Irgendwie läuft’s

3. Liga, 30. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – SC Preußen Münster 1:0 (Tor: Eigentor, offiziell: Mayer)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Später Siegtreffer belohnt harte Arbeit.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Die Gäste aus Münster begannen recht forsch und waren zu Beginn die bessere Mannschaft, im Laufe der ersten Halbzeit konnte der SVWW den Gegner aber zunehmend aus der eigenen Hälfte fernhalten. Torchancen gab es insgesamt recht wenige, die besseren für die Heimmannschaft. In der zweiten Halbzeit erarbeitete sich der SVWW zunehmend ein Übergewicht, musste aber bis kurz vor Schluss rackern, ehe der nicht unverdiente Siegtreffer fiel.

Liebling des Spiels: Patrick Mayer stand da, wo ein Torjäger stehen muss. Sympathisch, dass er im Interview selbst darauf hinwies, dass es gar nicht wirklich sein Tor war. Außerdem ein Sonderlob für Marc Lorenz, der mal wieder nicht nur die entscheidende Vorlage gab, sondern auch mit beherzten Grätschen einige wichtige Bälle eroberte.

Szene des Spiels: 88. Minute, Flanke von Lorenz, Mayer will gerade zum 1:0 einschieben, als ein Preußen-Verteidiger ihm den Ball noch vom Fuß grätscht – jedoch ins eigene Tor.

Vor dem Spiel: Suchte der arme Volker noch verzweifelt Mitfahrer für das Auswärtsspiel in Kiel am Mittwoch.

Nach dem Spiel: Hätte ich ja schon ein bisschen Lust, nach Kiel mitzufahren.

Das fiel auf:
+ Wie in den meisten Spielen der letzten Wochen sehr wenige gegnerische Chancen zugelassen.
+ Bis zum Abpfiff für den Sieg geschuftet – klar, das sollte selbstverständlich sein, aber es macht Freude, den Spielern anzusehen, dass sie wirklich alles aus sich rausholen.
+/- Andrich, schon nach zehn Minuten mit Gelb verwarnt, wandelte hart am Platzverweis. Im Interview nach dem Spiel gab er sich selbst verwundert, dass er nicht zur Halbzeit ausgewechselt wurde, aber offensichtlich konnte er sein Temperament ausreichend zügeln.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau (mit kurzem Video)

Zuschauer: 2.429, davon 400-500 Gästefans.

Tabelle: Mit nun 38 Punkten steht der SVWW auf Platz 13 und hat ja noch ein Spiel nachzuholen. Der Abstand auf Platz 18 beträgt sechs Punkte.

Vergleich zur Hinrunde: Nach dem 2:2 im Hinspiel nun ein Sieg, also zwei Punkte plus und insgesamt drei Punkte über Soll.

Serien und Rekorde: Da Patrick Mayer beim DFB offiziell als Torschütze geführt wird, war das sein erstes Pflichtspieltor für Wehen – wenn man so will, ein bisschen symptomatisch für seine bisher etwas unglücklich verlaufene Zeit beim SVWW. Aber vielleicht wird er ja doch noch so wertvoll, wie man sich das anfangs erhoffte.

Ansonsten: Teil 1 meines schönen Plans ist schon mal aufgegangen. Es fehlen nur noch zwei Heimsiege gegen Erfurt und Bremen und dann können wir an das Thema Klassenerhalt einen großen Haken setzen.

Nächstes Spiel: Schon am Mittwoch (19 Uhr) bei Holstein Kiel, wo für die vermutlich einstellige Anzahl an Wehener Anhängern der Gästeblock gar nicht erst geöffnet wird. Für uns Daheimbleiber überträgt aber der NDR im Livestream. Die Störche sind noch mitten im Aufstiegsrennen (ein Punkt hinter dem Relegationsplatz), Zweiter in der Heimtabelle und seit Mitte Dezember zuhause ungeschlagen. Im Hinspiel trennte man sich 0:0.

