3. Liga, 23. Spieltag: SVWW – Karlsruher SC 1:1

Tor: Andrist (80.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: In Unterzahl Punkt erkämpft.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Rüdiger Rehm brachte erwartungsgemäß dieselbe Elf wie im letzten Spiel an den Start, aber die Partie lief für den SVWW lange Zeit denkbar ungünstig. Schon nach wenigen Minuten gingen die Gäste in Führung, nachdem (natürlich) Marc Lorenz einen sehr guten Steilpass spielte und Schleusener direkt abzog, keine Chance für Kolke. Die Rotschwarzen waren sichtlich geschockt und spielten in den nächsten Minuten munter Fehlpässe, aber die Karlsruher konnten die durch die Ballgewinne entstandenen Lücken nicht zum 2:0 nutzen. Beide Mannschaften wollten häufig mit langen Bällen hinter die gegnerische Abwehr kommen, aber beiden Seiten fehlte meistens die Präzision dabei. Kurz vor der Halbzeitpause kam ein langer Schlag tief aus der Karlsruher Hälfte perfekt in den Lauf von Schleusener, der von Mockenhaupt verfolgt Richtung Tor zog und diesen mit einem Haken aussteigen lassen wollte. Der Wiesbadener Verteidiger benutzte beim Stoppen auch die Hände und brachte so den Gegenspieler zu Fall – der Schiedsrichter entschied auf Notbremse und somit Platzverweis. Den Freistoß führte Lorenz aus und zielte in den Winkel, aber Kolke parierte und hielt sein Team dadurch im Spiel. In der zweiten Halbzeit konnte man wieder mal das Phänomen beobachten, dass die in Unterzahl spielende Mannschaft plötzlich besser wird. Die beste Chance hatte schon wenige Minuten nach Wiederanpfiff Diawusie nach schönem Pass von Andrist, aber leider missglückte der Torschuss. Kolke hatte dann Megadusel, dass seine Grätsche gegen Schleusener nicht als Foul erkannt wurde, denn sonst wäre er wohl auch vom Platz geflogen. Stattdessen erzielte Andrist nach einem Freistoß den Ausgleich, glücklicherweise wurde sein Schuss unhaltbar für den Torwart abgefälscht. In den letzten Minuten lag sogar noch der Siegtreffer in der Luft, aber auch das Unentschieden fühlte sich nach dem Spielverlauf schon fast wie ein Sieg an.

LieblingPechvogel des Spiels: Sascha Mockenhaupt. Sah beim Gegentreffer schon nicht gut aus, bekam eine rote Karte und verletzte sich zudem bei der Szene, die zum Platzverweis führte (Verdacht auf Bänderriss).

Szene des Spiels: 62. Minute, von der Westtribüne läuft ein kostümierter Flitzer aufs Spielfeld, dreht eine Runde vor dem Gästeblock und darf von Ordnern unbehelligt wieder auf die Tribüne klettern.

Vor dem Spiel: War noch reichlich Zeit, denn wegen verspäteter KSC-Sonderzüge wurde erst eine Viertelstunde später angepfiffen.

Nach dem Spiel: War man sich überwiegend einig, dass das Unentschieden ein gewonnener Punkt für den SVWW war.

Das fiel auf:
– Viele unnötige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, die immer wieder für eine entblößte Abwehr sorgten.
+ Großer Kampfgeist in Unterzahl. Für die Moral ist es natürlich äußerst wertvoll, dass der Ausgleich noch gelang.
+ Trotz eines umkämpften Spiels blieb Robert Andrich ohne gelbe Karte.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video)

Zuschauer: 4.860, davon etwa die Hälfte Gästefans. Die gut gefüllte Südtribüne sah schon gut aus, aber erstaunlicherweise wurde es nur phasenweise richtig laut.

Tabelle: Der SVWW weiterhin auf Platz 3, jetzt mit 43 Punkten. Der Abstand zu den gerade etwas schwächelnden Magdeburgern auf Platz 2 beträgt nur noch vier Punkte, aber von hinten ist Rostock bis auf drei Punkte herangerückt und hat noch ein Spiel weniger.

Serien und Rekorde: Das 1:1 gegen Karlsruhe war das 100. Unentschieden des SVWW in der Dritten Liga.

Ansonsten: Erfreulicherweise war es abends gar nicht so kalt, wie tagsüber zu befürchten war.

Nächstes Spiel: Am kommenden Sonntag um 14 Uhr (parallel zum Wiesbadener Faschingsumzug) in der Brita-Arena gegen Werder Bremen II. Die momentan einzige Zweitvertretung war mit zehn Punkten aus vier Spielen stark in die Saison gestartet, hat aber seitdem, angefangen mit dem 0:0 gegen den SVWW, kein einziges Spiel mehr gewonnen und steht auf dem vorletzten Tabellenplatz. Zuletzt gab es ein 2:4 gegen Preußen Münster.

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