Stehblog

SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

Stehblog - SV Wehen Wiesbaden, FC Bayern München und manchmal Fußball

“Hauptsache der Kuchen schmeckt!”

Hessenpokal-Viertelfinale: SF/BG Marburg – SV Wehen Wiesbaden 2:6 (Tore 2x Röser, 2x Zieba, Christ & Wießmeier)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Souverän ins Halbfinale eingezogen

Liebling des Spiels: Martin Röser – zwei Tore und eine Torvorlage, dazu Aktivposten auf der Außenposition.

Szene des Spiels: Beim Stand von 1:4 will ein Marburger Spieler ein Flanke schlagen, die ihm komplett verunglückt und hinter SVWW-Keeper Markus Kolke im Winkel einschlägt.

Vor dem Spiel: Verkündet der Stadionsprecher: “Der Sportdirektor sagt: Das Ergebnis ist zweitrangig. Hauptsache der Kuchen schmeckt!”

Nach dem Spiel: Vergessen den Kuchen zu probieren. Mist.

Die beiden Teams kurz vor Anpfiff

Die beiden Teams kurz vor Anpfiff

Das fiel auf:
+/- Das Spiel fand auf einem Nebenplatz des Georg-Gaßmann-Stadions statt, wo der SVWW 2011 den Hessenpokal holte.
+ Auch mit einer besseren B-Elf (es fehlten unter anderem Alf Mintzel, Nico Herzig und Joe Vunguidica) hatte der SVWW in der ersten Halbzeit überhaupt keine Mühe gegen den einige Klassen tiefer spielenden SF/BG Marburg.
– Nach drei Wechseln zu Beginn der zweiten Halbzeit sah das jedoch etwas anders aus, die Marburger kamen besser ins Spiel und konnten zwei Tore erzielen.
– Bis auf sein Tor gelang Julian Wießmeier nicht viel. Auch Jeff Gyasi konnte bei seinem 45-minütigen Einsatz nicht überzeugen.
– Leider hing auch Marco Königs sehr in der Luft und wartet weiter auf sein erstes Pflichtspieltor für den SVWW. Am Ende schien er zudem leicht verletzt zu sein, das Auswechselkontingent war da allerdings schon erschöpft.

Zuschauer: Etwa 800, darunter auch viele verstreute SVWW-Anhänger.

Nächstes Spiel: Im Hessenpokal wird es wohl erst im kommenden Frühjahr weitergehen – im Halbfinale muss der SVWW dann nach Offenbach. In der 3. Liga kommt am Samstag um 14 Uhr die Reserve des BVB in die Brita-Arena.

Der Neue ist da

Die wichtigen Nachrichten zuerst: Am Halberg hat noch niemand ein “Säbener Straße”-Schild aufgestellt. Und auf dem Trainingsplatz zaubern noch keine kleinen Thomas Müllers oder junge Philipp Lahms, sondern grätschen weiterhin Marco Christ und Michael Wiemann. Einzig Toni Kroos wird beim ersten Training des SVWW unter dem neuen Hoffnungsträger Marc Kienle gesichtet – und das auch nur als Rückennummer auf dem Bayernshirt eines Jungen, der mit seinem Nachwuchsteam ebenfalls auf großen SVWW-Gelände trainiert.

Kienle, Nachfolger des überraschend beurlaubten Peter Vollmann, kommt von der A-Jugend des FC Bayern. Deshalb wollen ihm bereits am Mittag die Journalisten in der Pressekonferenz das “Bayern-Gen” (das übersetzt in etwa “schlechtes Karma, aber großer Erfolg” bedeutet*) andichten.

Marc Kienle leitet seine erste Einheit am Halberg. (Quelle: Sonja / stehblog.de)

Die Aufbruchsstimmung, die gerade rund um den SVWW verbreitet wird, stellt sich an diesem kalten 30. Oktober aber nur langsam ein. Und auch der Frauenansturm, der nach dem Facebook-Kommentar “Ein schöner Mann und vom FC Bayern . . . .klasse !” (immerhin drei Likes!) auf der SVWW-Seite zu befürchten war, bleibt auch aus. Gut ein Dutzend Kiebitze haben sich eingefunden, um die 80-minütige Einheit zu verfolgen. Bald gesellen sich auch Sportdirektor Michael Feichtenbeiner, Teammanager Nils Döring sowie die verletzten Daniel Döringer und Stephan Gusche dazu.

