Stehblog

Der Blog zum SV Wehen Wiesbaden

3. Liga Tippspiel, 2. Auflage

In der letzten Saison gab es ein nettes kleines 3. Liga Tippspiel, bei dem hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, Forumsteilnehmer mitgemacht haben. Freundlicherweise hat der SVWW den Spaß unterstützt und zwei Trikots als Preise ausgelobt. Diese werden voraussichtlich am nächsten Samstag vor dem ersten Heimspiel gegen Erfurt den glücklichen Gewinnern born_in_TST und Flaschenkind übergeben.

Hier die Abschlusstabelle:

Rang Name Gesamtpunkte Gesamtspieltagssiege
1 born_in_TST 437 1,75
2 Flaschenkind 416 1,33
3 NNH 409 2,25
4 kdtcat 407 2,33
5 FreaK 406 1,33
6 Gunnar 406 0,83
7 touareg 404 4
8 Sabine 403 1,75
9 Sonja 403 0
10 Bertl 396 4
11 birdy 396 2
12 kus-rich-ka 389 1,5
13 Wiesbaden79 386 2
14 leo 380 2,75
15 1.FC_Koeln 379 0
16 Glasfuzzi 377 0,33
17 unnereaster 375 1
18 FrecherKobold 371 1,33
19 winosohn 369 3
20 Omi02 363 0
21 Alter_Sack 337 2,5
22 wallerchamp 329 0,33
23 Winovater 318 1
24 Fledermupf 300 1
25 schierstein 237 0,33
26 smsvoll 193 1
27 leunamblau79 178 0
28 Michi19 171 0,33
29 Haengematte 131 0
30 Romina 44 0

Den beiden Gewinnern herzlichen Glückwunsch und allen Teilnehmern vielen Dank!

Und weil’s so schön war, machen wir in der neuen Saison gleich weiter damit. Wer bisher noch nicht dabei war und nun einsteigen möchte, ist herzlich eingeladen. Hier geht’s wie gehabt zur Anmeldung: http://www.kicktipp.de/stehblog/

Ob es wieder Preise gibt, steht noch nicht fest, aber Ruhm und Ehre sollten ja Ansporn genug sein. :-)

Spielplan-Update

Der DFB hat gestern die ersten elf Spieltage terminiert (der Kalender ist selbstverständlich schon entsprechend aktualisiert) und für mich sind zwei gute Nachrichten dabei. Zum einen findet das Spiel gegen Osnabrück am dritten Spieltag samstags statt, was bedeutet, dass ich es – zwar mit reichlich Jetlag in den Knochen – sehen kann, zum anderen wurde das Spiel gegen Wacker Burghausen auf einen Freitagabend gelegt. Auch wenn ich mich wiederhole, aber Flutlichtspiele finde ich ja prinzipiell großartig. Das Spiel gegen Darmstadt am fünften Spieltag ist übrigens auch eins aus dieser Kategorie, aber da es sich um einen Wochentagsspieltag handelt, war das ja schon vorher klar.

Hach, ick freu mir.

3. Liga Tippspiel

Auf Anregung aus dem SVWW-Forum habe ich mal eine Tipprunde für die kommende Saison in der 3. Liga eingerichtet, zu finden unter http://www.kicktipp.de/stehblog/

Die Anmeldung steht allen offen. Bitte auch die Bonus-Fragen beachten und bis zum ersten Spieltag tippen! Wer Vorschläge für weitere Bonusfragen hat, kann dies gerne hier per Kommentar tun. Der Gewinner trinkt bei unserer Aufstiegsfeier auf meine Kosten.

Viel Spaß beim Tippen!

Update 02.07.: Es gibt jetzt auch Trikots zu gewinnen, siehe Forum.

Auf Einkaufstour

Kaum hatte ich vor ein paar Tagen geschrieben, dass der diesjährige Personalaustausch beim SV Wehen Wiesbaden in halbwegs moderaten Dimensionen abläuft, trudelten kurz darauf die Meldungen zu den nächsten Neuverpflichtungen ein. Am gleichen Tag wurden gleich zwei Spieler von Zweitligist Alemannia Aachen verpflichtet, nämlich Verteidiger Nico Herzig und Mittelfeldspieler Thorsten Burkhardt. Beide sind überaus erfahren in der zweiten (und im Falle von Herzig sogar in der ersten) Liga und beide haben die letzte Saison wegen Verletzungen ziemlich komplett verpasst. Es ist also ein gewissen Risiko dabei, aber seitens des SVWW ist man offensichtlich bereit, dieses einzugehen. Wenn’s gut läuft, hat man zwei für Drittliga-Verhältnisse absolute Spitzenleute verpflichtet.

Desweiteren wurde Nachwuchsspieler Daniel Döringer mit einem Profivertrag ausgestattet. Laut Wolfgang Gräf sollen noch ein Rechtsverteidiger und ein Offensivspieler für die linke Seite geholt werden. Wenn es dazu kommt, ist auch in diesem Jahr wieder eine komplette Elf hinzugekommen, von denen mindestens fünf oder sechs das Zeug zum Stammspieler haben. Das könnte also auf einen heißen Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft hinauslaufen. Sollte sich dieser leistungsfördernd auswirken, wäre der SVWW tatsächlich ein heißer Aufstiegskandidat.

