3. Liga, 20. Spieltag: SVWW – VfR Aalen 2:1

Ja, wir sind ein wenig spät dran, aber feiertags- und urlaubsbedingt ging es halt nicht früher. Um der Chronistenpflicht Genüge zu tun, kehren wir aber trotzdem noch schnell das Wichtigste zusammen.

Tore: Kyereh (11.), Dams (27.) – Morys (21.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: In die Winterpause gerettet.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Außer auf die schon länger verletzten Spieler musste Rüdiger Rehm auch noch auf Titsch-Rivero wegen Gelbsperre verzichten. So durfte Guder mal wieder von Anfang an ran. Nach elf Minuten wurde Kyereh von halbrechts kommend nicht angegriffen und zog aus 20 Metern einfach mal ab und traf zum 1:0. Zehn Minuten später kombinierten sich die Gäste vom eigenen bis zum gegnerischen Strafraum durch und erzielten durch Morys den Ausgleich. Doch wiederum nur wenige Minuten danach traf Dams mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke von Schmidt zur erneuten Führung. Dabei blieb es auch bis Spielende, zwei Pfostentreffer von Kyereh und Lorch waren die einzigen weiteren Höhepunkte in einem Spiel, von dem Rehm danach sagte, es sei das schlechteste in der bisherigen Saison gewesen.

Szene des Spiels: 11. Minute, Ballgewinn für den SVWW im Mittelfeld, Kofi Kyereh wird angespielt, lässt noch zwei Gegenspieler stehen und zieht ab. Ein fulminanter Schuss aus 20 Metern, der sich hinter dem Torwart in die Maschen senkt und Kyereh endlich mal wieder Anlass für seinen Salto gibt.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 1.674, davon 63 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW hat nun 30 Punkte, macht einen Platz gut und überwintert auf dem sechsten Rang. Damit ist man quasi “the best of the rest”, denn davor ist schon eine Lücke von fünf Punkten.

Serien und Rekorde: Kofi Kyereh erzielt seinen zehnten Saisontreffer und ist damit nach Manuel Schäffler (in dieser und letzter Saison) erst der zweite SVWW-Spieler, der nach 20 Spielen schon zweistellig getroffen hat. Niklas Dams ist bereits der dreizehnte Torschütze des Wehener Kaders.

Ansonsten: Dominik Martinovic wechselt zur SG Sonnenhof Großaspach – wir wünschen alles Gute!

Nächstes Spiel: Momentan hat die Mannschaft natürlich ein paar Tage Weihnachtsurlaub, bevor nächste Woche wieder das Training beginnt, zunächst auf dem Halberg, dann im Trainingslager in Spanien. Hier wie dort wird es einige Testspiele geben, Details siehe auf der Vereinshomepage. In der Liga geht es am 26. Januar mit der Partie bei Energie Cottbus weiter. In der Hinrunde gewannen die Brandenburger 2:0 in der Brita-Arena, blieben danach aber sieben Spiele in Folge sieglos. Aktuell steht der Aufsteiger mit 23 Punkten auf Tabellenplatz 14.

19. Spieltag: SVWW – KFC Uerdingen 0:2

Tore: Beister (75.), Kefkir (92.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Gut gespielt, doch verloren. Again.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Aufgrund der angespannten Personalsituation lief wie schon gegen Kaiserslautern Mintzel als Rechtsverteidiger auf, Dittgen links und Lorch neben Titsch-Rivero im Mittelfeld. Dennoch war der SVWW von Beginn an die tonangebende und aktivere Mannschaft. Richtig gefährlich vor dem Uerdinger Tor wurde es allerdings nur selten, da die Gästeabwehr um den Ex-SVWWler Robert Müller sehr gut organisiert war und sich kaum überraschen ließ. Der Führungstreffer für die Gastgeber war aber durchaus drin, beispielsweise durch einen abgefälschten Schuss von Schäffler oder nach einem Versuch von Schwadorf, der sich leider nicht entscheiden konnte, ob er aufs Tor schießen oder zu Schäffler passen sollte und der Ball an allen vorbei neben das Tor ging. Die beste Möglichkeit gab es kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit, als nach einer Hereingabe von Schmidt und Kopfball Kyereh mal ein wenig Unordnung im Uerdinger Strafraum herrschte, aber Schäffler und Schwadorf bekamen den Ball im Gestocher nicht über die Linie gezwängt. Die Gäste hatten bis dahin offensiv fast überhaupt nicht stattgefunden, kamen nun aber öfter zu Kontergelegenheiten. Nach einer schönen Kombination war Schäffler endlich mal frei durch und traf ins Netz, aber er stand wohl knapp im Abseits, sodass der Treffer nicht zählte. Kurz danach hatte er auch noch Pech bei einem Fallrückzieher (s. u.) und dann dauerte es nicht mehr lange, bis das Spiel endgültig in die Binsen ging. Bei einem gut gespielten Angriff der Gäste kam Dams mit seiner Grätsche zu spät, ein Foulelfmeter war die Folge. Kolke war zwar in der richtigen Ecke, aber Beisters Schuss war zu gut platziert. Wie üblich stemmte sich Wehen gegen die Niederlage und warf am Ende alles nach vorne, aber den Schlusspunkt setzte der KFC mit einem Konter in der Nachspielzeit. Einmal mehr macht der SVWW eigentlich ein gutes Spiel, steht aber am Ende mit leeren Händen da.

Liebling des Spiels: Sehr auffällig und mit einigen sehr hübschen Aktionen war mal wieder Niklas Schmidt. Seine Auswechsung sorgte für Unverständnis, aber vermutlich war er ziemlich platt.

Szene des Spiels: 67. Minute, Uerdingens Torwart kommt außerhalb des Fünfmeterraums nicht an den Ball und Manuel Schäffler merkt, dass er schnell handeln muss, um das leere Tor zu nutzen. Einzige Möglichkeit: den Torwart per Fallrückzieher überlupfen. Leider ging der Ball ganz knapp am Tor vorbei.

Vor dem Spiel: 

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
+ Gegen einen heißen Aufstiegskandidaten das Spiel größtenteils dominiert.
– Zu selten richtig gefährlich worden. Bei vielen Angriffen gelang der letzte entscheidende Pass oder der Abschluss nicht. Die wenigen guten Chancen blieben ungenutzt.
+/- Dem Gegner nur wenige Chancen gelassen, aber im entscheidenden Moment eben doch zu spät.
– Wieder mehr als ein Dutzend Eckbälle, aber kein einziger sorgte direkt für Gefahr.
+/- Sascha Mockenhaupt durfte viermal mit Ball aus der eigenen Hälfte bis an den gegnerischen Strafraum laufen, aber die Flanken und Schussversuche blieben harmlos.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video)

Zuschauer: 2.113, davon 262 Gästefans. Erstaunlicherweise wurde der eigene Zuschauerschnitt nur ganz leicht unterboten.

Tabelle: Der SVWW beendet die Hinrunde mit 27 Punkten auf Platz 7, hat aber schon zehn Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz bzw. elf Punkte auf die direkten Aufstiegsplätze. Da muss schon eine überragende Rückrunde her, wenn man beim Thema Aufstieg noch mitreden möchte.

Serien und Rekorde: Nur ein Sieg aus den letzten fünf Spielen und schon die vierte Heimniederlage – so viele gab es in der gesamten letzten Saison.

Ansonsten: Wehener und Uerdinger Ultras protestierten gemeinsam gegen die Montagsspiele und pfiffen in den ersten 15 Spielminuten mit Trillerpfeifen als akustische Untermalung zu den Protestbannern. In N6 wurden sogar extra Ohropax verteilt, aber in N7 sahen einige Fans ihre Gesundheit gefährdet. Nunja.

