3. Liga, 32. Spieltag: FSV Zwickau – SVWW 2:1

Tore: König (1., 29.) – Shipnoski (3.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Wie gewonnen, so zerronnen.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Das viel zitierte “Abtasten” blieb in diesem Spiel aus, denn mit dem ersten Angriff ging Zwickau in Führung. Eine Flanke aus dem linken Halbfeld fälschte Mockenhaupt noch leicht ab, sodass Lorch (der für den angeschlagenen Dams spielte) ins Leere grätschte und Ronny König, von Dittgen ungehindert, einköpfen konnte. Keine zwei Minuten später glich der SVWW allerdings schon aus, als Shipnoski erst schön von Schmidt im Strafraum angespielt, dann von den Zwickauer Verteidigern in Ruhe gelassen wurde und schließlich zum 1:1 einschob. Eine Viertelstunde später bereitete Schwadorf eine Chance über links vor. Ein Tor entstand daraus nicht, aber schlimmer ist, dass Schwadorf dabei umknickte und verletzt ausgewechselt werden musste. Der für ihn eingewechselte Hansch hatte direkt eine gute Szene und wurde im Strafraum getroffen, aber der durchaus mögliche Elfmeterpfiff blieb aus. Stattdessen wiederholte sich die Szene des 1:0: Halbfeldflanke von links, König schleicht sich zwischen Lorch und Dittgen und trifft wieder per Kopf zur erneuten Führung. Wehen bemühte sich um eine Antwort, wurde aber bis zur Pause nicht mehr wirklich gefährlich. Direkt nach dem Seitenwechsel hatte Schmidt nach einer Hereingabe von Dittgen die Riesenchance zum Ausgleich, traf frei vor dem Tor aus etwa zehn Metern aber nur die Latte. Ein paar Minuten später war es erneut Dittgen, der mit einem guten Pass auf Titsch-Rivero die nächste Chance einleitete, aber der traf nur den Pfosten. Leider blieben das die besten Gelegenheiten. Die Gastgeber wurden noch ein paar mal gefährlich, die Gäste eher nicht. In der Schlussphase flogen zwar reihenweise Flanken in den Strafraum, die aber meistens kein Problem für die FSV-Abwehr waren. Am Ende blieb es bei einer verdienten Niederlage, bei der der SVWW zwar auch etwas Pech hatte, aber vor allem einfach zu schlecht gespielt hat.

Liebling des Spiels: Letzte Woche konnte ich mich nicht entscheiden, weil die ganze Mannschaft so gut war – dieses mal ist das Gegenteil der Fall.

Szene des Spiels: 17. Minute, Schwadorf dringt über links in den Strafraum ein, spielt in die Mitte und liegt kurz danach vor Schmerzen schreiend am Boden. Kein übles Foul eines Gegenspielers, sondern so unglücklich umgeknickt, dass er vom Platz getragen und direkt ins Krankenhaus gebracht werden musste. Sollte er länger ausfallen, wäre das noch bitterer als die Niederlage an sich.

Vor dem Spiel: Hatte ich zwar die Aufstellung richtig getippt, aber auch befürchtet, dass nach den Glanzleistungen gegen Halle und Karlsruhe ein Knick in die Bilanz kommen könnte – leider nicht zu Unrecht.

Nach dem Spiel: Sind wir den schönen direkten Aufstiegsplatz erstmal wieder los.

Das fiel auf:
+ Chancen zum Punktgewinn waren da. (Das schreibe ich aber auch nur, damit wenigstens ein positiver Punkt in der Liste ist.)
– Dams fehlte doch arg, die Abwehrkette mit Lorch im Zentrum sah wiederholt ziemlich alt aus.
– Dittgen müsste man wohl nochmal erklären, dass bloßes Hinter- oder Nebenherlaufen kein adäquates Abwehrverhalten ist.
– Ein energisches Aufbäumen gegen die Niederlage war nicht zu sehen. Und nein, lauter hohe Bälle sind gegen eine kopfballstarke Abwehr nicht besonders clever.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Magenta Sport (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 3.969, davon 72 Gästefans.

Tabelle: Karlsruhe und Halle haben jeweils gewonnen, sodass der SVWW wieder auf den 3. Platz zurückfällt, drei Punkte hinter dem KSC und zwei vor dem HFC.

Serien und Rekorde: Im sechsten Spiel gegen Zwickau gab es die ersten Gegentore und die erste Niederlage. Es war auch das erste mal, dass Ronny König gegen den SVWW traf.

