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Der Blog zum SV Wehen Wiesbaden

Wenn’s mal läuft

36. Spieltag: SV Wehen Wiesbaden – 1. FC Saarbrücken 3:1

Das Spiel in maximal fünf Worten: Den SVWW in seinem Lauf…

Liebling des Spiels: Markus Kolke. Der junge Torwart sah beim frühen Gegentor etwas unglücklich aus, hielt aber in den folgenden 89 Minuten großartig. Sehr gelungenes Drittliga-Debüt.

Szene des Spiels: 69. Minute: Beim Stand von 1:1 endet ein Angriff der Gäste mit einem Schuss an den Innenpfosten, von wo der Ball ins Aus auf der anderen (!) Seite des Tors prallt. Kurz darauf fällt stattdessen das 2:1 für Wehen.

Vor dem Spiel: Seit Wochen ist klar, dass nach oben und nach unten nichts Wesentliches mehr passieren kann. Daher leichte Vorfreude auf einen gemütlichen Freitagabend im Stadion.

Nach dem Spiel: Schon wieder ein Spiel, das in der Vorrunde höchstens unentschieden ausgegangen wäre. Mit dem aktuellen Selbstbewusstsein und ohne Druck kann die Mannschaft offensichtlich endlich ihr Potential zeigen.

Das fiel auf:
- Anpfiff verpennt und schon nach einer Minute im Rückstand.
+ Wie schon letzte Woche in Dortmund ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Nachdem Joe Vunguidica noch eine Riesenchance kläglich übers Tor ballert, legt er kurz danach auf Maciej Zieba ab, der zum Ausgleich einschiebt.
- Wieder wurden dem Gegner einige sehr gute Gelegenheiten gestattet. Die in der Rückrunde zwischenzeitlich superstabile Abwehr wackelt hin und wieder bedrohlich.
+ Andererseits kann man sich momentan darauf verlassen, dass vorne Tore fallen. Insbesondere Joe, Alf Mintzel und Zlatko Janjic sind fast jederzeit für Torgefahr gut.
+ Der eingewechselte Denis Mangafic, bisher in der zweiten Mannschaft beheimatet, hatte ein paar gute Szenen bei seinem ersten Profieinsatz.
- Dem Saarbrücker Sven Sökler gebührt der Titel “Depp des Tages”. Nach einer Rangelei samt kleinem Wortgefecht mit Michael Wiemann hat er nicht lange gezögert und schon etwa zehn Sekunden nach Schlichtung durch den Schiedsrichter Wiemann abgegrätscht. Selten war ein Revanchefoul absehbarer.

Zuschauer: 3.758. Der gut gefüllte Gästeblock war dabei schön laut.

Serien und Rekorde: Der vierte Heimsieg hintereinander, insgesamt wurden fünf der letzte sechs Spiele gewonnen. Bloß mit dem alleinigen Unentschiedenrekord wird es langsam eng.

Tabelle: Die angestrebte Marke von 50 Punkten ist nun auch erreicht. Der SVWW liegt mit 51 Punkten weiterhin auf Platz 7.

Ansonsten: Saarbrücken scheint über eine ausgesprochen gefährliche Fanszene zu verfügen. Wie sonst erklärt sich der Einsatz von szenekundigen Beamten, die betont unauffällig vor dem Stadion stehen und Sätze wie “jetzt kommt eine Zehnergruppe” in ihr Headset blöken?

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 13:30 in Offenbach zur letzten Auswärtspartie dieser Drittliga-Saison. Am Donnerstag zuvor wird höchstwahrscheinlich um 15:00 Uhr in Kassel das Hessenpokal-Halbfinale ausgetragen. Vielleicht aber auch nicht. Man weiß es noch nicht so genau.

