Relegationsspiele terminiert

Der direkte Aufstieg ist für den SV Wehen Wiesbaden spätestens seit dem letzten Wochenende passé, aber das Erreichen des 3. Platzes und damit der Teilnahme an zwei Relegationsspielen gegen den 16. der 2. Bundesliga ist durchaus noch möglich. Man braucht aus den verbleibenden vier Ligaspielen nur wenigstens soviele Punkte wie der Karlsruher SC, die bessere (und quasi nicht mehr einholbare) Tordifferenz könnte dann den Ausschlag geben.

Noch völlig unklar ist, wer der Gegner aus der 2. Liga sein könnte, da gibt es bekanntlich noch eine Menge Kandidaten, aber immerhin steht nun exakt fest, wann die Spiele stattfinden. Das Hinspiel im Stadion des Drittligisten (also hoffentlich in der Brita-Arena) wird am Freitag, den 18. Mai um 18:15 Uhr angepfiffen, das Rückspiel beim Zweitligavertreter am Dienstag, den 22. Mai, ebenfalls um 18:15 Uhr.

Die Termine kommen nicht ganz überraschend und waren dementsprechend auch schon seit längerer Zeit im hauseigenen Kalender vermerkt, einzig die genaue Anstoßzeit war noch unklar.

Zu erwähnen ist noch, dass wie im Europapokal bei Punkt- und Torgleichheit die mehr erzielten Auswärtstore entscheidend sind. Im Rückspiel könnte es zu Verlängerung und Elfmeterschießen kommen. Letzteres war in den bisherigen neun Relegationen zwischen 2. und 3. Liga noch nie nötig, Verlängerung gab es immerhin zweimal, zweimal kam die Auswärtstorregel zur Anwendung. Siebenmal konnte sich der Drittligist durchsetzen, nur zweimal der Zweitligist.

Technisch, personell und medial wird alles aufgefahren, was der moderne Fußball so hergibt, also Torlinientechnologie, Videoassistent und Übertragung sowohl durch das ZDF als auch durch Eurosport – da möchte man ja fast über einen freiwilligen Verzicht nachdenken…

Natürlich nicht! Aber erst mal muss der 3. Platz verteidigt werden…

NEL023 - Selbsthass

Sorry, lieber Hörer, es hat diesmal etwas länger gedauert – und der Satz gilt gleich in mehrfacher Hinsicht.

Zum einen quatschen wir natürlich über die letzten Spiele des SV Wehen Wiesbaden (Fortsetzung der Siegesserie gefolgt von Horrorwoche), das Restprogramm und die Aussichten im Aufstiegsrennen, ärgern uns über Robert Andrich, wundern uns über rauchende Spieler, erfahren etwas vom geplanten Fanprojekt und amüsieren uns über originelle Namen von Spielgemeinschaften. Dazu natürlich wie immer Sonjas Groundhopping-Erlebnisse, ein Blick auf unsere A-Junioren und Neues von Ehemaligen.

Das Ganze geht fast zweieinhalb Stunden und da es leichte technische Probleme gab, dauerte die Nachbearbeitung ungefähr genauso lang – ich hoffe, es ist jetzt einigermaßen hörbar und die Antworten kommen nicht vor den Fragen…

Falls Ihr bis Freitag nur schnell unsere Einschätzung zum Spiel gegen Magdeburg hören wollt, könnt Ihr auch bei den Kollegen von Nur der FCM reinhören (ca. ab Minute 30).

Hier noch die erwähnten Links:

Schreibt uns Eure Vorschläge für alberne Vereinsnamen – und erst recht echte alberne Namen!

Aufstiegsgedanken

Seit wir unseren Podcast “Niemals Erste Liga” gestartet haben, ist das überwiegend der Ort, wo wir unsere Gedanken zum SV Wehen Wiesbaden veröffentlichen, und fürs Blog bleiben fast nur die (einigermaßen aktuellen) Spielberichte, aber gerade treiben mich ein paar Dinge um, die ich nicht bis zur nächsten NEL-Folge rumliegen lassen will.

