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Der Blog zum SV Wehen Wiesbaden

Stehblog - Der Blog zum SV Wehen Wiesbaden

Pokal und so

An diesem Wochenende (einschließlich des heutigen Montags) findet bekanntlich die erste Runde im DFB-Pokal statt – und der SV Wehen Wiesbaden ist nicht dabei, weil man sich vor zweieinhalb Monaten im Hessenpokal-Finale eine Klatsche gegen Darmstadt 98 einfing. Die Darmstädter bekamen Borussia Mönchengladbach zugelost und siegten gestern im Elfmeterschießen (wobei Marco Sailer und Milan Ivana verwandelten, während Dominik Stroh-Engel verschoss).

Mit Saarbrücken gelang einem weiteren Drittligisten ein Sieg – u. a. durch ein Tor von Marcel Ziemer - über ein Erstliga-Team (Werder Bremen), Osnabrück und Preußen Münster siegten gegen Zweitligisten (Aue bzw. St. Pauli). Der frühere Saisonstart der Dritten Liga mag da durchaus ein Vorteil sein* und ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass auch der SVWW in seiner aktuell guten Frühform durchaus Chancen auf einen Überraschungssieg gehabt hätte.

Für mich persönlich ist die Nicht-Teilnahme umso ärgerlicher, da ich ausnahmsweise nicht während der ersten Pokalrunde im Urlaub bin und endlich mal wieder ein SVWW-Pokalspiel hätte anschauen können. Das letzte Mal war mir das in der Saison 2008/09 vergönnt, wo ja erst im Viertelfinale beim Hamburger SV Schluss war. Damals war ich bei allen Partien dabei, inklusive der ersten Runde – in Darmstadt.

OK, nun aber genug des Bedauerns über nicht mehr änderbare Tatsachen. Hoffen wir mal, dass sich der SVWW nächstes Jahr wieder für den DFB-Pokal qualifiziert, sei es als (mindestens) Viertplatzierter in der Liga oder eben als Sieger des Hessenpokals.

Im Hessenpokal gibt es (wie vor geraumer Zeit berichtet) seit dieser Saison einen neuen Modus. Die “Zwischenstufe” Regionalpokal wurde abgeschafft, stattdessen machen alle Kreispokalsieger mit. Am Wochenende fand die erste Runde statt, die zweite wurde auch schon ausgelost und wird bereits in der kommenden Woche gespielt. Das Achtelfinale soll vom 10. bis 12. September stattfinden und ab dann steigen auch die höherklassigen Teams (aus der Dritten und der Regionalliga) in den Wettbewerb ein. Allerdings sehe ich da für den SVWW schon wieder leichte Terminschwierigkeiten, denn exakt diese Woche ist mit Heimspielen am Sonntag (gegen Duisburg) und Freitag (gegen Kiel) ohnehin schon “kürzer” als üblich. Das Viertelfinale ist für Sonntag, 15. Dezember angesetzt, wobei an diesem Wochenende auch ein Ligaspiel stattfinden soll (bei den Stuttgarter Kickers). Mal schauen, ob es bei diesen Terminen bleibt oder sich das nicht noch verschiebt – ganz der Tradition folgend.

Zurück zum aktuellen (bzw. just vergangenen) Wochenende. Der SVWW hatte kurzfristig ein Testspiel gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf vereinbart und dieses mit 5:3 gewonnen. Ich habe das leider nicht mitbekommen (bzw. nur irgendwann eine Nebenbemerkung, dass noch ein Testspielgegner gesucht wurde), sonst wäre ich auch gerne mal wieder auf den Halberg hoch gefahren. Aber gut, muss ich halt demnächst mal stattdessen bei unserer zweiten Mannschaft vorbeischauen.