Der erste Schritt nach Berlin

35. Spieltag: Borussia Dortmund II – SV Wehen Wiesbaden 1:2

Mehr als Live-Ticker und den kurzen Bericht im hr habe ich nicht gesehen, aber das Spiel lässt sich wohl knapp zusammenfassen: Eine gute erste Halbzeit des SVWW, als nach frühem Rückstand das Spiel gedreht wurde (Tore durch Vunguidica und Janjic) und auch Chancen auf eine höhere Führung bestanden, dann eine schlechte zweite Halbzeit, in der man nur mit Dusel die Führung über die Zeit brachte.

In der Hinrunde wäre sicherlich noch mindestens der Ausgleich gefallen, aber jetzt, wo es um nichts mehr geht (von der selbstgesteckten 50-Punkte-Marke abgesehen), gelingt sogar der zweite Auswärtssieg der Saison. Möglicherweise wollten die Jungs auch nur am Unentschiedenrekord arbeiten und überließen deshalb dem Gegner in der zweiten Hälfte das Spiel. Wie dem auch sei, mit nunmehr 48 Punkten verbessert sich der SVWW auf Platz 7 – das monatelange Herumgedümpel in der unteren Tabellenhälfte scheint plötzlich lange her. Sogar Peter Vollmanns Bilanz als SVWW-Trainer ist zum ersten mal positiv, also mit mehr Siegen als Niederlagen.

Der wichtigere Sieg in dieser Woche wurde aber bereits am vergangenen Dienstag errungen. Mit einem 7:0 beim Regionalligisten Bayern Alzenau (Tore: 3x Vunguidica, Döringer, Christ, Schimmel, Ivana) konnte man ins Halbfinale des Hessenpokals einziehen. Gegner ist mit Hessen Kassel wieder ein Team aus der Regionalliga – und in den beiden letzten Jahren jeweils der letzte Gegner für den SVWW im Pokal. Dem Endspielsieg 2011 folgte letzte Saison ein 0:1, wobei damals alle Konzentration dem Klassenerhalt galt. Dieses mal sollte wieder ein Sieg und somit der Finaleinzug drin sein. Wann das Halbfinale stattfinden soll, steht aber noch nicht fest, da Kassel u. a. aufgrund zahlreicher Spielabsagen im Winter in argen Terminschwierigkeiten steckt. Möglicherweise wird es der 9. Mai, der ursprünglich als Finaltermin vorgesehen war. Wir werden es wohl früher oder später erfahren.

Erfreuliches gibt es auch von der Personalplanung zu berichten. Der Vertrag mit Joe Vunguidica wird um zwei Jahre verlängert, was angesichts seiner starken Entwicklung in den letzten Monaten nur folgerichtig ist. Mittlerweile überzeugt er ja nicht nur durch großen Einsatz, sondern trifft auch regelmäßig. Weiter so, Joe!

Am kommenden Freitag findet das vorletzte Heimspiel der Saison statt und zwar gegen den 1. FC Saarbrücken mit Ex-SVWWler Marcel Ziemer. Dieser hat sich im Saarland zu einem richtigen Torjäger entwickelt und liegt mit aktuell 16 Treffern sogar ein Tor vor Zlatko Janjic. Wie wär’s, wollen unsere Verantwortlichen Cello nicht zurückholen? Ziemer, Janjic und Joe könnten doch nächste Saison ein tolles Sturm-Trio bilden, finde ich…

Hase und Igel

Unterhaltsam war’s ja schon irgendwie, das 3:3 des SV Wehen Wiesbaden beim 1. FC Saarbrücken. Außer den Toren gab es noch eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen auf beiden Seiten, beide Mannschaften bekamen jeweils einen eigentlich fälligen Strafstoß verweigert, jede Menge Action. Zweimal hatte der SVWW geführt, schon nach einer guten Viertelstunde lag man nach Treffern von Janjic und Vunguidica mit 2:0 vorne, aber die bitteren Erfahrungen dieser Saison verhinderten jede Euphorie.

Dass es noch nicht mal zehn weitere Minuten dauern sollte, bis die Führung wieder dahin war, kam dann aber doch etwas überraschend.

