Auslaufen

3. Liga, 36. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – SG Sonnenhof Großaspach 0:0

Das Spiel in maximal fünf Worten: Kaum mehr als ein Sommerkick.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Für beide Teams geht es in der Liga seit Neuestem um nichts mehr, sodass man den Spielern nicht verübeln kann, wenn nicht mit letzter Bissigkeit um den Sieg gefightet wurde. Der SVWW war die meiste Zeit die aktivere Mannschaft, aber ohne sich wirklich zwingende Chancen herauszuspielen. Großaspach schaffte erst in der 70. Minute per Freistoß den ersten Schuss aufs Tor, den Kolke gut parierte. Dieser musste danach noch ein paar mal eingreifen, denn in der letzten Viertelstunde drehten die Gäste etwas auf. Die beste Chance hatte dann kurz vor Schluss Philipp Müller, aber auch hier hielt der Keeper seinen Kasten sauber. Ein torloses Unentschieden ist also das passende Ergebnis und es ist für mich auch völlig ok, ein Spiel mal nicht über 90 Minuten mit 100% zu bestreiten, wenn der Ligaverbleib gerade gesichert wurde, nachdem man sich über weite Teile der Saison rund um die Abstiegszone aufgehalten hat.

Liebling des Spiels: Merchandising-Mann Björn Günther, der unserem Tippspiel noch ein paar Gewinne versprach.

Szene des Spiels: Ich hatte ja etwas drauf gehofft, dass Markus Kolke in Anwesenheit seines Vorgängers Michael Gurski (der als Torwarttrainer der SGS in die Brita-Arena zurückkehrte) einen Abstoß spektakulär auf die Tribüne ballert. Passierte leider nicht, weshalb diese Rubrik diesmal unbesetzt bleibt.

Vor dem Spiel: War dank des Bremer Unentschiedens am Vorabend der Wehener Klassenerhalt bereits gesichert.

Nach dem Spiel:

Das fiel auf:
+ Die ganze Woche Schietwetter, aber am Spieltag war’s sonnig und warm. Ist doch auch mal was.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau (mit TV-Bericht)

Zuschauer: 1.860, davon eine Busladung Gästefans.

Tabelle: Der SVWW hat nun 47 Punkte und klettert auf Platz 13. Interessant, dass zwei Spieltage vor Saisonende weder die Auf- noch die Absteiger feststehen (zumindest solange der Punktabzug für den FSV Frankfurt nicht endgültig ist).

Vergleich zur Hinrunde: Im Hinspiel gab es eine Niederlage, d. h. das Unentschieden war im Vergleich eine Verbesserung. Nachdem die Ligazugehörigkeit gesichert ist, spare ich mir ab jetzt den Soll/Ist-Vergleich. Allerdings gut, dass der SVWW deutlich über meine Minimum-Rechnung hinausgegangen ist, denn die von mir ursprünglich angepeilten 41 Punkte würden wohl nicht reichen.

Serien und Rekorde: Der SVWW in dieser Saison schon zum 15. Mal ohne Gegentor – das gelang zuletzt in der Saison 2010/11.

Ansonsten: Mit Paul Lutterbüse wird kommende Saison ein weiterer Spieler aus dem eigenen Nachwuchs dem Profikader angehören. Wäre natürlich schön, wenn er auch mal zum Einsatz kommt und nicht nur zur Erfüllung der U23-Regel auf der Ersatzbank sitzen darf.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 13:30 Uhr beim Halleschen FC. Die Hallenser stehen aktuell auf Tabellenplatz 10 mit einem Punkt Vorsprung vor dem SVWW. Im Hinspiel trennte man sich 1:1.

NEL08 – Niemals Vierte Liga

Wir lassen den April Revue passieren, freuen uns darauf, vielleicht schon am Freitagabend auf dem Sofa den Klassenerhalt perfekt zu machen, besprechen verlängerte und aufgelöste Verträge und denken schon mal kurz an die nächste Saison.