Ansonsten: Letzte Saison stand Wehen am 31. Spieltag ebenfalls kurz auf dem 2. Platz (allerdings hatte Magdeburg noch ein Spiel weniger, was sie später gewannen). Es folgten vier Niederlagen in Folge und das Ende der Aufstiegsträume.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag zuhause gegen Fortuna Köln.

Die Wehenschau (KW 14/2019)

Seit Sonntag steht der SV Wehen Wiesbaden auf Tabellenplatz 2 der 3. Liga, also einem direkten Aufstiegsplatz. Kurz nach Saisonbeginn war das in früheren Jahren schon öfter der Fall, manchmal auch noch gegen Ende der Hinrunde, aber noch nie so spät in einer Saison. [Update: Ist nicht ganz korrekt, siehe Christophs Kommentar unten.]
Nach den beiden erfolgreichen Spielen gegen die direkte Konkurrenz aus Halle und Karlsruhe kommen nun mit Zwickau, Köln und Jena ein paar vermeintlich leichtere Gegner – aber was heißt das schon in einer Liga, in der so ziemlich alles passieren kann? Den Aussagen von Spielern und Trainer nach zu urteilen, ist beim SVWW allen klar, dass sie nicht einen Deut nachlassen dürfen, aber in der Vergangenheit hat man ja schon desöfteren gesehen, dass zwischendurch (wenn auch unbewusst) mal ein Schritt weniger gelaufen wurde. Man darf gespannt sein.


Was, wann, wo: 3. Liga, 32. Spieltag, Samstag, 6. April, 14:00 Uhr, auswärts beim FSV Zwickau

Hinrundenergebnis: 0:0 – Schäffler verschoss kurz vor Schluss dabei einen Strafstoß.

Der Gegner: Zwickau spielt eine recht typische Saison eines Durchschnittsdrittligisten – Siege, Unentschieden und Niederlagen sind fast gleich verteilt, zwischen 3:0 und 0:3 sind alle Resultate mal vertreten, wobei die Abwehr insgesamt recht solide ist. Zuletzt gab es eine 1:3-Niederlage in Rostock. Aktuell stehen die Sachsen auf Platz 13, sind mit 37 Punkten aber noch bedrohlich nahe an den Abstiegsplätzen. Unser alter Freund Ronny König, mittlerweile fast 36 Jahre jung, ist mit sechs Treffern zweitbester Torschütze beim FSV.

Formkurve & Direktvergleich beim kicker. Das 0:0 im Hinspiel war der erste Punktverlust gegen Zwickau, die vier Spiele zuvor wurden alle gewonnen. In den fünf Begegnungen hat der SVWW noch kein einziges Gegentor hinnehmen müssen.

Personelles: Wie gehabt fehlen Schönfeld und Wachs, trainieren aber immerhin wieder. Dams hat aus dem letzten Spiel muskuläre Probleme mitgenommen, könnte aber wieder einsatzbereit sein. Mittlerweile stehen mit Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Mintzel, Mrowca, Schwadorf, Schäffler und Kyereh gleich acht Spieler bei vier gelben Karten.

Aufstellungstipp: Kolke – Kuhn, Mockenhaupt, Lorch, Dittgen – Shipnoski, Mrowca, Titsch-Rivero, Schwadorf – Schäffler, Schmidt (Kyereh könnte mal eine kleine Pause vertragen und als Joker kommen, oder?)

Nach dem Spiel wird der SVWW auf Platz 2 oder 3 stehen. Der Abstieg ist für Wehen übrigens schon ausgeschlossen, da noch diverse Teams aus dem Tabellenkeller gegeneinander spielen.


Außerdem: Für Zwickau würde ein Abstieg einen kompletten Neuanfang bedeuten, denn alle Spielerverträge gelten nur für die 3. Liga. Noch krasser ist es beim KFC Uerdingen, denn dort wurde für den Worst Case nicht mal eine Regionalliga-Lizenz beantragt.

3. Liga, 31. Spieltag: SVWW – Karlsruher SC 2:0

Tore: Schäffler (48.), Schmidt (87.)

