3. Liga, 15. Spieltag: SVWW – Carl Zeiss Jena 2:3

Tore: Schäffler (17.), Schmidt (89.) – Tietz (28., 75.), Starke (79.)

Das Spiel als Tautogramm: Aufstiegsplatz? Am Arsch! Achter.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Für die in Köln verletzt ausgewechselten Mrowca und Kuhn begannen Schönfeld und Lorch, außerdem vertrat Reddemann den weiterhin verletzten Dams. Schmidt hatte nach sieben Minuten die erste Chance, zielte aber übers Tor. Zehn Minuten später fiel aber nach einem perfekten Konter die Führung für den SVWW: Lorch eroberte vor dem eigenen Strafraum den Ball und passte zu Schönfeld, der den Ball durchs Mittelfeld trieb und Schwadorf steil anspielte. Der legte quer und Schäffler musste nur noch einschieben. Die Gastgeber hatten in der Folge hochkarätige Möglichkeiten, die Führung auszubauen, aber sowohl Schäffler als auch Kyereh scheiterten in aussichtsreichen Positionen. Aus dem Nichts kam Jena zum Ausgleich: nach einem langen Abschlag des Torhüters ging Reddemann nicht richtig zum Ball und plötzlich war Tietz frei vor Kolke und traf zum 1:1. Wehen hatte an diesem Gegentreffer sichtlich zu knabbern und brachte bis zur Pause nicht mehr viel zustande, stattdessen verpassten die Gäste kurz vor dem Halbzeitpfiff die Möglichkeit zum 1:2. In der zweiten Halbzeit drängte der SVWW vehement auf die erneute Führung und kam trotz vieler Fehler im Spielaufbau zu einer Großzahl an Chancen. Schwadorf zielte haarscharf daneben, zweimal direkt hintereinander fanden scharfe Hereingaben von Kyereh nur knapp keinen Abnehmer, Brandstetter vergab aus kurzer Distanz eine Riesenmöglichkeit per Kopf, Schäfflers Kopfball konnte der Torhüter parieren, Schmidt traf per Freistoß nur die Latte und bei einem weiteren Versuch von Schäffler konnte irgendwie ein Verteidiger noch zur Ecke klären. Es kam, was kommen musste: ein Freistoß der Gäste wurde nicht ordentlich geklärt und erneut Tietz traf zur überraschenden Führung für Jena. Nur wenige Minuten später ließen sich die Rotschwarzen übel auskontern und fingen sogar das 1:3. In der Schlussphase kam nochmal kurz Hoffnung auf, nachdem Schmidt auf der Strafraumlinie gefoult wurde und den Elfmeter selbst verwandelte. Eine letzte Chance wenigstens einen Punkt in Wiesbaden zu behalten, hatte Dittgen, dessen Volleyschuss aber nur an die Latte ging. Ein Spiel, das der SVWW niemals hätte verlieren dürfen, und dennoch steht man am Ende mit leeren Händen da.

Liebling des Spiels: Jules Schwadorf, der einmal mehr viele gute Offensivaktionen hatte.

Szene des Spiels: 78. Minute, bei einem Freistoß ist fast die gesamte Mannschaft des SVWW am gegnerischen Strafraum. Der Ball wird abgewehrt und der lange Befreiungsschlag leitet den Konter zum letztlich entscheidenden 3:1 für Jena ein. Aber warum zur Hölle steht man da so offen und lässt nur Mintzel als Absicherung zurück, wenn noch eine Viertelstunde zu spielen ist? Kurz vor Schluss geht man bei Rückstand volles Risiko, völlig klar, aber in dieser Phase war das schon reichlich dämlich.

Vor dem Spiel: 

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
+ Eigene Chancen gab es haufenweise.
– Man müsste halt ein paar davon auch mal irgendwie im Netz unterbringen.
– Viel zu viele Fehler, vor allem im Spielaufbau. Merkwürdige, viel zu riskante Pässe diagonal durchs Mittelfeld, die meistens beim Gegner landeten, statt dass man mit einfachen Bällen ein bisschen Sicherheit in die eigenen Aktionen bringt.
– Zuviele Versuche durch die Mitte, die Jena recht gut zustellte. Wenn es gefährlich wurde, dann über Außen.
– Mit Marcel Titsch-Rivero musste ausgerechnet der Spieler verletzt ausgewechselt werden, der momentan wohl am unverzichtbarsten ist, zumal Mrowca auch schon fehlte.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 2.387, davon gut 400 Gästefans.

