Lesetipp: Die Taunus-Torpedos

Wer gerade zwischen den Jahren frei hat und/oder was zu lesen sucht, dem sei eine ältere Artikelreihe über die Zeit der Taunus Torpedos drüben bei Support Wehen empfohlen, die ich kürzlich auf Hinweis von Klaus-Martin wiederentdeckt habe. Man findet einige Geschichten aus den Oberliga- und Regionalliga-Jahren von 1997 bis 2001, u. a. die Ursprünge der Rivalität zu Fans des FSV Frankfurt.

 

NEL04 – Tribüne zu verkaufen

Ein bunter Strauß an Emotionen!

Sonja und Gunnar besprechen die miese sportliche Situation des SVWW, ärgern sich über Knallköppe in Bornheim, freuen sich auf die neue Westtribüne und lassen sich das Herz von DEM Moment des Jahres erwärmen.

Viel Spaß!

Das Tippspiel findet Ihr hier.

Der Audio-Kommentar war von Tim Brockmeier in der Drittliga-Konferenz am letzten Spieltag der vergangenen Saison. Vielen Dank an die ARD Sportschau, dass wir das hier einspielen durften!

Abonniert “Niemals Erste Liga”:

Winterpause, zum Glück

3. Liga, 19. SpieltagFSV Frankfurt – SV Wehen Wiesbaden 3:1 (Tor: Blacha)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Schlimm, wie üblich.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Das Spiel sah die meiste Zeit ziemlich genau so aus, wie man es Mitte Dezember von zwei Mannschaften erwarten kann, die sich beide an ihren jeweils letzten Sieg kaum noch erinnern können. Mitte der ersten Halbzeit kam ein langer Ball zufälligerweise bei Philipp Müller an, der für David Blacha auflegte – die etwas überraschende, aber natürlich gern genommene Führung für den SVWW. Die Freude währte allerdings nicht lange, denn schon drei Minuten später glich der FSV aus und ging weitere vier Minuten danach sogar mit 2:1 in Führung. Beide Tore wurden über die rechte Wehener Abwehrseite vorbereitet, wo Funk ebenso wie links Mintzel Mühe mit dem Tempo der Gegenspieler hatte. In der zweiten Halbzeit kam der SVWW mit etwas mehr Schwung aus der Kabine, während Frankfurt sich darauf beschränkte, den Gegner einigermaßen vom Tor wegzuhalten. Das reichte aber gegen eine erneut harmlose SVWW-Offensive. In der Nachspielzeit fiel nach einem Konter noch das 3:1.

Liebling des Spiels: Frankfurts linker Verteidiger La’Vere Corbin-Ong, der aufgrund seiner Dante-Frisur von einigen Gästefans zunächst als “Taunas” erkannt wurde, vor allem aber dadurch bestach, dass er, obwohl scheinbar gemütlich trabend, jedesmal vor seinen verbissen ansprintenden Gegenspielern am Ball war.

Szene des Spiels: 77. Minute, Robert Andrich versucht bei einem Angriff über die rechte Seite per Hacke einen Doppelpass zu spielen, trifft aber sein eigenes Bein und der Ball springt ins Aus.

Vor dem Spiel: Meinten einige Mitglieder der “aktiven Szene”, in Bornheim ihre Duftmarken in Form von Böllern zu hinterlassen. Nachdem schon am Vortag ein dümmliches Banner am FSV-Stadion angebracht worden war, reichte das der Polizei als Anlass, die ca. 80 Fans noch vor dem Spiel wieder in die S-Bahn zurück nach Wiesbaden zu setzen.

Nach dem Spiel: Bin ich froh über die sechs Wochen Winterpause. Es ist zwar reichlich ätzend, auf einem Abstiegsplatz zu überwintern, aber in der aktuellen Verfassung wäre auch in den nächsten Wochen kein Spiel zu gewinnen.

Das fiel auf:
– Einfach zusammengefasst: alles Mist. Ohne Ball zu langsam und zu weit weg vom Gegenspieler, mit Ball zu ungenau und einfallslos. Und das in allen Mannschaftsteilen, bei allen Spielern.

Das schreiben die anderen: WK, kicker

Zuschauer: 3.375, davon ca. 200 Gästefans.

Tabelle: Magere 20 Punkte nach der Hinrunde bedeuten Tabellenplatz 18 und die konkrete Gefahr des Abstiegs in die Regionalliga.