Apropos “nicht mitbekommen”: Der erst kürzlich eingestellte Athletiktrainer Rainer Kraft hat den SVWW schon wieder verlassen, wie ich erst der Meldung zur Vorstellung seines Nachfolgers Sebastian Wagener entnommen habe. Kraft übernimmt die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums des Zweitligisten VfR Aalen (wo seit letztem Jahr übrigens Benny Hübner spielt).

Heute Abend schauen wir uns also die letzten vier Partien der ersten DFB-Pokal-Runde an, bevor dann am Samstag für den SVWW mit der Auswärtspartie in Halle auch der Pflichtspielbetrieb fortgesetzt wird.


* Gilt natürlich höchstens für Spiele gegen Erstligisten – die Zweite Liga startete ja zeitgleich mit der Dritten, wie mir später wieder einfiel…

Die große Hessenpokalterminverwirrung

So oder ähnlich muss es sich beim Hessischen Fußballverband (HFV) wohl zugetragen haben, anders ist das groteske Hin und Her der letzten Wochen kaum zu erklären.

Kurz zusammengefasst: Der SV Wehen Wiesbaden darf im Halbfinale des Hessenpokals beim KSV Hessen Kassel antreten. Aufgrund zahlreicher Spielverschiebungen während des Winters war die Terminierung der Pokalspiele generell schwierig, hinzu kamen dann noch andere Faktoren wie der Kassel Marathon, Einwände der Polizei und was weiß ich noch alles. So wurde das Halbfinale mal vom 9. auf den 16. Mai geschoben (und entsprechend das Finale ca. eine Woche später) und plötzlich komplett abgesagt, um die Spiele nach der Saison irgendwann im Juli auszutragen. Das war natürlich die größte Schwachsinnsidee überhaupt, so mitten in der Vorbereitung zur nächsten Saison und möglicherweise nach der Auslosung der ersten DFB-Pokalrunde, für die sich ja bekanntlich der Hessenpokalsieger qualifiziert. Das Finale sollte in der Wiesbadener Brita-Arena ausgetragen werden, möglicherweise als Kompensation für das terminliche Herumgeeier.

Jedenfalls haben der SVWW und anscheinend auch der SV Darmstadt 98 (der bereits feststehende zweite Finalist) erfolgreich beim HFV interveniert, sodass das Halbfinale nun doch am 16. Mai um 19:00 Uhr im Kasseler Auestadion gespielt werden wird. Das Finale findet am 21. Mai um 19:00 Uhr statt, allerdings nicht in Wiesbaden sondern im Stadion am Bieberer Berg in Offenbach.

Hoffen wir, dass der SVWW nicht nur bei den Terminverhandlungen, sondern auch auf dem Platz erfolgreich bleibt, dann kann man sich schon mal vormerken, wann die erste Runde im DFB-Pokal stattfindet, nämlich am ersten August-Wochenende. Ganz sicher.

Stop… Hammer time!

Peter Vollmann erwartet gegen die U23 von Borussia Dortmund am kommenden Samstag ein “Hammer-Spiel“. Die Begründung dazu ist so sensationell, dass man Tränen der Begeisterung vergießen möchte:

Es ist für uns ein Hammer-Spiel, weil wir unbedingt die drei Punkte benötigen.

Heißt das im Umkehrschluss, dass die letzten ca. zehn Partien nur deswegen keine Hammerspiele waren, weil wir die Punkte noch nicht so dringend benötigten?

Aber es kommt noch besser:

Ich bin der Überzeugung, dass uns ein Sieg in eine völlig andere Richtung bringen wird …

Ähem. Ja. Bisher ging’s ja nur bergab, aber so langsam sind wir ganz unten angekommen. Folgerichtig kann es nur in eine andere Richtung gehen; q. e. d. Höhepunkt des Ganzen ist dann der Rest des Satzes:

… und wir uns dadurch wieder mit einem Sieger-Gen infizieren können.

“Wieder?” “Wir?” Er meint doch jetzt nicht etwa sich als Trainer des SVWW? Vier Siege in 29 Spielen – da wäre ein “Sieger-Gen” schon ein völlig neues, nie dagewesenes Phänomen.

