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SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Stehblog - SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Veranstaltungshinweise

Länderspielwoche.

Der Ligabetrieb pausiert, nicht mal Hessenpokal findet am Wochenende statt. Da gibt es aber für den SV Wehen Wiesbaden ganz aktuell sowohl einen Halbfinalgegner, nämlich Hessen Kassel (nach einem 1:0-Sieg gegen Kickers Offenbach), als auch einen Termin, und zwar Mittwoch, den 29. April. Anstoß ist um 19:00 Uhr im Kasseler Auestadion. Das Halbfinale ist eigentlich schon das vorweggenommene Finale, denn der bereits feststehende Endspielgegner heißt VfB 1900 Gießen und spielt in der sechstklassigen Verbandsliga. Das Finale wird dieses und nächstes Jahr übrigens, unabhängig von den teilnehmenden Mannschaften, in der Wiesbadener Brita-Arena stattfinden – vielleicht etabliert sich da ein “hessisches Berlin”, was seinerseits ja das “deutsche Wembley” ist.

Wer sich auch abseits des Platzes mit Fußball unterhalten möchte, hat dazu in Kürze zwei hervorragende Gelegenheiten. Nächste Woche Donnerstag (2. April) ist mal wieder Ben Redelings mit seinem aktuellen Programm Ohne Fußball ist alles nichts! im Wiesbadener Kulturpalast zu Gast. Da werden sicher wieder unzählige launige Anekdoten aus der Bundesliga zum Besten gegeben. Ich selbst war schon zwei Mal bei den Scudetto-Abenden und habe mich prächtig amüsiert. Wer noch nicht da war, sollte die Gelegenheit ergreifen.

Der zweite Tipp ist die 11Freunde-Lesereise, die am 26. April im Frankfurter Hof in Mainz gastiert. Philipp Köster und Jens Kirschneck, Redakteure des bekannten Fußballmagazins 11Freunde, bringen Texte, Filme und sicher jede Menge Spaß mit. Frühere Lesereisen der beiden habe ich leider verpasst, aber diese lasse ich mir nicht entgehen.

Wer kommt mit?

Geht doch

3. Liga, 30. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – VfL Osnabrück 2:0 (Tore: Wiemann, Benyamina)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Endlich mal wieder ein Heimsieg.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Die ersten zehn Minuten des Spiels finden vollständig in der Wehener Spielfeldhälfte statt, aber der SVWW hält dem Osnabrücker Druck stand – wenn auch mit etwas Glück, denn schon nach sechs Minuten müsste es nach Schnellbachers Handspiel einen Strafstoß für die Gäste geben. Der Schiedsrichter sieht es anders und auch bei der zweiten kniffligen Szene kann man sich aus rotschwarzer Sicht nicht beschweren: langer Ball auf Vunguidica, der beim Versuch, das Spielgerät unter Kontrolle zu bekommen, im Strafraum bedrängt wird und zu Fall kommt. Diesmal gibt es Elfmeter, den Wiemann sicher verwandelt. Ansonsten gibt es reichlich Zweikämpfe und ein paar Mal muss Kolke Kopf und Kragen riskieren, hält aber seinen Kasten sauber. In der Schlussphase erzielt der eingewechselte Benyamina nach Vorarbeit von Vunguidica und Book noch das 2:0. Insgesamt keine großartige spielerische Leistung, aber dennoch kein unverdienter Dreier.

Liebling des Spiels: Markus Kolke. Behielt trotz einiger Fehler in den letzten Wochen das Vertrauen des Trainers und zahlte mit einer starken Leistung zurück.

Szene des Spiels: Kurz vor Ende der ersten Halbzeit prallt David Blacha mit Osnabrücks Torwart Lehmann zusammen. Blacha geht zu Boden, Lehmann schreit ihn an, Rudelbildung, die Nordwand tobt – aber was entscheidet der Schiedsrichter? Häufig gibt es in solchen Situation für beide Spieler Gelb, was in Blachas Fall Gelbrot bedeutet hätte, denn er hatte schon nach einer Viertelstunde für ein rüdes Foul eine Verwarnung erhalten. Glücklicherweise kocht der Schiedsrichter erfolgreich die Emotionen runter und belässt es einfach bei Freistoß. Lehmann und Blacha nehmen das Angebot dankend an und umarmen sich zur Versöhnung betont herzlich.