Links:

Abonniert “Niemals Erste Liga”:

Und dann war Stille

3. Liga, 35. SpieltagFC Hansa Rostock – SV Wehen Wiesbaden 1:3 (Tore: Funk, Schäffler, Breitkreuz)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Drei späte Tore zum Auswärtssieg.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Für einen detaillierten Spielbericht muss ich leider auf andere Quellen verweisen, denn das Hansa-Fanradio, dem ich zu lauschen versuchte, war leider sehr stockend, d. h. der Stream brach ständig ab. Allerdings sehr gut zu hören war das minutenlange, vermutlich fassungslose Schweigen der Kommentatoren, nachdem Manuel Schäffler in der 90. Minute das 2:1 für den SVWW erzielt hatte. Zuvor lagen die Gastgeber lange Zeit in Führung (das 1:0 fiel schon nach neun Minuten) und hatten durchaus Chancen, das 2:0 nachzulegen und das Spiel zu entscheiden. In der 83. traf jedoch Patrick Funk zum Ausgleich (der überhaupt nur wieder in die Startelf rotierte, weil Andrich krank fehlte) und in der 90. mal wieder Schäffler. In der Nachspielzeit setzte Patrick Breitkreuz mit seinem ersten Tor für Wehen sogar noch einen drauf.

Liebling des Spiels: Vom Spiel her kann ich es wirklich nicht beurteilen, aber dass Patrick Breitkreuz nicht nur zum 3:1 traf, sondern auch die anderen beiden Tore auflegte, ist natürlich nach seiner langen Verletzungspause die Feel Good Story des Wochenendes.

Szene des Spiels: 40. Minute, Flanke Mintzel, Mayer trifft per Hacke – leider wurde auf Abseits entschieden, sehenswert war es allemal.

Vor dem Spiel: Angesichts der bisher eher schwachen Wehener Bilanz gegen Rostock wäre ich mit einem Punkt durchaus zufrieden gewesen.

Nach dem Spiel: Ist der Klassenerhalt nahezu sicher:

Das fiel auf:
+ Mal wieder ein sehr später Siegtreffer für den SVWW. Hatte man auch unter Torsten Fröhling bei Gleichstand meistens noch bis zum Schluss auf Sieg gespielt, fing man sich da oft noch den entscheidenden Gegentreffer ein. Seit Rehm da ist, hat man schon zum vierten Mal in der Schlussphase ein Spiel noch gewonnen.
+ Obwohl Rostock mit Ziemer, Jänicke, Ahlschwede und dem eingewechselten Benyamina gleich vier Ex-SVWWler einsetzte, traf keiner gegen seinen ehemaligen Verein. Früher schien das dagegen ein ungeschriebenes Gesetz zu sein.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 10.700, darunter ein paar glückliche Gästefans.

Tabelle: Der SVWW bleibt mit jetzt 46 Punkten auf Platz 14, hat aber acht Punkte Vorsprung auf Platz 18 und ist somit auch rechnerisch schon fast am Ziel, sprich Klassenerhalt – der Aufstieg ist hingegen (erst) seit diesem Wochenende auch theoretisch nicht mehr möglich.

Vergleich zur Hinrunde: Nach dem Unentschieden im Hinspiel nun zwei Punkte gut gemacht und insgesamt sechs Punkte über Soll.

Serien und Rekorde: Im zwölften Aufeinandertreffen erst der dritte Sieg gegen Rostock, zum zweiten Mal auswärts. Schäffler mit seinem zehnten Treffer – mehr Saisontore hatte im Trikot des SVWW (seit 2007) nur Zlatko Janjic, der in jeder seiner drei Spielzeiten in Wiesbaden über diese Marke kam.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) in der Brita-Arena gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Rüdiger Rehms Ex-Verein steht mit 50 Punkten auf Platz 8 und spielt erneut eine überzeugende Runde. In der Hinrunde verlor der SVWW durch einen späten Gegentreffer 1:2.