Wehen international

Hessenpokal, HalbfinaleTSV Steinbach – SV Wehen Wiesbaden 1:5 (Tore: Schwadorf, Ruprecht, Pezzoni, Schäffler, Mrowca)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Anfangs wacklig, später deutlich.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
In der ersten Halbzeit war es die erwartet enge Partie zwischen einem Regionalligisten mit Aufstiegsambitionen und einem Drittligisten, der noch nicht alle Abstiegssorgen los ist. Nach ausgeglichener Anfangsphase wurde Steinbach stärker, nutzte die Unsicherheiten in der Wehener Abwehr und ging fast schon folgerichtig in Führung, wobei der Torschütze möglicherweise im Abseits stand (allerdings war meine Sicht von hinter dem Tor zugegebenermaßen schlechter als die Perspektive des Linienrichters). In der Folge liefen die Gastgeber früh an, stellten den SVWW vor Probleme und hätten sogar das 2:0 nachlegen können, aber nach etwa einer halben Stunde bekam der SVWW die Partie besser in den Griff. Der Ausgleich kurz vor der Pause durch Schwadorf (per Kopf!) kam dennoch etwas überraschend, war aber natürlich immens wichtig. Kurz nach Wiederanpfiff gingen die Gäste dann in Führung, als nach einem zunächst abgewehrten Eckball Ruprecht frei zum Schuss kam und den Ball an den Innenpfosten donnerte, von wo er zum 2:1 ins Netz prallte. Der SVWW hatte nun Rückenwind und zehn Minuten später sorgte Pezzoni unter tatkräftiger Mithilfe des Steinbacher Torhüters für die Vorentscheidung. Der Regionalligist war nun sichtbar verunsichert, versuchte zwar nochmal zu eigenen Chancen zu kommen, musste dabei aber die eigene Abwehr entblößen. Einige Konter spielte der SVWW nicht konsequent zu Ende, kam aber dennoch durch Schäffler und Mrowca zu weiteren Toren und einem schließlich sehr deutlichen Sieg.

Liebling des Spiels: So richtig hervorheben möchte ich keinen, aber ein kleines Sonderlob geht an Sebastian Mrowca, der nach seiner Einwechslung ordentlich Dampf machte und starken Zug zum Tor entwickelte.

Szene des Spiels: Das 2:1 durch Steven Ruprecht in der 48. Minute. Nach einer abgewehrten Ecke flankt Lorenz mit rechts (!) von der Grundlinie auf Ruprecht, der den Ball volley versenkt. Nicht nur ein sehr schöner Treffer, bei dem der Jubel im Cristiano-Ronaldo-Stil angebracht war, sondern auch der Wegbereiter der letztlich sehr überzeugenden zweiten Spielhälfte.

Vor dem Spiel: Großes Bedauern, dass Luca Schnellbacher nicht im Kader stand, war er doch in der letzten Saison mehrere Male der Schütze des entscheidenden Tors in den Hessenpokalspielen.

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
– Zu Beginn deutliche Abstimmungsprobleme und dadurch Lücken in der Defensive. Ich weiß nicht, ob es nur mit dem Ausfall von Sascha Mockenhaupt und/oder den daraus resultierenden personellen Veränderungen zu tun hatte, oder ob man unbewusst den klassentieferen Gegner doch ein wenig unterschätzte, aber eine halbe Stunde sah es gar nicht gut aus, auch nach vorne gelang zunächst nicht viel.
+ Klare Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, dazu auch ein wenig Glück (Traumtor Ruprecht beim 1:1 und beim 2:1 wehrt der Torwart einen Schuss genau auf Pezzoni ab, von dessen Bein der Ball ins Tor springt).

Das schreiben die anderen: WK

Zuschauer: 2.207, davon etwa 80-100 Gästefans.

Nächstes Spiel: Das Finale wird nach aktueller Planung – beim HFV weiß man ja nie so genau – am Donnerstag, den 25. Mai (Christi Himmelfahrt) ausgetragen, so wie auch alle oder die meisten anderen Landespokalendspiele im Rahmen des “Finaltags der Amateure”, inklusive Konferenz-Live-Übertragung in der ARD. Gegner ist der SV Rot-Weiß Hadamar, seines Zeichens Hessenligist und dort aktuell auf Platz 6 in der 17er-Liga. Der Finalort steht noch nicht fest, aber ich hoffe sehr, dass der HFV nicht wieder beide Fanlager quer durch Hessen fahren lässt, sondern einen Ort aussucht, der für beide Seiten gut zu erreichen ist. Limburg oder Idstein böten sich beispielsweise an, aber eventuell hat das Fernsehen auch gewisse Anforderungen.
In der Liga geht es für den SVWW am Sonntag (14 Uhr) zuhause gegen Preußen Münster weiter. Münster erlebt eine eher verkorkste Saison, hat aber zuletzt drei Spiele in Folge gewonnen und sich von den Abstiegsplätzen entfernt (aktuell Platz 12 mit 37 Punkten). Im Hinspiel trennte man sich 2:2.

