Rüdiger Rehm neuer Trainer

Soeben meldete der Wiesbadener Kurier, dass Rüdiger Rehm neuer Cheftrainer beim SV Wehen Wiesbaden wird, die offizielle Meldung des Vereins ist ebenfalls da. Der 38-jährige erhält einen Vertrag bis 2019 – man geht also fest von einem Gelingen der Rettungsaktion aus und will mit Rehm den nächsten Neuaufbau starten.

Rehm verbrachte seine Spielerkarriere in zweiter und dritter (bzw. damals Regional-) Liga und begann bei seiner letzten Station bei der SG Sonnenhof Großaspach bereits parallel seine Trainerlaufbahn. Nachdem er dort vom Co- zum Cheftrainer befördert worden war, stieg die Mannschaft in die Dritte Liga auf. Während Rehm die Fußballtrainer-Lizenz erwarb, übernahm Uwe Rapolder, war aber nur mäßig erfolgreich und Rehm kehrte schneller als geplant zurück. Nach geglücktem Klassenerhalt 2015 konnte man sich letzte Saison lange im Bereich der Aufstiegsplätze halten und wurde am Ende Siebter. Rehm wurde daraufhin Teil der berühmten Trainerverpflichtungskette im letzten Sommer: Weinzierl von Augsburg nach Schalke, Schuster von Darmstadt nach Augsburg, Meier von Bielefeld nach Darmstadt und Rehm von Großaspach nach Bielefeld. Dort konnte er allerdings kein einziges Spiel gewinnen und wurde nach dem zehnten Spieltag entlassen.

Seine erfolgreiche Zeit in Aspach sollte uns aber Anlass zur Hoffnung geben. Nicht nur, dass er den SVWW hoffentlich bald wieder von den Abstiegsrängen führt, sondern auch, dass er eine offensive, aggressive Spielweise etablieren kann. Während seiner Zeit als Co-Trainer arbeitete er zwei Jahre an der Seite von Alexander Zorniger, der ja für einen recht kompromisslosen Stil bekannt ist.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt und zuversichtlich, dass ein neuer Schwung beim SV Wehen Wiesbaden einkehrt. Herzlich Willkommen, Rüdiger Rehm!

Bonuspunkt

3. Liga, 22. SpieltagFortuna Köln – SV Wehen Wiesbaden 0:0

Das Spiel in maximal fünf Worten: Unerwarteter Punktgewinn.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Von zehn Drittliga-Partien sollten an diesem Spieltag neun im TV bzw. Web übertragen werden und natürlich war die des SVWW nicht dabei. Vielleicht wollte man mögliche Zuschauer auch nur vor psychischen Schäden bewahren, wobei man dann wiederum von 28 Spielen der ersten drei Ligen pro Spieltag eigentlich auch nur noch höchstens zehn zeigen dürfte. Aber ich schweife ab, vielleicht auch deshalb, weil ich zum Spiel aus genannten Gründen so gut wie nichts zu erzählen habe. Interimstrainer Hock hatte den Fokus vor allem auf eine Stabilisierung der Defensive gelegt und eine Doppelsechs aus Andrich und Dams aufgeboten. Funk rückte wieder auf die Rechtsverteidigerposition, innen die wiedergenesenen Mockenhaupt und Ruprecht, links Veteran Mintzel, der den verletzten Nothnagel vertrat. Das reichte immerhin, um ohne Gegentor zu bleiben, änderte aber nichts an der eigenen mangelnden Durchschlagskraft Richtung gegnerisches Tor.

Vor dem Spiel: Rechnete ich mit einem deutlichen Ergebnis zu Ungunsten des SVWW, zu schlecht war der Auftritt letzte Woche, zu heimstark die Fortuna, zu deutlich die Erinnerung an Hocks letzten Einsatz als Interimstrainer in ähnlicher Lage (0:4 in Rostock letzte Saison).

Nach dem Spiel: Fällt der SVWW trotzdem auf den vorletzten Tabellenplatz zurück, exakt wie nach besagtem letzten Auftritt unter Hock.

Das schreiben die anderen: WK, kicker

Zuschauer: 1.293 – das ist ja noch weniger als der Brita-Arena-Minusrekord von letzter Woche. Dabei spielten noch nicht mal der Effzeh oder die Kölner Haie parallel und Live-Übertragung gab es ja auch nicht. Klar, der SVWW ist, insbesondere momentan, kein attraktiver Gegner, aber die Fortuna hat offenbar trotz guter Saison keinen leichten Stand in Köln.

Tabelle: Da Zwickau gegen Werder II gewonnen hat, ist der FSV nun an Wehen vorbeigezogen und der SVWW somit Vorletzter. Auch der Letzte Mainz II hat überraschend gewonnen, aber dafür bleiben wenigstens Werder II und Preußen Münster in Sichtweite.

Vergleich zur Hinrunde: Das Hinspiel gewann der SVWW 3:0, sodass aus dieser Paarung jetzt zwei Punkte fehlen. Insgesamt ist man nun drei Punkte im Minus.

Serien und Rekorde: Das zwölfte Spiel ohne Sieg, aber um mal das Positive zu sehen: das erste Mal seit dem 0:0 gegen Kiel vor knapp vier Monaten spielt Wehen mal wieder zu Null.

Ansonsten: Morgen wird wohl der neue Trainer vorgestellt. Nachdem man sich letzte Woche angeblich eine Absage von Holger Stanislawski abgeholt hat (was, sofern es denn stimmt, für mein Dafürhalten eh ein bisschen arg optimistisch war), soll es sich nun zwischen Horst Steffen und Rüdiger Rehm entscheiden.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 14:00 Uhr in der Brita-Arena gegen den FSV Zwickau – der neue Trainer darf also direkt mit einem “do or die”-Spiel beginnen. Das Hinspiel gewann der SVWW mit 3:0.

Fröhling zurückgetreten

Nachdem das Gerücht schon gestern sehr konkret herumgeisterte, kam heute die offizielle Bestätigung seitens des Vereins: Torsten Fröhling ist als Cheftrainer des SV Wehen Wiesbaden zurückgetreten, sein Vertrag wurde mit sofortiger Wirkung aufgelöst, ebenso der von Co-Trainer Thomas Kupper. Interimsweise übernimmt einmal mehr Christian Hock, unterstützt von Torwart-Trainer Steffen Vogler und Videoanalyst Paul Fernie.

Fröhling wurde vor knapp einem Jahr als Nachfolger von Sven Demandt engagiert und konnte in allerletzter Sekunde den Klassenerhalt mit dem SVWW feiern, woraufhin er einer Verlängerung seines Engagements zustimmte. Nach ordentlichem Saisonstart ging es ab Mitte der Hinrunde jedoch wieder kontinuierlich bergab. In der Vereinsführung war man dennoch von Fröhlings Arbeit überzeugt und verlängerte kurz vor der Winterpause den Vertrag um zwei weitere Jahre – drei Spieltage später war von dieser Überzeugung aber offenbar nicht mehr viel übrig. Ob Fröhling jetzt von sich aus zurückgetreten ist oder das nur eine vornehmere Sprachregelegung für einen Rauswurf ist, ist dabei schon fast egal, letztlich werden sich beide Parteien irgendwie finanziell geeinigt haben.

Der SVWW muss jetzt mal wieder einen Retter finden, der den Abstieg vermeiden kann. Den Kandidaten sollte bewusst sein, dass sie vermutlich nächstes, spätestens übernächstes Jahr um dieselbe Zeit ihren Job allerdings wieder los sind, zumindest wenn man die Vergangenheit als Kriterium heranziehen kann. Ob es Karsten Neitzel wird, der kurz nach Saisonbeginn von Holstein Kiel entlassen und jetzt gerüchteweise dem SVWW angeboten wurde, werden wir in Kürze erfahren.

Für den Moment verbleibe ich mit: Alles Gute, Torsten Fröhling! Schade, dass es nicht länger funktioniert hat, aber für diesen Tag im Mai wirst Du immer ein kleines Plätzchen in meinem Herzen haben. Danke.

Unsere Nummer 29

3. Liga, 21. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – SF Lotte 0:3

Das Spiel in maximal fünf Worten: Noch ein tieferer Tiefpunkt.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Die Gäste begannen sofort druckvoll und es dauerte einige Minuten, bis der SVWW überhaupt das erste mal in die gegnerische Hälfte kam. Gerade als man dachte, dass die Rotschwarzen das Spiel einigermaßen in den Griff bekämen, rauschte der Ex-Wehener Jaroslaw Lindner über den Flügel heran und schlenzte den Ball an Kolke vorbei ins lange Eck. Angesichts der quasi nicht vorhandenen Comeback-Qualität des SVWW war das Spiel damit eigentlich schon nach einer guten Viertelstunde entschieden. In der Folge mühten sich die Gastgeber, scheiterten aber ein ums andere mal an ordentlich verteidigenden Lottern und konnten bis zur Pause keinen einzigen Torschuss für sich verbuchen. Kurz nach Wiederanpfiff fing man sich nach einem eigenen Eckball einen Konter, den erneut Lindner zum 2:0 abschloss. Dieser traf später auch noch die Latte, bevor schließlich Dej den Endstand erzielte. Auf Seiten des SVWW gab es keine einzige wirklich gute Torchance, die aussichtsreichsten vergab der eingewechselte Neuzugang Bulut, als er recht freistehend im Strafraum zu lange zögerte, sowie Ruprecht mit einem Kopfball-Aufsetzer übers Tor. Insgesamt eine ganz finstere Vorstellung.

Liebling des Spiels: Kerem Bulut. Dem australischen Stürmer eilt ein etwas zweifelhafter Ruf voraus, hat aber – wahrscheinlich genau deshalb – das Zeug zum Publikumsliebling. Einsatz war jedenfalls vorhanden, teilweise auch zuviel davon, z. B. als er mit zwanzig Metern Anlauf einen Gegenspieler umrannte und dafür Gelb sah.