Kolke 2 – Regensburg 0

3. Liga, 34. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – SSV Jahn Regensburg 1:1 (Tor: Dams)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Der Elferkiller schlägt wieder zu.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Rüdiger Rehm schickte exakt dieselbe Elf wie gegen Bremen aufs Feld und diese legte trotz englischer Woche gut los. In den ersten zwanzig Minuten war der SVWW tonangebend und hatte ein paar sehenswerte Spielzüge inklusive Torchancen, bis die Gäste das Spiel ausgeglichener gestalten konnten. Nach einem Foul von Schäffler zentral vor dem Strafraum gab es Freistoß für Regensburg. Der erste Versuch ging in die Mauer, aber den Abpraller hämmerte Erik Thommy zur Gästeführung ins Tor. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit verhinderte Kolke das 0:2, nur zwei Minuten später konnte Wehen ausgleichen. Der Treffer war fast identisch zum 1:0 vom letzten Mittwoch: Ecke Lorenz, Kopfball Dams – warum auch nicht? Beide Mannschaften neutralisierten sich in der Folge gegenseitig, Chancen gab es kaum noch, dafür umso mehr Zweikämpfe, die nicht immer fair geführt wurden. Zehn Minuten vor Abpfiff fiel ein Regensburger nach Zweikampf mit Mockenhaupt im Strafraum, der Schiedsrichter ließ weiterspielen, aber Mockenhaupt war wohl ob der vermeintlichen Schwalbe seines Gegenspielers so aufgebracht, dass er diesem ins Gesicht packte. Das war reichlich dämlich, denn so gab es doch noch Strafstoß und die gelbe Karte, wobei für eine Tätlichkeit sogar eher Rot angebracht gewesen wäre. Den Elfmeter parierte einmal mehr Kolke. In der Schlussphase drückten die Gäste nochmal und in der Nachspielzeit gab es erneut Strafstoß. Der ballführende Regensburger war eigentlich gut abgeblockt und schien nur auf eine Gelegenheit zum Fallen zu warten, bis schließlich Funk ihm den Gefallen tat und ihn tatsächlich foulte. Doch auch diesmal tauchte Kolke in die richtige Ecke ab und rettete somit den Punkt für den SVWW.

Liebling des Spiels: Markus Kolke, gar keine Frage.

Szene des Spiels: 60. Minute, ein ins Seitenaus geklärter Ball landet bei einem Kameramann auf der Westtribüne, der sich nun entscheiden muss, ob er das Spielgerät gleich zurückwirft oder erstmal wieder seinem eigentlichen Job nachgeht, da das Spiel in seinem Blickfeld bereits weitergeht. Da ist schon mal das Fernsehen anwesend und muss gleich noch doppelt arbeiten.

Vor dem Spiel: Gab Alf Mintzel per Videotafel bekannt, dass er seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat. Er soll außerdem auch nach seinem Karriereende an den Verein gebunden werden.

Nach dem Spiel: Fühlt sich der Punkt fast wie ein Sieg an.

Das fiel auf:
+ Obwohl der SVWW unter der Woche noch ein Nachholspiel hatte und Regensburg von der Tabelle her klarer Favorit war, war man 75 Minuten mindestens ebenbürtig.
+ Aus dem Spiel heraus wurden wieder nahezu keine gegnerische Chancen zugelassen.
– Die Szenen, die zum Freistoß vor dem 0:1 und den beiden Elfmetern führten, waren dafür ziemlich blöd und leicht vermeidbar.
– Mehrmals blieben Wehener Spieler nach Zweikämpfen scheinbar schwer verletzt liegen und sprangen wieder auf, als es doch keinen Freistoßpfiff gab. Das sollten sie sich lieber sparen, sowas will doch keiner sehen.

Das schreiben die anderen: WK, kickerhessenschau (TV-Bericht), Sportschau (TV-Bericht)

Zuschauer: 1.877, davon etwa 300 Gästefans.

Tabelle: Mit nun 43 Punkten verbessert sich der SVWW auf Platz 14 und hat noch sieben Punkte Vorsprung auf Platz 18.

Vergleich zur Hinrunde: Nach der Niederlage in Regensburg nun einen Punkt gut gemacht, insgesamt vier Punkte über Soll.

Serien und Rekorde: Auch die dritte englische Woche seit Rehms Amtsantritt beim SVWW endet mit einer ausgeglichenen Bilanz: es gab wieder jeweils einen Sieg, eine Niederlage und ein Unentschieden. Kolke hält wie schon in der Hinrunde in Bremen gleich zwei Strafstöße in einem Spiel, insgesamt konnte er in dieser Saison sechs von sieben parieren.