Tabelle: Statt als Tabellenzweiter geht der SVWW als Achter in die Länderspielpause. Der Abstand zu den Aufstiegsplätzen beträgt weiterhin drei, der zu den Abstiegsplätzen sechs Punkte.

Serien und Rekorde: Nach vier Ligaspielen zuhause ohne Gegentreffer rappelte es wieder in Kolkes Kasten und so ging das einzige Heimspiel im November verloren.

Ansonsten: Am kommenden Donnerstag gibt es erst (ab 16 Uhr) ein öffentliches Training in der Brita-Arena und im Anschluss (ab 18:30 Uhr) ein Fantreffen mit Rüdiger Rehm und Christian Hock.

Nächstes Spiel: Die Pause im Ligabetrieb kommt gerade zur rechten Zeit, denn bis zum nächsten Pflichtspiel sind die Verletzten Titsch-Rivero, Mrowca und Kuhn hoffentlich wieder fit. Der Rest darf am kommenden Freitag um 15 Uhr zu einem Testspiel gegen Wormatia Worms auf dem Halberg antreten. In der Liga geht es übernächsten Sonntag (14 Uhr) in Kaiserslautern weiter. Der FCK verlor zuletzt zweimal hintereinander (gegen Cottbus und Rostock) und steht mit aktuell 20 Punkten einen Tabellenplatz hinter dem SVWW. Die letzte Begegnung mit dem Ex-Meister aus der Pfalz liegt vier Jahre zurück, als der SVWW in der ersten Pokalrunde im Elfmeterschießen unterlegen war. Auch in den beiden Wehener Zweitligajahren traf man aufeinander, für beide Vereine gab es je einen Heim- und einen Auswärtssieg.

3. Liga, 14. Spieltag: Fortuna Köln – SVWW 0:7

Tore: Kuhn (5.), Titsch-Rivero (12.), Schäffler (19., 44., 78., 88.), Schmidt (69.)

