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Der Blog zum SV Wehen Wiesbaden

Stehblog - Der Blog zum SV Wehen Wiesbaden

Vorbereitung

Der SV Wehen Wiesbaden befindet sich schon seit über einer Woche in der Vorbereitung auf die neue Saison. Es gab schon ein paar Testspiele, von denen die gegen Gegner aus dem unteren Ende des Ligensystems deutlich gewonnen wurden (in Dauborn 6:0 und in Naurod 10:1) und die gegen höherklassige Mannschaften eher knapper ausfielen (in Worms 3:1 und gegen Zweibrücken 2:2). Die Resultate dieser Begegnungen sind aber naturgemäß sehr nebensächlich, eher interessiert der generelle Auftritt einer wieder mal zu großen Teilen neu formierten Mannschaft. Dabei ist auch das bekanntlich vor dem Hintergrund des aktuellen Trainingsprogramms zu sehen, was wenig bis keine Rücksicht auf die Testspiele nimmt, zumal die Aufstellung noch ständig durcheinander gewürfelt wird.

Selbst bewerten kann ich allerdings gar nichts, da ich bisher noch keins der Vorbereitungsspiele mit eigenen Augen gesehen habe, da verweise ich stattdessen auf externe Quellen. Ich werde wohl erst zur Saisoneröffnung gegen Waldhof Mannheim zugegen sein und vielleicht hat sich bis dahin ja schon eine Grundformation herauskristallisiert.

Nicht verschweigen möchte ich aber die letzten Änderungen am Kader. Nachdem es sich seit Saisonende schnell vom Gerücht zur Tatsache verdichtete, dass Zlatko Janjic den Verein verlassen soll, hat dieser mittlerweile einen neuen Arbeitgeber gefunden, und zwar den FC Erzgebirge Aue, wo übrigens auch unserer früher Stürmer Ronny König (bis heute schnellster Hattrick-Torschütze der zweiten Liga) aktiv ist. Ich habe ja hier zuweilen schon meinen Unmut über diese Trennung erklärt, aber wahrscheinlich ist es so am besten für alle Seiten. Danke trotzdem und viel Erfolg in der zweiten Liga, Zlatko!

Schon viel länger stand fest, dass Dominik Stroh-Engel keine Zukunft beim SVWW mehr hat. An dieser Entscheidung hatte ich noch nie etwas zu mäkeln, habe ich mich doch oft genug über seine Spielweise geärgert. Auch er hat mittlerweile einen neuen Verein gefunden, nämlich den SV Darmstadt 98. Sportlich halte ich “Dodo” für ausgesprochen entbehrlich, aber ihm persönlich wünsche ich natürlich trotzdem alles Gute.

Während im Sturm bereits alle Kaderplätze vergeben sind, gab es auf Janjic’ Position im zentralen offensiven Mittelfeld (oder als hängende Spitze oder als falsche Neun oder wie auch immer das genannt oder gehandhabt werden soll) akuten Handlungsbedarf. Hier konnte ein sehr interessanter Spieler zum SVWW geholt werden, nämlich Julian Wießmeier. 20 Jahre alt, kommt aus Nürnberg und “gehört” auch weiterhin dem 1. FC Nürnberg, denn er ist nur für zwei Jahre ausgeliehen, wobei der Club eine Option hat, Wießmeier schon nach einem Jahr wieder zurückzuholen. Er gilt ganz offensichtlich als großes Talent, hat für Nürnberg bereits Einsätze in der ersten Liga vorzuweisen, außerdem einige Spiele in der U19- und U20-Nationalmannschaft, und war letzte Saison an den Zweitligisten Jahn Regensburg ausgeliehen. Wir können wohl sehr gespannt sein, wie er sich beim SVWW entwickelt – und je besser es läuft, desto schneller ist er wieder weg. Aber das muss man halt in Kauf nehmen, wenn man so einen Spieler haben möchte.

Insgesamt wurde der Kader deutlich verjüngt, wobei natürlich immer noch einige erfahrene Spieler (z. B. Gurski, Herzig, Mitzel, Book, Christ) das Gerüst bilden – die Mischung könnte also stimmen. So langsam macht sich bei mir auch eine leichte Vorfreude auf die neue Saison breit, die in vier Wochen schon beginnt.