Der durchgeknallte Drehbuchschreiber, der für die Wehener Spielverläufe zuständig ist, hatte sich aber diesmal eine neue Pointe ausgedacht, denn Nico Herzig traf kurz vor der Pause zur erneuten Führung.

Wäre aber zu schön gewesen, wenn man mit drei Toren auf Gegners Platz auch drei Punkte erhielte. Eine Viertelstunde vor Schluss konnte Saarbrücken erneut ausgleichen und am Ende musste man froh sein, dass der SVWW wenigstens einen Punkt gerettet hatte.

Beide Mannschaften vereinte das alte “vorne hui, hinten pfui”-Motto. Beim SVWW wechselt sich das ja meistens von Spiel zu Spiel mit dem Komplementär “hinten hui, vorne pfui” ab, wenn dann nämlich so gut wie keine Chancen und noch weniger erzielte Treffer herausspringen, aber dafür in der Defensive auch nichts anbrennt. Hat ein bisschen was vom Märchen vom Hase und Igel: auch wenn der Hase noch so viele Tore erzielt, der Igel steht schon da mit seinen Gegentreffern. (OK, die Metapher ist schiefer als gedacht, aber jetzt steht die Überschrift halt schon da.)

Auch wenn es im Endeffekt in beiden Fällen nur dazu beiträgt, schon in Kürze den ewigen Unentschieden-Rekord zu knacken, spektakulärer ist es zumindest so wie am Samstag im Saarbrücker Ludwigspark geschehen. Deshalb will ich zur Abwechslung mal nicht groß rummeckern – auch wenn es weiterhin sicherlich genug Gründe dafür gäbe -, sondern hake das, wenn auch kopfschüttelnd, ab.

Am nächsten Samstag steht eins der Saison-Highlights auf dem Programm, nämlich das Heimspiel gegen Kickers Offenbach. Da kann Maskottchen B. mal zeigen, was er als Glücksbringer taugt.

Der SVWW zu Gast im Saarland

Am kommenden Samstag tritt der SV Wehen Wiesbaden beim 1. FC Saarbrücken an. Ich habe mich mit dem Blogger-Kollegen Carsten vom FCS-Blog unterhalten:

Die Saison verlief für den FCS bisher noch nicht wirklich erfolgreich. Kommt das überraschend nach der guten letzten Saison, als der FCS fast die komplette Spielzeit in der oberen Tabellenhälfte platziert war?

Nicht wirklich. Man erkennt den Trend, dass der Verein gegen Ende der abgelaufenen Spielzeit das Niveau der Hinrunde eben nicht gehalten hat. In der Rückrunde 2011/12 hat der FCS 25 Punkte geholt, jetzt sind es bereits 20. Würde eher sagen, dass der Verein angesichts einiger Abgänge und der vielen Verletzungen derzeit eher besser als erwartet darstellt.

Wackelt Trainer Jürgen Lugingers Stuhl oder ist er über jeden Zweifel erhaben?

Geht es nach einer Hälfte der Fanszene, so gibt es nichts an Luginger auszusetzen. Die andere würde den Übungsleiter am Liebsten zum Teufel jagen. Das liegt wohl immer noch am ungeheuren schweren Erbe, das Luginger angetreten hat. Er kam 2010, nachdem klar wurde, dass Aufstiegstrainer Dieter Ferner keine Lizenz für die 3. Liga haben würde. Ferner wurde Sportdirektor und kündigte letzten Winter überraschend seinen Abschied an. Viele sehen Luginger als einen der Schuldigen. Inwiefern das stimmt, kann nur spekuliert werden. Seitens des Präsidiums dürfte sich Luginger vorerst konsolidiert haben. Das kann sich aber schnell ändern.

Was ist das mittelfristige Ziel? Ist ein baldiger Aufstieg fest im Visier oder ist man in Saarbrücken nach vielen Jahren im Amateurbereich eher froh, überhaupt wieder im Profi-Fußball dabei zu sein?