Das Spiel als Tautogramm: Schäffler schießt Südstadt sturmreif.*

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Rüdiger Rehm veränderte die Startelf auf zwei Positionen gegenüber dem Pokalspiel. Schmidt spielte neben Schäffler im Angriff, dafür rückte Kyereh auf die Außenbahn, Andrist blieb auf der Bank. Dams war wegen Problemen mit der Patellasehne nicht im Aufgebot, stattdessen durfte Reddemann nach zwei Monaten mal wieder ran. Die in den Spielen gegen Zwickau und Hamburg vermisste Treffsicherheit war in Köln wieder zurück – und wie! Schon nach fünf Minuten wurde der erste Angriff erfolgreich abgeschlossen: Kyereh bediente klug den in den Strafraum spurtenden Kuhn, der aus spitzem Winkel den Torwart zur frühen Führung tunnelte. Nur wenige Minuten später folgte mit dem zweiten Versuch der zweite Treffer: in Folge eines Eckballs flankte Schmidt in den Strafraum, über Kuhn gelangte der Ball zu Schäffler, der wiederum viel Zeit und Platz hatte, um in Ruhe auf den völlig frei stehenden Titsch-Rivero zu flanken. Per Kopf erzielte dieser sein erstes Tor in der Liga für den SVWW. Wiederum nur kurze Zeit später schon das 3:0: Eckball Schmidt, Kopfball Schäffler, manchmal geht es eben auch ganz einfach. Von Fortuna war bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts zu sehen und das Spiel war nach nicht mal einem Viertel der Spielzeit schon so gut wie entschieden. Als endlich mal ein halbwegs gefährlicher Schuss aufs Wehener Tor kam, war Kolke zur Stelle. Der SVWW vergab nun auch einige gute Chancen (Mockenhaupt nach Ecke knapp über die Latte, Kyereh nach Schwadorf-Flanke ebenfalls übers Tor) und hätte nach Foul an Schwadorf eventuell einen Strafstoß bekommen können, wirkte aber nicht mehr so griffig wie zu Beginn. Die kleine Sorge, dass angesichts des Spielstands die nötige Ernsthaftigkeit verloren gehen könnte, erwies sich aber bald als unbegründet, denn kurz vor der Pause legte Schäffler nach. Wieder ließ die Kölner Defensive zu viel Platz und der Torschützenkönig der vergangenen Saison ließ sich nicht zweimal bitten. Aus knapp zwanzig Metern versenkte er den Ball präzise ins Eck zum 4:0-Halbzeitstand. In der zweiten Halbzeit konzentrierte sich die Mannschaft des SVWW zunächst mal darauf, hinten sicher zu stehen und lauerte auf Kontergelegenheiten. Bei einem Kopfball von Ruprecht musste Kolke nochmal ran, danach fielen weitere Treffer für die Gäste. Kyereh bediente Schwadorf auf der linken Seite, Querpass auf Schmidt, der keine Mühe hatte, mit seinem ersten Ligatreffer in dieser Saison das 5:0 zu erzielen. Das halbe Dutzend machte dann “Cheffe” Schäffler voll (siehe Szene des Spiels) und kurz vor Abpfiff fiel ihm der Ball quasi auf den Fuß, sodass ihm aus kürzester Distanz auch noch sein viertes Tor gelang. Wir haben in der Ära von Rüdiger Rehm ja schon so manchen hohen Sieg sehen dürfen, aber dieses 7:0 dürfte nur noch schwer zu übertreffen sein.

Liebling des Spiels: Vier Tore in einem Spiel hat noch keiner im SVWW-Trikot erzielt, deshalb natürlich Manuel Schäffler. Wir wollen aber auch nicht den armen Kerl vergessen, der die traditionelle Anzeigetafel im Kölner Südstadion ständig aktualisieren musste:

Nullzusieben (Screenshot hr)

Szene des Spiels: Allein durch die Menge an Toren fällt es schwer, eine Szene herauszupicken, aber besonders schön anzuschauen fand ich das 6:0: der eingewechselte Dittgen bedient Schäffler im Strafraum, spielt den Ball aber leicht in den Rücken. Schäffler muss noch eine Drehung einbauen und sich die Kugel mit der Sohle heranziehen, bevor er dann er nochmal kurz vorlegt und gezielt abschließt. Das ganze in einer fließenden Bewegung, fantastisch!

Vor dem Spiel war nicht klar, was den SVWW erwarten würde, hatte Fortuna doch erst seit ein paar Tagen einen neuen Trainer. Zudem gab es vorher in vier Anläufen noch keinen Sieg in Köln

Nach dem Spiel: 

(Für Manchester hat es am Ende übrigens nur zu einem 6:1 gereicht.)

Das fiel auf:
+ Wie in den beiden vorherigen Auswärtsspielen in Kassel und Karlsruhe glänzte der SVWW durch maximale Effizienz. Bis die erste Chance vergeben wurde, war das Spiel schon so gut wie entschieden.
+ Der Gegner wurde von Anfang an unter Druck gesetzt und kaum an, geschweige denn in den Wehener Strafraum gelassen. Bezeichnend eine Szene, als es schon 5:0 stand: Köln tatsächlich mal im gegnerischen Sechzehner, Reddemann wird ausgespielt, aber den Schussversuch grätscht der eingewechselte Schönfeld kompromisslos weg.
+/- Man profitierte aber natürlich auch von reichlich indisponierten Kölnern. Wie passiv die Defensive der Fortuna selbst im eigenen Strafraum blieb, war schon ziemlich haarsträubend.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 1.907, davon gut 100 Gästefans.

Tabelle: Zumindest bis heute Abend springt der SVWW auf den dritten Platz (Uerdingen könnte mit einem Sieg in Osnabrück wieder vorbeiziehen). Mit 30 Treffern hat Wehen jetzt mit Abstand die meisten Tore geschossen.