Der Spielplan wird am Mittwoch vom DFB bekannt gegeben, zunächst mal mit dem MSV Duisburg. Ob dieser überhaupt die Lizenz bekommt, wird jedoch erst am 5. Juli entschieden. Falls nicht, hätte der Verein, der jeweils gegen den MSV antreten müsste, an diesem Spieltag spielfrei, wie liga3-online berichtet. Wie auch immer es ausgeht, der hier gepflegte Spielplan ist stets aktuell.

Eine gewisse Ungewissheit

Die gute Nachricht vorweg: der SV Wehen Wiesbaden hat die Lizenz für die nächste Saison in der dritten Liga erhalten. Das ist ja durchaus eine Meldung, schließlich können das nicht alle Vereine von sich behaupten. Die Offenbacher Kickers nämlich bekamen keine Lizenz und haben letztlich auch auf den Gang zum Schiedsgericht des DFB verzichtet, was wohl bedeutet, dass man sich dort keine realistischen Erfolgsaussichten ausgerechnet hat. Bitter für den OFC, der – sofern es nicht noch ärger kommt – nächste Saison in der Regionalliga spielen wird und doppelt bitter für die Fans der Kickers, dass ausgerechnet der SV Darmstadt 98 davon profitiert und in der dritten Liga bleiben darf.

Die Aufsteiger aus den Regionalligen stehen mittlerweile auch fest. Wir begrüßen zurück in der dritten Liga Holstein Kiel, die sich gegen Hessen Kassel, den Ersten der Regionalliga Südwest, durchgesetzt haben. Der Zweite aus der Südwest-RL, die SV Elversberg, machte es besser als die Kasseler und schaffte gegen TSV 1860 München II den Aufstieg. Der dritte Aufsteiger ist Red Bull RasenBallsport Leipzig, die voraussichtlich den direkten Durchmarsch in die zweite Liga anstreben.

Wer aus der zweiten Liga absteigt, ist hingegen noch nicht sicher. Jahn Regensburg als Tabellenletzter bestimmt, aber der Vorletzte SV Sandhausen kann noch darauf hoffen, dass der MSV Duisburg, dem die Lizenz verweigert wurde, keinen Erfolg mit seinem Einspruch beim Schiedsgericht hat. Sollte der MSV auch keine Spielberechtigung für die dritte Liga bekommen, würde aber kein weiterer Verein aufrücken, sondern nur 19 statt 20 Mannschaften teilnehmen. Das würde zwar den Spielplan etwas entzerren bzw. die Terminierung von Nachholspielen vereinfachen, wenn im Winter wieder viele Partien ausfallen, aber aktuell macht es die Planung für die Spielplangestalter und die Vereine nicht gerade einfacher. Von solchen Fragen wie z. B. ob die Dauerkarten dann billiger werden müssen (schließlich gibt es ja ein Heimspiel weniger), mal ganz abgesehen. Man darf gespannt sein, wie es da weitergeht.

Für die Spieler des SVWW geht es konkret am Mittwoch weiter, denn dann beginnt schon wieder die Vorbereitung auf die neue Saison. Um 16 Uhr gibt es die erste Trainingseinheit und anschließend kostenlos Getränke und Bratwürste für die Zuschauer.

Nach aktuellem Stand sind auch noch Dominik Stroh-Engel und Zlatko Janjic im Kader, aber beiden Spielern wurde ein Vereinswechsel nahegelegt. Während das bei Stroh-Engel schon länger bekannt ist und er aktuell bei Preußen Münster als Neuzugang gehandelt wird, ist im Fall Janjic die Entwicklung vom Torgaranten zum Buhmann ziemlich schnell gegangen. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob da hinter den Kulissen mehr passiert ist, als der Öffentlichkeit bekannt ist, aber wenn tatsächlich der Eindruck aus dem elenden Hessenpokal-Finale dazu geführt haben sollte, dass man sich von Janjic trennen möchte, würde mich das einigermaßen sprachlos machen. Ganz klar, das war ein armseliger Auftritt, aber doch längst nicht nur von Janjic, sondern von so ziemlich der kompletten Mannschaft. Und ja, es gab schon öfter lustlos wirkende Darbietungen von Janjic, und sicherlich äußert sich eine schlechte Leistung eines Offensivspielers nicht nur in ausbleibenden eigenen Toren, sondern auch in Problemen in der Defensive (für die es aber meiner Meinung nach trotzdem noch ein paar Gründe mehr gibt), aber warum stellt man einen Spieler, mit dem man allem Anschein nach nicht zufrieden ist, dann ständig wieder auf? Und falls die Antwort darauf lauten sollte, dass es keine wirklichen Alternativen im Kader gab, warum hat man dann nicht schon längst einen neuen Spieler gezielt für diese Position verpflichtet? Ich hatte ja schon kürzlich festgestellt, dass die offensive Mittelfeldzentrale unterbesetzt ist – und zwar zu einem Zeitpunkt, als die Personalplanungen offiziell als abgeschlossen galten. Es scheint so, dass man bis vor kurzem noch fest mit Janjic geplant hat, aber nun eine völlige Kehrtwende vollzogen hat. Wie gesagt, man sucht nicht nur eine Alternative, sondern will Janjic auf einmal ganz loswerden. Sicherlich spielen finanzielle Überlegungen hier auch eine Rolle, denn ein neuer Spieler kann wohl nur kommen, wenn man andererseits einen gewichtigen Posten von der Gehaltsliste streichen kann. Aber das erhöht den Druck bei der Suche nach einem adäquaten Ersatz ganz erheblich. Sollte hier nicht ein Volltreffer gelingen, wird garantiert regelmäßig die Frage im Raum stehen, wieso man nur einen Janjic wegschicken konnte. Und ich werde sicher nicht der einzige sein, der sich das dann fragt.

Training mit Rainer Kraft

Es heißt ja “no jokes with names“, aber manchmal lässt sich das einfach nicht vermeiden. Der SV Wehen Wiesbaden hat einen neuen Athletik- und Fitnesstrainer namens Rainer Kraft eingestellt – wie oft der Mann in seinem (Berufs-) Leben wohl schon mit “Kraftraum”-Witzchen belästigt wurde? Egal, mich erheitert jedenfalls die Vorstellung, dass Peter Vollmann seinen Spielern demnächst androhen kann (zum Rhythmus von “Hier regiert der …”): “Ihr – trainiert – mit Rainer Kraft!”.

Übertroffen wird das eigentlich nur vom ehemaligen Präsidenten des TSV 1860 München, Karl Auer, und Wolfgang Wolf als Trainer des VfL Wolfsburg.

OK, genug der Albernheiten, sehen wir uns lieber mal an, was sich seit der letzten Zusammenfassung ansonsten noch im Personalbereich getan hat. Der erwartete Abgang von Milan Ivana hat sich mittlerweile bestätigt, was ich sehr bedaure. Dafür wurde aber schon mit Tobias Jänicke (24 Jahre, kommt von Dynamo Dresden) Ersatz geschaffen. Für Dominik Stroh-Engel sucht man weiterhin noch einen Abnehmer. Keinen neuen Vertrag erhalten außerdem die U23-Spieler Diego Menendez und Denis Mangafic. Im Fall von Mangafic finde ich es schade und bin auch etwas überrascht, denn sein Debüt in der ersten Mannschaft beim Spiel gegen Saarbrücken war recht beachtlich. Aber zugegeben, mehr habe ich auch noch nicht gesehen. Weitere Ab- und Zugänge der zweiten Mannschaft liste ich nicht auf, die kann man bei tm.de nachlesen, wobei die Vita von Daniel Mitwali ganz interessant ist: Australier syrischer Abstammung und syrischer U19-Nationalspieler, war Teilnehmer in der australischen Fußball-Casting-TV-Show “Football Superstar”, spielte in Indonesien und Jordanien und landete dann irgendwie bei Hadamar in der Hessenliga – und ist demnächst auf dem Halberg zu bewunden.

Zurück zur ersten Mannschaft. Den Verein möglicherweise ebenfalls verlassen soll Zlatko Janjic, wobei dem vermutlich besten Spieler des SVWW seine phasenweise sehr deutlich anzumerkende Lustlosigkeit zum Verhängnis werden könnte. Hatte ich mich vor vier Wochen noch getröstet, dass im Falle eines von Janjic selbst initiierten Transfers wenigstens eine Ablösesumme fließen könnte, stellt sich die Situation mittlerweile also ganz anders dar. Der einst gerüchteweise interessierte MSV Duisburg dürfte als Ziel sowieso ausfallen, angesichts großer finanzieller Probleme und der dadurch drohenden Lizenzverweigerung durch die DFL. Am liebsten wäre mir persönlich aber sowieso, Janjic bliebe uns erhalten und Vollmann treibt ihm die Flausen aus: “Du – trainierst – mit …”.

Neues Personal

Wenn die Geschwindigkeit, in der der Kader der nächsten Saison zusammengestellt wurde, auf die Qualität schließen ließe, wäre der SV Wehen Wiesbaden ein ganz heißer Aufstiegskandidat im nächsten Jahr. Bereits zwei Spieltage vor Saisonende konnten die Personalplanungen abgeschlossen werden – ganz offensichtlich wurde die relativ früh feststehende Ligenzugehörigkeit gut ausgenutzt.

Schauen wir uns zunächst mal an, wer den SVWW verlassen wird:

  • Pascal Bieler: Der Linksverteidiger kam vor zwei Jahren aus Nürnberg mit der Empfehlung einiger Einsätze in der ersten Bundesliga. Letztes Jahr war er noch erste Wahl, verlor aber in dieser Saison seinen Stammplatz. Dass Peter Vollmann statt Bieler mit Daniel Döringer sogar lieber einen gelernten Innenverteidiger auf diese Position stellte, zeigt deutlich, dass man nicht mehr auf Bieler setzt. Der auslaufende Vertrag wird nicht verlängert.
  • Nicolas Görtler: Kam im letzten Sommer, ebenfalls von der Reserve des 1. FC Nürnberg. Der Stürmer kam nur auf fünf Einsätze, davon keiner über die gesamten 90 Minuten. Angesichts der ebenfalls nicht überragenden Konkurrenz mit Steffen Wohlfahrt und Dominik Stroh-Engel eine recht magere Ausbeute. Auch Görtlers Vertrag wird nicht verlängert.
  • Thorsten Barg: Der Innenverteidiger ist seit 2008 im Verein, war aber in dieser Zeit länger verletzt, als dass er spielen konnte. Nach langer Reha und mehreren Comeback-Versuchen muss er nun leider die Karriere beenden, bleibt aber dem SVWW erhalten. Parallel zu seinem Studium wird er zusammen mit Christian Hock als Trainer die U19 betreuen, die künftig das Sprungbrett in den Profibereich und somit wichtigste Nachwuchsmannschaft sein soll.
  • Sven Schimmel: Ziemlich außergewöhnlich ist der Grund, warum der Rechtsverteidiger nicht nur den SVWW verlässt, sondern sogar seine Profikarriere an den Nagel hängt. Schimmel hatte sich wohl zum Ziel gesetzt, es bis Mitte Zwanzig nach “oben” (im Sinne von erster oder zweiter Bundesliga) zu schaffen. Nun ist er zwar noch nicht ganz 24 Jahre alt, möchte sich aber voll und ganz auf ein Studium konzentrieren und nur noch im Amateurbereich Fußball spielen und sich nebenbei seiner zweiten Leidenschaft, der Musik, widmen.
    Finde ich persönlich sehr schade, denn Schimmel hat eine ziemlich ordentliche Saison gespielt und der Verein hätte auch den Vertrag mit ihm gerne verlängert. Wer weiß, vielleicht hätte er in einem Jahr sogar die Chance auf Zweitligafußball gehabt.
  • Dominik Stroh-Engel: Noch steht der Abgang des Stürmers nicht fest, aber seitens des Vereins wurde ziemlich klar geäußert, dass man ihm keine Steine in den Weg legt, wenn er einen neuen Verein findet.
  • Milan Ivana: Der Vertrag des Slowaken läuft aus und zwischen den Zeilen kann man herauslesen, dass es eine Verlängerung wohl nur zu geringeren Bezügen bzw. einer stärker leistungsabhängigen Bezahlung geben wird. Ich fände es gut, wenn sich Spieler und Verein einigen könnten, bin aber noch skeptisch.

Und das sind die Neuzugänge:

  • Sascha Wolfert, 23 Jahre alt, kommt vom 1. FC Kaiserslautern II aus der Regionalliga, kann sowohl Außen- (links und rechts) als auch Mittelstürmer spielen.
  • Marco Königs, 23 Jahre alt, kommt vom Ligakonkurrenten (und möglichen Aufsteiger) Preußen Münster, Mittelstürmer.
  • Julian Grupp, demnächst 22 Jahre alt, kommt von der SG Sonnenhof Großaspach aus der Regionalliga, sowohl im defensiven Mittelfeld als auch als rechter Verteidiger einsetzbar.
  • Alexander Nandzik, 20 Jahre alt, kommt vom Regionalligisten Fortuna Düsseldorf II, Linksverteidiger.
  • Stephan Gusche, 23 Jahre alt, kommt vom Drittligisten Hansa Rostock, Innenverteidiger. Hat die aktuelle Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses größtenteils verpasst, aber Trainer Peter Vollmann kennt ihn noch aus seiner Zeit in Rostock.
  • Maximilian Ahlschwede, 23 Jahre alt, kommt von Kickers Offenbach und ist somit ebenfalls drittligaerfahren. War als Rechtsverteidiger Stammspieler beim OFC.
  • Maik Vetter, 21 Jahre alt, kommt vom Regionalligisten Eintracht Frankfurt II, gilt im Mittelfeld als vielseitig einsetzbar.
  • Luca Schnellbacher, gerade 19 Jahre alt geworden, kommt aus der U19 von Eintracht Frankfurt (A-Junioren-Bundesliga), Sturmtalent.

Gusche hat einen Einjahresvertrag, Schnellbacher einen Dreijahresvertrag, alle anderen Zweijahresverträge bekommen.

Laut Sportdirektor Michael Feichtenbeiner ist damit der Kader komplett, wobei man nochmal zuschlagen wolle, falls noch ein Spieler den Verein verlässt. Ich glaube nicht, dass damit Stroh-Engel gemeint ist, denn mit Königs, Wolfert und Schnellbacher hat man ja schon drei Stürmer geholt. Es geht wohl eher um Milan Ivana und/oder möglicherweise um Zlatko Janjic, denn an unserem Top-Torjäger soll der MSV Duisburg interessiert sein. Das wäre natürlich ein großer Verlust, aber immerhin wäre im Fall eines Transfers eine Ablösesumme von ca. € 300.000 nicht unrealistisch – nicht gerade wenig Geld in der dritten Liga. Ich vermute mal, dass Feichtenbeiner und Kollegen für dieses Szenario bereits entsprechenden Ersatz suchen.

Insgesamt fällt auf, dass keiner der neuen Spieler älter als 23 Jahre alt ist. Abgesehen davon, dass es die U23-Regel zu erfüllen gilt (pro Spiel müssen mindestens vier der 18 gemeldeten Spieler maximal 23 Jahre alt und für eine deutsche Auswahlmannschaft spielberechtigt sein), ergibt sich so auch eine bessere Mischung aus erfahrenen und jüngeren Spielern. Und natürlich erhofft man sich von den Jungen auch noch eine Weiterentwicklung, was wohl realistischer ist als die Hoffnung, mit vielen “fertigen” Spielern automatisch um den Aufstieg mitzuspielen – wie wir in der letzten Saison erfahren durften.

Der Kader der nächsten Saison in der Übersicht pro Position (einige Spieler auf mehreren Position aufgeführt):

  • Tor: Gurski, Kolke, Laux
  • Innenverteidigung: Herzig, Wiemann, Gusche, Gyasi, Döringer, Mann
  • Verteidigung links: Döringer, Nandzik, Mintzel, Oenning
  • Verteidigung rechts: Ahlschwede, Grupp, Döringer
  • Mittelfeld defensiv: Müller, Mann, Book, Christ, Gyasi, Grupp, Vetter, Guenther
  • Mittelfeld offensiv: Janjic, Christ, Book, Vetter
  • Mittelfeld links: Mintzel, Wolfert, Vunguidica, Zieba, Oenning
  • Mittelfeld rechts: Ivana, Zieba, Röser, Wolfert, Vetter, Mangafic
  • Angriff: Königs, Vunguidica, Wolfert, Schnellbacher, Stroh-Engel

Jede Position ist also mehrfach besetzt, wobei mir das offensive Mittelfeld etwas zu mager vorkommt. Sollte Janjic wechseln, muss da auf jeden Fall nachgelegt werden. Eine längere Verletzungpause mag ich mir gar nicht vorstellen. Bei den Außenverteidigern darf auch nicht allzu viel passieren – eine Verletzung und ein Neuzugang, der nicht wie erwartet einschlägt, und schon muss Vollmann improvisieren. Auf anderen Positionen gibt es dafür schon fast ein Überangebot. Sofern es bei dieser Kadergröße bleibt, dürfte es einen interessanten – und hoffentlich leistungsfördernden – Konkurrenzkampf um die Startplätze geben.

Der erste Schritt nach Berlin

35. Spieltag: Borussia Dortmund II – SV Wehen Wiesbaden 1:2

Mehr als Live-Ticker und den kurzen Bericht im hr habe ich nicht gesehen, aber das Spiel lässt sich wohl knapp zusammenfassen: Eine gute erste Halbzeit des SVWW, als nach frühem Rückstand das Spiel gedreht wurde (Tore durch Vunguidica und Janjic) und auch Chancen auf eine höhere Führung bestanden, dann eine schlechte zweite Halbzeit, in der man nur mit Dusel die Führung über die Zeit brachte.

In der Hinrunde wäre sicherlich noch mindestens der Ausgleich gefallen, aber jetzt, wo es um nichts mehr geht (von der selbstgesteckten 50-Punkte-Marke abgesehen), gelingt sogar der zweite Auswärtssieg der Saison. Möglicherweise wollten die Jungs auch nur am Unentschiedenrekord arbeiten und überließen deshalb dem Gegner in der zweiten Hälfte das Spiel. Wie dem auch sei, mit nunmehr 48 Punkten verbessert sich der SVWW auf Platz 7 – das monatelange Herumgedümpel in der unteren Tabellenhälfte scheint plötzlich lange her. Sogar Peter Vollmanns Bilanz als SVWW-Trainer ist zum ersten mal positiv, also mit mehr Siegen als Niederlagen.

Der wichtigere Sieg in dieser Woche wurde aber bereits am vergangenen Dienstag errungen. Mit einem 7:0 beim Regionalligisten Bayern Alzenau (Tore: 3x Vunguidica, Döringer, Christ, Schimmel, Ivana) konnte man ins Halbfinale des Hessenpokals einziehen. Gegner ist mit Hessen Kassel wieder ein Team aus der Regionalliga – und in den beiden letzten Jahren jeweils der letzte Gegner für den SVWW im Pokal. Dem Endspielsieg 2011 folgte letzte Saison ein 0:1, wobei damals alle Konzentration dem Klassenerhalt galt. Dieses mal sollte wieder ein Sieg und somit der Finaleinzug drin sein. Wann das Halbfinale stattfinden soll, steht aber noch nicht fest, da Kassel u. a. aufgrund zahlreicher Spielabsagen im Winter in argen Terminschwierigkeiten steckt. Möglicherweise wird es der 9. Mai, der ursprünglich als Finaltermin vorgesehen war. Wir werden es wohl früher oder später erfahren.

Erfreuliches gibt es auch von der Personalplanung zu berichten. Der Vertrag mit Joe Vunguidica wird um zwei Jahre verlängert, was angesichts seiner starken Entwicklung in den letzten Monaten nur folgerichtig ist. Mittlerweile überzeugt er ja nicht nur durch großen Einsatz, sondern trifft auch regelmäßig. Weiter so, Joe!

Am kommenden Freitag findet das vorletzte Heimspiel der Saison statt und zwar gegen den 1. FC Saarbrücken mit Ex-SVWWler Marcel Ziemer. Dieser hat sich im Saarland zu einem richtigen Torjäger entwickelt und liegt mit aktuell 16 Treffern sogar ein Tor vor Zlatko Janjic. Wie wär’s, wollen unsere Verantwortlichen Cello nicht zurückholen? Ziemer, Janjic und Joe könnten doch nächste Saison ein tolles Sturm-Trio bilden, finde ich…