Ansonsten: Schon wieder englische Groundhopper im Block. Sollte sich die Brita-Arena etwa als Geheimtipp herumgesprochen haben?

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) in Rostock. Der FC Hansa hat in der Rückrunde zwischenzeitlich gekriselt und war den Abstiegsrängen nahe gekommen, hat sich aber durch zehn Punkte aus den letzten vier Partien aller Sorgen entledigt (aktuell Platz 10 mit 46 Punkten). Im Hinspiel trennte man sich 1:1.

So gut wie gerettet

3. Liga, 29. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – SV Werder Bremen II 2:0 (Tore: Dams, Schäffler)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Verdienter Sieg gegen offensivschwache Gäste.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
In der ersten Halbzeit war Bremen nach meinem Dafürhalten spielerisch etwas besser als der SVWW, wurde aber vor Kolkes Tor kaum gefährlich. Wehen war sichtlich auf schnelle Umschaltaktionen aus und hatte ein paar mehr oder weniger gute Gelegenheiten. Kurz vor der Halbzeitpause ging es dann mal ganz einfach: Ecke Lorenz, Kopfball Dams, 1:0. Mit der Führung im Rücken und vermutlich auch einer Ansage des Trainers, den Gegner konsequenter zu bearbeiten und nicht wie häufig in der ersten Halbzeit spielen zu lassen, kam der SVWW deutlich dynamischer aus der Kabine. Es ergaben sich eine Reihe vielversprechender Angriffe, die aber meistens schon vor dem finalen Pass scheiterten. Mitte der zweiten Halbzeit traf Schäffler nach Vorlage von Müller endlich zum 2:0 und damit war das Spiel eigentlich entschieden. Es hätten durchaus noch weitere Treffer für den SVWW fallen können, während Werder bis zum Abpfiff fast keinen Torabschluss hatte.

Liebling des Spiels: Nehmen wir heute mal Niklas Dams, stellvertretend für eine wieder sichere Defensive, und dazu mit dem Treffer zum 1:0.

Szene des Spiels: 16. Spielminute, Fallrückzieher von Schäffler, knapp übers Tor. Wäre im Erfolgsfall Tor-des-Monats-verdächtig gewesen.

Vor dem Spiel: Musste man nochmal die Winterjacke aus dem Schrank holen. Es gab auch tatsächlich Glühwein an den Getränkeständen.

Nach dem Spiel: Konnte man sich an dem Gedanken erwärmen, dass höchstwahrscheinlich auch nächste Saison Profifußball in der Brita-Arena geboten wird.

Das fiel auf:
+ sehr wenig gegnerische Chancen zugelassen
– die eigene Chancenverwertung ist weiterhin ausbaufähig
– viele Angriffsversuche wurden durch ungenaue Anspiele und kleine Missverständnisse zunichte gemacht

Das schreiben die anderen: WK, kicker

Zuschauer: 1.745, davon sehr respektable ca. 50 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW bleibt auf Platz 15, hat aber jetzt fast schon komfortable neun Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Vergleich zur Hinrunde: Auch das Hinspiel hatte Wehen gewonnen, sodass man weiterhin drei Punkte über Plan liegt.

Serien und Rekorde: Werder ist neben Duisburg und Zwickau die dritte Mannschaft, gegen die der SVWW in dieser Saison beide Partien gewinnen konnte. Mehr werden es auch nicht mehr.

Ansonsten: Die Ultras stellten nach der Pause den Support ein und hängten ihre Banner ab. Angeblich wurden einige aus der Gruppe während des Spiels aus dem Stadion geworfen. Keine Ahnung, was da schon wieder los ist…

Nächstes Spiel: Bereits am Samstag (14 Uhr) steht das nächste Heimspiel an und zwar gegen Jahn Regensburg. Der starke Aufsteiger ist nach zwischenzeitlichem Durchhänger bis auf den zweiten Tabellenplatz geklettert und schickt sich an, den Durchmarsch in die zweite Liga zu schaffen. Im Hinspiel unterlag der SVWW 1:3.