Natürlich, das Thema “Aufstieg” spielt dabei eine zentrale Rolle, denn so eine realistische Chance auf Rückkehr in die 2. Bundesliga gab es seit 2011 nicht für den SVWW. Großartige Rechenspiele mag ich jetzt gar nicht anstellen und in die Glaskugel hat schon der WK für uns geblickt. Fest steht, dass die Saison ins letzte Viertel, also schon bald auf die Zielgerade geht, und der SVWW noch immer aus eigener Kraft mindestens den Relegationsplatz erreichen kann (fest steht seit letztem Wochenende übrigens auch, dass der SVWW diese Saison nicht mehr absteigen kann). Allerdings ist das Aufstiegsrennen auch so umkämpft wie selten zuvor und es könnte durchaus passieren, dass am Ende ein oder sogar mehrere Teams nicht aufsteigen mit einer Punktezahl, die in früheren Saisons sogar für den Direktaufstieg gereicht hätte.

Blick zurück

Schauen wir uns mal die Drittliga-Abschlusstabellen der Vergangenheit an:

SaisonPlatz 1Platz 2Platz 3Platz 4Platz 5
2008/0978 (Union Berlin)69 (Düsseldorf)68 (Paderborn)67 (Unterhaching)59 (Bayern II)
2009/1069 (Osnabrück)68 (Aue)64 (Ingolstadt)62 (Braunschw.)60 (Jena)
2010/1185 (Braunschw.)78 (Rostock)65 (Dresden)64 (SVWW)61 (Erfurt)
2011/1266 (Sandhausen)64 (Aalen)61 (Regensburg)60 (Heidenheim)59 (Erfurt)
2012/1379 (Karlsruhe)76 (Bielefeld)73 (Osnabrück)72 (Münster)72 (Heidenheim)
2013/1479 (Heidenheim)79 (Leipzig)72 (Darmstadt)56 (SVWW)55 (Osnabrück)
2014/1574 (Bielefeld)71 (Duisburg)67 (Kiel)65 (S. Kickers)59 (Chemnitz)
2015/1678 (Dresden)70 (Aue)64 (Würzburg)56 (Magdeburg)56 (Osnabrück)
2016/1768 (Duisburg)67 (Kiel)63 (Regensburg)61 (Magdeburg)56 (Zwickau)

Aktuell haben die Teams auf den ersten fünf Plätzen zwischen 60 und 53 Punkten und noch acht bis zehn Partien zu spielen, können also noch maximal 24 bis 30 Punkte holen, wobei auch noch diverse Begegnungen zwischen den Aufstiegsaspiranten anstehen. Dennoch könnten am Ende sogar für die Plätze 4 und 5 rund 70 Punkte zu Buche stehen.

Es ist aber wohl keine sehr gewagte Prognose, wenn ich behaupte, dass es bis zum letzten Spieltag eng bleibt. Könnte sogar gut sein, dass es mindestens drei Mannschaften gibt, für die im letzten Spiel noch alles von Direktaufstieg bis Blechmedaille drin ist.

Relegation – und dann?

Stellen wir uns mal vor, der SVWW wird Dritter und darf dann zwei Relegationsspiele gegen den 16. der 2. Bundesliga bestreiten. Wer das sein wird, ist noch deutlich schlechter vorherzusagen als die Relegationsanwärter aus der 3. Liga, denn die Zweitligatabelle ist ja brutal eng. Persönlich gefällt mir die Vorstellung, dass Darmstadt es vom aktuell 17. Platz noch in die Relegation schafft, aber dann dort gegen den SVWW verliert – alleine schon, um die gegenläufige Entwicklung beider Teams seit dem Hessenpokalfinale 2013 abzuschließen. Andererseits wäre ein Scheitern gegen die Lilien auch doppelt bitter, von daher muss es nicht unbedingt dazu kommen. Ein Siegtreffer von Robert Andrich gegen seinen neuen Verein Heidenheim hätte natürlich auch seinen Charme (vgl. NEL20). Es drohen aber auch einige richtige Zweitliga-Schwergewichte wie Union Berlin, Braunschweig, St. Pauli oder Bochum – schwierig würde es allemal werden, keine Frage. Dabei muss aber auch gesagt werden, dass die Drittligisten in den Relegationen gegen Zweitligisten eine gute Bilanz haben, von bisher neun Duellen konnten die Drittligisten sieben gewinnen. Ein direkter Aufstieg via Platz 1 oder 2 wäre dennoch die deutlich komfortablere Variante.

