Hessenpokal, Viertelfinale: FSV Fernwald – SVWW 3:3, 2:4 i. E.

Tore: 1:0 Woiwod (28.), 2:0 Cloos (34.), 3:0 Cloos (39.), 3:1 Agrafiotis (51.), 3:2 Gözüsirin (57., Foulelfmeter), 3:3 Agrafiotis (70.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Der zweite Anzug sitzt nicht.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Daniel Scherning wagte tatsächlich die fast komplette Rotation. Die einzigen in der Startelf, die auch am Samstag gegen Duisburg begonnen hatten, waren Janitzek und Fechner. Nach ein paar ersten Chancen für den SVWW wurden auch die Gastgeber mutiger und nutzten die Unzulänglichkeiten in der Wehener Defensive. Während man das 1:0 noch recht gelassen zur Kenntnis nahm, verfinsterten sich die Mienen beim rotschwarzen Anhang nach dem zweiten und erst recht nach dem dritten Treffer für den Hessenligisten. Mit einem Vierfachwechsel in der Pause näherte sich Scherning in der zweiten Halbzeit seiner ersten Elf wieder an und endlich spielte der Drittligist so, wie man es vom Favoriten erwarten konnte. Zweimal Agrafiotis und dazwischen Gözüsirin mit einem an Kaya verursachten Foulelfmeter trafen zum Ausgleich. In den letzten zwanzig Minuten lief das Spiel dann so, wie man es eigentlich von vornherein erwartet hatte: der Favorit drängte auf den Siegtreffer, der Underdog verteidigte leidenschaftlich. Eine Entscheidung im Elfmeterschießen wollte man auf Seiten des SVWW sicher vermeiden (im Hessenpokal gibt es keine Verlängerung), aber bis zum Abpfiff fielen keine weiteren Tore. Also dann doch Elfmeterschießen und hier behielt wie so oft der Klassenhöhere die Nerven. Broll hielt zwei Versuche der Fernwalder, während Gözüsirin, Agrafiotis, Kaya und Fechner trafen.

Liebling des Spiels: Ein gewisser Vereinsmitarbeiter, dessen gute Laune auch durch einen 0:3-Rückstand nicht erschüttert wurde. Kommentar, als die benachbarte Feuerwehr mit Blaulicht und Sirene ausrückte: „im Strafraum brennt es ja auch lichterloh“.

Szene des Spiels: Elfmeterschießen, Gözüsirin tritt als erster SVWW-Schütze an. Er schießt, das Netz wackelt nicht, der Ball springt zurück, Gözüsirin dreht sich um und geht zurück zum Mittelkreis – große Verwirrung bei vielen Zuschauern, ob der Ball nun im Tor oder am Pfosten war. Tatsächlich war er drin und prallte vom hinteren Torrahmen zurück, was aber erst allen klar wurde, als der SVWW nach dem vierten erfolgreichen Versuch jubelte. Dem Kommentator und den Zuschauern des Livestreams ging es wohl genauso.

Vor dem Spiel wurde die neue Hymne des FSV Fernwald vorgestellt. Ich sag mal so: die KI hat auch schon bessere Ergebnisse geliefert.

Nach dem Spiel: Eingefrorene Füße, aber größere Freude über das erfolgreiche Weiterkommen als vor dem Spiel gedacht.

Das fiel auf:
– Die Abwehrkette der ersten Halbzeit funktionierte leider gar nicht. Neubert musste einiges an Lehrgeld zahlen und Lewald zeigte, warum er in der Liga in den letzten Spielen nicht mal im Kader stand.
+ Nach der missratenen ersten Halbzeit sich nochmal so zusammenzureißen und den Pokal nicht abzuschenken, zeigt allerdings auch wieder eine gewisse Stärke.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Gießener Anzeiger

Zum Nachschauen: HFV (YouTube, Spiel in voller Länge)

Zuschauende: 810, davon vermutlich 200-300 Gästefans.

Serien und Rekorde: Zum 13. Mal in den letzten 15. Teilnahmen am Hessenpokal zieht der SVWW ins Halbfinale ein. Saisonübergreifend ist man nun in sechs Partien hintereinander in diesem Wettbewerb ungeschlagen.

Ansonsten: Nach dem Sieg des amtierenden Hessenpokalsiegers gegen den amtieren Hessenmeister ist der SVWW jetzt quasi hessischer Supercup-Sieger.

Nächstes Spiel: Im Halbfinale trifft der SVWW auf den Sieger der Partie Germania Ober-Roden gegen Hessen Kassel (findet nächsten Mittwoch statt), gespielt wird vermutlich Ende März. In der Liga geht es am Samstag (14 Uhr) auswärts bei Jahn Regensburg weiter.


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