Serien und Rekorde: Der SVWW ist seit mittlerweile neun Spielen sieglos. Die Gesamtausbeute des Kalenderjahres 2016: 9 Siege, 10 Unentschieden und 17 Niederlagen.

Ansonsten: Die besten Szenen spielten sich natürlich nicht auf dem Spielfeld, sopndern am Getränkestand ab. Erst der Fan, der bei der Bestellung eines heißen Apfelweins “aber vom Billische” hinzufügte, dann der Getränkeverkäufer, der ausführlich berichtete, wie er einst ein Trikot von Bakary Diakité bekam.

Nächstes Spiel: Am 7. Januar gibt es das erste von vier Testspielen gegen Zweitliga-Teams und zwar in der Brita-Arena gegen die SpVgg Greuther Fürth. Im Trainingslager in Spanien folgen dann Partien gegen Heidenheim und Union Berlin und zum Abschluss der Rückrundenvorbereitung wird nochmal in der Brita-Arena gegen die Würzburger Kickers gespielt. In der Liga wird es dann am 28. Januar beim VfR Aalen wieder ernst. Die Schwaben stehen mit 28 Punkten auf einem soliden 8. Platz und haben bereits zehn Unentschieden gesammelt – Peter Vollmann weiß halt, wie das geht. In der Hinrunde verlor der SVWW 1:2.

Keine vorzeitige Bescherung

3. Liga, 18. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – Hallescher FC 1:1 (Tor: Blacha)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Ach. Eigentlich wie immer.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Die erste Halbzeit begann recht flott, Halle direkt mit einer Chance, kurz darauf auch der SVWW in Person von David Blacha mit einer Riesenmöglichkeit. Die Hallenser zeigten, warum sie aktuell im Rennen um die Aufstiegsplätze sind: frühes Anlaufen, gutes Umschaltspiel, mehrere ordentliche Torchancen und nach einer halben Stunde auch die Führung. Wehen machte es zwar auch nicht so schlecht, aber die Gästeführung war verdient. Der HFC schien in der zweiten Halbzeit einen Gang zurückzuschalten und der SVWW kam durch Blacha nach Schnellbachers Vorlage zum Ausgleich. In der restlichen halben Stunde Spielzeit wäre Halle durchaus zu schlagen gewesen, aber letztlich waren die weiteren Chancen nicht zwingend genug.

Liebling des Spiels: Wenn keiner herausragt, liegt man mit dem Torwart meist ganz gut, denn Max Reule hielt erneut, was zu halten war.

Szene des Spiels: Das 1:1 nach einer knappen Stunde: Andrich flankt von der rechten Seite aus zu Schnellbacher, der passt nach innen, wo Blacha am kurzen Pfosten nur noch den Fuß hinhalten muss. Kurios, dass die ganze Nordwand erst mit Verzögerung jubelte, wahrscheinlich weil Schuss und Flugbahn am anderen Ende des Spielfelds kaum erkennbar waren.

Vor dem Spiel wurde die Vertragsverlängerung von Trainer Torsten Fröhling (bis 2019) bekannt gegeben.

Nach dem Spiel findet man sich auf einem Abstiegsplatz wieder.

Das fiel auf:
+ Immerhin war ein Plan erkennbar, wie man die Hallenser Defensive knacken wollte: mit Pässen in die Schnittstellen zwischen den Verteidigern, wo die schnellen und wendigen Blacha und Schnellbacher zum Abschluss kommen sollten.
– Leider blieben die zahlreichen Versuche überwiegend erfolglos.
– Mintzels nachlassende Geschwindigkeit wird gegen schnelle Gegenspieler zunehmend zum Sicherheitsrisiko.

Das schreiben die anderen: WK, kickerMZ

Zuschauer: 2.935, davon ca. 400 Gästefans und mindestens genauso viele SVWW-Anhänger mit Freikarten.

Tabelle: Der SVWW trudelt weiter abwärts und ist mit Platz 18 mittlerweile auf dem ersten Abstiegsrang angekommen.

Serien und Rekorde: Mittlerweile ist man seit acht Spielen ohne dreifachen Punktgewinn. Die Serie aus der Rückrunde der letzten Saison, als man zehn Spiele sieglos blieb, wackelt bedrohlich.