Unser Präsident Borgard ließ sich in der 11 Freunde zur Jahreszahl 2014 für die 2. Liga hinreißen. Ich halte das persönlich für sehr optimistisch. Und das eher aufgrund mangelnder personeller Konstanz denn aufgrund des verschleppten Stadionneubaus.

Der SVWW (bzw. früher der SV Wehen) konnte bisher noch nie in Saarbrücken gewinnen. Glaubst Du, dass sich das am Samstag ändern könnte?

Vor zwei Wochen hätte ich wohl gesagt, dass Wiesbaden (oder Wehen, da blickt so doch niemand mehr richtig durch!) im Ludwigspark gewinnt. Diagnose: Eklatante Heimschwäche. Aber jetzt haben wir halt den zweiten Heimdreier eingefahren und auswärts verloren. Ich tippe auf 1:1, für Euch ja nicht gerade ein unbekanntes Ergebnis.

Zu guter Letzt: Wie schlägt sich Marcel Ziemer bei Euch?

Wenn er nicht verletzt ist, was leider zu schnell passiert, ist er mithin der wichtigste Mann im Team. Im Sturm hat keiner außer ihm das Auge für den richtigen Pass im richtigen Moment. Und Tore schießen kann er ja auch noch nebenbei.

Vielen Dank, Carsten!

Und hier noch eine Link-Empfehlung: 25 Dinge, die Ihr garantiert nicht über Saarbrücken wusstet

Aufwärtstrend?

Es gibt neue Hoffnung, dass der Sturz ins Bodenlose doch noch gestoppt werden kann. Schon das 2:2 in Burghausen vor einer Woche konnte man als positives Signal werten, schließlich verkraftete die Mannschaft des SVWW den Schock, das aus einer 1:0-Führung Mitte der zweiten Halbzeit plötzlich ein 1:2-Rückstand wurde, und holte dank Zlatko Janjic’ zweitem Treffer noch ein Unentschieden.

Noch wilder und mit noch besserem Ausgang für Wehen ging es dann am vergangenem Samstag im Heimspiel gegen Saarbrücken zu. Erneut traf Janjic zweimal. Zuerst glich er die Führung der Gäste im Gegenzug aus, später erzielte er den 3:2-Siegtreffer, wiederum nur eine Minute nach einem Gegentor. Das 2:1 verdanken wir Steffen Wohlfahrt.

Dieser Sieg – der erste im sechsten Spiel unter Vollmann – war allerdings auch dringend nötig, denn Oberhausen hat zuletzt tüchtig gepunktet und liegt nur noch zwei Punkte hinter dem SVWW, der seinerseits momentan den ersten Nicht-Abstiegsplatz einnimmt. Auch Jena kann in seinen beiden Nachholspielen noch aufholen, einzig Werder Bremen II scheint ziemlich abgeschlagen.

Außer Janjic, der seit neustem wieder als Stürmer aufgeboten wird, ist der wiedergenesene Alf Mintzel der zweite Hoffnungsträger. Man kann nur beten, dass der SVWW im restlichen Saisonverlauf von weiteren Verletzungen verschont bleibt und sich stattdessen die Mannschaft weiter stabilisiert.

Am kommenden Samstag geht’s zu Preußen Münster, die seit fünf Spielen nicht gewonnen und zuhause zuletzt im November einen Dreier eingefahren haben (wobei zwei Heimspiele noch nachzuholen sind). Dort könnte (eigentlich: muss) für Wehen was zu holen sein.

Morgen Abend steht aber zunächst mal ein “Bonusspiel” an, nämlich das Hessenpokal-Viertelfinale bei Hessen Kassel. Ich weiß nicht, ob ich hingefahren wäre, aber da ich sowieso beim DFB-Pokalspiel zwischen Mönchengladbach und dem FC Bayern sein werde, erübrigt sich diese Frage. Ist vielleicht aber auch besser so, denn den Heimsieg am letzten Samstag habe ich auch verpasst – sollte ich etwa ein Seuchenvogel sein?