Nächstes Spiel: Schon am Freitag (19 Uhr) beginnt die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen den VfR Aalen, danach ist Winterpause. Die Schwaben haben erst drei Siege erzielt (den letzten Ende September) und sind Vorletzter der Tabelle, andererseits gab es in den letzten acht Partien nur zwei Niederlagen. Am vergangenen Wochenende spielte Aalen 1:1 in Rostock, wo man erst in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen musste. Das Hinspiel gewann der SVWW mit 2:1.

3. Liga, 18. Spieltag: VfL Osnabrück – SVWW 2:1

Tore: Heider (37.), Alvarez (43.) – Schäffler (2.)

Das Spiel als Tautogramm: Slapstick, Schlamm und Standards.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Der SVWW bot die gleiche Startelf auf wie beim Heimsieg gegen Lotte, also inklusive Andrist, für den der wiedergenesene Kyereh zunächst auf der Bank blieb. Andrist war es auch, der über rechts gleich nach einer Minute den ersten Angriff initiierte. In der Defensive der Gastgeber herrschte noch Durcheinander und schließlich wurde Schäffler von einem Osnabrücker angeschossen – 1:0. Mit der frühen Führung im Rücken ließ der SVWW den Tabellenführer zunächst kaum ins Spiel kommen. Gerade als der Druck der Osnabrücker größer wurde, war Schwadorf alleine durch und hatte eine Riesenchance aufs 2:0, scheiterte aber am Torwart. Kurz darauf fiel stattdessen der Ausgleich: Ecke, Kopfball, Tor, dazu ein Brummschädel für Dams und Torschütze Heider, die mit den Köpfen aneinandergeprallt waren, aber beide weiterspielen konnten. Kurz vor der Pause kam es noch schlimmer. Einen der zahlreichen Freistöße verwandelte Alvarez mit einem perfekten Schuss zur Führung für die Gastgeber. In der zweiten Hälfte hatte Wehen einige gute Gelegenheiten zum 2:2 (Schäffler nach schönem Zuspiel von Schmidt übers Tor, Dittgen mit einem ordentlichen Distanzschuss, aber zu zentral), andererseits aber auch ein paar Mal Glück, dass Osnabrück das mögliche 3:1 verpasste. Die letzte Gelegenheit hatte Dittgen, der in der Nachspielzeit knapp an einer abgefälschten Flanke vorbeirutschte.

Liebling des Spiels: Da sich keiner richtig aufdrängt, möchte ich diesmal Niklas Schmidt loben, der immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt im Wiesbadener Offensivspiel wird.

Szene des Spiels: 43. Minute, mal wieder Freistoß für den VfL (ob die alle immer berechtigt waren, könnte man sicher diskutieren), gut 25 Meter vor dem Tor. Osnabrücks Toptorjäger Marcos Alvarez zirkelt den Ball unhaltbar in den Winkel – kann man nix machen.

Vor dem Spiel: War absehbar, dass es beim souveränen Spitzenreiter schwer werden würde.

Nach dem Spiel: Doch etwas frustriert, dass man die etwas glückliche Führung nicht länger halten konnte. Chancen waren sowohl zum 2:0 als auch später zum Ausgleich da. Ein Punkt wäre drin gewesen, auch wenn der Sieg für Osnabrück insgesamt schon in Ordnung geht.

Das fiel auf:
+ Auch beim Tabellenführer wurde mutig nach vorne gespielt.
– Zu viele blöde Zweikämpfe verloren. Auch wenn die Lilaweißen teilweise recht schnell am Boden lagen, muss man sich da geschickter anstellen.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 9.581, davon ca. 50 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW bleibt weiterhin Siebter, hat aber mittlerweile sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Serien und Rekorde: Nach zuvor drei Siegen verliert Rüdiger Rehm erstmals als SVWW-Trainer gegen Osnabrück. Manuel Schäffler erzielt seinen zehnten Saisontreffer und trifft damit auch in seiner dritten Saison in Wehen zweistellig. In der ewigen Drittligatorjägerliste rückt er mit nun 58 Toren auf Platz 6 vor.