Das Spiel in maximal fünf Worten:

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Beide Trainer verzichteten auf Experimente in der Startaufstellung. Rüdiger Rehm kehrte nach der Hessenpokal-Rotation zurück zur Mannschaft des letzten Wochenendes, Alois Schwartz brachte nur Marc Lorenz neu, der letzte Woche gelbgesperrt war. In den ersten zehn Minuten war zunächst der KSC am Drücker und kam zu ersten Torannäherungen, aber danach war die Partie ziemlich ausgeglichen. Viele Torchancen gab es nicht, dafür umso mehr Zweikämpfe. Nach einem Ellenbogenschlag von Gordon gegen Schwadorf hätte der Karlsruher Verteidiger eigentlich vom Platz fliegen müssen, aber der Schiedsrichter zog nicht mal Gelb, vielleicht war ihm die Sicht verdeckt. Kurz vor der Halbzeitpause hatten die Gäste nach einer schönen Kombination die größte Chance, aber der Ball ging am Tor vorbei. Im Gegenzug zog Schäffler aus großer Distanz ab – drüber. In die zweite Halbzeit startete der SVWW mit Titsch-Rivero für Gül und mehr Zug zum Tor. Kuhn war nach einem Eckball noch auf der linken Seite und bekam dort nochmal den Ball, flankte auf Schäffler und der erzielte mit einem artistischen Sprung das 1:0. Sein Fuß war dabei fast schon gefährlich nahe an Pisots Kopf, aber weder der Verteidiger noch – und das ist ja entscheidend – der Schiedsrichter hatten etwas einzuwenden. Wehen hatte jetzt eine ganz starke Phase und Schäffler kam zu zwei weiteren Großchancen, aber Torhüter Uphoff verhinderte das 2:0. Ab etwa Mitte der zweiten Halbzeit verschärfte der KSC seine Offensivbemühungen, aber die Wehener Spieler hielten mit aller Macht dagegen und warfen sich in jeden Schuss, sodass kaum ein gefährlicher Ball tatsächlich auf Kolkes Kasten durchkam. Natürlich ergaben sich gegen Spielende Kontersituationen für den SVWW. Der eingewechselte Schmidt vergab erst eine, als er auf den im Abseits stehenden Schäffler passte statt selbst anzuschließen. Kurz darauf machte er es aber besser und sein abgefälschter Schuss senkte sich in Zeitlupe über den Torwart hinweg ins Netz. Das war die Entscheidung und die letzten Minuten konnte man auf der Tribüne ohne Zittern genießen.

Liebling des Spiels: Diesmal kann und will ich keinen herausheben, da tatsächlich die gesamte Mannschaft ohne Ende geschuftet hat. Auch die eher filigranen Schwadorf und Shipnoski haben hervorragend mitverteidigt und wichtige Bälle erobert oder Schüsse geblockt.

Szene des Spiels: 55. Minute, Schäffler schießt aus recht kurzer Distanz, Uphoff wehrt den Ball mit einer Glanzparade ab. Vor dem anschließenden Eckball klatschen beide grinsend miteinander ab – schön, dass es in einem so wichtigen und teilweise hitzig geführtem Spiel auch solche kleine Szenen gibt.

Vor dem Spiel: Volles Haus und ein “do or die”-Spiel, die Fans schwanken zwischen pessimistisch und übermütig – fast schon Pokal-Atmosphäre.

Nach dem Spiel: Wanderte meine Hose umgehend in die Wäsche, denn ein voller Block und ein Tor kurz nach der Halbzeit, wenn viele Leute gerade mit vollen Bierbechern zurückkommen, können zu spontaner Erhöhung der Luftfeuchtigkeit führen.

Das fiel auf:
+ Großartige Teamleistung, von vorne bis hinten
+ Nach der sehr kampfbetonten ersten Halbzeit spielte der SVWW in der zweiten Halbzeit auch richtig guten Fußball.
– Karlsruhes Sportdirektor Oliver Kreuzer echauffierte sich im Halbzeit-Interview über angeblich respektlose Äußerungen von Rüdiger Rehm gegenüber der KSC-Bank. Angesprochen auf die klare Tätlichkeit seines Spielers verwies er jedoch nur achselzuckend auf ein “hitziges Spiel”. Wenn Rehm es nicht gesagt hat, dann sage ich es hier: Halt die Fresse!

Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau (mit Video), Magentasport (Video)

Zuschauer: 7.451, davon etwa 3.000 Gästefans. Mal schauen, wieviele davon auch zum nächsten Heimspiel gegen Fortuna Köln wiederkommen.

Tabelle: Der SVWW hat nun wie der KSC 55 Punkte, aber die bessere Tordifferenz und schiebt sich auf den 2. Platz. Der Abstand zu Halle auf Platz 4 beträgt jetzt fünf Punkte

Serien und Rekorde: Der SVWW ist weiterhin die beste Rückrundenmannschaft und das einzige Team, das den Karlsruher SC in dieser Saison zweimal besiegen konnte.

Ansonsten: Der Hessische Rundfunk überträgt zwar weiterhin kein einziges Wehen-Spiel live, berichtet aber immerhin etwas mehr. In der gestrigen hessenschau wurde im Spielbericht unser Stadionsprecher und NEL-Mitglied Micha “gefeaturet” (ab Minute 20 im Video) und heute Abend ist Rüdiger Rehm zu Gast in der Sendung heimspiel.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) geht es zum FSV Zwickau.

Die Wehenschau (KW 13/2019, Teil 2)

Gestern Nachmittag tauchte doch noch ein Video mit den Höhepunkten des Hessenpokalspiels in Dreieich auf. Wer es noch nicht gesehen hat, ich habe es im Spielbericht verlinkt.
Nach dem erfolgreichen Finaleinzug kann man sich beim SV Wehen Wiesbaden in den nächsten Wochen nun voll auf die Liga konzentrieren. Das letzte Saisonviertel ist angebrochen und der SVWW ist mittendrin im Aufstiegsrennen. Am Sonntag kommt es zum Spitzenspiel gegen den Karlsruher SC und in der Brita-Arena wird es ziemlich voll werden. Der komplette Gästebereich auf der Südtribüne sowie die Haupttribüne sind ausverkauft, nur auf der Nordwand sind noch Karten zu haben. N5 und/oder N8 werden dabei wohl gar nicht geöffnet, da aus Sicherheitsgründen nur 7.500 statt ansonsten maximal 9.100 Zuschauern ins Stadion dürfen. Mal sehen, wieviele Karlsruher sich dann in Zivil in N6 und N7 stellen und ob es wieder Ärger deswegen gibt.
Wegen des großen Andrangs sollte man zeitig am Stadion sein. Aufgepasst, in der Nacht zum Sonntag beginnt die Sommerzeit, die Uhren werden also eine Stunde vorgestellt – nicht, dass Ihr den Anpfiff verpasst. 😉


Was, wann, wo: 3. Liga, 31. Spieltag, Sonntag, 31. März, 14 Uhr zuhause gegen der Karlsruher SC

Hinrundenergebnis: Ebenfalls an einem Sonntag gewann der SVWW in einem spektakulären Spiel mit 5:2 in Karlsruhe.

Der Gegner: Der KSC hätte in der letzten Saison beinahe den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga geschafft, scheiterte aber (mal wieder) in der Relegation. Dieses Jahr soll es mit dem direkten Aufstieg klappen, vielleicht muss es das sogar, um nicht in größere finanzielle Schwierigkeiten zu kommen. Sportlich ist man zumindest auf Kurs, auch wenn man es verpasst hat, sich schon deutlicher abzusetzen. Mit Marvin Pourié und Anton Fink hat der KSC zwei der erfolgreichsten Torschützen (15 bzw. 12 Treffer) im Team. Marc Lorenz wird nach Gelbsperre wieder in die Startaufstellung zurückkehren, der zweite Ex-Wehener Martin Röser fehlt hingegen nach einem Rippenbruch.
Update: Ich hatte ja völlig vergessen, dass Dominik Stroh-Engel auch noch beim KSC angestellt ist. Allerdings spielt er dort keine Rolle, scheint aber noch gut zu verdienen.

Formkurve & Direktvergleich beim kicker. Der Sieg im Hinspiel war der erste für den SVWW in einem Ligaspiel gegen Karlsruhe. Zuvor gab es ein Unentschieden und drei Niederlagen in der 3. Liga sowie zwei Niederlagen in der Regionalliga – und ein Sieg im DFB-Pokal.

Personelles: Unverändert – Schönfeld und Wachs fehlen, der Rest ist einsatzbereit. Gelbsperren drohen mittlerweile gleich fünf Spielern: Mockenhaupt, Mrowca, Schwadorf, Kyereh und Mintzel.

Aufstellungstipp: Kolke – Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Dittgen – Shipnoski, Mrowca, Titsch-Rivero, Schwadorf – Schäffler, Kyereh

Nach dem Spiel würde der SVWW im Falle eines Siegs auf Platz 2 springen, ansonsten auf Platz 3 bleiben.


Außerdem: Vor dem Hinspiel lag der SVWW ebenfalls drei Punkte hinter dem KSC und überholte diesen nach dem Sieg dank besserer Tordifferenz – just saying…

Hessenpokal, Halbfinale: SC Hessen Dreieich – SVWW 1:3

Tore: Streker (48.) – Schmidt (7.), Kuhn (33.), Schäffler (90.)

