Wenigstens sonnig

3. Liga, 32. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – FC Rot-Weiß Erfurt 0:0

Das Spiel in maximal fünf Worten: Ein Nullzunull der schlechteren Sorte.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Nach sehr passivem Beginn war der SVWW erst nach einer Viertelstunde richtig im Spiel. Ein paar wenige Chancen sprangen bei den Angriffsbemühungen heraus, aber wirklich aufregend wurde es selten. Beide Mannschaften neutralisierten sich auf sehr überschaubarem Niveau. Auch in der zweiten Halbzeit sorgte eher das schöne Wetter als das Geschehen auf dem Rasen für gute Laune. Irgendwann blieb nur noch die Hoffnung auf ein erneutes spätes Siegtor, aber das klappt halt auch nicht jedes Mal. Insgesamt eine ziemlich dürftige Partie.

Liebling des Spiels: Richtig überragend war keiner, aber Philipp Müller, der aufgrund Lorenz’ Gelbsperre mal wieder von Beginn an auflaufen durfte, konnte immerhin mit einigen gelungenen Aktionen auf sich aufmerksam machen.

Szene des Spiels: 31. Minute, Sascha Mockenhaupt hält seinen Fuß in eine Erfurter Hereingabe und der abgefälschte Ball fliegt in hohem Bogen fast ins eigene Tor – Kolke kann ihn aber über die Latte lenken.

Vor dem Spiel: Hoffnung auf den nächsten Heimsieg, mit dem man schon mal die 40-Punkte-Marke übersprungen hätte.

Nach dem Spiel: Leicht ratloses Schulterzucken. Immerhin hat die Mannschaft jetzt mal wieder eine volle Woche zum Trainieren.

Das fiel auf:
+ Hinten hat es wieder weitgehend gestimmt, Erfurt hatte kaum Chancen.
– Vorne wurden allerdings die wenigen eigenen Gelegenheiten wieder nicht genutzt.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 2.070, davon ca. 400 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW hat nun 39 Punkte und bleibt auf Platz 15, der Abstand auf Platz 18 beträgt weiterhin 6 Punkte.

Vergleich zur Hinrunde: Nach dem 0:1 im Hinspiel jetzt ein Punkt mehr und damit wieder drei Punkte über Plan.

Serien und Rekorde: In den letzten fünf Ligaspielen gelang dem SVWW gerade mal ein eigenes Tor (und das war auch noch ein Eigentor). Wie schon in der letzten englischen Woche in der Liga holte der SVWW einen Sieg, eine Niederlage und ein Unentschieden.

Ansonsten: Der HFV und die beiden beteiligten Vereine haben sich darauf geeinigt, dass das Finale im Hessenpokal am 25. Mai (Christi Himmelfahrt) in der heimischen Brita-Arena ausgetragen wird. Super Sache!

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) in Chemnitz. Die Sachsen stehen mit 45 Punkten aktuell auf Platz 9 und haben nach nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen etwas den Kontakt zu den Aufstiegsrängen verloren. Im Hinspiel unterlag der SVWW mit 0:3.

Nichts zu holen an der Ostsee

3. Liga, 31. SpieltagHolstein Kiel – SV Wehen Wiesbaden 3:0

Das Spiel in maximal fünf Worten: Gebrauchter Abend, kann weg.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Erste Halbzeit: Früher Rückstand nach schlecht verteidigter Ecke, direkt danach mehrere gute Chancen zum Ausgleich nicht genutzt, zweimal Gelb für Lorenz innerhalb von zwei Minuten und somit Platzverweis.
Zweite Halbzeit: Kurz nach Wiederanpfiff das 0:2, ein paar Minuten später auch noch das 0:3, Feierabend. Kiel spielte es dann etwas entspannter zu Ende, sodass dem SVWW eine noch deutlichere Klatsche erspart blieb.

Liebling des Spiels: Die paar tapferen Auswährtsfahrer, die wochentags 600km einfache Strecke auf sich nehmen.

Szene des Spiels: Die gelbrote Karte für Lorenz nach 36. Minuten. War eine äußerst kleinliche Entscheidung mit großen Auswirkungen, denn ab dann war kaum noch damit zu rechnen, dass Wehen das Spiel noch drehen könnte.