Quasi-Länderspielpause

Es ist mal wieder Länderspielpause, was an diesem Wochenende die 3. Liga ausnahmsweise nicht betrifft, den SV Wehen Wiesbaden aber schon, da der ursprünglich für Sonntag vorgesehene Gegner, Werder Bremens zweite Mannschaft, zwei Junioren-Nationalspieler abstellen muss und somit das Spiel zwischen SVWW und SVW verlegt werden musste. Die Partie wird erst nach Ostern, nämlich am Mittwoch, den 19. April ab 19 Uhr in der Brita-Arena ausgetragen. Das finde ich insofern ganz gut, weil das Spiel dadurch nicht mit Familienaktivitäten am Sonntag kollidiert und uns stattdessen ein Feierabend-Flutlichtspiel beschert, andererseits hängt man dann drei Wochen lang in der Tabelle ein bisschen hinterher und an einem Mittwochabend werden sicher noch weniger Gästefans kommen als ohnehin schon. Gut, letzteres ist eher zu vernachlässigen, bringt Bremen II doch auch sonst nicht viele Leute mit, und auch das vorübergehend schiefe Tabellenbild ist nicht ganz so dramatisch, da der SVWW aktuell erfreulicherweise sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze hat und somit auch mit einem Spiel Rückstand nicht sofort unter den Strich rutscht.

Ein handfester Vorteil der Spielverlegung ist allerdings, dass die Mannschaft dadurch statt nur zwei Tagen über eine Woche Vorbereitungszeit auf das Hessenpokal-Halbfinale am kommenden Mittwoch hat. Der Gegner TSV Steinbach ist als Regionalliga-Spitzenteam keinesfalls zu unterschätzen – wir erinnern uns an das Viertelfinale, als Steinbach den FSV Frankfurt mit 5:0 heimschickte – und die Bedeutung der Partie dürfte auch allen klar sein: mit einem Sieg und dem damit verbundenen Finaleinzug hätte man gute Chancen auf eine Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison. Europa League, Champions League, Klub-Weltmeisterschaft wären die logische Folge.

Ohne einen Sieg im Hessenpokal wäre das schon etwas schwieriger, denn bekanntlich muss man in der 3. Liga mindestens Vierter werden, um sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Das dürfte trotz der positiven Entwicklung der letzten Wochen und der relativ geringen Punkteabstände in der Tabelle dennoch ziemlich schwierig werden. Ich wäre mit einem möglichst frühzeitigen Klassenerhalt schon völlig zufrieden – und mit einem Hessenpokalsieg richtig glücklich.

In der Liga könnte man in den nächsten drei Heimspielen theoretisch schon alles klar machen, denn mit Münster, Erfurt und Bremen kommen drei direkte Konkurrenten in die Brita-Arena. Drei Siege aus diesen Begegnungen und man hätte nicht nur den Platz vor diesen Teams gefestigt, sondern mit dann 44 Punkten den Ligaverbleib so gut wie sicher, zumindest hat diese Punktzahl in allen bisherigen Drittligasaisons gereicht.

Möglicherweise reicht auch viel weniger, denn zur Zeit liest man ungefähr im Wochenrhythmus von ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten bei diversen Vereinen der 3. Liga. Aalen, Paderborn, Erfurt, Frankfurt, und wer weiß, wer sich noch dazugesellt. Ob und welche Konsequenzen das jeweils haben wird, ist noch nicht klar (nur gegen Aalen gab es bisher wegen der Planinsolvenz einen Abzug von 9 Punkten, gegen den aber Einspruch eingelegt wurde und den Peter Vollmanns Mannschaft mittlerweile auch schon wieder aufgeholt hat), aber es würde mich nicht wundern, wenn am Ende ein sportlich eigentlich gerettetes Team trotzdem absteigen müsste.

Aus SVWW-Sicht sollte uns das aber nur am Rande interessieren, da seit dem Amtsantritt von Rüdiger Rehm nicht nur die Punkteausbeute sehr erfreulich ist (was zwar zunächst das Allerwichtigste ist, keine Frage), sondern man auch das gute Gefühl hat, dass es voran geht, dass konsequent an Taktik und Spielweise gearbeitet wird, ja, dass es eine realistische Perspektive gibt, sich nächste Saison wieder etwas nach oben zu orientieren. Diese Zuversicht habe ich nicht nur durch Beobachten des Geschehens auf dem Platz, denn am Dienstag durfte ich Rehm aus der Nähe “erleben” und ihm zuhören. Sonja hatte per Instagram-Verlosung zwei Plätze im “Kabinentalk” gewonnen und mich freundlicherweise zu dieser Veranstaltung mitgenommen. Im ersten Teil plauderten Rehm und Sportdirektor Christian Hock, befragt von Pressesprecher Daniel Mucha, über das “Innenleben” einer Mannschaftskabine, also wie es da so am Spieltag zugeht usw., angereichert durch Vergleiche aus ihrer jeweiligen Zeit als Fußballprofi und ihrer heutigen Perspektive in anderer Funktion. Das war schon mal sehr interessant und unterhaltsam, aber noch spannender fand ich den zweiten Teil, in dem Rehm, unterstützt durch Videoanalyst Paul Fernie, vorführte, wie die Gegnervorbereitung mittels Videoanalyse abläuft. Als konkretes Beispiel wurde die Vorbereitung für das Spiel in Duisburg gewählt. Als interessierter Fußballfan kennt man sowas ja zumindest theoretisch, aber es dann mal ganz konkret gezeigt zu bekommen, welche Informationen den Spielern vermittelt werden und wie das durch entsprechende Videosequenzen unterfüttert wird, war hochinteressant. Rehm ist ganz offensichtlich ein intensiver Nutzer dieser Möglichkeiten (was ihn anscheinend von seinen Vorgängern unterscheidet), die ihm durch dieses Werkzeug geboten wird. Über die Arbeit von Paul Fernie ist aktuell auch ein Artikel im WK zu lesen. Jedenfalls bekommt man bei Rehms Ausführungen ganz klar den Eindruck, dass er nicht nur weiß, was er will, sondern auch wie er und seine Mannschaft das erreichen kann.

Am Donnerstag gab es ein Testspiel gegen den Oberligisten TSV Schott Mainz, zu dem vermutlich zuvor kein Videostudium durchgeführt wurde, stand die Partie doch in erster Linie unter dem Motto, den Spielern aus der (momentan) zweiten Reihe Spielpraxis zu verschaffen. Diverse zuvor verletzte Spieler gaben ihr Comeback (Bulut, Nyarko, Mayer) und Patrick Breitkreuz spielte zum ersten mal überhaupt im Trikot des SVWW. Der Endstand von 3:0 ist eher nebensächlich, aber dass Bangert, Mayer und Bulut getroffen haben, ist natürlich positiv.

Kein Comeback wird es von Christian Cappek geben, der erneut an der Patellasehne operiert werden muss und deshalb seine Karriere mit 26 Jahren als Sportinvalide beenden muss. Cappek kam in der Winterpause der vergangenen Saison, wurde dreimal eingewechselt und war seitdem wieder verletzt. So gesehen hält sich der sportliche Verlust für den Verein in Grenzen, aber für ihn persönlich tut mir das schon sehr leid. Den Berichten nach zu urteilen blickt er aber recht optimistisch in die Zukunft und bereitet sich auf sein Leben nach der Profikarriere vor – ich wünsche alles Gute!

Wer es nicht bis zur nächsten Folge Niemals Erste Liga aushält, sollte sich die aktuelle Ausgabe des Nur der FCM! Podcast anhören, in der Sonja und ich über die Partie in Magdeburg und den SV Wehen Wiesbaden im Allgemeinen berichten dürfen.

Das Glück des Tüchtigen

3. Liga, 28. Spieltag1. FC Magdeburg – SV Wehen Wiesbaden 0:0

Das Spiel in maximal fünf Worten: Hart erarbeiteter, etwas glücklicher Punktgewinn.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Sebastian Mrowca durfte nach seinen zwei Kurzeinsätzen zum ersten Mal wieder von Beginn an spielen, er ersetzte den gelbgesperrten Patrick Funk. Kevin Pezzoni kehrte nach Gelbsperre zurück und Luca Schnellbacher übernahm Jules Schwadorfs Platz in der Startelf, wodurch David Blacha nach rechts rückte. Zu Beginn hatte der SVWW noch etwas Mühe, sich zu sortieren, kam aber nach einer Weile besser in die Partie und hatte das Geschehen defensiv recht ordentlich im Griff. Magdeburg versuchte es mit Distanzschüssen, die aber nicht wirklich gefährlich wurden. Die besten Chancen der ersten Halbzeit hatten sogar die Gäste: zunächst Blacha mit Lattentreffer nach abgewehrtem Freistoß und später nochmal Blacha nach scharfer Hereingabe von Lorenz, aber, bedrängt vom Gegenspieler, knapp am Tor vorbei. Eine Wehener Führung wäre zur Pause nicht mal unverdient gewesen. In der zweiten Halbzeit spielte sich das Geschehen weiterhin in der Hälfte der Gäste ab, der SVWW verteidigte weiter gut, kam aber nicht mehr zu Entlastungsangriffen. Nachdem der FCM in der 75. Minute die bis dahin größte Chance vergab, bekam Magdeburg kurz vor Schluss mal wieder einen Strafstoß (mit zwölf Elfmetern ist der FCM deutlicher Spitzenreiter in dieser Kategorie). Im Gegensatz zu den beiden letzten Partien, als jeweils ein verwandelter Strafstoß für einen 1:0-Sieg sorgte, traf Weil diesmal nicht, da Markus Kolke den gar nicht mal so schlechten Schuss parieren konnte. Es blieb beim 0:0 und somit einem erneuten Punktgewinn für den SVWW gegen ein Spitzenteam.

Liebling des Spiels: Na klar, Markus Kolke.

Szene des Spiels: Na klar, der sensationell abgewehrte Elfmeter. Wobei auch Blachas Schuss an die Latte sehr sehenswert war und ein Tor verdient gehabt hätte.

Vor dem Spiel: Ungewissheit. Kehrt der SVWW zur Stabilität in der Defensive zurück oder war die Niederlage gegen Mainz der Beginn einer neuen schlechten Phase?

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
+ Defensive Grundordnung und Zweikampfstärke waren wiederum die Basis für den Punktgewinn.
– Zu wenig Entlastung, die wenigen Kontermöglichkeiten wurden meistens durch relativ leichte Ballverluste im Ansatz vergeben.
+/- Mrowca hat nichts von seiner Bissigkeit verloren, ist aber teilweise zu ungestüm im Zweikampf – blöd, wenn das im eigenen Strafraum geahndet wird.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Nur der FCM

Zuschauer: 15.338, davon knapp 20 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW hat nun 35 Punkte und liegt damit auf Tabellenplatz 13 (zumindest bis heute Abend, dann könnte Rostock wieder vorbeiziehen). Der Abstand auf Platz 18 beträgt jetzt sieben Punkte, was einen zumindest kurz durchschnaufen lässt.

Vergleich zur Hinrunde: Im Gegensatz zum 0:3 im Hinspiel ist diesmal ein Punkt rausgesprungen, der SVWW liegt nun einen Punkt über Soll. (Zur Erinnerung, was diese Kategorie soll: Ich kalkuliere damit, dass 41 Punkte zum Klassenerhalt genügen und der SVWW deshalb nach 20 Punkten in der Hinrunde mindestens einen Zähler mehr in der Rückrunde holen muss.)

Serien und Rekorde:

  • Auch im vierten Versuch gelingt dem SVWW kein Treffer gegen Magdeburg.
  • In 2017 ist der SVWW auswärts noch unbesiegt.
  • Kolke schon mit dem vierten parierten Elfmeter in dieser Saison, nur einer ging direkt rein (und einer im Nachschuss).

Ansonsten: Am Mittwoch wird Sonja das NEL-Team im “Nur der FCM”-Podcast vertreten und über das Spiel diskutieren. Hört mal rein!

Nächstes Spiel: Die ursprünglich für kommenden Sonntag angesetzte Partie gegen Werder Bremen II wurde auf Mittwoch, den 19. April verlegt, da die Bremer zwei Spieler zu Länderspielen abstellen. In der Liga geht es dadurch erst am übernächsten Sonntag gegen Preußen Münster weiter. Am Mittwoch zuvor (29. März, 19 Uhr) steht aber zunächst das Halbfinale im Hessenpokal beim TSV Steinbach (in Haiger) an. In der Regionalliga Südwest ist Steinbach aktuell Dritter und hat noch Chancen auf die Aufstiegsrelegation. Bereits in der letzten Saison traf der SVWW im Hessenpokal auf den TSV Steinbach und kam nur mit Mühe weiter. Auch das Finale fand später dort statt – das Sportzentrum Haarwasen ist also nicht unbedingt unser Lieblingsplatz.

Kleiner Rückfall

3. Liga, 27. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – 1. FSV Mainz 05 II 0:2

Das Spiel in maximal fünf sechs Worten: Verdiente Niederlage nach grottiger erster Halbzeit.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Aufgrund Andrichs Verletzung und Pezzonis Gelbsperre, war Rüdiger Rehm gezwungen, auf der Doppelsechs neben Niklas Dams etwas Neues auszuprobieren. Die Wahl fiel auf Michael Vitzthum und das war leider nicht Rehms beste Idee. Mit wenig Spielpraxis auf ungewohnter Position war Vitze keine Hilfe, aber auch seine Mitspieler erwischten überwiegend einen gebrauchten Tag, zumindest in den ersten 45 Minuten. Zu weit weg von den Gegenspielern, viele leichte Ballverluste – so machte man es den Gästen leicht, das Spiel in der ersten Halbzeit zu dominieren. Gleich der erste Eckball brachte nach fünf Minuten die Führung für Mainz, nach einer halben Stunde dann noch ein direkt verwandelter Freistoß zum 0:2, während der SVWW seinerseits kaum einmal überhaupt in die Nähe des gegnerischen Strafraums kam. Zur zweiten Hälfte kam Schnellbacher für Vitzthum ins Spiel, Blacha rückte dafür nach hinten, aber vor allem stimmte jetzt wieder die Leidenschaft. Der SVWW deutlich druckvoller, wenn auch ohne richtig zwingende Chancen, während Mainz die Führung ordentlich verteidigte und durch den einen oder anderen Konter längst den Deckel hätte drauf machen können. Erst in der 85. Minute musste der Gästetorwart nach Ruprechts Kopfball eine Glanzparade zeigen – insgesamt zu wenig, um dem Spiel nochmal eine Wendung zu geben.

Liebling des Spiels: Da bot sich diesmal leider niemand an, selbst Kolke wirkte ein paar Mal etwas unsicher.

Szene des Spiels: 65. Minute, Schwadorf will sich schon seit Minuten wegen Verletzung auswechseln lassen und humpelt nur noch herum, aber es gibt einfach keinen Einwurf, Eckball oder Freistoß – bis schließlich der Schiedsrichter ein Einsehen hat und das Spiel unterbricht, um den Wechsel zu ermöglichen.

Vor dem Spiel: Endlich mal die verbliebenen Mitglieder der Taunus Torpedos getroffen.

Nach dem Spiel: Gab es trotzdem Applaus für die Mannschaft, den sie sich für die zweite Halbzeit und vor allem für die letzten Spiele auch verdient hatte.

Das fiel auf:
– Die erste Halbzeit erinnerte an die Spätphase unter Torsten Fröhling: hinten löchrig, vorne harmlos.
+/- Die zweite Halbzeit sah wieder nach Fußball aus, auch wenn vorne die Durchschlagskraft fehlte.
– Viele lange, hohe Bälle auf Schäffler – falls das die Vorgabe war, hat sie nicht funktioniert.
– Mal wieder typisch: Kaum, dass sich ein Hauch Euphorie rund um den SVWW verbreitet und auch mal ein paar Leute ins Stadion kommen, die schon länger nicht mehr da waren, gibt’s einen auf den Deckel.

Das schreiben die anderen: WK, kicker

Zuschauer: 2.652, davon etwa 250 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW rutscht auf Platz 15 bzw. 16 zurück (je nach Aalens Punktabzug), behält aber sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Vergleich zur Hinrunde: Die 05er revanchieren sich fürs Hinspiel, der SVWW liegt in meiner Kalkulation wieder genau im Soll.

Serien und Rekorde: Der erste Punktverlust unter Rüdiger Rehm. In dieser Saison bereits die sechste Heimniederlage – in der gesamten letzten Saison gab es nur drei. In der 3. Liga noch kein Heimsieg gegen Mainz 05 II.

Ansonsten: 

Nächstes Spiel: Am kommenden Sonntag geht es zum Tabellenzweiten 1. FC Magdeburg. Die – nach eigenem Verständnis – “Größten der Welt” sind im zweiten Jahr nach dem Aufstieg im Begriff, in die 2. Bundesliga durchzustarten; am Dienstag gab es einen Last-Minute-Sieg in Bremen. Im Hinspiel ging der SVWW mit 0:3 baden.