Die Wehenschau (KW 24/2019)

Der Kader für die kommende Saison nimmt weiter Form an:

  • Torjäger und Führungsspieler Manuel Schäffler hat einen neuen Zweijahresvertrag unterschrieben. Es wurde ja immer wieder vom Interesse seiner Ex-Vereine 1860 München und FC Ingolstadt berichtet, aber richtig plausibel wäre das für Schäffler nicht gewesen. Sein großes Ziel war ja schließlich, nochmal 2. Liga zu spielen, und beim Gehalt wird sich der SVWW sicherlich auch so weit wie eben möglich gestreckt haben. Jedenfalls schön, dass “Cheffe” uns erhalten bleibt.
  • Wie letzte Woche bereits vom kicker gemeldet, hat man mit Jakov Medić einen weiteren, offenbar sehr talentierten Nachwuchsspieler verpflichtet. Der Innenverteidiger kommt vom 1. FC Nürnberg und hat dort bisher in der 2. Mannschaft in der Regionalliga gespielt. Ganz hergeben will der Club Medić jedoch nicht und hat vor der Zustimmung zu einer zweijährigen Leihe den Vertrag verlängert. Zudem hat Nürnberg wohl eine wie auch immer geartete Rückholoption nach einem Jahr.
  • Ebenfalls Innenverteidiger, aber deutlich erfahrener ist Benedikt Röcker, der zuletzt drei Jahre in der ersten dänischen Liga bei Brøndby IF gespielt hat, davor zwei Jahre in der 2. Bundesliga bei Greuther Fürth und ganz zu Anfang seiner Karriere in Großaspach mit bzw. unter Rüdiger Rehm, der damals Spielertrainer war.
  • Der Vertrag mit Verteidiger Sören Reddemann, der sich durch den Aufstieg automatisch verlängert hatte, wurde dagegen aufgelöst. Reddemann wechselt zum Chemnitzer FC.

In der Abwehr dürfte der Kader somit komplett sein, eventuell sind noch weitere Abgänge zu erwarten. Es würde mich zumindest nicht wundern, sollte man Marc Wachs und Giuliano Modica noch ziehen lassen.

Sind wir gespannt, was sich ansonsten noch tut. Einen Stürmer wird man sicher noch holen (Gerücht: Philipp Tietz?), möglicherweise auch einen Torwart. Außerdem ist noch die Frage offen, ob man Schmidt und Gül länger behalten kann, sei es als erneute Leihe oder als feste Verpflichtung. Falls nicht, wäre im Mittelfeld auch noch Bedarf.

  • [Update 14.06.] Heute wurde noch die Verpflichtung von Offensivspieler Cedric Euschen bekanntgegeben. Er kommt wie Medić von der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg und passt ins Muster der meisten Neuzugänge beim SVWW in letzter Zeit: jung, schnell, entwicklungsfähig.
  • [2. Update 14.06.] Zwei Abgänge wurden ebenfalls noch vermeldet. Zum einen verlässt Markus Kolke den SVWW und wechselt zu Hansa Rostock. Kann eigentlich nur bedeuten, dass man seitens des Vereins Kolke nicht uneingeschränkt für zweitligatauglich hält und bereits eine neuen Stammtorwart in der Hinterhand hat. Jedenfalls verlässt uns nach Mintzel ein weiterer langjähriger Stammspieler und Sympathieträger.
    Außerdem wird Niklas Schmidt in der nächsten Saison nicht mehr beim SVWW spielen. Die Bemühungen, ihn zu verpflichten oder wenigstens die Leihe zu verlängern, haben offenbar nicht gefruchtet, denn Schmidt wechselt (erneut per Leihe) von Werder Bremen zum VfL Osnabrück.

Ab kommenden Dienstag gibt es die Dauerkarten für die neue Saison. Die Preise sind angehoben worden, wobei es für bisherige DK-Inhaber günstiger ist als für “Neukunden”. Ein Stehplatz (Neukunde, nicht ermäßigt) kostet dabei umgerechnet knapp 10€ pro Spiel, was ich immer noch völlig akzeptabel finde. Der günstigste Sitzplatz (ebenfalls Neukunde, nicht ermäßigt) schlägt schon mit über 20€ pro Spiel zu Buche. Allerdings sollte man sich wohl beeilen, wenn man eine Sitzplatz-Dauerkarte möchte und bisher noch keine hatte, denn davon wird es mangels Westtribüne nicht besonders viele geben.