Allerdings ist die Kadergröße meines Erachtens schon fast grenzwertig, denn nach aktueller Zählung stehen 28 Spieler im Profikader, bzw. es wären dann sogar 30, wenn noch die angekündigten zwei weiteren Spieler dazukämen. OK, ziehen wir gedanklich Jan Fießer schon mal ab, planen zunächst noch nicht mit Thorsten Barg (der möglicherweise noch die komplette Hinrunde verpassen wird) und rechnen die jungen Perspektivspieler eher der zweiten Mannschaft zu (die wohl mit einem deutlich kleinerem Kader geplant wird), kommen wir auf ca. 22, 23 Spieler, die sich jede Woche um die elf Plätze streiten. Gino Lettieri wird wohl regelmäßig die Qual der Wahl haben, wen er aufs Feld schickt.

Trotz der üppigen Kadergröße scheint mir eine Position etwas dünn besetzt, nämlich die des linken Verteidigers. Klar, wenn Fabian Schönheim bei uns bleibt, ist er dort gesetzt, aber wehe, er fällt wegen Sperre oder Verletzung einige Zeit aus. Dann muss wieder Alf Mintzel dort aushelfen oder der junge Marco Jordan darf ran, der letzte Saison nur drei Einsätze über 90 Minuten hatte. Ist vielleicht etwas schwarzgemalt, aber ganz wohl ist mir in dieser Hinsicht nicht. Und wenn Schönheim gehen sollte, müsste definitiv noch ein Spieler für diese Position geholt werden. Warten wir’s ab.

Eine weitere Frage treibt mich seit einiger Zeit um: Wie kann sich der SVWW all diese Spieler leisten? Zwar kamen alle Neuzugänge ablösefrei, aber da sind ja einige dabei, die sicherlich auch ohne größere Probleme bei einem Zweitligisten einen Vertrag bekommen könnten. Die sportliche Perspektive, die man jetzt bieten kann, ist sicherlich besser als in den letzten zwei Jahren, aber ohne finanzielle Argumente entscheidet sich doch kein Spieler für eine niedrigere Liga, oder? Wie geht das, wo doch der SVWW seit fast zwei Jahren ohne Trikotsponsor aufläuft (als einziger deutscher Profiklub)? Es gibt zwar eine Reihe kleiner und mittlerer Sponsoren und die Miete für Stadion und Geschäftsstelle dürfte dank Brita ziemlich überschaubar sein, aber es ist ja wiederum noch gar nicht so lange her, dass von (angeblichen) finanziellen Schwierigkeiten berichtet wurde. Wenn man sich dann noch anschaut, was ansonsten gerade in der dritten Liga in dieser Hinsicht passiert, kann man sich schon etwas wundern, wie das in Wiesbaden so funktioniert. Ich hoffe nicht, dass da irgendwann noch eine Bombe hochgeht, aber andererseits habe ich recht großes Vertrauen in Wolfgang Gräf, der bisher nicht nur durch finanzielle Drahtseilakte auffällig geworden ist. Apropos Gräf: hoffentlich wird sein Vertrag bald verlängert, denn dieser läuft anscheinend nur noch bis 30.06. (zumindest lt. TM).

Wo wir gerade beim Thema sind. Rot Weiß Ahlen hat wegen Insolvenz der Zwangsabstieg ereilt, weshalb Wacker Burghausen (mal wieder) profitiert und die Klasse hält. Beim SV Babelsberg ist es sehr zweifelhaft, ob diese in der nächsten Saison noch in der dritten Liga antreten können. Falls nein, würde stattdessen Werder Bremen II drin bleiben. Und wenn es ganz dumm läuft und auch noch die TuS Koblenz dahingerafft wird, würde auch noch Bayern München II in der dritten Liga bleiben, womit dann kein einziger sportlicher Absteiger tatsächlich absteigen würde. Wirft irgendwie kein gutes Licht auf die Liga.

Plötzlich ist die Saison vorbei

Am Samstag um 15:07 Uhr lag die Sensation in der Luft. Nicht mal eine Minute nachdem Addy-Waku Menga die erneute Führung für den SVWW in Bremen erzielt hatte, glich Kickers Offenbach gegen Dynamo Dresden aus – in diesem Moment war Wehen auf dem begehrten dritten Platz. Leider hielt dieser leicht ekstatische Zustand nur wenige Minuten, nämlich bis Dresden wieder in Führung ging und diese auch nicht mehr hergab. Da half es auch nichts, dass der SVWW letztlich mit 4:1 gegen Werders zweite Mannschaft gewann (Tore durch Kioyo, Menga, Mintzel und Janjic) und diese endgültig in die Regionalliga schoss.

Zum Spiel gibt es, zumal mit dem Abstand von fast einer Woche, nicht mehr viel zu sagen. Wer sich den Spielfilm nochmal geben möchte, kann sich ja den Ticker zu Gemüte führen.