Serien und Rekorde: Das 7:0 ist das höchste Ergebnis in der Geschichte der 3. Liga (gab es bisher einmal von Saarbrücken in Jena vor über acht Jahren). Vier Tore in einem Spiel haben vor Schäffler erst sechs andere Spieler in der 3. Liga geschafft (darunter mit Marcel Ziemer und Dominik Stroh-Engel zwei Ex-Wehener). Mit jetzt sieben Saisontreffern rückt er auf den zweiten Platz der Torjägerliste vor, hinter Kofi Kyereh mit neun (und gemeinsam mit zwei anderen). Schmidt und Titsch-Riverso sind bereits die Torschützen zehn und elf im SVWW-Kader.

Ansonsten: Allein dieses Spiel trägt 19 Euro zur Saisonspende bei. Die machen mich arm!

Nächstes Spiel: Nächste Woche bestreitet der SVWW seine erste Montagspartie in der 3. Liga (19 Uhr), zu Gast in der Brita-Arena ist Carl Zeiss Jena. Die Thüringer stehen mit 14 Punkten aktuell auf dem ersten Abstiegsplatz und haben zuletzt neun Ligaspiele in Folge nicht gewonnen. Dabei gab es zuhause immer Unentschieden und auswärts Niederlagen. In der vergangenen Saison gewann der SVWW am ersten Spieltag zuhause 1:0 und unterlag mit 3:4 in Jena (durch vier Tore von Timmy Thiele).


*(Sorry, falls das etwas martialisch klingt, aber es passte halt gerade. 😉 )

DFB-Pokal, 2. Runde: SVWW – Hamburger SV 0:3

Tore: Lasogga (21., 51.), Santos (97.)

Das Spiel als (Fast-)Tautogramm: Reichlich Rauch statt Revanche.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wie erwartet kehrten Mrowca (nach Muskelproblemen) und Andrist (in der Liga zuletzt gesperrt) in die Startelf zurück, Lorch und Shipnoski mussten dafür auf die Bank. Der SVWW begann nervös und hatte gegen das frühe Pressing der Hamburger große Schwierigkeiten, das Spiel aufzubauen. Spätestens im zweiten Spielfelddrittel war der Ball meistens nach einem Fehlpass wieder weg. Die Gäste wurden ihrerseits in der Anfangsphase allerdings auch nicht wirklich gefährlich. Nach zwanzig Minuten sorgte ein ungenaues Anspiel von Dams für einen Ballverlust kurz vor dem eigenen Strafraum, Holtby passte zu Lasogga, der einfach draufhielt. Kolke sah bei dem Schuss, der zwar hart, aber nicht sehr platziert war, ziemlich unglücklich aus und ließ den Ball unter seinem Körper ins Tor passieren. Es dauerte etwas, bis sich der SVWW von diesem Rückschlag erholte, aber nach einer halben Stunde Spielzeit begann die beste Phase im Spiel der Gastgeber. Vor allem nach Standardsituationen wurde es einige Male sehr gefährlich, die besten Chancen hatten Schäffler, der einen Schuss von Titsch-Rivero knapp mit der Fußspitze verpasste, sowie Titsch-Rivero und Mockenhaupt jeweils per Kopf. Der Ausgleich lag in der Luft und wäre auch verdient gewesen, fiel aber leider nicht. Wenige Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit führte eine schöne Kombination des HSV über Holtby und Arp zum 2:0 durch Lasogga, die Wehener Abwehr schaute dabei nur zu. Die HSV-Fans zündeten wie auch schon nach dem 1:0 und zu Beginn beider Halbzeiten reichlich Pyro und als letzte Warnung unterbrach der Schiedsrichter die Partie für fünf Minuten. Als es weiterging, drängte der SVWW auf den Anschlusstreffer, aber der Ball wollte einfach nicht rein. Schäffler traf die Kugel aus kurzer Distanz nicht richtig und ein von Kyereh zur Bogenlampe abgefälschter Schuss traf nur die Unterkante der Latte. Wehen mühte sich redlich bis zum Schluss, aber gegen Ende ließ die Qualität der Chancen nach. Auch die zahlreichen Ecken brachten kaum noch Gefahr. Kurz vor Abpfiff erzielte Santos den Treffer zum 3:0-Endstand, der sich deutlicher anhört, als das Spiel tatsächlich war.