Am Samstag findet die Auslosung der ersten DFB-Pokalrunde statt, live zu sehen ab 18 Uhr in der ARD Sportschau. Der SVWW befindet sich bekanntlich im “Amateur-Topf” und hat somit auf alle Fälle in der ersten Runde, die am zweiten August-Wochenende stattfindet, Heimrecht und wird gegen einen Erst- oder Zweitligisten antreten. Schauen wir mal, wen Losfee Nia Künzer uns beschert.

Die Klasse von 2007

Bevor die Mannschaft des SV Wehen Wiesbaden in der kommenden Woche das Training wieder aufnimmt und damit in das Abenteuer 2. Bundesliga startet, werfen wir heute einen Blick zurück auf die Zeit, als Wehen schon mal Zweitligist war. Der SVWW war seitdem bekanntlich zehn Jahre lang in der 3. Liga, aber eine so lange Zeit ohne Auf- und Abstieg ist eher ungewöhnlich. Also was ist aus den Vereinen geworden, die zwischen 2007 und 2009 mit dem SVWW in der 2. Liga spielten?

  • Borussia Mönchengladbach: Der Ex-Meister war 2007 abgestiegen und natürlich Topfavorit auf den direkten Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. Durch einen Sieg gegen den SVWW am 32. Spieltag wurde das Ziel erreicht und seitdem spielt Borussia wieder durchgehend in der ersten Liga, mit teilweise sehr guten Saisons und Europa-League- sowie Champions-League-Teilnahme.
  • TSG Hoffenheim: War 2007 als Zweiter der Regionalliga Süd (hinter dem SVWW) aufgestiegen und marschierte direkt in die 1. Bundesliga durch. Hat sich dort trotz zweier Beinahe-Abstiege fest etabliert und zwischenzeitlich die Europa League und Champions League erreicht.
  • 1. FC Köln: Stieg 2008 als Dritter wieder in die 1. Liga auf und ist seitdem zweimal wieder ab- und aufgestiegen. Zwischendurch erreichte man zum ersten Mal seit 25 Jahren einen internationalen Wettbewerb.
  • 1. FSV Mainz 05: Wurde 2008 Vierter und schaffte ein Jahr später dann zum zweiten Mal den Aufstieg in die 1. Bundesliga, wo man seit mittlerweile zehn Jahren fester Bestandteil geworden ist und es sogar mal bis in die Europa League geschafft hat.
  • SC Freiburg: Stieg mit Mainz 2009 auf und qualifizierte sich ebenfalls für die Europa League, stieg zwischendurch aber auch mal wieder in die 2. Liga ab und kehrte postwendend in die 1. Liga zurück.
  • SpVgg Greuther Fürth: Den einst “Unaufsteigbaren” gelang 2012 tatsächlich der Sprung in die 1. Bundesliga, aber nach nur einem Jahr ging es wieder runter. Seitdem baut man die Führung in der ewigen Zweitligatabelle aus.
  • Alemannia Aachen: Hatte in der Saison zuvor sogar 1. Bundesliga gespielt, war dann bis 2012 in der 2. Liga, bevor es richtig bergab ging. Beim Neubau des Tivoli übernommen, Insolvenz, aus der 3. Liga als Letzter abgestiegen und seitdem in der Regionalliga West zuhause.
  • FC St. Pauli: War gleichzeitig mit dem SVWW in die 2. Bundesliga aufgestiegen. 2010 gelang sogar der Aufstieg in die 1. Liga, aber dort stieg man als Letzter direkt wieder ab. Seitdem fester Bestandteil der 2. Liga.
  • TuS Koblenz: Stieg 2010 nach vier Jahren in der 2. Bundesliga ab und verzichtete aufgrund finanzieller Probleme nach einem Jahr in der 3. Liga auf die Lizenz. Der Wiederaufbau in der Regionalliga scheiterte und nach diversen Insolvenzen, Ab- und Wiederaufstiegen spielt man aktuell in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.
  • TSV 1860 München: Die Löwen träumen seit vielen Jahren von der Rückkehr in die 1. Bundesliga, aber das sollte auch mit dem Einstieg des jordanischen Investors Hasan Ismaik bisher nicht gelingen, ganz im Gegenteil. 2015 konnte man sich (mit Trainer Torsten Fröhling) erst in der Relegation vor dem Abstieg retten, 2017 war es dann aber soweit. Für die 3. Liga erhielt man keine Lizenz (der SC Paderborn bedankte sich), sodass ein Neuaufbau in der Regionalliga Bayern gestartet wurde. Immerhin konnte man dadurch aus der ungeliebten Allianz Arena in das Grünwalder Stadion zurückkehren. Nach einem Jahr in der Viertklassigkeit gelang der Aufstieg in die 3. Liga, wo man vergangene Saison 12. wurde.