Ansonsten: Bis wenige Minuten vor dem Anpfiff wurden Weihnachtslieder gesungen, was mich zu verfrühtem Jubel anstiftete:

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag geht es zum Vorrundenabschluss an den Bornheimer Hang. Der FSV Frankfurt startete nach dem Abstieg mit großen Schwierigkeiten in die Saison und konnte keins der ersten sieben Spiele gewinnen. Dann folgte eine Siegesserie mit 16 Punkten aus sechs Spielen, aber in den letzten fünf Partien gab es wiederum nur drei Unentschieden und zwei Niederlagen, zuletzt spielte man 0:0 in Bremen. In der 3. Liga ist es das erste Aufeinandertreffen der beiden Vereine.

Holla, die Waldfee

3. Liga, 17. SpieltagSG Sonnenhof Großaspach – SV Wehen Wiesbaden 2:1 (Tor: Andrich)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Kurz vor Schluss alles verloren.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Nach einem sehr frühen Rückstand kam der SVWW beim direkten Konkurrenten Großaspach schnell zurück. Die Mannschaften waren größtenteils ebenbürtig und konnten in der Folge einige Chancen nicht nutzen. Als sich alle schon mit dem Unentschieden abgefunden hatten, entschied ein Konter das Spiel zugunsten von Großaspach. Auch, weil der SVWW danach keine Schlussoffensive mehr zustande brachte.

Liebling des Spiels: SVWW-Torwart Max Reule, der bei seinem erst zweiten Drittliga-Spiel erneut eine gute Figur machte und bei den Gegentreffern machtlos war.

Szene des Spiels: In der 88. Minute fährt Großaspach einen Konter und trifft zum 2:1.

Vor dem Spiel: Wurde die Schwäbische Waldfee ausführlich interviewt und tippte ein 4:0 für Großaspach.

Nach dem Spiel: Enttäuschung. Ratlosigkeit. Und nur eine handvoll Spieler, die zum Abklatschen der Fans an den Gästeblock kommen.

Das fiel auf:
+ Der schnelle Rückstand wurde prompt ausgeglichen – Andrich, der zuvor den Ball im Mittelfeld verloren hatte, machte seinen Fehler damit sofort wieder gut.
– In einem Spiel, das eigentlich lange nach einem Unentschieden aussah, gab es mal wieder (ähnlich wie in Regensburg) kurz vor Schluss den entscheidenden Gegentreffer.
– Eigene Großchancen, die es in der zweiten Halbzeit gab, wurden nicht genutzt, beispielsweise durch Ruprecht alleine vor dem Torwart und Andrich, der bei leerem Tor zielstrebiger hätte abschließen müssen.
+/- Mit Manuel Gräfe war ein sehr erfahrener Schiedsrichter am Start, der das Spiel souverän leitete. Der SVWW, sonst in letzter Zeit häufig am Rande von Platzverweisen unterwegs, kam dadurch dieses Mal ohne eine einzige Karte davon.
+/- Interessant, mal in einem Drittliga-Stadion zu sein, in dem Zuschaueransturm und Stimmung noch trostloser sind als beim SVWW. Kennt man sonst so eigentlich nur von den zweiten Mannschaften.

Das schreiben die anderen: WK, kicker

Zuschauer: Im Stadion gab es keine Durchsage dazu. Der kicker spricht von 1.000, der Wiesbadener Kurier von 1.500. Auf alle Fälle waren rund 30 Gästefans dabei.

Tabelle: Der SVWW jetzt auf Platz 17, nur noch einen Punkt vor dem ersten Abstiegsplatz. Schlechter sind aktuell nur noch Paderborn, Zwickau und Mainz. Immerhin hat man von den Teams dort unten das deutlich beste Torverhältnis.

Serien und Rekorde: Es war das inzwischen siebte Spiel in Folge ohne Sieg für den SVWW.

Ansonsten: Hat sich Großaspach vor kurzem selbst zum “Dorfklub” ernannt. Das wird bei Heimspielen bei jeder Gelegenheit erwähnt – bei einem entsprechenden Trinkspiel wäre man schon in der Pause hackevoll gewesen.

Nächstes Spiel: Am nächsten Samstag (14 Uhr) zuhause gegen den Halleschen FC, letztes Heimspiel vor der Winterpause. Halle grüßt von einem Aufstiegsplatz, hat aber seit dem ersten Spieltag kein Auswärtsspiel mehr gewonnen. In der letzten Saison unterlag der SVWW in Halle mit 0:3, gewann aber sein Heimspiel mit 1:0 – es war der letzte Sieg mit Trainer Sven Demandt.