Stillstand

3. Liga, 25. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – Chemnitzer FC 1:1 (Tor: Oehrl)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Muss man nicht gesehen haben.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
In einer Partie, in der sich zwei schwache Mannschaften weitestgehend gegenseitig im Mittelfeld neutralisierten, ging der SVWW kurz vor der Pause mit dem ersten vernünftigen Angriff in Führung: langer Ball von Ruprecht auf den weit aufgerückten Linksverteidiger Geyer, der direkt quer in den Strafraum passt. Der Ball fliegt genau zwischen Torwart und Verteidiger hindurch zu Oehrl, der nur noch einzuschieben braucht. Das war es dann aber auch schon so ziemlich aus Wehener Sicht. Nach der Pause noch eine halbe Chance, bevor Chemnitz durch einen ebenfalls gut ausgespielten Treffer den Ausgleich erzielte. Im Anschluss waren die Gäste etwa zehn Minuten lang drauf und dran, das Spiel komplett zu drehen, bis sich der SVWW wieder fing und das Spiel irgendwie zu Ende brachte.

Liebling des Spiels: Im Zweifelsfall immer Markus Kolke, der mal wieder ein paar sehenswerte Paraden zeigen durfte bzw. musste.

Szene des Spiels: 52. Minute, ein Chemnitzer Angreifer bleibt nach einem Zweikampf an der Strafraumgrenze liegen und fordert Freistoß, woraufhin ihn der Schiedsrichter nur belächelt und den Kopf schüttelt. Hatte schon fast was von Auslachen.

Vor dem Spiel: Vergessen, ein zweites Paar Socken anzuziehen.

Nach dem Spiel: Durchgefrorene Füße.

Das fiel auf:
– Ohne Book mangelte es wieder an konstruktivem Spielaufbau. Der Ball kam ausschließlich “hoch und weit” ins Angriffsdrittel.
– Neuzugang Tim Golley stach aus einer insgesamt schlechten Mannschaftsleistung noch hervor. Um es positiver zu formulieren: er hat noch viel Luft nach oben.
+/- Chemnitz (in Person von Anton Fink) fiel meistens auch nicht viel mehr als Distanzschüsse ein.
– Seit der Winterpause 0:0, 1:0, 0:1, 1:1, dazu wenig Fußball – der SVWW tritt auf der Stelle, von der erhofften Weiterentwicklung ist leider nichts zu sehen.

Zuschauer: 2.106, davon an die 400 Gästefans.

Tabelle: Mit 31 Punkten verbleibt der SVWW im Niemandsland der Tabelle, aktuell heißt das Platz 11.

Serien und Rekorde: Immerhin zuhause weiterhin ungeschlagen (seit nunmehr 10 Monaten). Gemeinsam mit Würzburg ist man weiterhin auf Unentschieden-Rekordkurs (beide 13).

Ansonsten: Die Personalplanungen gehen voran, zuletzt wurde auch mit Alf Mintzel verlängert. Als nächstes ist wohl Thomas Geyer dran und auch bei Markus Kolke gibt es noch Hoffnung, obwohl er angeblich auch von Zweitligisten umworben wird.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag bei Fortuna Köln. Die Saison begann für Fortuna richtig schlecht und nach dem 12. Spieltag war man sogar Letzter, startete dann aber durch bis auf Platz 6, u. a. dank 13 Treffern von Ex-SVWWler Marco Königs. In den letzten drei Spielen gab es allerdings nur zwei 0:0 auswärts und eine Heimniederlage gegen Kiel. Das Hinspiel gewann der SVWW mit 3:0.

Trainer Baade

Nach dem vielen Football in den letzten Wochen hab ich doch im ersten Moment bei “Ohne Book mangelte es wieder an konstruktivem Spielaufbau.” an ein “Playbook” gedacht, das gefehlt hätte.

Lustig, ich weiß.

Aber die Zuschauerzahl – die war in den letzten Jahren doch nicht immer so unterirdisch?

Gunnar

Ein Playbook wäre vielleicht auch mal eine gute Idee. 😉

Die Zuschauerzahlen waren auch in den letzten Jahren schon sehr bescheiden, aber diese Saison könnte es einen neuen Minus-Rekord geben. Wobei die Zahl der Heimzuschauer einigermaßen konstant ist und die Gesamtzahl im wesentlichen von der Anzahl der Gästefans abhängt. Wenn dann am letzten Spieltag ein Aufsteiger Duisburg kommt und viele Leute mitbringt, sind es halt auch mal 9.000 und der Saisonschnitt geht nochmal nach oben. Ein ähnlich volles Stadion werden wir diese Saison wohl nur noch gegen Magdeburg haben, aber der letzte Spieltag gegen VfB Stuttgart II könnte eine sehr deprimierende Veranstaltung werden.

Kommentar verfassen