Vor dem Spiel: Hatte ich ein ähnliches Spiel wie in Duisburg oder Magdeburg erwartet: ein Aufstiegskandidat, der sich an der starken Defensive des SVWW die Zähne ausbeißt.

Nach dem Spiel: Fühlte man sich eher an die Partie gegen Mainz erinnert, als der SVWW auch nach einer Standardsituation früh in Rückstand geriet und nicht entscheidend zurückkam, diesmal natürlich durch die Unterzahl gehandicapt.

Das fiel auf:
– Trotz der Rückkehr von Sascha Mockenhaupt in die Abwehrkette und trotz drei zweikampfstarker Spieler (Dams, Pezzoni, Andrich) im Mittelfeld wirkte der Defensivverbund äußerst wacklig.
– Während erfahrene Erstliga-Schiris viel laufen lassen (wie am vergangenen Samstag Guido Winkmann im Spiel gegen Münster oder vor ein paar Wochen Wolfgang Stark im Spiel gegen Osnabrück), pfiff Tim-Julian Skorczyk – typisch für einen jungen Schiedsrichter – sehr kleinlich, was man aber auch vorher hätte wissen können. Angesichts der Linie der ersten 30 Minuten hätte man sich vielleicht auch etwas geschickter anstellen können, um unnötige Verwarnungen zu vermeiden.
+/- Direkt im Anschluss an das 0:1 gab es innerhalb weniger Minuten dreieinhalb Möglichkeiten zum Ausgleich, aber die Chancenverwertung ist momentan einfach zu dürftig.

Das schreiben die anderen: WK, kicker

Zuschauer: 5.767, davon eine Handvoll Gästefans, für die aber tatsächlich der Gästeblock geöffnet wurde.

Tabelle: Der SVWW bleibt bei 38 Punkten und rutscht auf Platz 15 zurück, aber viel wichtiger: der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt unverändert sechs Punkte.

Vergleich zur Hinrunde: Im Hinspiel gab es ein Unentschieden gegen Kiel, d. h. diesmal ein Punkt minus. Insgesamt noch zwei Punkte über Soll.

Serien und Rekorde: Die erste Auswärtsniederlage in 2017. Der erste Platzverweis für Marc Lorenz in seiner Profikarriere.

Ansonsten: Der Masterplan bleibt unverändert: die nächsten beiden Heimspiele gegen direkte Konkurrenten gewinnen und fertig.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) in der Brita-Arena gegen Rot-Weiß Erfurt. Der Drittliga-Dino muss einmal mehr um den Klassenerhalt bangen und liegt aktuell mit 37 Punkten einen Platz hinter dem SVWW. Wehen fehlt mit Lorenz nicht nur der beste Vorlagengeber, sondern mit Schäffler (5. gelbe Karte) auch der beste Torschütze. Im Hinspiel unterlag der SVWW in Thüringen mit 0:1.

Irgendwie läuft’s

3. Liga, 30. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – SC Preußen Münster 1:0 (Tor: Eigentor, offiziell: Mayer)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Später Siegtreffer belohnt harte Arbeit.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Die Gäste aus Münster begannen recht forsch und waren zu Beginn die bessere Mannschaft, im Laufe der ersten Halbzeit konnte der SVWW den Gegner aber zunehmend aus der eigenen Hälfte fernhalten. Torchancen gab es insgesamt recht wenige, die besseren für die Heimmannschaft. In der zweiten Halbzeit erarbeitete sich der SVWW zunehmend ein Übergewicht, musste aber bis kurz vor Schluss rackern, ehe der nicht unverdiente Siegtreffer fiel.

Liebling des Spiels: Patrick Mayer stand da, wo ein Torjäger stehen muss. Sympathisch, dass er im Interview selbst darauf hinwies, dass es gar nicht wirklich sein Tor war. Außerdem ein Sonderlob für Marc Lorenz, der mal wieder nicht nur die entscheidende Vorlage gab, sondern auch mit beherzten Grätschen einige wichtige Bälle eroberte.