Die Westtribüne

Sollte es tatsächlich mit dem Aufstieg in dieser Saison klappen, ob direkt oder per Relegation, ergäbe sich in der Stadionfrage ein kleines Problem. Nicht ganz so dramatisch wie 2007, als innerhalb weniger Monate ein komplettes Stadion aus dem Boden gestampft werden musste, aber auch nicht völlig unerheblich. Bekanntlich fordert die DFL für die 2. Bundesliga eine Mindestkapazität von 15.000 Plätzen, weshalb ja die Westtribüne durch einen Neubau ersetzt werden soll. Nach aktuellem Planungsstand soll im kommenden Herbst mit dem Rückbau der bisherigen Tribüne begonnen und der Neubau im Frühjahr 2019 fertiggestellt werden. Das bedeutet also, dass man einen großen Teil der kommenden Saison mit verminderter Zuschauerkapazität bestreiten müsste (eine Ausnahmegenehmigung der DFL vorausgesetzt), was nicht einer gewissen Ironie entbehrt, da man gerade in der 2. Liga (und nur da) die Brita-Arena regelmäßig voll oder wenigstens fast voll bekommen würde. Sollten dann beispielsweise der Hamburger SV oder der 1. FC Köln während der Umbauphase beim SVWW antreten dürfen, müsste man wohl in ein anderes Stadion ausweichen – für diesen Fall war vom Mainzer Bruchwegstadion die Rede.

Wenn man noch etwas weiterspinnt und annimmt, dass der SVWW nach einem Jahr direkt wieder absteigt, wäre es gleich doppelt doof: nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern man hätte auch gerade den Neubau abgeschlossen und niemand würde die neue Tribüne brauchen. Dort sollen ja ausschließlich Stehplätze entstehen, um die geforderte Kapazität zu erreichen (abgesehen vom Gästesitzbereich, der evtl. weiterhin im Südwest-Eck bleibt), aber in der 3. Liga wird ja nicht mal der Stehplatzbereich auf der Nordtribüne voll.

Aus “Stadion-Perspektive” müsste man also eigentlich sagen, dass ein Aufstieg erst in einem Jahr die bessere Variante wäre. Umbauphase während einer weiteren Drittliga-Saison, in der man die reduzierte Kapazität ohnehin nicht bemerkt und kein Ausweichen nach Mainz nötig wäre, und dann mit fertig ausgebautem Stadion und großer Euphorie in die 2. Liga starten.

Das Problem ist freilich, dass man so einen Aufstieg nicht planen kann. Auch wenn ich zuversichtlich bin, dass Rüdiger Rehm und sein Team die Mannschaft weiter verbessern werden und kommende Saison erneut um den Aufstieg mitspielen können – eine Garantie, dass es dann auch klappt, gibt einem ja keiner. Kann im Umkehrschluss also nur bedeuten, dass man die Chance jetzt nutzen muss, völlig egal, ob die Stadion-Verantwortlichen noch ein paar graue Haare mehr bekommen.

 

NEL021 - Von Schrammen und Jubiläen

Es ist mal wieder alles mit dabei: Angefangen von einem kurzen Schwenk zur NFL über die zweite niederländische Liga bis hin ehemaligen SVWWler in Polen und im Nachwuchsbereich von Eintracht-Frankfurt. Das aktuelle Geschehen beim SV Wehen Wiesbaden kommt natürlich nicht zu kurz und obendrein gibt es ein kleines Interview zum Trainingslager.

Links:

  • Der WK über ein Jahr Rüdiger Rehm beim SVWW
  • Liga3 Online über Stephan Andrist
  • FuPa.net über U19-Neuzugang Linus Schulte-Wissermann
  • Presse-Konferenz zur Brita-Arena auf YouTube
  • Twitter-Feedback von Martin zum Thema Hintertornetze

NEL020 - Der Thurk-Moment Oder: Wie dicht ist das Netz?

Mangels Pflichtspielen beschäftigen wir uns diesmal vor allem mit den beiden Neuzugängen und diskutieren, welche der Spieler mit auslaufenden Verträgen wohl beim SVWW bleiben werden bzw. sollen.

Hinweis: Wir Audio-Noobs haben eventuell ein leichtes Echo in den Tonspuren produziert… sorry dafür!

Links: