Die Wehenschau (KW 16/2019)

Der KSC hat am Montagabend 0:0 in Würzburg gespielt und ist somit zurück auf dem 2. Tabellenplatz – aber eben auch nur einen Punkt vor dem SVWW bzw. drei Punkte vor Halle. Auf Platz 1 ist Osnabrück schon fast durch und der Abstand zwischen Halle und den fünftplatzierten Rostockern beträgt auch schon zehn Punkte. Wenn also nicht noch etwas ganz Verrücktes passieren sollte, werden Karlsruhe, Wehen und Halle auch am Saisonende die Plätze 2 bis 4 unter sich ausmachen. Möglicherweise erwartet uns sogar ein hochdramatisches Saisonfinale, denn am letzten Spieltag spielen Karlsruhe und Halle gegeneinander. Aus Wehener Sicht hoffen wir natürlich, am Ende der lachende Dritte zu sein – und auf Tabellenplatz zwei zu landen. (Unter anderem darüber sprechen wir natürlich in der aktuellen NEL-Folge.)


Was, wann, wo: 3. Liga, 34. Spieltag, Samstag, 20. April, 14:00 Uhr, auswärts beim FC Carl Zeiss Jena

Hinrundenergebnis: Eine 2:3-Heimniederlage nach einem der frustrierendsten Spiele der Saison.

Der Gegner: Jena hatte nach gutem Saisonstart (zehn Punkte aus den ersten fünf Spielen) eine lange Serie von neun Spielen ohne Dreier – bis zur Partie in Wiesbaden. Bis zur Winterpause folgte nur ein weiterer Sieg und danach eine noch längere Sieglos-Serie von zwölf Spielen. Die Thüringer schienen schon als Absteiger festzustehen, haben aber die zwei jüngsten Spiele (gegen Cottbus und in Rostock) gewonnen. Mit 34 Punkten sind sie zwar immer noch Vorletzter, haben aber nur noch drei Punkte Rückstand auf Platz 16 und werden somit sicherlich ums Überleben kämpfen und ein verdammt unangenehmer Gegner für den SVWW sein. Gestern Abend gab es aber einen Dämpfer für den FCC, denn man unterlag im Halbfinale des Thüringer Landespokals in Nordhausen mit 0:2.

Direktvergleich beim kicker. Die letzten beiden Spiele verlor Wehen trotz Führung und in Jena konnte der SVWW überhaupt noch nie gewinnen: in der 3. Liga gab es vier Niederlagen, in der 2. Bundesliga und der Regionalliga jeweils ein Unentschieden. Auch die Gesamtbilanz ist negativ.

Personelles: Dams und Schwadorf fehlen verletzt, Mintzel hat gegen Köln seine fünfte gelbe Karte gesehen und ist gesperrt.

Aufstellungstipp: Kolke – Kuhn, Mockenhaupt, Reddemann, Dittgen – Shipnoski, Mrowca, Gül, Kyereh – Schäffler, Schmidt

Nach dem Spiel wird der SVWW auf Platz 2 bis 4 stehen. KSC (gegen Meppen) und HFC (gegen 1860) spielen gleichzeitig.


Außerdem: Es gibt den ersten Neuzugang für die kommende Saison: Paterson Chato wechselt im Sommer von den Sportfreunden Lotte zum SVWW. Der 22-jährige Deutsch-Kameruner wird als “Defensivspezialist” vorgestellt, in Lotte kam er überwiegend im Mittelfeld zum Einsatz, aber er kann wohl auch in der Abwehr spielen. Wir werden dann ab dem Sommer sehen, wo Rüdiger Rehm ihn einsetzt, für den Moment erst mal: Herzlich Willkommen!

NEL040 - Einlauftinder

Nach einer kleinen Pause sind wir rechtzeitig zum Saisonendspurt wieder da. Wir besprechen natürlich die letzten Spiele des SV Wehen Wiesbaden und stellen fest, dass manche von uns mit ihrer Rückrundenprognose etwas daneben lagen. Wir werfen außerdem einen Blick auf die möglichen Regionalligaaufsteiger sowie auf die SVWW-Jugend und hassen sinnlose “Fantrennung”.

Links:

Hier gibt es alle bisherigen Folgen von “Niemals Erste Liga”.

3. Liga, 33. Spieltag: SVWW – Fortuna Köln 3:0

Tore: Schäffler (13.), Kyereh (62., 90.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Pflichtsieg dank Patzern.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Rüdiger Rehm ersetzte den verletzten Schwadorf durch Dittgen, der eine Position nach vorne rutschte. Dafür durfte Mintzel mal wieder hinten links ran. Lorch vertrat wie erwartet erneut Dams, außerdem durfte Gül für Titsch-Rivero beginnen. Im Gegensatz zum Spiel in Zwickau begann die Partie eher gemächlich, in den ersten zehn Minuten gab es nur zaghafte Torannäherungen beider Mannschaften. Shipnoski hatte dann mal etwas Platz auf der rechten Seite und flankte in den Strafraum, wo Kölns Verteidiger Kyere Mensah schlecht stand und auch noch wegrutschte – Schäffler konnte den Ball annehmen und aus zehn Metern unter die Latte nageln. Danach hatten aber vor allem die Gäste Chancen und nur dank Kolke ging es mit der 1:0-Führung in die Pause. In der zweiten Halbzeit wurde Wehen aktiver, aber die erste gute Gelegenheit hatte Köln. Nach einer guten Stunde wurde Kyereh nicht richtig angegriffen und zog aus 18 Metern ab. Der Schuss ging ziemlich genau auf den Torwart, der den Ball aber durch die Hände rutschen ließ – 2:0. In der Schlussphase legte sich der eingewechselte Diawusie einmal mehr den Ball zu weit vor, spitzelte die Kugel aber dem Torwart wieder vom Fuß und legte auf Kyereh zurück, der auch noch das 3:0 erzielte. Es war zwar einige Mithilfe des Gegners erforderlich, aber durch den Sieg bleibt der SVWW in einer guten Position im Aufstiegsrennen.

Liebling des Spiels: Markus Kolke, der vor allem in der ersten Halbzeit mit einigen hervorragenden Paraden den Ausgleich verhinderte.

Szene des Spiels: 62. Minute, ein langer Ball von Kolke landet bei Kyereh, der ein bisschen Platz bekommt und einfach mal draufhält. Mit seinem schwächeren linken Fuß gerät der Schuss aber zu zentral und ist normalerweise eine sichere Beute für den Torwart, aber Nikolai Rehnen hatte vielleicht etwas zu kräftig in die Hände gespuckt, jedenfalls flutscht der Ball durch die Handschuhe ins Tor. Ein Patzer, wie man ihn im Profifußball eher selten sieht.

Vor dem Spiel hörte man schon von weitem den Stadionlärm – so eine fehlende Westtribüne hat auch Vorteile.

Nach dem Spiel war ich trotz Winterjacke doch ein bisschen durchgefroren. So langsam darf es aber wirklich mal Frühling werden.

Das fiel auf:
– In der ersten Halbzeit war viel zu wenig Tempo und Bewegung im Wehener Spiel.
+ Das Glück, was letzte Woche bei zwei Pfostentreffern fehlte, kam diesmal in Form von Patzern des Gegners zurück.
– Lorch war erneut ein Unsicherheitsfaktor in der Defensive und wurde zur Pause ausgewechselt. Keine gute Entwicklung, zumal Dams möglicherweise bis Saisonende ausfällt – aber eventuell die Chance für Reddemann?
+/- Mit der Einwechslung von Titsch-Rivero wurden die letzten 20 Minuten mit drei Sechsern und nur noch einem Stürmer bestritten – haben wir das unter Rehm überhaupt schon mal gesehen?

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Magenta Sport (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 2.421, davon etwa 150 Gästefans.

Tabelle: Durch den Sieg von Halle am Freitag ging der SVWW als Vierter ins Spiel und kam als Zweiter wieder raus – zumindest bis morgen, wenn Karlsruhe in Würzburg antritt. Mit 58 Punkten hat Wehen jetzt schon die drittbeste Bilanz in zehn Jahren Dritter Liga.

Serien und Rekorde: Manuel Schäffler bestritt sein 100. Ligaspiel für den SVWW und erzielte dabei sein 49. Tor – eine sehr ordentliche Quote. Kofi Kyereh zog durch seinen Doppelpack in der diesjährigen Wertung wieder mit Schäffler gleich. Beide haben nun 14 Treffer auf dem Konto und teilen sich den zweiten Platz in der Torjägerliste.

Ansonsten: Die nächste Folge unseres NEL-Podcasts erscheint voraussichtlich am Dienstag.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag um 14 Uhr auswärts bei Carl Zeiss Jena.

Die Wehenschau (KW 15/2019)

Nach dem kurzzeitigen Sprung auf Platz 2 steht der SVWW aktuell erneut auf dem Relegationsrang und ist wieder sowohl “Jäger” als auch “Gejagter” zugleich. Durchaus möglich, dass es bis zum letzten Spieltag ein enges Rennen zwischen dem KSC, Halle und Wehen bleibt. Im WK wird Sebastian Mrowca zitiert, dass im Spiel in Zwickau “bei jedem ein Stück gefehlt” habe – hoffen wir mal, dass ab sofort wieder alle Spieler vollständig antreten und sich das Erlebnis aus dem Vorjahr nicht wiederholt.


Was, wann, wo: 3. Liga, 33. Spieltag, Samstag, 14 Uhr, zuhause gegen Fortuna Köln

Hinrundenergebnis: Der legendäre 7:0-Auswärtssieg mit Schäffler-Viererpack, wer denkt nicht gerne daran zurück?

Der Gegner: In der Hinrunde war Fortunas langjähriger Trainer Uwe Koschinat in die 2. Bundesliga zum SV Sandhausen gewechselt. Sein Nachfolger Tomasz Kaczmarek hatte einen Horror-Einstand: erst das 0:7 gegen den SVWW, danach noch ein 0:6 in Unterhaching. Es folgten weitere Spiele ohne Sieg, aber kurz vor der Winterpause gelang doch noch ein Dreier. Die Rückrunde verlief zunächst etwas besser, aber dennoch schweben die Kölner in akuter Abstiegsgefahr und liegen aktuell nur einen Punkt vor den Abstiegsrängen. In den letzten fünf Spielen gab es vier Unentschieden und eine Niederlage. Ex-Wehener Steven Ruprecht hat einen großen Teil der Rückrunde verletzungsbedingt verpasst, ist mittlerweile aber wieder zurück auf dem Platz.

Formkurve & Direktvergleich beim kicker. Die Gesamtbilanz in bisher neun Spielen gegeneinander spricht knapp für Fortuna.

Personelles: Schwadorf fällt mit einer Bänderverletzung im Fußgelenk erstmal aus, Dams ist hoffentlich wieder fit, Schönfeld und Wachs könnten ebenfalls wieder zur Verfügung stehen. Es drohen weiterhin eine Menge Gelbsperren. [Update: Dams fällt doch noch aus.]

Aufstellungstipp: Kolke – Kuhn, Mockenhaupt, Dams Lorch, Dittgen – Shipnoski, Mrowca, Titsch-Rivero, Schmidt – Schäffler, Kyereh

Nach dem Spiel könnte der SVWW zumindest bis Montagabend, wenn der KSC in Würzburg spielt, wieder auf Platz 2 stehen. Andererseits kann der SVWW auch als Vierter ins Spiel gehen, denn Halle spielt bereits am Freitagabend in Meppen.


Außerdem: Der HFV hat bekanntgegeben, dass das Hessenpokalfinale zwischen dem KSV Baunatal und dem SVWW in Baunatal stattfinden wird. Das ist aus Wehener Sicht natürlich die schlechtestmögliche Wahl, weniger weil es auf gegnerischem Platz ist, sondern weil es über 200 km Anfahrt sind – viel weiter geht innerhalb Hessens ja kaum. Vielleicht ist das aber die Kröte, die man schlucken musste, um eine Chance auf Terminverlegung zu haben, denn falls der SVWW in der Aufstiegsrelegation antreten darf/muss, wäre das Relegationshinspiel einen Tag vor dem geplanten Finale (25. Mai). In diesem Fall soll auf einen anderen Termin ausgewichen werden.

3. Liga, 32. Spieltag: FSV Zwickau – SVWW 2:1

Tore: König (1., 29.) – Shipnoski (3.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Wie gewonnen, so zerronnen.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Das viel zitierte “Abtasten” blieb in diesem Spiel aus, denn mit dem ersten Angriff ging Zwickau in Führung. Eine Flanke aus dem linken Halbfeld fälschte Mockenhaupt noch leicht ab, sodass Lorch (der für den angeschlagenen Dams spielte) ins Leere grätschte und Ronny König, von Dittgen ungehindert, einköpfen konnte. Keine zwei Minuten später glich der SVWW allerdings schon aus, als Shipnoski erst schön von Schmidt im Strafraum angespielt, dann von den Zwickauer Verteidigern in Ruhe gelassen wurde und schließlich zum 1:1 einschob. Eine Viertelstunde später bereitete Schwadorf eine Chance über links vor. Ein Tor entstand daraus nicht, aber schlimmer ist, dass Schwadorf dabei umknickte und verletzt ausgewechselt werden musste. Der für ihn eingewechselte Hansch hatte direkt eine gute Szene und wurde im Strafraum getroffen, aber der durchaus mögliche Elfmeterpfiff blieb aus. Stattdessen wiederholte sich die Szene des 1:0: Halbfeldflanke von links, König schleicht sich zwischen Lorch und Dittgen und trifft wieder per Kopf zur erneuten Führung. Wehen bemühte sich um eine Antwort, wurde aber bis zur Pause nicht mehr wirklich gefährlich. Direkt nach dem Seitenwechsel hatte Schmidt nach einer Hereingabe von Dittgen die Riesenchance zum Ausgleich, traf frei vor dem Tor aus etwa zehn Metern aber nur die Latte. Ein paar Minuten später war es erneut Dittgen, der mit einem guten Pass auf Titsch-Rivero die nächste Chance einleitete, aber der traf nur den Pfosten. Leider blieben das die besten Gelegenheiten. Die Gastgeber wurden noch ein paar mal gefährlich, die Gäste eher nicht. In der Schlussphase flogen zwar reihenweise Flanken in den Strafraum, die aber meistens kein Problem für die FSV-Abwehr waren. Am Ende blieb es bei einer verdienten Niederlage, bei der der SVWW zwar auch etwas Pech hatte, aber vor allem einfach zu schlecht gespielt hat.

Liebling des Spiels: Letzte Woche konnte ich mich nicht entscheiden, weil die ganze Mannschaft so gut war – dieses mal ist das Gegenteil der Fall.

Szene des Spiels: 17. Minute, Schwadorf dringt über links in den Strafraum ein, spielt in die Mitte und liegt kurz danach vor Schmerzen schreiend am Boden. Kein übles Foul eines Gegenspielers, sondern so unglücklich umgeknickt, dass er vom Platz getragen und direkt ins Krankenhaus gebracht werden musste. Sollte er länger ausfallen, wäre das noch bitterer als die Niederlage an sich.

Vor dem Spiel: Hatte ich zwar die Aufstellung richtig getippt, aber auch befürchtet, dass nach den Glanzleistungen gegen Halle und Karlsruhe ein Knick in die Bilanz kommen könnte – leider nicht zu Unrecht.

Nach dem Spiel: Sind wir den schönen direkten Aufstiegsplatz erstmal wieder los.

Das fiel auf:
+ Chancen zum Punktgewinn waren da. (Das schreibe ich aber auch nur, damit wenigstens ein positiver Punkt in der Liste ist.)
– Dams fehlte doch arg, die Abwehrkette mit Lorch im Zentrum sah wiederholt ziemlich alt aus.
– Dittgen müsste man wohl nochmal erklären, dass bloßes Hinter- oder Nebenherlaufen kein adäquates Abwehrverhalten ist.
– Ein energisches Aufbäumen gegen die Niederlage war nicht zu sehen. Und nein, lauter hohe Bälle sind gegen eine kopfballstarke Abwehr nicht besonders clever.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Magenta Sport (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 3.969, davon 72 Gästefans.

Tabelle: Karlsruhe und Halle haben jeweils gewonnen, sodass der SVWW wieder auf den 3. Platz zurückfällt, drei Punkte hinter dem KSC und zwei vor dem HFC.

Serien und Rekorde: Im sechsten Spiel gegen Zwickau gab es die ersten Gegentore und die erste Niederlage. Es war auch das erste mal, dass Ronny König gegen den SVWW traf.

Ansonsten: Letzte Saison stand Wehen am 31. Spieltag ebenfalls kurz auf dem 2. Platz (allerdings hatte Magdeburg noch ein Spiel weniger, was sie später gewannen). Es folgten vier Niederlagen in Folge und das Ende der Aufstiegsträume.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag zuhause gegen Fortuna Köln.