Dresden konnte also Platz 3 verteidigen und spielt heute und am kommenden Dienstag in der Relegation gegen den VfL Osnabrück (mit unseren alten Bekannten Benjamin Siegert und Dennis Schmidt). Der SV Wehen Wiesbaden beendet die Saison auf Platz 4 – die Position, die man an insgesamt 16 von 38 Spieltagen innehatte und die nach der überraschend guten Vorrunde als offizielles Saisonziel ausgegeben wurde. Angesichts des knappen Abstands zu Dresden (1 Punkt und 2 Tore weniger) und der zahlreichen vergebenen Chancen in Saisonendspurt (der ja eher einem Schneckenrennen glich) könnte man sich ärgern, aber am Ende überwiegt doch die Freude über eine sehr gute Saison. Zum ersten mal seit Regionalligazeiten bekamen wir in einer Saison wieder mehr Siege als Niederlagen zu sehen, man stand das ganze Jahr nie schlechter als Platz 7, man war buchstäblich bis zur letzten Spielminute im Rennen um den Relegationsplatz und mit dem Hessenpokal gab es sogar einen Titel zu feiern. Das war nach der letzten Saison, als man lange gegen den Abstieg kämpfen musste, und dem großen Umbruch zu Saisonbeginn keinesfalls selbstverständlich.

Deshalb von mir an dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an die ganze Mannschaft, an Trainer Gino Lettieri und auch an Geschäftsführer Wolfgang Gräf!

Natürlich kann man auch überlegen, woran es letztlich gelegen hat, dass es nicht zu Platz 3 gereicht hat. Da war zum einen die Sieglos-Serie gegen Ende der Hinrunde, als in sechs Spielen gerade mal zwei Punkte geholt wurden, zum anderen die lang anhaltende Auswärtsschwäche, die verhinderte, dass der SVWW sich in der Rückrunde länger als einen Spieltag auf dem dritten Platz festkrallen konnte. Und schließlich muss man feststellen, dass gegen die Spitzenteams viel zu wenig Punkte geholt wurden: drei gegen Braunschweig (und die nur mit etwas Glück), null gegen Rostock, jeweils einer gegen Dresden, Erfurt und Offenbach. Da braucht man über “verdient” oder “unverdient” wirklich nicht mehr diskutieren.

Aber woran lag es? OK, bei der Sieglos-Serie in der Hinrunde war etwas Pech dabei, als wegen Verletzungen und Sperren ständig die halbe Abwehr ausfiel, aber insgesamt muss man wohl einfach einsehen, dass der Kader nicht mehr hergab – oder um es positiver zu formulieren: das maximal mögliche wurde rausgeholt. In der Abwehr fehlten, auch bedingt durch Thorsten Bargs langfristigen Ausfall, ein bis zwei Spitzenleute. Fabian Schönheim musste häufig in der Innenverteidigung ran und fehlte dann auf links, wo er oft von Alf Mintzel vertreten wurde, der aber seinerseits im Mittelfeld noch wertvoller ist. Im rechten Mittelfeld kam erst ab der Winterpause mit der Verpflichtung von Daniel Brosinski echte Qualität auf den Platz und unsere Stürmer erzielten insgesamt einfach zu wenig Tore. In der Hinrunde wurde das teilweise durch Zlatko Janjic’ acht Treffer kaschiert, aber dieser spielte dann leider eine ziemlich mäßige Rückrunde, in der er nur noch viermal traf und sich häufig reichlich lustlos über den Platz schleppte. Letztlich waren auch so manche Personalentscheidungen unseres Trainers nur schwer nachzuvollziehen (man denke an den jungen Wal Fall im Heimspiel gegen Braunschweig oder Jan Fießers ständiges Pendeln zwischen Startelf und Tribünenplatz), auch wenn meiner Meinung nach die teilweise kritisierte Rotation insgesamt eher positiv und gerade in den englischen Wochen schlicht notwendig war.

Damit will ich es aber auch mit der Kritik bewenden lassen. Neben der oben erwähnten sehr positiven Saisonbilanz möchte ich auch ausdrücklich loben, dass insgesamt eine deutliche Weiterentwicklung der Spielweise zu erkennen ist. Während zu Saisonbeginn vor allem die Defensive sicher stand und vorne wenige Tore zu Siegen reichten (nach 13 Spieltagen 30 Punkte mit 19:8 Toren), wurde nach und nach auch das Offensivspiel zielstrebiger und ansehnlicher. Ich bin sehr gespannt, wie es in der nächsten Saison weitergeht und ob das selbstgesteckte Ziel 2. Bundesliga (aktuell in der ganzen Stadt auf Plakaten nachzulesen) im nächsten Jahr verwirklicht werden kann. Zum erneuten Umbruch im Kader kommt in den nächsten Tagen noch ein eigener Artikel.

Während für uns die Saison also “schon” vorbei ist, werde ich heute Abend mit nur ganz wenig Wehmut das Spiel zwischen Dresden und Osnabrück verfolgen und daran denken, dass die 3. Liga auch einige Vorteile hat, z. B. weniger Andrang an den Eingängen und Bierständen – und natürlich die Aussicht, auch im nächsten Jahr wieder deutlich mehr Siege als Niederlagen zu erleben.