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SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Stehblog - SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Same old, same old

3. Liga, 37. SpieltagSC Fortuna Köln – SV Wehen Wiesbaden 2:1 (Tor: Blacha)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Zum x-ten mal: unnötige Niederlage.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wie gefühlt jedes zweite Spiel macht es der SVWW eigentlich ganz ordentlich, vergibt aber zuviele eigene Möglichkeiten und lädt stattdessen den Gegner zum Toreschießen ein. “Glücklicherweise” ist die Saison schon lange abgehakt, sonst müsste man sich noch ärgern.

Szene des Spiels: 60. Minute, Jonas Acquistapace missglückt ein Rückpass zum Torwart und der Kölner Stürmer lässt sich nicht lange bitten: 0:2.

Vor dem Spiel: Wurde der komplette Neuanfang beim Führungspersonal ausgerufen. Mehr dazu in Kürze in einem separaten Beitrag.

Nach dem Spiel: Bundesliga-Konferenz und das Gefühl, dass so mancher Erstligist sich auch nicht besser anstellt als ein durchschnittlicher Drittligist.

Zuschauer: 1.573, davon etwa zwei Busladungen Gästefans.

Tabelle: Der SVWW fällt auf Platz 10 zurück und wird die Saison wohl zwischen 10 und 12 beenden. Als Aufsteiger stehen Arminia Bielefeld und der MSV Duisburg fest, Holstein Kiel darf in die Relegation. Sicher abgestiegen sind Jahn Regensburg und die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund, der dritte Absteiger wird zwischen Unterhaching, Hansa Rostock und der zweiten Mannschaft von Mainz 05 ermittelt.

Serien und Rekorde: Der SVWW mit 15 Niederlagen in dieser Saison, mehr gab es in der Dritten Liga nur in der ersten Saison, als man nach dem Zweitligaabstieg beinahe nach unten durchgereicht wurde.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 13:30 Uhr empfängt der SVWW zum Saisonabschluss den MSV Duisburg. Die Mannschaft von Ex-SVWW-Trainer Gino Lettieri hat heute die Rückkehr in die Zweite Liga perfekt gemacht und wird von zehntausend Fans zum Feiern begleitet. Im Hinspiel unterlag der SVWW mit 2:3.

Ein angenehmer Samstagnachmittag

3. Liga, 36. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – Arminia Bielefeld 1:1 (Tor: Blacha)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Ansehnliches Spiel.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Christian Hock hatte vor dem Spiel angekündigt, dass man im eigenen Stadion nicht dem Gegner bei der Aufstiegsfeier zuschauen wolle. Tatsächlich spielte der SVWW gegen den Tabellenführer engagiert mit und war phasenweise sogar die bessere Mannschaft. Gerade als man nach der Bielefelder Führung dachte, dass es nun wohl dahinginge, folgte fast im direkten Gegenzug das 1:1 durch David Blacha, der von links frei in den Strafraum zog und mit einem satten Schuss ins kurze Eck abschloss. Beide Mannschaften hatten noch weitere Chancen, aber das Unentschieden hat sich der SVWW redlich verdient.

Liebling des Spiels: Blocknachbar P., der nach dem 0:1 Bier holen ging und prompt den Ausgleich verpasste. In der zweiten Halbzeit ging er nochmal und beinahe hätte Blacha erneut getroffen.

Szene des Spiels: Bei einer Rettungsaktion vor dem Tor in der 87. Minute schafft es Robert Müller, den Ball von der Torraumlinie über das Tribünendach zu schießen. Hut ab!

Vor dem Spiel: Ans Spiel selbst hat der typische SVWW-Anhänger ja schon länger keine Erwartungen mehr, da gingen wir eher von einem deutlichen Bielefelder Sieg aus, aber dank der zahlreichen Gästefans bestand die Hoffnung auf eine prächtige Kulisse.

Nach dem Spiel: Die Arminia-Fans enttäuschten nicht und auch das Spiel war viel besser als erwartet. Man kann also selbst, wenn es um nichts mehr geht, mal zufrieden aus dem Stadion gehen.

Das fiel auf:
+ Das Fehlen der verletzten Vunguidica und Mintzel sowie des gesperrten Wiemann fiel nicht auf (was als Lob gedacht ist für diejenigen, die spielten).
+ Es wurde häufig der direkte Weg in die Spitze gesucht, ohne vorher lange den Ball hin- und herzuschieben, bis sich der Gegner wieder postiert hat.
+/- Tobias Jänicke zeigte seine Saisonformkurve auch in den 90 Minuten: auf eine sehr gute Aktion folgten drei schwache. Bei den guten stach natürlich das tolle Anspiel auf Blacha vor dem Ausgleich hervor.
+/- Alexander Nandzik sehr engagiert auf der linken Defensivseite und mit einigen dynamischen Aktionen nach vorne, bei denen er sich aber einige Male festrannte oder zum Gegner passte, wodurch Kontersituationen entstanden.
+ Kevin Schindler erneut mit einer ansprechenden Leistung. Warum er so selten zum Einsatz kam, wird wohl Marc Kienles Geheimnis bleiben.

Zuschauer: 5.687, davon über 3.000 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW hat nun 50 Punkte und steht weiterhin auf Platz 9.

Serien und Rekorde: Mit jeweils 1:1 in Hin- und Rückspiel bleibt der SVWW gegen Bielefeld in dieser Saison ungeschlagen. Eine bessere Bilanz gegen den Tabellenführer hat nur Holstein Kiel (ein Sieg und ein Unentschieden).

Ansonsten: hr-Kommentator Sven Litzenberg versucht sich am Reimen: “Meier will die Feier, darauf hat Hock keinen Bock”. Junge, Junge…

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 13:30 Uhr bei Fortuna Köln. Der Aufsteiger hat trotz der 0:4-Niederlage bei Holstein Kiel den Klassenerhalt sicher und steht mit 43 Punkten aktuell auf dem 14. Platz. Im Hinspiel unterlag der SVWW unglücklich mit 0:1.

Im Osten nichts Neues

3. Liga, 35. SpieltagChemnitzer FC – SV Wehen Wiesbaden 2:1 (Tor: Jänicke)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Unnötige Niederlage. Kennt man ja.

Vor dem Spiel: Behauptete Christian Hock, er habe „keine Probleme damit, auch mal einen Spieler, der nicht mitzieht, auf die Bank zu setzen“. Dann spielten aber, abgesehen von verletzungsbedingten Wechseln, doch nur die üblichen Verdächtigen.

Nach dem Spiel: Schulterzucken und die Frage, ob ich diese Saison überhaupt noch ein Spiel anschauen will.

Zuschauer: 5.276, davon (laut hr-Spielbericht) 46 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW rutscht wieder einen Platz runter und liegt mit weiterhin 49 Punkten auf Platz 9. Bereits seit letzter Woche ist auch rechnerisch weder Auf- noch Abstieg möglich.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag gastiert ab 14:00 Uhr Tabellenführer Arminia Bielefeld zum vorletzten Heimspiel der Saison in der Brita-Arena. Den Ostwestfalen ist der Relegationsplatz schon sicher und sie können eventuell bereits in Wiesbaden den direkten Wiederaufstieg klarmachen. Im Hinspiel trennten sich Arminia und der SVWW 1:1 – es war das letzte Mal, dass der SVWW an der Tabellenspitze stand.

Bleidenstadt und das Elfmeterschießen

Seit einiger Zeit spiele ich wieder aktiv Fußball oder zumindest so etwas ähnliches, jedenfalls renne ich ein bisschen rum und trete ab und zu mal gegen den Ball, nicht im Verein, sondern in privater Runde. Macht mir auf alle Fälle deutlich mehr Spaß als nur zu joggen oder anderen eintönigen Leibesertüchtigungen nachzugehen. In diese donnerstägliche Kickrunde kam ich über ein paar Jungs, mit denen ich seit Jahren in der Brita-Arena zusammenstehe und die mir das allzu häufig frustrierende Stadionerlebnis nicht nur erträglicher machen, sondern oft auch der einzige verbliebene Grund sind, überhaupt noch hinzugehen. Die meisten kommen aus Taunusstein und sind nicht zu Unrecht Mitglied bei den “Weher Originalen”, während ich ja erst mit dem Umzug nach Wiesbaden Anhänger des SV Wehen (bzw. ab dann SV Wehen Wiesbaden) wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass die Kickerei drüben in Taunusstein, genauer gesagt in Bleidenstadt, stattfindet. Für die Leser, die mit den hiesigen geographischen Verhältnissen nicht ganz vertraut sind: Bleidenstadt ist, wie Wehen, ein Stadtteil von Taunusstein und etwa 10-15 Autominuten von Wiesbaden entfernt.

Beim gestrigen Kicken – bzw. beim Bier danach – war natürlich auch das DFB-Pokalhalbfinale zwischen Bayern und Dortmund ein Thema, vor allem das groteske Elfmeterschießen, bei dem bekanntlich Bayern das Kunststück schaffte, alle vier Elfmeter zu verschießen. Einer meiner Mitspieler berichtete, beim kicker gelesen zu haben, dass zuvor erst ein einziges Mal in der Geschichte des DFB-Pokals eine Heimmannschaft im Elfmeterschießen keinen einzigen Treffer erzielen konnte, nämlich der FC Homburg in der Saison 1974/75. Der damalige Gegner war der TSV Bleidenstadt, was bei uns allen für großes Staunen sorgte, denn die “großen Zeiten” des Vereins haben wir, die wir überwiegend so um die 40 Jahre alt sind, nicht miterlebt. Ungeklärt blieb aber am gestrigen Abend mangels ausreichender Mobilfunkabdeckung die Frage, gegen wen Homburg damals in der nächsten Pokalrunde spielte.

Das habe ich heute nachgeschaut, es war der SC Jülich, wo nach einem 2:4 Endstation war, aber viel interessanter fand ich dabei die besagte Partie gegen Homburg, denn es war nicht nur eine, sondern zwei. Nachdem das erste Spiel nach Verlängerung 0:0 geendet hatte, gab es zwei Wochen später ein Wiederholungsspiel, was ebenfalls torlos endete. Erst dann kam es zu diesem denkwürdigen Elfmeterschießen, das 2:0 für Bleidenstadt ausging. Allerdings lauteten, so denn die Angaben bei fussballdaten.de stimmen, beide Partien TSV Bleidenstadt gegen Homburg, und auch Wikipedia behauptet, dass es sich beide Male um Heimspiele für Bleidenstadt handelte. Laut kicker war aber der FC Homburg, zumindest in der zweiten Partie mit dem Elfmeterschießen, der Gastgeber – wer hat nun Recht? Aufklärung liefert (vermutlich) weltfussball.de, denn dort wird tatsächlich der FC Homburg als Heimverein aufgeführt – Spielort war aber das Stadion an der Berliner Straße in Wiesbaden (der heutige Helmut-Schön-Sportpark, direkt neben der Brita-Arena). Das wirft natürlich weitere Fragen auf: Wieso wurde das zweite Spiel nicht in Homburg ausgetragen? Oder wurde für das Entscheidungsspiel ein neutraler Platz gefordert – aber warum dann Wiesbaden? Reine Großzügigkeit der Homburger?

Mich würde das wirklich interessieren, also liebe Leser, falls Ihr damals dabei wart oder Fußballhistoriker seid oder die entsprechenden kicker-Ausgaben aus dem November 1974 auf dem Dachboden liegen habt – bitte meldet Euch im Kommentarbereich!

Blamieren, nicht kassieren

Hessenpokal, HalbfinaleKSV Hessen Kassel – SV Wehen Wiesbaden 1:0 n. V.

Das Spiel in maximal fünf Worten: Passender Schlusspunkt der Saison.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Ich habe es nicht sehen können und verlasse mich stattdessen mal auf den Bericht im WK. Und der klingt nicht gut:

Nach dem Wechsel fiel der SVWW regelrecht in sich zusammen. Der Drittligist gewann kaum noch Zweikämpfe, ließ jegliche Leidenschaft und Ordnung vermissen.

Zuschauer: 2.000, davon ein paar bedauerliche Gästefans.

Ansonsten: Ich mag nicht mehr.

Nächstes Spiel: Am Samstag um 14:00 Uhr beim Chemnitzer FC. Aber wen juckt das noch?