OK, genug rumgeätzt, schauen wir uns lieber heute Abend in Ruhe an, wie sich der SVWW in der zweiten DFB-Pokalrunde schlägt. Wie, gar nicht dabei? Noch nicht mal qualifiziert gewesen? Ach ja, man musste ja letzte Saison im Hessenpokal unbedingt eine B-Mannschaft gegen Kassel aufs Feld schicken, ich erinnere mich.

Jaja, ich hör’ ja schon auf…

Saisonvorbereitungszwischenfazit

OK, zugegeben, das “Fazit” in der Überschrift ist glatt gelogen, denn ein solches könnte ich gar nicht ziehen, habe ich doch vom teilweise renovierten SVWW-Team seit Trainingsstart noch überhaupt nichts selbst gesehen. Aber um den Blog den ganzen Sommer Zeitraum zwischen den Saisons über nicht gänzlich verwaisen zu lassen, bietet es sich ja an, mal zusammenzufassen, was sich seit Saisonende so getan hat rund um unseren sympathischen Drittligisten.

Werfen wir also mal einen Blick auf den Kader. Wenig überraschend gab es zahlreiche Zu- und Abgänge und das letzte Wort ist hier wohl auch noch nicht gesprochen.

Den SV Wehen Wiesbaden verlassen haben:

  • Nikolas Ledgerwood mit bisher noch unbekanntem Ziel
  • Benjamin Hübner zu Zweitligaaufsteiger VfR Aalen
  • Aziz Bouhaddouz zu Regionalligaaufsteiger Viktoria Köln
  • Nicolas Roth zu Regionalligist Waldhof Mannheim
  • Panagiotis Triadis zu Skoda Xanthi in die erste griechische Liga
  • Timo Nagy, Milad Salem und Winterverpflichtung Jonne Hjelm mit bisher noch unbekannten Zielen

Den Verlust der beiden erstgenannten bedaure ich, während die restlichen Spieler eher entbehrlich sind. Im Fall von Benny Hübner geht ein echtes Wehener Urgestein, aber als einer von wenigen, der insgesamt eine starke Saison gespielt hat, und der aufgrund seines Alters auch noch Entwicklungspotential hat, war klar, dass er früher oder später eine Etage weiter oben spielen möchte. Aalen klingt im ersten Moment nicht nach einer gewaltigen Verbesserung, aber andererseits hat er dort wohl eher die Chance, regelmäßig zum Einsatz zu kommen als bei (vermeintlich) besseren Teams. Dass es nicht viel Spaß macht, wenn man so gar keine Chance hat, könnte ja beispielsweise Fabian Schönheim berichten, der bei Mainz 05 leider überhaupt nicht zum Zug kam, von fünf Minuten gegen Bayern München abgesehen.

Also alles Gute, Benny, viel Erfolg in der zweiten Liga!

Die eher doofen Umstände, warum keine Vertragsverlängerung mit Nik Ledgerwood zustande gekommen ist, habe ich ja schon beim letzen mal geschildert. Kann man wohl nix machen. Trotzdem vielen Dank, Nik, und alles Gute für die Zukunft.

Ein bisschen schade finde ich noch den Verlust von Milad Salem, aber leider war von ihm in der letzten Saison so gut wie gar nichts mehr zu sehen. Da hatte ich mir nach einigen guten Auftritten im Jahr zuvor mehr erhofft. Ebenfalls mehr erhofft hatte ich mir nach ganz gutem Beginn von Aziz Bouhaddouz, aber dann lief bei ihm (wie bei vielen anderen im Team) leider nicht mehr viel zusammen. Den beiden und auch den anderen Jungs trotzdem alles Gute.