Liebling des Spiels: Der Fan neben mir, der bis zur 95. Minute unerschütterlich an seinen “Matchplan” (erst Eigentor HSV und dann Ausgleich durch Schäffler) glaubte.

Szene des Spiels: 52. Minute, eben ist das 2:0 für den HSV gefallen und wieder qualmt es im Gästeblock. Der Schiedsrichter unterbricht die Partie und lässt per Durchsage mit Spielabbruch drohen. Die Schiedsrichter und die Mannschaft des SVWW gehen in die Kabine, während die HSV-Spieler auf ihre Fans einreden bzw. sich während der Unterbrechung auf dem Spielfeld warmhalten. Aber als Hamburger ist man ja auch anderes gewohnt.

Vor dem Spiel: Wie erwartet großer Andrang an Eingängen, Getränkeständen, Toiletten, im Block kaum ein Durchkommen, und jedesmal fragt man sich, ob die Zuschauerkapazität wirklich richtig ermittelt wurde, zumal ja ursprünglich sogar noch zehn Prozent mehr Leute in die Brita-Arena passen sollten.

Nach dem Spiel: Das eher unbefriedigende Gefühl, dass mehr drin war für den SVWW. Klar, wahrscheinlich hätte der HSV ohne die zwei Tore Vorsprung auch wieder mehr investiert, aber es hätte noch richtig interessant werden können, wenn kurz vor der Pause das 1:1 oder in der zweiten Hälfte das 1:2 gelungen wäre. (Jaja, Hättehättefahrradkette, schon klar.)

Das fiel auf:
– In der ersten halben Stunde kam man kaum ins letzte Drittel, viel zu viele ungenaue bzw. zu riskante Pässe landeten beim Gegner.
+ Nach Überwinden der anfänglichen Nervosität war der SVWW ein gleichwertiger Gegner.
– Während der HSV aus dreieinhalb Chancen drei Tore machte, nutzte der SVWW keine seiner fünf hochkarätigen Gelegenheiten.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Sportschau (Video)

Zuschauer: 11.137, davon ca. 4.000 Gästefans.

Serien und Rekorde: Zum ersten Mal in seiner DFB-Pokal-Geschichte scheidet der SVWW nach 90 Minuten ohne eigenen Treffer aus.

Nächstes Spiel: Zurück zum Tagesgeschäft 3. Liga. Am kommenden Sonntag (14 Uhr) tritt der SVWW bei Fortuna Köln an, die nach dem Wechsel von Uwe Koschinat in die 2. Liga seit gestern mit Tomasz Kaczmarek einen neuen Trainer haben. Köln steht aktuell mit 17 Punkten auf Tabellenplatz 12 und unterlag am vergangenen Spieltag mit 1:3 in Rostock. Letzte Saison trennte man sich in Wiesbaden 1:1 und Fortuna gewann das Rückspiel 1:0.

3. Liga, 13. Spieltag: SVWW – FSV Zwickau 0:0

Tore:

Das Spiel als Tautogramm: Schäffler schießt Strafstoß (zu) schwach.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Der SVWW begann mit nahezu identischer Startelf wie gegen Karlsruhe, nur Lorch ersetzte den mit muskulären Problemen pausierenden Mrowca. Nach etwa einer Viertelstunde kam es zu ersten Torannäherungen. Kopfball Kyereh auf der einen Seite, abgeblockter Schuss von König auf der anderen, dann nach Flanke von Mintzel eine sehr gute Kopfballchance für Schäffler, aber leider direkt auf den Torwart. Dann wurde es im Wehener Strafraum wieder brenzlig, und obwohl die Gastgeber mehr vom Spiel hatten, dauerte es bis kurz vor der Pause, bis auch vor dem Zwickauer Kasten nochmal etwas Torgefahr aufkam. Der SVWW wollte gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit mehr Druck aufbauen, ließ dabei aber hinten gefährlich viel Platz und hatte dabei etwas Glück, dass Zwickaus Stürmer Bonga bei einem Konter zu hastig und unplatziert abschloss. Es gab weiterhin Chancen für Wehen, aber so richtig zwingend wollte es einfach nicht werden. Wenige Minuten vor Spielende dann die mit Abstand beste Gelegenheit: Der eingewechselte Schmidt war im Strafraum gefoult worden und Schäffler trat zum Elfmeter an. Leider ahnte Torwart Brinkies die Ecke und parierte, es blieb beim 0:0.