  • VfL Osnabrück: War (wie St. Pauli, Hoffenheim und Wehen) 2007 aufgestiegen und stieg (wie Wehen) nach zwei Jahren in die 3. Liga ab. Als Meister gelang der direkte Wiederaufstieg in die 2. Liga, aber wie zwei Jahre zuvor wurde man dort 16. und stieg per Relegation ab. Seitdem Drittligist bis in dieser Saison der erneute Aufstieg gelang.
  • 1. FC Kaiserslautern: Nach vier Jahren in der 2. Liga gelang 2010 die Rückkehr in die 1. Bundesliga, aber nach zwei Jahren ging es wieder runter. In den folgenden drei Saisons war man nah dran an der erneuten Rückkehr ins Oberhaus, woraufhin aber drei schlechtere Spielzeiten folgten, “gekrönt” vom erstmaligen Abstieg in die 3. Liga vor einem Jahr.
  • FC Augsburg: Stieg 2011 nach fünf Jahren in der 2. Bundesliga auf und hält sich seitdem in der 1. Liga. 2014 qualifizierte man sich sogar erstmals in der Vereinsgeschichte für die Europa League.
  • Kickers Offenbach: 2008 nach drei Jahren in der 2. Bundesliga abgestiegen und somit Gründungsmitglied der damals neu eingeführten 3. Liga. 2013 bekam man dort keine Lizenz mehr (was Darmstadt 98 freute) und tritt seitdem in der Regionalliga Süd an. Dort wurde man 2015 Meister, scheiterte in den Aufstiegsspielen aber am 1. FC Magdeburg.
  • Erzgebirge Aue: Stieg 2008 in die 3. Liga ab und zwei Jahre später wieder in die 2. Bundesliga auf. 2015 ging es wieder runter, nach einem Jahr aber schon wieder hoch. Seitdem ist man in der 2. Liga beständig im Abstiegskampf, 2018 rettete man sich in der Relegation gegen Karlsruhe.
  • SC Paderborn: Nach dem Abstieg 2008 gelang der direkte Wiederaufstieg, gefolgt von fünf Jahren in der 2. Bundesliga. Seitdem wird fast jede Saison die Liga gewechselt: Aufstieg in die 1., direkt zurück in die 2., durchgerauscht in die 3., dort sportlich abgestiegen aber 1860 sei Dank dringeblieben, Aufstieg in die 2. und Durchmarsch in die 1. Liga. Verrückt.
  • Carl Zeiss Jena: 2008 in die 3. Liga abgestiegen und nach vier Jahren dort dann in die Regionalliga Ost abgestiegen. Nach fünf Jahren Viertklassigkeit gelang 2017 die Rückkehr in die 3. Liga.
  • 1. FC Nürnberg: Kam 2008 aus der 1. Liga und schaffte den direkten Wiederaufstieg. Nach fünf Jahren in der 1. Bundesliga ging es 2014 wieder runter. Dem erneuten Aufstieg 2018 folgte einmal mehr ein Abstieg – der neunte in der Bundesligageschichte, was den “Club” zum Rekordabsteiger macht.
  • MSV Duisburg: War ebenfalls 2008 aus der 1. Bundesliga abgestiegen, schaffte aber seitdem nicht mehr den Sprung in die “Beletage”. Stattdessen pendelte man mehrmals zwischen 2. und 3. Liga, zuletzt ging es wieder abwärts.
  • Rot-Weiß Oberhausen: Stieg 2008 aus der Regionalliga auf und hielt sich drei Jahre in der 2. Bundesliga, bevor man in die 3. Liga abstieg. Dort ging es direkt weiter abwärts und seit 2012 spielt RWO in der Regionalliga West.
  • Rot Weiss Ahlen: Ebenfalls 2008 aufgestiegen (übrigens mit Bernd Heemsoth als Co-Trainer, der später in gleicher Rolle beim SVWW tätig war) und zwei Jahre später wieder abgestiegen. In der 3. Liga hätte man sportlich zwar die Klasse gehalten, musste aber wegen eines Insolvenzverfahrens zwangsweise in die Oberliga absteigen. Zwischenzeitlich ging es mal hoch in die Regionalliga, aber aktuell ist Ahlen wieder in der fünftklassigen Oberliga Westfalen.
  • Hansa Rostock: Kam 2008 aus der 1. Liga und stieg 2010 sogar in die 3. Liga ab, wo man unter Trainer Peter Vollmann den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. Allerdings ging es umgehend wieder runter und seit 2012 ist Hansa Dauergast in der 3. Liga.
  • FSV Frankfurt: 2008 als Meister der Regionalliga Süd aufgestiegen, hielten sich die Bornheimer acht Jahre lang in der 2. Bundesliga. Nach dem Abstieg 2017 ging es durch die 3. Liga direkt weiter in die Regionalliga, wo man in den beiden vergangenen Saisons erneut gegen den Abstieg kämpfte.
  • FC Ingolstadt: Stieg 2008 aus der Regionalliga auf und umgehend wieder ab in die 3. Liga. Dort gelang per Relegation die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga, wo man nach fünf Jahren sogar den Aufstieg in die 1. Liga erreichte. Nach zwei Jahren im Oberhaus ging es zurück in die 2. Liga, wo nach zwei weiteren Saisons statt der angestrebten Rückkehr in die 1. Liga die Abstiegsrelegation gegen den SVWW verloren ging.

NEL043 - #NieMehrDritteLiga

Diese Folge steht natürlich ganz im Zeichen des Aufstiegs die 2. Bundesliga. Wir lassen die Relegation Revue passieren und werfen mal einen Blick auf das, was sich für uns in der kommenden Saison ändert.

Ein bisschen Groundhopping gibt’s auch und ein Entweder/Oder in der Hessen-Version.

Die Wehenschau (KW 23/2019)

Der Sieg in Ingolstadt und der damit verbundene Aufstieg in die 2. Bundesliga ist jetzt eine Woche her und es fühlt sich immer noch etwas unwirklich an. Mich überkommt mehrmals täglich die Erinnerung an diesen Tag (und die Feierlichkeiten am Tag danach) und wenn ich mich dann nicht schnell wieder auf die Arbeit oder andere Dinge konzentriere, werden die Augen ruckzuck wieder feucht. Schon erstaunlich, was der kleine Sportverein mit einem so anstellt.


Während die Spieler irgendwo im Urlaub weilen – ihren Instagram-Aktivitäten nach zu urteilen bevorzugt auf diversen Inseln in südlichen Gefilden – , arbeiten die Verantwortlichen mit Hochdruck am Kader für die kommende Saison. Ein paar Entscheidungen wurden bereits verkündet, und dem Hörensagen nach sind schon einige weitere Verträge fix und werden in den kommenden Tagen bekanntgegeben. Wir werden in der nächsten NEL-Folge, die noch in dieser Woche aufgenommen wird, darüber natürlich ausführlich sprechen, aber hier schon mal die momentan bekannten Fakten (plus das, was durch die Medien geistert):

  • Alf Mintzel hat seine aktive Karriere beendet und wird zukünftig im Marketing des SVWW arbeiten.
  • Simon Brandstetter wechselt zur 2. Mannschaft des 1. FSV Mainz 05.
  • Florian Hansch wurde nach seiner halbjährigen Leihe verabschiedet.
  • Für die Außenverteidigerpositionen wurden zwei junge Spieler verpflichtet: für rechts Michael Guthörl (20) von der zweiten Mannschaft der SpVgg Greuther Fürth und für links Tobias Mißner (19) von Borussia Dortmunds U19 und frischgebackener Deutscher Meister der A-Junioren.
  • [Update] Ganz frisch: Mittelfeldspieler Marvin Ajani kommt vom Halleschen FC.
  • Die auslaufenden Verträge von Marcel Titsch Rivero und Jeremias Lorch haben sich angeblich durch den Aufstieg automatisch verlängert, eine Bestätigung von Vereinsseite steht noch aus.