Nächstes Spiel: Am nächsten Montag (19:00 Uhr, Brita-Arena) empfängt der SVWW zum Hinrundenabschluss den KFC Uerdingen. Der Aufsteiger hat das Geld seines Investors bisher gut eingesetzt und steht mit 34 Punkten auf Platz 3. Zuletzt gelangen vier Siege hintereinander. Für Wehen und Uerdingen ist es das erste Aufeinandertreffen.

3. Liga, 17. Spieltag: SVWW – SF Lotte 2:0

Tore: Schäffler (27.), Schwadorf (44.)

Das Spiel als Tautogramm: Unspektakulär und ungefährdet.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Der SVWW musste weiterhin auf die verletzten Mrowca, Kuhn und Shipnoski verzichten, dafür saß Titsch-Rivero immerhin wieder auf der Bank. Kurzfristig fehlten dann auch noch Kyereh wegen Krankheit und Dittgen, auf den Rüdiger Rehm aus disziplinarischen Gründen verzichtete. Die ersten zwanzig Minuten waren davon geprägt, dass die Mannschaft in Ballbesitz das Spielgerät in der eigenen Abwehrreihe zirkulieren ließ, während der Gegner jeweils hoch presste. Entscheidende Fehler passierten dabei nicht, sodass es kaum zu Torraumszenen kam. Die erste Möglichkeit ergab sich nach einem langen Schlag von Mockenhaupt, als der Ball über Schmidt und Schäffler zu Andrist kam, der aber aus guter Position verzog. Nach 26 Minuten dann ein energischer Zweikampf mit Ballgewinn durch Lorch, der dann in den Strafraum zog und quer auf Schmidt legte, aber dessen halbhohen Schuss parierte der Lotter Torwart. Eine Minute später war es dann aber soweit. Nach einer abgewehrten Ecke blieb der SVWW in Ballbesitz, Mintzels langen Ball in den Strafraum legte Lorch auf Schäffler ab, der dank guter Körperbeherrschung den Ball am Torwart vorbei ins Netz bugsierte. Es folgten weitere Chancen und kurz vor der Pause erhöhte dann schießlich Schwadorf nach einem schönen Solo auf 2:0. In der Nachspielzeit kam dann Lotte nach einem Freistoß zu seiner ersten gefährlichen Szene, aber Kolkes Parade nach Kopfball von Ex-SVWWler Adam Straith war gar nicht nötig, denn es war ohnehin Abseits angezeigt. Der Plan für die zweite Hälfte war natürlich, dass Lotte angesichts des Rückstands mit mehr Risiko nach vorne spielen und der SVWW dann mit einem Konter die Partie endgültig entscheiden würde. Dazu kam es aber nicht, weil die Gäste zwar ein bisschen offensiver wurden, ihre Abwehr dabei aber nicht entblößten, aber andererseits auch weiterhin nahezu null Gefahr vor Kolkes Tor erzeugten. Der eingewechselte Brandstetter hatte noch zwei Chancen, Schäfflers Schuss wurde gerade noch abgefälscht, aber insgesamt brachten die Gastgeber den Sieg souverän ins Ziel.

Liebling des Spiels: So richtig hervorgestochen ist keiner, weshalb ich hier mal Niklas Dams stellvertretend für den Defensivverbund lobend erwähnen möchte. Einer Mannschaft wie Lotte, die immerhin in den elf Spielen zuvor nur ein einziges Mal verloren hatte, so gut wie keine Torchance zu gewähren, ist schon eine reife Leistung.