Szene des Spiels: Bei der Verkündung der Mannschaftsaufstellung tauchte auf der Anzeigetafel plötzlich Jaroslaw Lindner mit der Nummer 29 und SVWW-Trikot auf. Möglicherweise haben also nicht nur die Spieler vergessen, dass der junge Mann mittlerweile beim Gegner spielt.

Vor dem Spiel: Überlegte ich angesichts von Rückenschmerzen daheim zu bleiben, wollte aber wiederum nicht verpassen, wie der SVWW endlich mal wieder gewinnt und die Wende einläutet.

Nach dem Spiel: Wäre ich nur besser zuhause geblieben. Immerhin haben sich meine Rückenbeschwerden durchs Stehen nicht verschlimmert.

Das fiel auf:
– Nullkommanull Fortschritt zu erkennen, ganz im Gegenteil. Treffende Beobachtung meines Nebenmanns: “Es sieht aus, als hätten die noch nie zusammen gespielt.”
– Nach dem Rückstand war die Körpersprache verheerend. Nachvollziehbar, aber eben nicht das, was es braucht, um aus der Situation wieder rauszukommen.

Das schreiben die anderen: WK, kicker

Zuschauer: 1.460, davon etwa 30 Gästefans. Trauriger Minusrekord – bald haben sie das Stadion endgültig leer gespielt.

Tabelle: Zurück auf Abstiegsplatz 18. Münster auf 17 ist mittlerweile drei Punkte weggezogen, während Zwickau auf 19 punktgleich mit dem SVWW ist.

Vergleich zur Hinrunde: Im Hinspiel 0:0, also jetzt ein Punkt weniger und insgesamt mit genauso vielen Zählern wie nach zwei Spielen der Vorrunde. Ein Punkt Rückstand zum Plan.

Serien und Rekorde: Man mag es kaum noch mitzählen, aber der Sieglos-Counter steht jetzt bei elf. Der letzte Heimsieg war das 3:0 gegen Duisburg Mitte September – mittlerweile kaum noch vorstellbar, dass das in dieser Saison geschehen sein soll.

Ansonsten: Für Trainer Torsten Fröhling könnte es trotz des vor erst gut zwei Monaten verlängerten Vertrags beim SVWW jetzt schnell zu Ende gehen. Angeblich hat er am Sonntag selbst seinen Rücktritt angeboten, heute soll es eine offizielle Mitteilung geben.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 14:00 Uhr bei Fortuna Köln. Die Fortuna steht mit 32 Punkten auf Platz 5 und hat in den letzten acht Partien nur gegen Tabellenführer Duisburg verloren. In der Hinrunde gelang dem SVWW beim 3:0 gegen Köln der erste Saisonsieg.

Tja. Nun. Immerhin.

3. Liga, 20. SpieltagVfR Aalen – SV Wehen Wiesbaden 1:1 (Tor: Schäffler)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Leider nur/immerhin ein Punkt.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Ich war nicht vor Ort und einen Live-Stream gab es leider auch nicht, weshalb ich auch nur auf die üblichen Berichterstatter verweisen kann. Der SVWW stand wohl defensiv überwiegend gut und ging etwas überraschend in Führung. Wie so oft fing man sich in der Schlussphase aber noch den Ausgleich und konnte am Ende froh sein, nicht in der Nachspielzeit noch das 1:2 zu kassieren. Letztlich ist ein Unentschieden in Aalen ok und war auch zu erwarten, schließlich stand bei den Gastgebern Remiskönig Peter Vollmann an der Seitenlinie.

Vor dem Spiel: Wurde mit Stürmer Kerem Bulut der fünfte Winterneuzugang verpflichtet. Zuvor wurde der aktuell noch rekonvaleszente Patrick Breitkreuz vorgestellt. Der im Trainingslager noch als Testspieler fungierende Evans Nyarko bekam ebenfalls einen Vertrag und zog sich direkt im ersten Training nach der Unterschrift einen Muskelfaserriss zu.

Das schreiben die anderen: WK, kicker

Zuschauer: 3.292.

Tabelle: Das eine Pünktchen reicht, um sich auf den ersten Nichtabstiegsplatz vor Preußen Münster zu schieben, allerdings auch nur aufgrund der um ein Tor besseren Tordifferenz.

Vergleich zur Hinrunde: Nach dem 1:2 im Hinspiel ist das Unentschieden eine Verbesserung und somit steht der SVWW um einen Punkt besser da, also genau im Soll.

Serien und Rekorde: Das mittlerweile zehnte sieglose Spiel in Folge, aber wenigstens mal wieder einen Auswärtspunkt geholt, nachdem die letzten vier Spiele in der Fremde verloren gingen.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 14:00 Uhr in der Brita-Arena gegen die Sportfreunde Lotte, die mit 28 Punkten im Mittelfeld der Tabelle rangieren. Das letzte Spiel am vergangenen Samstag verlor man 1:2 gegen Bremen. Im Hinspiel trennten sich Lotte und der SVWW 0:0.