Drama, Baby!

3. Liga, 9. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – Stuttgarter Kickers 3:3 (Tore: Schnellbacher, Lorenz, Sène)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Vom Fast-Debakel zum gefühlten Sieg.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
In den ersten zwanzig Minuten waren die Gäste klar tonangebend, hätten vermutlich einen Strafstoß verdient gehabt, kamen mehrfach zum Abschluss und schließlich zum 1:0. Für den SVWW schien das Spiel erst nach dem Rückstand zu beginnen und nach einer Hereingabe von Marc Lorenz kamen die Gastgeber durch Luca Schnellbacher zum Ausgleich. Kurz vor der Halbzeitpause vertändelte Schindler auf der rechten Abwehrseite den Ball, was die erneute Führung der Kickers zur Folge hatte. Wehen kam mit Schwung aus der Kabine, aber statt des Ausgleichs musste man nach einem Ballverlust von Thomas Geyer das 1:3 hinnehmen. Als es dann auch noch einen zweifelhaften Elfmeter für die Gäste gab, war wohl die halbe Nordtribüne drauf und dran, das Stadion vorzeitig zu verlassen. Markus Kolke konnte jedoch parieren, was dem Team ganz offenbar noch mal Aufwind gab. Neuzugang Saër Sène wurde eingewechselt und schlug wenige Minuten später einen langen Ball auf Lorenz, der diesen am Torwart vorbeilegte und aus spitzem Winkel zum 2:3 verkürzte. In der Schlussphase drängte der SVWW mit aller Macht auf den Ausgleich, Schindler köpfte an den Innenpfosten, Kolke (!) scheiterte in der Nachspielzeit nach einem Freistoß mit seiner Volleyabnahme am gegnerischen Torwart, aber schließlich, in buchstäblich letzter Sekunde traf Sène zum 3:3 – und das wie üblich spärlich gefüllte Stadion rastete aus.

Liebling des Spiels: Saër Sène – viel besser kann man sich ein Debüt wohl nicht ausdenken..

Szene des Spiels: Die gesamte Schlussphase war der pure Wahnsinn, ein Wechsel zwischen Verzweiflung ob der ungenutzten Chancen und Extase nach dem Ausgleich.

Vor dem Spiel: Hielt zum ersten Mal die “Linie 1926” vor dem Stadion, sprich: ein mobiler Fantreff mit kleinem Biergarten. Gute Sache.
Linie 1926

Nach dem Spiel: Durfte sich die Mannschaft vom Publikum feiern lassen – und das nach sieben Gegentoren und einem Punkt aus den letzten beiden Spielen.

Das fiel auf:
+ Es klappt auch mit dem Toreschießen, sogar gegen einen Gegner, der in den letzten fünf Spielen nur ein Gegentor hinnehmen musste.
– Die in den ersten Saisonspielen gezeigte Stabilität in der Defensive scheint hingegen gerade dahin zu sein.
+ Trotz eines Zwei-Tore-Rückstands steckte die Mannschaft – anders als letzte Woche in Osnabrück – nicht auf.
+/- Markus Kolke ist so langsam reif für seinen ersten Treffer, nachdem er auch letzte Saison schon mal knapp scheiterte.

Zuschauer: 2.324, davon ca. 400-500 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW fällt mit jetzt 10 Punkten auf Platz 15 zurück. Allerdings sind die Abstände noch gering, der Rückstand auf Platz 9 beträgt nur einen Punkt, der Vorsprung auf Platz 18 aber auch nur zwei Punkte.

Serien und Rekorde: Immerhin, der SVWW bleibt auch im fünften Heimspiel ungeschlagen.

Ansonsten: Mit unserer neuen Stadionsprecherin werde ich noch nicht ganz warm. Die hohe Frequenz bei der Toransage lässt einen fast auf vierzehn 0:0 in den restlichen Heimspielen hoffen.

Nächstes Spiel: Schon am kommenden Dienstag um 19 Uhr steht die Partie beim VfR Aalen an. Die Schwaben liegen mit 14 Punkten aktuell auf Platz 7, am Freitag konnten sie als erste Mannschaft in dieser Saison in Magdeburg gewinnen. Beim Zweitligaabsteiger steht seit Saisonbeginn der Wehener Ex-Trainer Peter Vollmann an der Seitenlinie – und wo Vollmann trainiert, ist Robert Müller nicht fern.

Reich und Schön

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