Von zwei weiteren Spielern würde man sich von Vereinsseite noch gerne trennen, nämlich von Marco Christ und von Orlando Smeekes. Allerdings haben beide noch laufende Verträge und verständlicherweise wenig Ambitionen, diese aufzulösen, solange sich nicht anderswo ein mindestens gleichwertiger Kontrakt ergibt. Solange die beiden aber noch auf der Gehaltsliste stehen, ist wohl kein Spielraum für weitere Neuverpflichtungen vorhanden. Warten wir also mal ab, was sich da noch tut in den nächsten Wochen, und schauen uns mal die bisherigen Zugänge an:

  • Dominik Stroh-Engel kehrt, wie sich schon gegen Saisonende andeutete, vom SV Babelsberg zurück.
  • Robert Müller und Michael Wiemann kommen vom Zweitligaabsteiger Hansa Rostock und treffen ihren früheren Trainer wieder.
  • Maciej Zieba kommt vom Wuppertaler SV Borussia.
  • Jeff Gyasi wechselt von Rot-Weiß Oberhausen nach Wiesbaden.
  • Nicolas Görtler kommt von der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg.
  • Lars Günther aus unserer eigenen zweiten Mannschaft gehört nun zum Drittliga-Kader.
  • Für die zweite Mannschaft des SVWW wurde u. a. Yannik Oenning aus der Jugend des MSV Duisburg verpflichtet. Der Sohn des Trainers Michael Oenning könnte aber auch Perspektiven für den Profi-Kader haben.

Wie oben schon erwähnt könnte es noch weitere Transfers geben, sofern durch weitere Abgänge wieder Budget frei wird. Zumindest geben sich schon mal einige Testspieler im Training die Ehre.

Allen neuen Spielern herzlich willkommen in Wiesbaden und viel Erfolg!

Wer am Ende tatsächlich eine Verstärkung ist, kann man jetzt natürlich noch nicht vorhersehen, aber die beiden Rostocker Müller und Wiemann sind Trainer Peter Vollmann immerhin schon wohl bekannt, sodass die Gefahr eines Fehlgriffs ziemlich klein sein dürfte. Dominik Stroh-Engel ist in Potsdam anscheinend gereift, weshalb Hoffnung besteht, dass sein sicherlich vorhandenes Talent öfter im Spiel zu sehen ist als bei seinem ersten Engagement beim SVWW.

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch zwei Vertragsverlängerungen, nämlich von Zlatko Janjic und von Daniel Döringer, was ich in beiden Fällen ausdrücklich begrüße. Janjic’ Bedeutung für die Mannschaft war spätestens nach der Rückkehr von seiner Suspendierung offensichtlich, und Daniel Döringer hat sich gegen Ende der Saison mit starken Leistungen in der Abwehr etabliert. Schön, dass es mal wieder ein Nachwuchsspieler ins Profi-Team geschafft hat.

Aber es gibt nicht nur neue Spieler, sondern auch einen neuen Co-Trainer, nämlich Bernd Heemsoth, der als Profi u. a. für Hannover 96 in der zweiten Liga spielte.

Desweiteren hat Pressesprecher Eckart Gutschmidt den SVWW verlassen und ist zur DFL gewechselt. Sein Nachfolger ist Daniel Mucha, der immerhin schon mal den ersten offiziellen SVWW-Twitter-Account, SVWWLiveticker, eingerichtet hat.

Die Saisonvorbereitung läuft bereits auf vollen Touren. Vorletzte Woche hat das Training begonnen und seitdem gab es neben zahlreichen Einheiten den üblichen Laktattest und bisher drei Testspiele. Wie eingangs erwähnt habe ich selbst noch kein Spiel live angeschaut. Anders als vor der letzten Saison hat mich die rechte Vorfreude noch nicht gepackt, was wohl mit mehreren Faktoren zusammenhängt. Abgesehen von der nicht ganz so berauschenden letzten Saison des SV Wehen Wiesbaden und meinem Post-Champions-League-Final-Trauma läuft als Ablenkung momentan ja die Europameisterschaft – da ist man fußballmäßig ja nicht so ausgetrocknet wie in Jahren ohne Turnier, wo man nach ein paar fußballlosen Wochen schon den Testspielen entgegenfiebert. Nun ja.