Gute Nachricht auch von der DFL, denn alle Teams, also auch der SVWW, haben die Lizenz für die kommende Saison erhalten. Das beinhaltet auch die Ausnahmegenehmigung, alle Spiele in der Brita-Arena mit eingeschränkter Kapazität auszutragen.

Das Hessenpokalfinale gegen den KSV Baunatal findet aus organisatorischen Gründen nicht wie ursprünglich geplant in Baunatal statt, sondern in Wetzlar. Das ist für alle SVWW-Fans, die am 25. Juni zum Spiel fahren wollen, natürlich eine gute Nachricht, schließlich ist der Weg nach Wetzlar nicht mal halb so lang.
Trainingsbeginn ist übrigens am 19. Juni auf dem Halberg, am 28. Juni gibt es in Offenbach ein Testspiel gegen die Kickers und vom 1. bis 9. Juli findet das Trainingslager in Bad Gögging statt.

Auch für die Nachwuchsteams ist die Saison beendet und anders als in der vergangenen Saison mit dem äußerst unglücklichen Abstieg der U19 ist die Bilanz sehr positiv. Die U19 hat zwar als Zweiter hinter dem OFC nicht den direkten Wiederaufstieg in die A-Junioren-Bundesliga geschafft, aber dafür hat die U17 den Klassenerhalt in der B-Junioren-Bundesliga erreicht. Die U16, also der jüngere B-Jugend-Jahrgang, hat sich als Aufsteiger in der Hessenliga gehalten, ebenso wie die U15 in der Regionalliga, was bei den C-Junioren die höchste Spielklasse ist.

Relegation, Rückspiel: FC Ingolstadt – SVWW 2:3

Tore: Kerschbaumer (13.), Poulsen (68.) – Kyereh (11.), Dittgen (30.), Paulsen (Eigentor, 43.)

Das Spiel in maximal fünf Worten:

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wie angekündigt setzte Rüdiger Rehm wieder auf eine Doppelspitze. Schäffler konnte (wie auch Gül) trotz Blessur aus dem Hinspiel auflaufen, dazu kam Kyereh rein. Etwas überraschend begannen neben Gül weder Titsch Rivero noch Schönfeld, sondern Lorch – offenbar wollte man nicht mehr so viele Kopfballduelle verlieren wie vier Tage zuvor. Das Spiel begann mit einem Schreckmoment, denn erneut hatte gleich in der ersten Minute Lezcano eine Chance, setzte den Ball aber übers Tor. Im Gästeblock beruhigte man sich mit der Feststellung, dass das Spielglück diesmal ganz offensichtlich auf Wehener Seite sein muss. Der SVWW ergriff die Initiative und spielte zielstrebig nach vorne. Nach zehn Minuten versuchte Gül es aus der Distanz, dessen abgeblockter Schuss landete bei Lorch, der ebenfalls einfach mal draufhielt. Ingolstadts Torwart Tschauner wehrte den Ball zur Seite ab, von wo Dittgen in die Mitte flankte, Schäfflers Kopfballablage verwertete Kyereh aus kurzer Entfernung. 1:0 und die erste Eskalation des Wehener Anhangs: heute geht was! Es dauert einen Moment, bis auch der Videoschiedsrichter grünes Licht gab und ähnlich wie die TV-Zuschauer bekam man auch im Stadion kaum mit, dass postwendend der Ausgleich fiel. Kolke hatte einen Schuss nach vorne abprallen lassen und Kerschbaumer erzielte das 1:1. Nach dem ersten Schock war aber den meisten klar, dass das Gegentor eigentlich nicht viel änderte, der SVWW benötigte ohnehin einen zweiten Treffer. Der fiel tatsächlich nach einer guten halben Stunde, Traumpass von Kuhn auf Dittgen, der das 2:1 erzielte (siehe Szene des Spiels) und somit in der Addition beider Spiele ausglich. Schäfflers Kopfball zehn Minuten später ging dann knapp vorbei, aber kurz darauf zog erneut Lorch aus über zwanzig Metern Torentfernung ab. Der Ball wäre eigentlich weit vorbei gegangen, aber Ingolstadts Verteidiger Paulsen hielt das Bein in die Schussbahn und lenkte die Kugel so unhaltbar ins eigene Tor. 3:1 und somit war klar, dass die Gastgeber nun sogar zwei Tore benötigten. In der zweiten Halbzeit wurde Ingolstadt offensiver, aber Kolke konnte gleich zweimal gegen Lezcano gut parieren. Gül hätte dann beinahe das 4:1 und damit wohl die Entscheidung erzielt, doch sein Schuss ging nur an die Latte. In der 68. Minute traf Paulsen per Kopf zum 3:2 und sorgte für Bangen im Gästeblock – das war zu früh, wie sollte man die restliche Spielzeit überstehen? Wehener Entlastungsangriffe oder gar der eine entscheidende Konter fehlten, gewonnen Bälle gingen umgehend wieder verloren. Ingolstadt schlug ein ums andere Mal den Ball in Richtung Tor, aber richtig zwingend wurde es glücklicherweise nicht. In der Schlussphase gelang es dem SVWW wieder besser, das Spiel auch mal in die gegnerische Hälfte zu verlagern und als nach endlos erscheinenden vier Minuten Nachspielzeit der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel natürlich grenzenlos. Der SV Wehen Wiesbaden steigt in die 2. Bundesliga auf!