Szene des Spiels: 88. Minute, Flanke von Lorenz, Mayer will gerade zum 1:0 einschieben, als ein Preußen-Verteidiger ihm den Ball noch vom Fuß grätscht – jedoch ins eigene Tor.

Vor dem Spiel: Suchte der arme Volker noch verzweifelt Mitfahrer für das Auswärtsspiel in Kiel am Mittwoch.

Nach dem Spiel: Hätte ich ja schon ein bisschen Lust, nach Kiel mitzufahren.

Das fiel auf:
+ Wie in den meisten Spielen der letzten Wochen sehr wenige gegnerische Chancen zugelassen.
+ Bis zum Abpfiff für den Sieg geschuftet – klar, das sollte selbstverständlich sein, aber es macht Freude, den Spielern anzusehen, dass sie wirklich alles aus sich rausholen.
+/- Andrich, schon nach zehn Minuten mit Gelb verwarnt, wandelte hart am Platzverweis. Im Interview nach dem Spiel gab er sich selbst verwundert, dass er nicht zur Halbzeit ausgewechselt wurde, aber offensichtlich konnte er sein Temperament ausreichend zügeln.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau (mit kurzem Video)

Zuschauer: 2.429, davon 400-500 Gästefans.

Tabelle: Mit nun 38 Punkten steht der SVWW auf Platz 13 und hat ja noch ein Spiel nachzuholen. Der Abstand auf Platz 18 beträgt sechs Punkte.

Vergleich zur Hinrunde: Nach dem 2:2 im Hinspiel nun ein Sieg, also zwei Punkte plus und insgesamt drei Punkte über Soll.

Serien und Rekorde: Da Patrick Mayer beim DFB offiziell als Torschütze geführt wird, war das sein erstes Pflichtspieltor für Wehen – wenn man so will, ein bisschen symptomatisch für seine bisher etwas unglücklich verlaufene Zeit beim SVWW. Aber vielleicht wird er ja doch noch so wertvoll, wie man sich das anfangs erhoffte.

Ansonsten: Teil 1 meines schönen Plans ist schon mal aufgegangen. Es fehlen nur noch zwei Heimsiege gegen Erfurt und Bremen und dann können wir an das Thema Klassenerhalt einen großen Haken setzen.

Nächstes Spiel: Schon am Mittwoch (19 Uhr) bei Holstein Kiel, wo für die vermutlich einstellige Anzahl an Wehener Anhängern der Gästeblock gar nicht erst geöffnet wird. Für uns Daheimbleiber überträgt aber der NDR im Livestream. Die Störche sind noch mitten im Aufstiegsrennen (ein Punkt hinter dem Relegationsplatz), Zweiter in der Heimtabelle und seit Mitte Dezember zuhause ungeschlagen. Im Hinspiel trennte man sich 0:0.

NEL07 – Feel The Rehm

Wir sind immer noch ganz begeistert von Rüdiger Rehm, freuen uns über den Einzug ins Hessenpokalfinale und träumen schon von der Champions League. Außerdem plaudern wir wie üblich über dies und das rund um den SV Wehen Wiesbaden und die Dritte Liga.

Links:

Abonniert “Niemals Erste Liga”:

Wehen international

Hessenpokal, HalbfinaleTSV Steinbach – SV Wehen Wiesbaden 1:5 (Tore: Schwadorf, Ruprecht, Pezzoni, Schäffler, Mrowca)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Anfangs wacklig, später deutlich.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
In der ersten Halbzeit war es die erwartet enge Partie zwischen einem Regionalligisten mit Aufstiegsambitionen und einem Drittligisten, der noch nicht alle Abstiegssorgen los ist. Nach ausgeglichener Anfangsphase wurde Steinbach stärker, nutzte die Unsicherheiten in der Wehener Abwehr und ging fast schon folgerichtig in Führung, wobei der Torschütze möglicherweise im Abseits stand (allerdings war meine Sicht von hinter dem Tor zugegebenermaßen schlechter als die Perspektive des Linienrichters). In der Folge liefen die Gastgeber früh an, stellten den SVWW vor Probleme und hätten sogar das 2:0 nachlegen können, aber nach etwa einer halben Stunde bekam der SVWW die Partie besser in den Griff. Der Ausgleich kurz vor der Pause durch Schwadorf (per Kopf!) kam dennoch etwas überraschend, war aber natürlich immens wichtig. Kurz nach Wiederanpfiff gingen die Gäste dann in Führung, als nach einem zunächst abgewehrten Eckball Ruprecht frei zum Schuss kam und den Ball an den Innenpfosten donnerte, von wo er zum 2:1 ins Netz prallte. Der SVWW hatte nun Rückenwind und zehn Minuten später sorgte Pezzoni unter tatkräftiger Mithilfe des Steinbacher Torhüters für die Vorentscheidung. Der Regionalligist war nun sichtbar verunsichert, versuchte zwar nochmal zu eigenen Chancen zu kommen, musste dabei aber die eigene Abwehr entblößen. Einige Konter spielte der SVWW nicht konsequent zu Ende, kam aber dennoch durch Schäffler und Mrowca zu weiteren Toren und einem schließlich sehr deutlichen Sieg.

Liebling des Spiels: So richtig hervorheben möchte ich keinen, aber ein kleines Sonderlob geht an Sebastian Mrowca, der nach seiner Einwechslung ordentlich Dampf machte und starken Zug zum Tor entwickelte.

Szene des Spiels: Das 2:1 durch Steven Ruprecht in der 48. Minute. Nach einer abgewehrten Ecke flankt Lorenz mit rechts (!) von der Grundlinie auf Ruprecht, der den Ball volley versenkt. Nicht nur ein sehr schöner Treffer, bei dem der Jubel im Cristiano-Ronaldo-Stil angebracht war, sondern auch der Wegbereiter der letztlich sehr überzeugenden zweiten Spielhälfte.

Vor dem Spiel: Großes Bedauern, dass Luca Schnellbacher nicht im Kader stand, war er doch in der letzten Saison mehrere Male der Schütze des entscheidenden Tors in den Hessenpokalspielen.

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
– Zu Beginn deutliche Abstimmungsprobleme und dadurch Lücken in der Defensive. Ich weiß nicht, ob es nur mit dem Ausfall von Sascha Mockenhaupt und/oder den daraus resultierenden personellen Veränderungen zu tun hatte, oder ob man unbewusst den klassentieferen Gegner doch ein wenig unterschätzte, aber eine halbe Stunde sah es gar nicht gut aus, auch nach vorne gelang zunächst nicht viel.
+ Klare Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, dazu auch ein wenig Glück (Traumtor Ruprecht beim 1:1 und beim 2:1 wehrt der Torwart einen Schuss genau auf Pezzoni ab, von dessen Bein der Ball ins Tor springt).

Das schreiben die anderen: WK

Zuschauer: 2.207, davon etwa 80-100 Gästefans.

Nächstes Spiel: Das Finale wird nach aktueller Planung – beim HFV weiß man ja nie so genau – am Donnerstag, den 25. Mai (Christi Himmelfahrt) ausgetragen, so wie auch alle oder die meisten anderen Landespokalendspiele im Rahmen des “Finaltags der Amateure”, inklusive Konferenz-Live-Übertragung in der ARD. Gegner ist der SV Rot-Weiß Hadamar, seines Zeichens Hessenligist und dort aktuell auf Platz 6 in der 17er-Liga. Der Finalort steht noch nicht fest, aber ich hoffe sehr, dass der HFV nicht wieder beide Fanlager quer durch Hessen fahren lässt, sondern einen Ort aussucht, der für beide Seiten gut zu erreichen ist. Limburg oder Idstein böten sich beispielsweise an, aber eventuell hat das Fernsehen auch gewisse Anforderungen.
In der Liga geht es für den SVWW am Sonntag (14 Uhr) zuhause gegen Preußen Münster weiter. Münster erlebt eine eher verkorkste Saison, hat aber zuletzt drei Spiele in Folge gewonnen und sich von den Abstiegsplätzen entfernt (aktuell Platz 12 mit 37 Punkten). Im Hinspiel trennte man sich 2:2.