Vor dem Spiel: Wurde Ex-Kapitän Nico Herzig, der in der Winterpause zu den Würzburger Kickers gewechselt ist, offiziell verabschiedet. Allerdings waren die paar warmen Worte von Präsident Markus Hankammer für meinen Geschmack etwas dürftig, Sportdirektor Feichtenbeiner und/oder Geschäftsführer Kleinekathöfer hätten ruhig auch noch Präsenz zeigen dürfen.

Nach dem Spiel: Mit dem ungewohnten Gefühl eines erfolgreichen Abends aus der Brita-Arena gegangen. Sollte es öfter geben.

Das fiel auf:
+ Spielerisch zwar keine Glanzleistung, aber gegen druckvolle Osnabrücker wurde gut dagegen gehalten. Das haben wir auch schon anders erlebt.
+/- Vunguidica mit vielen versprungenen Bällen oder anderweitig misslungenen Aktionen, aber auch mit der Vorbereitung beider Tore.
+ Sebastian Mrowca erneut mit einer starken Partie. Zweikampfstark, gute Übersicht, ordentliches Passspiel.
– Tobias Jänicke scheint sich auf einen Rhythmus von einem sehr guten und dann fünf schlechten Spielen eingependelt zu haben.

Zuschauer: 2.636, davon mindestens 150 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW hat nun 45 Punkte, bleibt auf Platz 8, reduziert aber den Rückstand auf Platz 3 auf sieben Punkte.

Serien und Rekorde: Der dritte Sieg gegen den VfL Osnabrück in Serie, zuhause wurde bereits zum fünften Mal in Folge gegen die Niedersachsen gewonnen.

Ansonsten: Zur Abwechslung mal die Tweets zum Spiel:

Nächstes Spiel: Am kommenden übernächsten* Samstag (4. April, 14:00 Uhr) beim Tabellenletzten Jahn Regensburg. Die Oberpfälzer haben sich in der Winterpause mit sieben Neuverpflichtungen, darunter Marco Königs und Aykut Öztürk, verstärkt, und holten aus den ersten drei Partien des Jahres sieben Punkte. In den folgenden fünf Spielen gab es aber vier Niederlagen, sodass der Klassenerhalt weiterhin akut gefährdet ist. Das Hinspiel gewann der SVWW mit 2:0.


* Hatte ich doch ursprünglich glatt die Länderspielpause vergessen…

Lasst alle Hoffnung fahren

3. Liga, 29. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – Holstein Kiel 0:1

Das Spiel in maximal fünf Worten: Schon wieder sich selbst besiegt.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Nach zähem Beginn kommt der SVWW nach etwa 20 Minuten besser ins Spiel und zu Torchancen. Schnellbachers Schuss nach Blacha-Vorlage pariert der Kieler Torhüter sensationell gut. Nach einer Folge von mehreren Pässen, die allesamt gerade so eben ihren Empfänger erreichen, sprintet Vunguidica in den Strafraum und zieht mit seinem schwächeren rechten Fuß aus spitzem Winkel ab – und trifft nur die Unterkante der Latte. Zwei Minuten später dann die entscheidende Szene des Spiels: Freistoßflanke von der rechten Kieler Seite, Kolke segelt am Ball vorbei und dieser prallt von Holsteins Heider ins Tor. In der zweiten Halbzeit bemühen sich die Wehener redlich, kommen aber kaum noch zu klaren Chancen. Insgesamt keine herausragende, aber ordentliche Leistung gegen einen starken Gegner. Wäre nicht das dämliche Gegentor, hätten nach dem Spiel sicher beide Seiten von einer verdienten Punkteteilung gesprochen. Der Aufstieg, den ich eigentlich schon vor vier Wochen abgehakt hatte, wird nun auch von Vereinsseite offiziell abgeschrieben.

Liebling des Spiels: Jonas Acquistapace. Stark in der Defensive und mit einigen ordentlichen Akzenten im Spiel nach vorne. Hatte per Kopf eine halbwegs gute Chance zum Ausgleich und hätte seine ansteigende Formkurve veredeln können.

Szene des Spiels: Die Minuten 32 bis 34. Erst die tolle Chance für Vunguidica, die einen hoffen ließ, dass an diesem Tage was zu holen sein könnte, und kurz darauf die kalte Dusche.

Vor dem Spiel: Wurde ich von meinen Stadionfreunden, mit denen ich seit Jahren im oberen Bereich von N6 stehe, davon überrascht, dass sie beim letzten Spiel nach unten, fast direkt hinters Tor umgezogen waren. Meine Reaktion wäre mit Fassungslosigkeit nur unzureichend beschrieben.

Nach dem Spiel: War es wenigstens nicht weit bis zum Ausgang.

