DFB-Pokal, 2. Runde: SVWW – Schalke 04 1:3

Tor: Blacha (76.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Keine Überraschung.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Rüdiger Rehm musste krankheitsbedingt kurzfristig auf Steven Ruprecht verzichten, was natürlich schon mal ziemlich ungünstig war, da Ruprecht nicht nur für die Defensive ziemlich unverzichtbar ist, sondern mit seiner Kopfballstärke auch bei Standardsituationen im gegnerischen Strafraum eine Waffe sein kann. Mit Mvibudulu als zweiter Spitze neben Schäffler war die Offensive durchaus mutig aufgestellt. Schalkes Trainer Tedesco verzichtete auf den angeschlagenen Goretzka, brachte aber ansonsten so ziemlich die Bestbesetzung an den Start, was unterstrich, dass man sich beim Außenseiter keine Blöße geben wollte und den Gegner ernst nahm.
Nach dem ersten Schalker Angriffsschwung konnte der SVWW die Partie etwas ausgeglichener gestalten und hatte sogar ein paar kleinere Möglichkeiten. Mitte der ersten Halbzeit ließ man auf der rechten Abwehrseite allerdings zu viel Platz und konnte die Flanke nicht verhindern, die di Santo per Kopf zur Schalker Führung verwertete. Nur wenige Minuten später ließ sich die aufgerückte Wehener Hintermannschaft mit einem langen Ball überspielen, Burgstaller stand frei vor Kolke, ließ Reddemann aussteigen und lupfte den Ball zum 0:2 ins Tor. Dieser Doppelschlag war ein echter Wirkungstreffer, Team und Fans des SVWW waren froh, dass es bis zur Halbzeit beim 0:2 blieb.
In der zweiten Hälfte probierten es die Gastgeber mit neuem Schwung, mussten aber schon nach knapp zehn Minuten das 0:3 und somit die Vorentscheidung hinnehmen. Burgstaller hatte den Ball zuerst nicht richtig getroffen und produzierte eine Kerze, Mintzel wollte zu Kolke zurückköpfen, traf aber heftig von Burgstaller bedrängt ins eigene Tor. Die Wehener protestierten heftig wegen vermeintlichem Foulspiels und ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster mit der Behauptung, dass die identische Szene auf der anderen Seite abgepfiffen worden wäre. Sei’s drum, Schäffler & Co gaben nicht auf und die eingewechselten Breitkreuz und Blacha sorgten für neue Impulse bei den Angriffsbemühungen, die schließlich mit dem 1:3 durch Blacha belohnt wurden. Der SVWW versuchte alles und hatte in der Schlussphase noch zwei Chancen zum Anschlusstreffer.
Wäre das 2:3 tatsächlich noch gefallen, hätte es die letzten Minuten nochmal richtig gebrannt in der Brita-Arena, aber soweit kam es halt nicht. So blieb es bei einem insgesamt ziemlich souveränen Sieg des Favoriten, aber die SVWW-Spieler müssen sich für die eigene Leistung nicht schämen und wurden zurecht vom Publikum gefeiert.

Liebling des Spiels: Patrick Breitkreuz. Häufig auch von mir ob seiner chronischen Torungefährlichkeit kritisiert, aber ihm gelang es nach seiner Einwechslung, viele Bälle festzumachen und vernünftig abzulegen, sodass nicht mehr wie vorher fast jeder Zweikampf in der gegnerischen Hälfte mit einem Ballverlust endete. Bereitete auch den Ehrentreffer durch Blacha vor, vergab aber mit einem missglückten Kopfballversuch eine gute Möglichkeit in der Nachspielzeit.

Szene des Spiels: Das 0:3, siehe oben. Spätestens dann war klar, dass es keine Sensation geben würde, und umso bitterer, dass es Alf Mintzel passieren musste.

Vor dem Spiel: Schöne Choreo über drei Viertel des Stadions und mit einer großen Fahne vor der Nordtribüne. Aber wo habe ich dieses Motto bloß schon mal gehört…?

Bildquelle: merkurist.de

Nach dem Spiel: Müssen die Saisonziele wohl oder übel korrigiert werden:

Das fiel auf:
+/- Der Qualitätsunterschied zwischen einem Erst- und einem Drittligisten war schon sehr deutlich. Vielleicht nicht zwei Klassen, aber auf alle Fälle unübersehbar.
+/- Naldo ist einfach brutal stark. Gefühlt brauchte der nach dem Spiel keine Dusche, weil er immer schon dort stand, wo der Ball hinkam.
+ Das befürchtete Chaos an den Eingängen und Kiosken blieb aus. Natürlich war es sehr voll, aber die Warteschlangen blieben doch erträglich.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Sportschau (mit TV-Bericht)

Zuschauer: Ausverkauft, was dann 11.373 Zuschauer bedeutete, davon etwa die Hälfte Gästefans.

Ansonsten: 

Nächstes Spiel: Am kommenden Sonntag (14 Uhr) geht es im Liga-Alltag mit der Partie gegen Preußen Münster weiter. Die Westfalen sind mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen gut gestartet, haben aber in den zehn Partien danach nur noch einen Sieg bzw. sechs Punkte geholt und hängen in der unteren Tabellenhälfte fest (aktuell Platz 15). Am letzten Wochenende gab es nach Rückstand immerhin ein Unentschieden gegen Karlsruhe. In der vergangenen Saison spielte der SVWW 2:2 in Münster und gewann zuhause mit 1:0.

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