Liebling des Spiels: Da müsste man eigentlich alle Spieler aufzählen, denn jeder einzelne hat buchstäblich bis zum Umfallen gekämpft – stellvertretend nenne ich hier Sascha Mockenhaupt, der einmal mehr so ziemlich jeden Ball rausgehauen hat, der in den Strafraum kam.

Szene des Spiels: 30. Minute, Ingolstadts Kerschbaumer bleibt kurz vor dem Wehener Sechzehner an Moritz Kuhn hängen, der anstatt die Kugel einfach nach vorne zu schlagen sofort in den Gegenangriff übergeht. Sein Pass (der vielleicht eigentlich für Schäffler gedacht war?) findet Dittgen, der die Ruhe behält und mit rechts den Ball präzise am Torwart vorbei neben den Pfosten platziert. Wenn schon Dittgen, der für den SVWW trotz teilweise bester Chancen noch nie getroffen hat, ein Tor schießt und noch dazu mit seinem schwächeren Fuß, dann geht an diesem Tag anscheinend alles.

Vor dem Spiel:

Nach dem Spiel: Eskalation! Plötzlich ist das Tor vom Gästeblock zum Spielfeld offen, die Ordner versuchen noch zunächst den Platzsturm zu verhindern, lassen dann kurz darauf aber doch den Wehener Anhang zum Feiern aufs Feld.

Das fiel auf:
+ Der Mut wurde belohnt und das notwendige Spielglück kehrte zurück.
+ Mit einer ganz starken ersten Halbzeit legte der SVWW den Grundstein für den Sieg.
+ Die zweite Halbzeit war dann eher Kategorie Abwehrschlacht, aber auch das wurde bravourös gemeistert.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Donaukurier, DAZN (Video)

Zuschauer: 12.420, davon etwa 400 Gästefans.

Serien und Rekorde: Nach exakt zehn Jahren in der 3. Liga kehrt der SVWW in die 2. Bundesliga zurück. Bei elf Relegationen zwischen 2. und 3. Liga setzte sich zum achten Mal der Drittligist durch. Zum dritten Mal sorgte die Auswärtstorregel für die Entscheidung.

Ansonsten: Irgendwann nächste Woche nehmen wie die Saisonabschlussfolge unseres NEL-Podcasts auf.

Nächstes Spiel: Jetzt ist erstmal Sommerpause und die Spieler im wohlverdienten Urlaub. Die Vorbereitung auf die neue Saison wird vermutlich in gut drei Wochen beginnen. Am 25. Juni steht dann mit dem Hessenpokalfinale beim KSV Baunatal das letzte Pflichtspiel der Saison 2018/19 an.