Gestern wurde die erste Runde des DFB-Pokals ausgelost, aber leider, leider war der SVWW dieses Jahr in keiner Kugel zu finden. Hoffentlich nächstes Jahr wieder. Dabei hätte ich diesesmal sogar gute Chancen gehabt, das Spiel tatsächlich sehen zu können, denn die Runde findet erst nach meinem Sommerurlaub statt. Dafür verpasse ich aber die ersten sage und schreibe fünf Ligaspieltage. Allein dieser frühe Saisonbeginn ist schon ein Grund, warum der Aufstieg in die zweite Liga irgendwann mal wieder gelingen muss. Wer weiß, vielleicht schon in einem Jahr? Nicht, dass das irgendjemand wirklich erwartet, aber man weiß ja nie. Lassen wir uns überraschen.

[Update 29.06.]

Heute wurde die Verpflichtung von José Pierre Vunguidica vom 1. FC Köln (zuletzt ausgeliehen an Preußen Münster) bekannt gegeben. Außerdem soll Orlando Smeekes nach Maritzburg (Südafrika) wechseln bzw. dort bereits unterschrieben haben.

[Update 06.07.]

Der Wechsel von Smeekes zu Maritzburg United FC wurde zwischenzeitlich bestätigt. Derweil ist die angestrebte Verpflichtung von Sascha Kotysch (früher Kaiserslautern, zuletzt bei St. Truiden in Belgien) vorerst geplatzt.

Bei den Abgängen hatte ich wohl noch ein paar übersehen. Addy-Waku Menga, Quido Lanzaat und Stefan Marinovic haben offensichtlich keine Vertragsverlängerung bekommen und somit den Verein verlassen. Insbesondere bei Addy schade, war er doch Publikumsliebling und der einzige Spieler mit eigenem Lied (und außerdem der beste Humba-Ansager im Kader), aber sportlich nachvollziehbar. Macht’s gut, Jungs!

[Update 20.07.12]

Letzte Woche wurde Nikolas Ledgerwood bei seinem neuen Verein Hammarby IF in Schweden vorgestellt – ich wünsche viel Erfolg dort!

Erholung ade

Am Freitag kam ich nach drei Wochen Urlaub nach Hause und freute mich entsprechend auf mein erstes Saisonspiel am Samstag. Meine Dauerkarte steckte dummerweise noch in der gelagerten Post (die offenbar kurz nach meinem Aufbruch ins Stadion zugestellt wurde), sodass ich zum ersten Mal seit Langem wieder ans Kassenhäuschen musste – mal schauen, ob mir der Verein die 11 Euro gnädigerweise zurückerstattet.

