Die Wehenschau (KW 31/2026)
Die letzten Testspiele sind absolviert, ab jetzt beginnt für den SV Wehen Wiesbaden die Vorbereitung auf das Auftaktspiel gegen Preußen Münster am nächsten Samstag. Gegen Bayern München gewann der SVWW vor 12.000 Zuschauern in der Brita-Arena mit 2:1. Bayern begann in der ersten Halbzeit mit einer reinen Nachwuchs-Auswahl mit der Folge, dass der SVWW das Spiel kontrollierte und früh durch Ati Allah in Führung ging. In der zweiten Halbzeit kamen auf Münchner Seite die wenigen bekannten Namen ins Spiel. Bischoff verwandelte einen Elfmeter zum Ausgleich, aber gegen Ende patzte Torwart Ullreich und Schleimer staubte zum Siegtreffer ab. Am gestrigen Samstag gab es dann auf dem Halberg noch einen weiteren Test gegen die U23 von Eintracht Frankfurt (0:2), wobei keine Zuschauer zugelassen waren.
Daniel Scherning und sein Team werden sicherlich ihre Schlüsse ziehen. Für uns Beobachter von außen ist zumindest interessant, dass die Grundausrichtung offenbar vom bisherigen 3-4-2-1 auf ein 4-2-3-1 geändert wurde. Hinten war eine klare Viererkette zu sehen, vorne gibt es plötzlich einen Zehner. Noch spannender ist, dass für diese Position Ibrahim Ati Allah momentan die erste Wahl zu sein scheint. Offenbar hat er die Vorbereitung genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen, nachdem ihm letzte Saison nach einem ersten Hype ein paar schwere Fehler unterlaufen waren und er zunächst mal außen vor war. Auch Jakob Lewald scheint ein Gewinner der Saisonvorbereitung zu sein, zumindest durfte er mehrmals als Innenverteidiger in der Startelf ran. Jordy Gillekens ist dafür auf die Rechtsverteidigerposition gerutscht. Im Spiel gegen die Eintracht wird im Spielbericht zwar wieder das bekannte 3-4-2-1 notiert – keine Ahnung, wie es wirklich war, denn im Spielbericht zum Bayern-Spiel wurde auch eine Dreierkette angegeben und da konnte man live sehen, dass eindeutig nicht so gespielt wurde. Im Idealfall beherrscht man ohnehin mehrere Systeme, um flexibel auf Gegner und Spielsituationen reagieren zu können.
Generell wird es wohl wieder so sein, dass einige Spieler so gut wie immer spielen, sofern sie nicht verletzt sind, während es auf anderen Positionen durchaus öfter zu Wechseln kommen kann bzw. das Rennen um die Stammplätze noch offener ist. Noch ein bisschen mehr Dynamik könnte reinkommen, wenn die zwei weiteren Neuzugänge kommen, die aktuell noch eingeplant sind. Bis es soweit ist, könnte es allerdings noch dauern, denn Uwe Stöver scheint das am 1. September schließende Transferfenster ausreizen zu wollen.
Je nachdem, wen man da noch zum SVWW lotsen kann, würde das auch meine Saisonprognose beeinflussen. Momentan sehe ich Wehen eindeutig nicht als Aufstiegskandidaten und würde eher auf die Plätze 5-9 tippen. Etwas optimistischer sind da beispielsweise die Kollegen von liga3-online, die den SVWW auf Platz 2-7 sehen.
Vielleicht ging es dabei aber auch um die sportlichen Aussichten der neu gegründeten Tischfußballabteilung. Von einem auf den anderen Tag tritt der SVWW mit drei Mannschaften in Wettbewerben an – woher diese Leute rekrutiert wurden, wurde nicht erwähnt. Nach der seit Jahren existierenden eSports-Abteilung gibt es nun also einen weiteren Bereich, der sich quasi mit Simulation von Fußball beschäftigt. Fehlen nur noch Tippkick und Subbuteo.
Auf der 100-Jahre-Gala im Kurhaus wurde u. a. das neue Ausweichtrikot präsentiert (bisher nur auf Insta-Stories zu sehen). Außerdem verkündete Tobias Keller, dass ab dem Spiel gegen Münster kostenlos Trinkwasser in der Brita-Arena angeboten wird. Gute Sache!
Die U19 ist erfolgreich in die Saison gestartet. Mit 5:0 gewann das Team von Trainer Chris Kayyer gegen den SV Sandhausen im Junioren-DFB-Pokal.
Auch im (Männer-)Hessenpokal ist die erste Runde absolviert. Etwas überraschend hat sich Biebrich 02 gegen Eddersheim durchgesetzt, während Orlen im Elfmeterschießen gegen Bornheim/GW Frankfurt gescheitert ist. Mal schauen, welche Teams aus der näheren Umgebung die zweite Runde überstehen und dem SVWW eventuell eine kurze Anreise im Achtelfinale bescheren. VFR Groß-Gerau und Rot-Weiß Darmstadt wären noch solche Kandidaten.
Sascha Mockenhaupt erklärt in einem ausführlichen Interview, warum er sich für die SG Hüffelsheim entschieden hat. Mit seinem neuen Team hat er unterdessen zum Auftakt mit 1:0 gegen Waldalgesheim gewonnen.
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