es sich gehört, erblickte der junge Mann um 19:26 Uhr das Licht der Welt.

19:26
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Von dieser Stelle ganz herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für das gute Omen, denn besser kann ein Jahr doch nicht beginnen!

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