Kienle holt die Mannschaft kurz im Mittelkreis zusammen und erfährt während ihrer Aufwärmübungen von Ex-Interims-und-nun-wieder-Co-Trainer Bernd Heemsoth die wirklich wichtigen Dinge des Trainerlebens: “Die grünen Leibchen sind weniger als die anderen. Die blauen und die gelben sind jeweils ein kompletter Satz mit elf.” – “Ah.”

Das 5-gegen-2 in drei Gruppen wird dank des großen Kaders zur mathematisch unlösbaren Aufgabe – insgesamt 25 Spieler sind heute im Training dabei. Auch beim späteren Trainingsspiel müssen immer einige aussetzen und sich auf dem Nebenplatz warmhalten.

Zwischendrin werden noch in zwei Gruppen auf einem kleinen Feld schnelle Pässe und Laufwege trainiert. Auffällig dabei ist der eklatante Größenunterschied zwischen Alex Nandzik und Jovan Vidovic (gefühlt ein halber Meter!), Alf Mintzels kreative Ausrede “Ey, Jungs, wenn ich den falschen anspiele, dann liegt das an der tiefstehenden Sonne!” und die Tatsache, dass Kienle und Heemsoth gleichberechtigt und auch ähnlich laut jeweils eine der Gruppe beaufsichtigen.

An dieser Aufteilung ändert sich auch beim abschließenden Trainingsspiel – für dessen Aufstellung Kienle die Namen alle noch vom Zettel abliest – nichts: Beide Trainer geben emsig Anweisungen. Auf dem Platz am lautesten sind derweil zwei Spieler aus der zweiten Reihe: Marco Christ und der gerade zur Nummer Zwei zurückgestufte Torhüter Michael Gurski.

Dass die bloße Anwesenheit des schönen bayerischen Schwaben noch nicht alle Probleme löst, zeigt das einzige Tor, dass im Spiel fällt: Nach einem zu kurzen Rückpass von Vidovic sind er und Gurski sich nicht einig und verlieren den Ball an den herannahenden Stürmer – eine Kopie des zweiten Gegentors gegen Unterhaching vor knapp zwei Wochen.

Am Samstag wird sich beim Heimspiel gegen Jahn Regensburg zeigen, ob Kienle zum neuen Messias des SVWW taugt. Sein Vorgänger Peter Vollmann hatte sein erstes Heimspiel seinerzeit übrigens mit 0:4 verloren.

 

*Sowas passiert, wenn Stehblogpapst Gunnar – bekanntlich auch Bayern-Fan – für einige Wochen verreist und sorglos Login-Daten an eine Urlaubsvertretung übergibt.

Peter Vollmann beurlaubt

Das kommt durchaus überraschend: Der SVWW hat vor einigen Stunden die Trennung von Trainer Peter Vollmann vermeldet.

“Es gibt Differenzen zwischen dem Verein und Peter Vollmann über die sportliche Ausrichtung. Unser erklärtes Ziel, mittelfristig eine zukunftsfähige Mannschaft unter konsequenter Einbindung der vorhandenen Nachwuchstalente in eine Struktur von erfahrenen Führungsspielern aufzubauen, sehen wir nicht genug umgesetzt und daher als gefährdet an”, lässt sich Sportdirektor Michael Feichtenbeiner dazu in der offiziellen Version zitieren.

Co-Trainer Bernd Heemsoth übernimmt die Mannschaft, bis ein neuer Coach gefunden ist.

Peter Vollmann war seit dem 16.02.2012 Trainer beim SVWW. Seinerzeit startete er mit einer 0:4-Heimniederlage gegen den SV Sandhausen, konnte die Mannschaft aber dennoch zum Klassenerhalt führen. In der Saison 2012/2013 landete der SVWW nach langer Zeit im Abstiegskampf und mit einem neuen Unentschiedenrekord auf Platz 7.

Vollmanns Gesamtbilanz mit dem SVWW in der 3. Liga: 65 Spiele, 87 Punkte (20 Siege, 27 Unentschieden, 18 Niederlagen).

(Mal sehen, ob Blogmaster Gunnar sich nach der Rückkehr aus seinem Urlaub noch zu einer tiefergehenden Analyse hinreißen lässt.)