Das Spiel gegen den VfL Osnabrück war dann bestens geeignet, die Erholung der letzten Wochen in Rekordgeschwindigkeit verpuffen zu lassen. Während ich noch mit dem Identifizieren der zahlreichen neuen Spieler beschäftigt war, sorgte der Zweitligaabsteiger mit seiner ebenfalls runderneuerten Truppe gleich für mächtig Unruhe in der Wiesbadener Defensive. Bei einem der ersten Angriffe des SVWW jedoch meinten wir schon ein Handspiel im Strafraum gesehen zu haben, lagen aber wohl falsch. Kurz darauf kam es aber tatsächlich dazu und der neue Kapitän Marco Christ verwandelte den Strafstoß sicher. Es folgten weitere Chancen für die Gastgeber und nach einem schnellen Konter setzte sich Aziz Bouhaddouz großartig durch und erzielte das 2:0. Die Freude über den komfortablen Vorsprung hielt aber nicht lange, denn schon wenige Minuten später fiel das 2:1, was auch der Halbzeitstand war. In der zweiten Hälfte wurde es dann turbulent, als zunächst Bouhaddouz nach einem Gerangel mit Kampl vom Platz gestellt wurde (selbst in den Fernsehbildern wird der Grund nicht klar, aber er soll gespuckt haben) und kurz darauf Steffen Wohlfahrt nach einer völlig unnötigen Grätsche an der Mittelline ebenfalls die rote Karte sah. Es war also klar, dass die verbleibende knappe halbe Stunde zu einer Abwehrschlacht werden würde. Unter dem Druck dieser besonderen Situation wurde nun aber deutlich besser verteidigt als zuvor und die unvermeidlichen Chancen für den Gegner wurden spätestens von Torwart Gurski entschärft. Der SVWW schaffte es zum zweiten Mal innerhalb von nur fünf Tagen, mit zwei Mann Unterzahl kein Gegentor zuzulassen, während Osnabrück umgekehrt zum zweiten Mal hintereinander eine Zwei-Mann-Überzahl nicht zum Sieg nutzen konnte. Der Jubel nach dem Schlusspfiff war logischerweise riesig, aber auch vorher war die Stimmung in der Brita-Arena schon grandios – hoffentlich spricht sich das mal rum, sodass in Zukunft vielleicht mal mehr als die leider wieder nur 3.600 Zuschauer kommen. Die könnten möglicherweise auch wieder so eine hübsche Choreo über die ganze Nordwand wie vor dem Spiel zu sehen bekommen (danke dafür an “Supremus Dilectio“).

Mein persönlicher Saisonauftakt war also zwar stressig, aber erfolgreich. Die drei Spiele zuvor hatte ich ja verpasst, wobei ich das 2:1 gegen Werder II am 1. Spieltag wenigstens noch per Ticker verfolgen konnte. Die Ergebnisse vom Pokalspiel gegen Stuttgart (1:2, wie vor vier Jahren) und vom 0:0 bei Stuttgart II erfuhr ich erst mit einigen Tagen Verspätung nach meiner Rückkehr aus der Wildnis Ontarios – und kosteten mich vermutlich eine erschreckende Summe fürs Datenroaming.

Zahlenmäßig ist der Saisonstart mit sieben Punkten aus drei Spielen gelungen (das Pokalaus gegen den VfB kam ja nicht ganz unerwartet), aber mit bereits vier Platzverweisen wird’s in der Fairplay-Wertung schwierig. Zusammen mit ein paar Verletzungen wird die Kadergröße schon zu diesem frühen Zeitpunkt völlig ausgeschöpft, wobei sich der Sturm in den nächsten Spielen fast schon von alleine aufstellt. Zu schade, dass sich Bouhaddouz und Wohlfahrt erstmal rauskatapultiert haben, denn das ständige Positionswechseln der beiden mit Orlando Smeekes hat mir schon ganz gut gefallen. Weniger gut gefallen haben mir die vielen Abspielfehler und die zahlreichen langen Bälle aus der Abwehr, als Wehen noch zu elft auf dem Platz war. Die Leidenschaft, mit der die verbliebenen Neun sich aber gegen den Ausgleich stemmten, war allerdings sensationell. Auch wenn es eigentlich nicht fair ist, einen herauszupicken, aber beispielhaft möchte ich Alf Mintzel loben, der einen einsamen Kampf in der (Rest-)Offensive führte und beinahe sogar noch das 3:1 erzielt hätte (was übrigens vom Ex-SVWWler Marco Neppe verhindert wurde).

Was gab’s sonst noch in den letzten Wochen? Marco Jordan hat den Verein verlassen, aber ein neuer Flügelspieler (die letzte vakante Position nach dem Weggang von Daniel Brosinski) wurde noch nicht gefunden.

Gute Nachricht aber von unserem Tippspiel: der Verein stiftet zwei Trikots als Preise – so langsam wird die Sache ernst…