Liebling des Spiels: Klarer Fall: Stehplatz-Kumpel CJ. Warum? Siehe unten.

Szene des Spiels: 87. Minute, Niklas Schmidt dringt mit Tempo auf der rechten Seite in den Strafraum ein und wird von Kuhn angespielt, Zwickaus Verteidiger kommt zu spät und trifft nur den Mann, aber nicht den Ball, klarer Strafstoß. Manuel Schäffler wählt dieselbe Ecke wie letzte Woche in Karlsruhe, von ihm aus gesehen rechts unten, aber wahrscheinlich hat Brinkies in der Spielvorbereitung aufgepasst und taucht früh in genau diese Ecke ab. Sehr ärgerlich, wäre das wohl der sichere Sieg gewesen, aber so ist es nun mal. Übrigens war das Schäfflers erster Fehlschuss vom Punkt überhaupt in seiner Karriere (wobei er auch noch gar nicht so viele geschossen hatte: vier beim SVWW und einen bei Holstein Kiel). Wenn er dafür morgen im Elfmeterschießen wieder trifft – Schwamm drüber. 😉

Vor dem Spiel: Die eigenartige Gefühlsmischung aus “heute gewinnen wir auf alle Fälle, alles spricht für uns” und “alles spricht für uns, das kann also gar nicht klappen”.

Nach dem Spiel: Zehn Minuten Frust, seitdem Vorfreude aufs Pokalspiel.

Das fiel auf:
+ Insgesamt das Spiel beherrscht und dem (allerdings auch recht defensiven) Gegner fast keine Chancen gelassen.
– Die hervorragende Chancenverwertung aus den Spielen gegen Kassel und Karlsruhe fehlte diesmal völlig.
+/- Auch wenn es natürlich keiner zugeben würde (insbesondere nicht Alf Mintzel), wirkte es doch so, als ob der eine oder andere schon mit den Gedanken ein wenig beim HSV war, zumindest fehlte irgendwie häufig das letzte Quäntchen. Aber wenn dann morgen alle 100% fokussiert sind, soll es mir Recht sein.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 1.847, davon etwa 200 Gästefans. Diese Zahl ist insofern bemerkenswert, weil es zum ersten Mal in ca. 10 Jahren gelang, dass einer aus unserer Gruppe in N6 die exakte Zuschauerzahl richtig tippte. CJ darf sich dafür über Freigetränke für den Rest der Saison freuen, Glückwunsch!

Tabelle: Der SVWW verpasst den Sprung auf Platz 3, bleibt aber mit 20 Punkten knapp hinter dem Relegationsplatz, aktuell als Sechster. Kaiserslautern kann heute Abend noch vorbeiziehen.

Serien und Rekorde: Das erste 0:0 des SVWW seit fast genau einem Jahr (damals gegen Magdeburg) und das erste Mal, dass gegen Zwickau kein Treffer gelang und nicht gewonnen wurde. Dafür auch im fünften Spiel gegen Zwickau noch kein Gegentor bekommen.

Ansonsten: Unser nächster Gegner im Hessenpokal ist der SC Hessen Dreieich. Irgendwann im Frühjahr kommt es im Halbfinale damit auch zum Wiedersehen mit Kevin Pezzoni.

Nächstes Spiel: Bevor es in der Liga am nächsten Sonntag in Köln weitergeht, wartet am Dienstag (20:45 Uhr) erst mal das große Highlight in der 2. Runde des DFB-Pokal: Heimspiel in der ausverkauften Brita-Arena gegen den Hamburger Sportverein. Der HSV hat gerade Trainer Christian Titz durch Hannes Wolf ersetzt und gewann bei dessen Debüt am Freitag mit 1:0 in Magdeburg. Zuvor hatte man in vier der fünf vorangegangenen Partien kein Tor erzielt. In der ersten Pokalrunde wurde der Oberligist Tus Erndtebrück mit 5:3 geschlagen. Der SVWW traf bisher erst ein einziges Mal auf den HSV und zwar vor knapp zehn Jahren im Viertelfinale des DFB-Pokals, damals das Duell eines Zweitligisten gegen ein Erstliga-Spitzenteam, Endstand 1:2.

3. Liga, 12. Spieltag: Karlsruher SC – SVWW 2:5

Tore: Fink (36.), Pourié (80.) – Mrowca (10.), Kyereh (28., 45., 58.), Schäffler (34.)

Das Spiel als Tautogramm: “WOW! Wiesbadener Wahnsinn im Wildparkstadion!” (Zitat SVWW auf Instagram)

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Nach einer sehr gemütlichen Anfangsphase gingen die Gäste mit dem ersten Angriff in Führung. Schwadorf spielte nach Doppelpass mit Schäffler den Ball von links in den Strafraum, die Kugel wurde in die Mitte verlängert und im Rückraum hatte Mrowca freie Bahn. Diese nutzte er für einen sehr überlegten und perfekt platzierten Schuss ins untere Toreck. Der Treffer veranlasste auch die Gastgeber zu mehr Aktivität, aber wieder traf der SVWW. Mrowca eroberte im Mittelfeld den Ball, passte zu Schäffler und der zog einfach mal aus über zwanzig Metern ab, statt den eigentlich besseren Pass nach Außen zu wählen. Praktischerweise konnte der Karlsruher Torwart den Ball nicht festhalten und ließ ihn in die Mitte abprallen, wo Kyereh zur Stelle war und zum 2:0 abstaubte. Danach überschlugen sich die Ereignisse bis zur Pause. Nach einem Eckball schubste Ex-SVWWler Marc Lorenz den zum Kopfball gehenden Niklas Dams und der Schiedsrichter gab Strafstoß. Sicherlich kein krasser Fehler, aber schon eine recht harte Entscheidung. Schäffler verwandelte sicher zum 3:0. Im direkten Gegenzug gab es auf der anderen Seite allerdings auch Elfmeter und auch dieser war aus der Kategorie “kann man geben, muss man aber nicht”. Titsch-Rivero bekam aus relativ kurzer Distanz den Ball an die Hand, die er vergeblich noch wegzuziehen versucht hatte. Drittliga-Rekordtorschütze Anton Fink spekulierte erfolgreich darauf, dass Kolke eine Ecke wählen würde, und traf in die Tormitte – nur noch 1:3. Der Anschlusstreffer mobilisierte den KSC zu einer Drangphase und tatsächlich verpassten die Gastgeber nur haarscharf das 2:3. Choi hatte Kolke schon umspielt, schoss dann aber aus spitzem Winkel knapp übers Tor. Stattdessen setzte Wehen unmittelbar vor der Pause noch einen drauf. Eine herrliche Kombination über Schwadorf, Kyereh, Schäffler und Kuhn endete mit einem Flugkopfball von Kyereh zum 4:1-Halbzeitstand. Der KSC kam mit Schwung aus der Kabine und hätte kurz nach Wiederanpfiff einen weiteren Strafstoß bekommen können, aber diesmal ließ der Schiedsrichter nach Mockenhaupts grenzwertigem Zweikampf weiterspielen. Beide Teams kamen zu Torchancen, aber nach einem Konter sorgte Kyereh mit seinem dritten Treffer für die Entscheidung. Danach war zwar noch eine halbe Stunde zu spielen, aber die Luft war etwas raus aus der Partie. Die heimischen Fans stellten ihren Support ein und auch als sich die Karlsruher Spieler nochmal aufrafften und durch Pouriés schöne Einzelleistung noch zum 2:5 kamen, war doch längst klar, dass der SVWW hochverdient drei Punkte aus dem Wildparkstadion mitnehmen würde.