Das fiel auf:
+ Gegen eins der Top-Teams der Liga verkaufte sich der SVWW so teuer wie möglich und ließ nur wenige Chancen zu (selbst das Tor war ja eigentlich keine richtige Chance).
– Gegen die gut organisierte Kieler Defensive ging mit zunehmender Spieldauer immer weniger, insbesondere den Außenspielern gelang nicht viel. Das ist halt zu wenig, wenn man tatsächlich nochmal in den Kampf um einen Aufstiegsplatz eingreifen gewollt hätte.
– Markus Kolke im dritten Spiel hintereinander mit einer Aktion, die direkt zu einem Gegentor – und somit zum Punktverlust – führt. Man könnte es Marc Kienle nicht verdenken, im nächsten Spiel auf Florian Fromlowitz zu setzen.

Zuschauer: 2.688, davon über 100 Gästefans. Bei 600 Kilometern Anreise an einem Freitagabend sehr bemerkenswert.

Tabelle: Der SVWW bleibt mit 42 Punkten auf Platz 8. Zum Relegationsplatz 3 beträgt der Abstand acht Punkte. Unter der Woche wurden übrigens die letzten Nachholspiele absolviert, sodass alle Mannschaften wieder gleich viele Spiele haben.

Serien und Rekorde: Zuhause bleibt der SVWW in 2015 weiterhin sieglos. Seit Oktober gab es in den letzten acht Heimspielen nur zwei Siege.

Ansonsten: Unsere aktive Fanszene vergreift sich mal wieder deutlich im Ton. Sprüche wie “Verreck, verreck, Kieler Dreck” und die in rechten Hooligan-Kreisen beliebten “Ahu”-Rufe können mir wirklich gestohlen bleiben. Etwas Selbstreflexion in der Szene wäre äußerst wünschenswert.

Nächstes Spiel: Am nächsten Wochenende erneut am Freitagabend (19:00 Uhr) in der Brita-Arena, dann gegen den VfL Osnabrück. Die Niedersachsen zählen wie der SVWW zu den Daueraufstiegskandidaten, scheitern aber üblicherweise ebenfalls mehr oder weniger knapp. Am Samstag gelang mit einem überraschenden 4:1 gegen die Stuttgarter Kickers der erste Sieg nach zuvor sieben sieglosen Partien. Das Hinspiel gewann der SVWW mit 3:1.

Starke Leistung im Steigerwald

3. Liga, 28. SpieltagFC Rot-Weiß Erfurt – SV Wehen Wiesbaden 0:2 (Tore: Wiemann, Schnellbacher)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Unerwartet souveräner Auswärtssieg.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Der Aufwärtstrend der letzten Partien setzt sich mit einem Sieg bei dem bis dahin heimstärksten Team der Liga fort. Der SVWW ist von Beginn an gut in der Partie, lässt hinten wenig zu und kommt seinerseits zu einigen Chancen. Die ersten beiden Gelegenheiten lassen Schnellbacher und Blacha noch liegen, doch als der SVWW einen Strafstoß zugesprochen bekommt (Schnellbacher war leicht, aber entscheidend zu Fall gebracht worden), lässt sich Michael Wiemann nicht lange bitten. Erfurt hat seine beste Gelegenheit zum Ausgleich durch einen Freistoß an die Unterkante der Torlatte, doch kurz darauf kombinieren Blacha und Vunguidica sich auf der linken Seite schön durch und in der Mitte verwandelt Luca Schnellbacher die Hereingabe zum 2:0-Pausenstand. In der zweiten Halbzeit werden einige Chancen auf eine vorzeitige Entscheidung vergeben, aber dafür den Gastgebern weiterhin nur wenige Tormöglichkeiten gestattet. Ein insgesamt verdienter Sieg des SVWW, der überraschend die Erfurter Heimserie (elf Siege, ein Unentschieden) beendet.

Liebling des Spiels: Florian Fromlowitz. Kam nach seiner Einwechslung am Dienstag nun zu seinem ersten Startelf-Einsatz in der Dritten Liga und hielt souverän seinen Kasten sauber. Hätte sich weitere Einsätze verdient, aber es kann halt immer nur ein Torhüter spielen.

Szene des Spiels: 33. Minute, der Erfurter Czichos knallt einen Freistoß an die Latte, Fromlowitz hält sich im Fallen am Tornetz fest und reißt dabei ein Loch in selbiges. Das Spiel kann erst nach provisorischer Reparatur mit Knoten und Klebeband fortgesetzt werden.

Vor dem Spiel: Ging ich davon aus, dass der leichte Aufwärtstrend der letzten Spiele bei den heimstarken Thüringern ein Ende finden würde.