Das Spiel in maximal fünf Worten:

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wie erwartet rotierte Rüdiger Rehm einmal kräftig durch, aber nicht die komplette Mannschaft, sondern “nur” auf sechs Positionen. Wehen ging das Spiel konzentriert an und spielte gleich nach vorne. Nach sieben Minuten bekam Schmidt den Ball von Schäffler aufgelegt und erzielte die Führung. Schmidt hatte noch zwei weitere Abschlüsse, aber das 2:0 machte dann Kuhn mit einem schönen Schlenzer mit links. In der zweiten Halbzeit gab es kurz nach Wiederanpfiff einen Strafstoß für Dreieich. Anscheinend wurde irgendjemand geschubst (von unserer Position war das nicht zu erkennen) und Streker erzielte den Anschlusstreffer. In der Folge spielten die Gastgeber mutiger nach vorne und hatten sogar ein, zwei Situationen, in denen der Ausgleich hätte fallen können, aber letztlich konnte die Wehener Abwehr doch immer noch klären. Der SVWW hatte seinerseits ebenfalls Chancen, das Spiel vorzeitig zu entscheiden, vor allem durch den eingewechselten Shipnoski. Erst setzte er einen Schuss aus kurzer Distanz über die Latte, dann scheiterte er aus spitzem Winkel am Torwart – und fing sich dafür einen Rüffel vom freistehenden Schäffler, der diesmal die Kapitänsbinde trug, ein. In der Schlussminute machte Shippi es besser und bediente Schäffler, der den Endstand erzielte. Insgesamt kein überragendes, aber ordentliches Pokalspiel mit einem verdienten Sieger.

Liebling des Spiels: Fanbeauftragter Volker, der in der zweiten Halbzeit durch permanente “Hintermann”-Rufe die Dreieicher Abwehr zu irritieren versuchte.

Szene des Spiels: Torwart Markus Kolke saß diesmal auf der Ersatzbank und durfte sich ungewohnterweise in der Halbzeitpause etwas aufwärmen, was er vor allem mit ein bisschen Ballhochhalten und ein paar Torschüssen tat. Die ersten zwei setzte er noch schön in den Winkel, aber der dritte flog nicht nur übers Tor, sondern auch über den Zaun um den Sportplatz. Den spontanen “Kolke in den Sturm”-Gesang der Zuschauer registrierte er dankbar.

Vor dem Spiel folgte man als braver Gästefan der Beschilderung und landete in einem Parkhaus in einem Gewerbegebiet, was einen strammen Fußmarsch durch den Sprendlinger Wald erforderte, um zum Sportpark zu gelangen.

Nach dem Spiel bekam man immerhin den nützlichen Hinweis, zurück zum Parkhaus entlang der Straße zu laufen, da der Waldweg nicht beleuchtet ist.

Das fiel auf:
+ Das Ziel “Finale” war klar formuliert und im Gegensatz zum letztjährigen Auftritt in Haiger sah man das sowohl an Auf- als auch an Einstellung.
+/- Ein Klassenunterschied war über weite Strecken eher nicht zu erkennen, aber in den Strafräumen merkte man dann schon, warum die einen Richtung Hessenliga und die anderen Richtung 2. Liga blicken.
+ Bei Kuhn klappt zur Zeit einfach alles. Jetzt trifft er auch noch mit links!
– Vor dem Spiel wurde im Radio noch die “Fressmeile” im Sportpark Dreieich gerühmt. Blöd nur, dass die ausschließlich für Heimfans zugänglich ist und es im Gästeblock nur (noch nicht mal besonders gute) Rindswurst zu essen gab.

Das schreiben die anderen: WK, OP (Bewegtbilder scheint es leider nirgends zu geben) Update: Es gibt doch ein Video bei mainkick.tv.

Zuschauer: 812, davon etwa 80-90 Gästefans.

Serien und Rekorde: Zum dritten Mal in den letzten vier Jahren und zum elften Mal insgesamt steht der SVWW im Hessenpokalfinale.

Nächstes Spiel: Das Finale gegen den KSV Baunatal soll wie alle anderen Landespokalendspiele am Tag des DFB-Pokalfinales, am 25. Mai, stattfinden. Ob das auch so bleibt, falls der SVWW einen Tag vorher das Relegations-Hinspiel bestreiten würde? In dem Fall wäre es zwar hinsichtlich der Qualifikation für den DFB-Pokal egal, würde aber, da man sicher mit einer B-Elf antreten würde, das Hessenpokalfinale sportlich entwerten.
In der 3. Liga geht es am kommenden Sonntag mit einem Heimspiel gegen den Karlsruher SC weiter.