Szene des Spiels: 44. Minute, Einwurf durch Mintzel auf der linken Seite, erst Schäffler, dann Schönfeld leiten jeweils mit einem Kontakt weiter in den Lauf von Schwadorf, der mit Tempo Richtung Tor zieht und schließlich mit der Pike den gegnerischen Torwart tunnelt. Schön, dass es endlich mit dem ersten Saisontor von Jules geklappt hat, aber kurios, dass er ausgerechnet in diesem Spiel nicht so auffällig war wie sonst.

Vor dem Spiel: Genau genommen nicht vor dem Spiel, sondern nach Anpfiff, aber vor dem eigentlichen Spiel war für eine Minute erst mal Stillstehen angesagt, als Protest gegen den Stillstand beim DFB hinsichtlich der Auf- und Abstiegsregelung zwischen 3. Liga und den Regionalligen.

Nach dem Spiel: Die Erkenntnis, dass der SVWW auch mal ganz ohne Drama oder Kantersieg einfach nur drei Punkte holen kann.

Das fiel auf:
+ Obwohl weiterhin einige wichtige Spieler fehlten – oder vielleicht gerade deshalb – sah man eine gute Mannschaftsleistung, bei der keiner wirklich herausragte, aber auch niemand völlig abfiel.
+/- Stephan Andrist sollte vielleicht mal versuchen, nicht bei jedem Abschluss mit vollem Risiko abzuziehen, sondern etwas kontrollierter und präziser zu schießen. Alte Regel beim Torschuss: Genauigkeit ist wichtiger als Härte.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 1.704, davon knapp 20 Gästefans. Beim Anpfiff war es genau ein Dutzend, aber im Laufe des Spiels kamen noch ein paar dazu – mussten die am Bierstand etwa anstehen?

Tabelle: Zumindest bis heute Abend steht der SVWW auf Platz 7, aber Rostock könnte mit einem Sieg gegen Osnabrück wieder vorbeiziehen. Wichtiger ist aber, dass man den Anschluss an die Spitzengruppe halten konnte.

Serien und Rekorde: Schon der dritte 2:0-Heimsieg in dieser Saison. Dieses eigentlich recht gewöhnlich klingende Ergebnis gab es in den letzten beiden Saisons nur jeweils einmal, im Jahr davor überhaupt nicht. Jules Schwadorf ist schon der zwölfte Wehener Torschütze in dieser Saison.

Ansonsten: Auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag wurde u. a. die Vertragsverlängerung von Trainer Rüdiger Rehm und Co-Trainer Mike Krannich bis 2021 bekanntgegeben. Mehr dazu in der nächsten Podcast-Folge, die voraussichtlich am Mittwoch erscheint.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag darf der SVWW bei Tabellenführer VfL Osnabrück antreten. Der 17. der vergangenen Saison spielt bisher eine herausragende Runde und hat erst ein Spiel verloren (0:1 gegen Karlsruhe). In der letzten Saison konnte Wehen die Niedersachsen zweimal deutlich schlagen: 4:0 auswärts und 5:1 zuhause.

3. Liga, 16. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern – SVWW 0:0

Tore:

Das Spiel als Tautogramm: Unglücklich? Unverhofft? Unentschieden.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Rüdiger Rehm musste weiterhin auf die verletzten Mrowca, Kuhn und Titsch-Rivero verzichten, aber immerhin war Dams wieder einsatzfähig. Dies führte dazu, dass Lorch neben Schönfeld im defensiven Mittelfeld auflief, Dittgen links verteidigte und Mintzel auf der ungewohnten Position als Rechtsverteidiger spielte. Trotz der Umstellungen übernahm der SVWW recht schnell die Initiative und spielte sich eine leichte Überlegenheit heraus, ohne jedoch gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Große Aufregung gab es nach 27 Minuten, als Schönfeld mit Tempo in den Strafraum zog und dort gefoult wurde, aber Schiedsrichter Manuel Gräfe keinen Strafstoß gab. Wenige Minuten vor der Pause gab es die erste richtige, dafür gleich dreifache Chance für die Gäste (siehe Szene des Spiels), aber es ging ohne Tore in die Kabinen. Zur zweiten Halbzeit kam Reddemann für Lorch, Dams rückte dafür auf die Sechs, aber das Spiel blieb ziemlich unverändert: Wehen gefälliger, aber Torchancen weiterhin auf beiden Seiten Mangelware, insbesondere aus dem Spiel heraus. Dafür mussten dann Standardsituationen herhalten. Zunächst Kyereh auf der einen Seite, dann Löhmannsröben für Kaiserslautern auf der anderen – letztere hatte es aber in sich, denn Kolke konnte den Ball noch gerade so eben an den Pfosten lenken und den Abpraller dann sichern. In der Schlussphase ging es dann hoch her mit mehreren Chancen für beide Mannschaften. Kolke rettete erneut sensationell, während Schwadorfs Versuch auf der Linie von einem Verteidiger vereitelt wurde. Letztlich blieb es beim torlosen Unentschieden.

Liebling des Spiels: Jules Schwadorf war einmal mehr der auffälligste Offensivakteur und wäre ihm in der 91. Minute sein erster Saisontreffer gelungen, wäre er jetzt natürlich der Held des Tages, aber so küren wir Markus Kolke, der zweimal überragend parierte und so das Zu-Null rettete.

Szene des Spiels: 42. Minute, langer Freistoß von Schmidt, Schäffler kommt frei zum Kopfball und platziert die Kugel etwas zu genau – vom Innenpfosten springt der Ball zurück, Kyereh erwischt ihn am anderen Pfosten im Fallen nicht richtig, schließlich landet die Kugel bei Lorch, aber dessen Schuss aus wenigen Metern wird von einem sich dazwischen werfenden Verteidiger abgewehrt.

Vor dem Spiel: Angesichts der personellen Ausfälle war ich eher pessimistisch.

Nach dem Spiel: Hin- und hergerissen zwischen Enttäuschung, dass der absolut machbare Dreier nicht geholt wurde, aber auch Erleichterung, dass das Spiel nicht verloren ging, denn das wäre zwar vielleicht unglücklich, aber ebenfalls durchaus möglich gewesen.

Das fiel auf:
+ Trotz einer sehr ungewohnt besetzten Abwehrreihe wurden dem Gegner nur wenige Chancen gestattet.
+ Auch das Mittelfeld funktionierte ohne Mrowca und Tisch-Rivero besser als befürchtet, gerade Schönfeld gefiel mir richtig gut.
– In der Offensive gelangen zu selten klare Aktionen, sodass die Stürmer etwas in der Luft hingen.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video)

Zuschauer: 18.716, davon etwa 350 Gästefans. Von der gefürchteten Betze-Stimmung war zumindest im Fernsehen nicht viel zu hören, stattdessen war der Wehener Anhang erstaunlich häufig zu vernehmen.

Tabelle: Der SVWW hat jetzt 24 Punkte und bleibt weiterhin Achter.

Serien und Rekorde: Generell sind Unentschieden bei Rüdiger Rehm eher selten und insbesondere auswärts für den SVWW eine echte Rarität. Dieses Spiel war das erste Remis auf fremden Platz in dieser Saison und in der ganzen letzten Saison gab es nur zwei, beide ebenfalls 0:0 (in Bremen und in Magdeburg).

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) kommen die Sportfreunde Lotte in die Brita-Arena. Die Westfalen hatten einen schlechten Start in die Saison (nach fünf Spielen noch kein Sieg und Tabellenschlusslicht), aber haben sich seitdem nach oben gearbeitet und stehen mit 21 Punkten nur einen Platz hinter dem SVWW in der Tabelle. Zuletzt gab es einen 1:0-Sieg gegen Rostock. In der letzten Saison gewann Wehen beide Partien gegen Lotte (1:0 auswärts und 3:1 zuhause).