Nach dem Spiel: Flackert wieder ein winziges Fünkchen Aufstiegshoffnung. Oder wenigstens die Aussicht auf noch ein paar gute Spiele in der restlichen Saison.

Das fiel auf:
+ Luca Schnellbacher trifft mal wieder. OK, ein paar gute Chancen lässt er auch aus, aber für mich überwiegt eindeutig der positive Eindruck.
+ Der Defensivverbund lässt nur wenig zu.
+/- Chancenverwertung und das Zu-Ende-spielen von Kontern ist weiterhin verbesserungswürdig, aber immerhin gibt es wieder vielversprechende Gelegenheiten. War vor ein paar Wochen ja fast nicht vorhanden.
+/- David Blacha hat Nils-Ole Book im offensiven Mittelfeld erst mal den Rang abgelaufen.

Zuschauer: 5.621, davon einige Dutzend Gästefans.

Tabelle: Der SVWW verbessert sich mit jetzt 42 Punkten auf Platz 8. Der Abstand zu Platz 3 beträgt aber weiterhin sieben Punkte – da müsste schon viel passieren, dass man nochmal ins Aufstiegsrennen eingreifen kann.

Serien und Rekorde: Der SVWW ist auswärts in diesem Kalenderjahr noch unbesiegt (zwei Siege, drei Unentschieden). Jetzt müsste es nur mal wieder mit einem Heimsieg klappen.

Ansonsten: Die Sicht aufs Spiel des Erfurter Blogger-Kollegen Fedor Freytag auf stellungsfehler.de.

Nächstes Spiel: Am kommenden Freitag (19 Uhr) geht es in der Brita-Arena gegen Holstein Kiel. Die Norddeutschen sind das Team der Stunde und liegen nach fünf Siegen in Folge auf dem zweiten Tabellenplatz. Im Hinspiel trennten sich beide Mannschaften 0:0.

Moral intakt

3. Liga, 24. SpieltagVfB Stuttgart II – SV Wehen Wiesbaden 1:1 (Tor: Mrowca)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Ein Punkt in letzter Sekunde.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
In einem von beiden Seiten ordentlichen Spiel hatte der SVWW leichte Vorteile, geriet aber nach einer Notbremse von Kolke in Unterzahl und durch den verwandelten Strafstoß in Rückstand. Aber auch mit einem Mann weniger steckte der SVWW nicht auf und drängte auf den Ausgleich, der dann nach einer Ecke in buchstäblich letzter Sekunde tatsächlich noch gelang.

Liebling des Spiels: Sebastian Mrowca, rettete mit der letzten Aktion des Spiels wenigstens einen Punkt.

Szene des Spiels: 69. Minute, Kolke kommt gegen Wanitzek zu spät, Platzverweis und Strafstoß und einiges deutete darauf hin, dass der SVWW wie schon kürzlich gegen Cottbus das Spiel wegwerfen würde.

Vor dem Spiel: Fragte man sich, ob der SVWW an die zweite Halbzeit des Spiels gegen Münster anknüpfen können würde.

Nach dem Spiel: Kann man sich über den einen Punkt freuen, aber letztlich bringt der den SVWW auch nicht mehr weiter.

Das fiel auf:
+ Insgesamt guter Auftritt, der durchaus auch mit drei Punkten hätte belohnt werden dürfen. Insbesondere stark, wie sich das Team in Unterzahl gegen die Niederlage gestemmt hat
– Nachdem Kolke schon am Samstag  etwas Glück hatte, dass sein Foul keinen Platzverweis nach sich zog, gab es diesmal kein Entrinnen. So kommt wenigstens Florian Fromlowitz auch mal zum Einsatz.
+/- Im Gegensatz zu den ersten Spielen des Jahres kam der SVWW zu einigen guten Chancen – es mangelt aber an der Verwertung.

Zuschauer: 420.

Tabelle: Der SVWW hat nun 39 Punkte und bleibt auf dem 9. Platz.

Serien und Rekorde: Seit immerhin drei Spielen ohne Niederlage. Ist doch schon mal was.

Nächstes Spiel: Am Samstag um 14 Uhr bei Rot-Weiß Erfurt. Die Thüringer kamen hervorragend aus der Winterpause und gewannen vier Spiele hintereinander, unterlagen aber am vergangenen Wochenende mit 1:4 in Kiel. Aktuell steht Erfurt mit 46 Punkten auf Platz 5, ist aber punktgleich mit dem Zweiten. Das Hinspiel gewann der SVWW mit 3:1.