Liebling des Spiels: Der naheliegendste Kandidat ist natürlich Dreifach-Torschütze Kofi Kyereh, auch Kapitän Mrowca mit seinem ersten Saisontor zum 1:0 (dazu das 2:0 und das 5:2 eingeleitet) wäre eine gute Wahl, aber mein Liebling ist diesmal Jules Schwadorf. Insgesamt wieder eine sehr gute Leistung mit vielen Aktionen auf seiner linken Seite, dazu an drei Toren beteiligt, aber vor allem das 5:1 erwärmt mein Herz, siehe nächster Punkt.

Szene des Spiels: 58. Minute, ein Karlsruher Angriff bleibt in der Wehener Abwehr hängen und sofort geht es zum schnellen Gegenangriff. Kyereh gibt aus dem Zentrum nach links zu Mrowca, der einen perfekten Pass in den Lauf von Schwadorf spielt. Der rennt alleine auf den Torwart zu, aber statt selbst den Abschluss zu suchen, verzögert er noch kurz und spielt auf Kyereh ab, der im Vollsprint angerauscht kommt und den Konter erfolgreich abschließt. Sehr bemerkenswert, da es schon 4:1 stand und Schwadorf in dieser Saison noch ohne eigenen Treffer ist – da hätte es ihm niemand verübelt, wenn er es selbst versucht. Er entscheidet sich aber für die sichere Variante und überlässt das Tor seinem Mitspieler, den er übrigens gar nicht sehen, allenfalls hören oder erahnen konnte. Die Szene zeigt sehr schön, dass es sowohl spielerisch als auch vom Teamgeist her gerade richtig rund läuft.

Vor dem Spiel: Hatte ich eher scherzhaft bemerkt, dass man bei einem Sieg mit drei Toren Unterschied den KSC in der Tabelle überholen würde. Tatsächlich wäre ich mit einem Punkt schon sehr zufrieden gewesen.

Nach dem Spiel: Wolke 7.

Das fiel auf:
+ Die eiskalte Chancenverwertung aus dem Pokalspiel gegen Hessen Kassel wurde nahtlos ins Spiel gegen Karlsruhe übernommen. Von den ersten vier Torschüssen waren drei im gegnerischen Kasten, das ist natürlich überragend.
+ Fünf Tore gegen den KSC, der normalerweise aus einer sehr sicheren Defensive agiert und vorher in elf Spielen erst acht Gegentore hinnehmen musste – unglaublich.
+/- Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Spielen sorgten die Einwechslungen nicht für neuen Schwung, aber bei dem Spielstand ging es auch eher darum, den Sieg sicher ins Ziel zu bringen.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, BNN, Telekom (Video)

Zuschauer: 12.629, davon ca. 150 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW macht einen Sprung nach oben und steht nun auf Platz 5, punktgleich hinter Unterhaching, aber vor dem KSC (alle 19 Punkte).

Serien und Rekorde: Der erste Sieg gegen den KSC in einem Ligaspiel überhaupt! Kofi Kyereh führt mit 9 Treffern die Torjägerliste an und der SVWW hat die meisten Tore aller Drittligisten geschossen, dazu mit Mrowca schon den neunten Torschützen in dieser Saison.

Ansonsten: Unseren Podcast “Niemals Erste Liga” gibt es jetzt auch bei Spotify. Heute Abend nehmen wir übrigens die nächste Folge auf – Fragen, Kommentare?

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) in der Brita-Arena gegen den FSV Zwickau. Die Sachsen stehen mit 13 Punkten auf Tabellenplatz 14. Fünf der letzten acht Spiele wurden verloren, gestern gab man noch eine 2:0-Führung (beide Tore durch Ronny König) gegen Hansa Rostock aus der Hand und spielte Unentschieden. Alle bisherigen vier Partien gegen Zwickau konnte der SVWW gewinnen mit einer Gesamtbilanz von 11:0 Toren. Letzte Saison gab es auswärts ein 2:0 und zuhause ein 3:0.