3. Liga, 15. Spieltag: SVWW – Carl Zeiss Jena 2:3

Tore: Schäffler (17.), Schmidt (89.) – Tietz (28., 75.), Starke (79.)

Das Spiel als Tautogramm: Aufstiegsplatz? Am Arsch! Achter.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Für die in Köln verletzt ausgewechselten Mrowca und Kuhn begannen Schönfeld und Lorch, außerdem vertrat Reddemann den weiterhin verletzten Dams. Schmidt hatte nach sieben Minuten die erste Chance, zielte aber übers Tor. Zehn Minuten später fiel aber nach einem perfekten Konter die Führung für den SVWW: Lorch eroberte vor dem eigenen Strafraum den Ball und passte zu Schönfeld, der den Ball durchs Mittelfeld trieb und Schwadorf steil anspielte. Der legte quer und Schäffler musste nur noch einschieben. Die Gastgeber hatten in der Folge hochkarätige Möglichkeiten, die Führung auszubauen, aber sowohl Schäffler als auch Kyereh scheiterten in aussichtsreichen Positionen. Aus dem Nichts kam Jena zum Ausgleich: nach einem langen Abschlag des Torhüters ging Reddemann nicht richtig zum Ball und plötzlich war Tietz frei vor Kolke und traf zum 1:1. Wehen hatte an diesem Gegentreffer sichtlich zu knabbern und brachte bis zur Pause nicht mehr viel zustande, stattdessen verpassten die Gäste kurz vor dem Halbzeitpfiff die Möglichkeit zum 1:2. In der zweiten Halbzeit drängte der SVWW vehement auf die erneute Führung und kam trotz vieler Fehler im Spielaufbau zu einer Großzahl an Chancen. Schwadorf zielte haarscharf daneben, zweimal direkt hintereinander fanden scharfe Hereingaben von Kyereh nur knapp keinen Abnehmer, Brandstetter vergab aus kurzer Distanz eine Riesenmöglichkeit per Kopf, Schäfflers Kopfball konnte der Torhüter parieren, Schmidt traf per Freistoß nur die Latte und bei einem weiteren Versuch von Schäffler konnte irgendwie ein Verteidiger noch zur Ecke klären. Es kam, was kommen musste: ein Freistoß der Gäste wurde nicht ordentlich geklärt und erneut Tietz traf zur überraschenden Führung für Jena. Nur wenige Minuten später ließen sich die Rotschwarzen übel auskontern und fingen sogar das 1:3. In der Schlussphase kam nochmal kurz Hoffnung auf, nachdem Schmidt auf der Strafraumlinie gefoult wurde und den Elfmeter selbst verwandelte. Eine letzte Chance wenigstens einen Punkt in Wiesbaden zu behalten, hatte Dittgen, dessen Volleyschuss aber nur an die Latte ging. Ein Spiel, das der SVWW niemals hätte verlieren dürfen, und dennoch steht man am Ende mit leeren Händen da.

Liebling des Spiels: Jules Schwadorf, der einmal mehr viele gute Offensivaktionen hatte.

Szene des Spiels: 78. Minute, bei einem Freistoß ist fast die gesamte Mannschaft des SVWW am gegnerischen Strafraum. Der Ball wird abgewehrt und der lange Befreiungsschlag leitet den Konter zum letztlich entscheidenden 3:1 für Jena ein. Aber warum zur Hölle steht man da so offen und lässt nur Mintzel als Absicherung zurück, wenn noch eine Viertelstunde zu spielen ist? Kurz vor Schluss geht man bei Rückstand volles Risiko, völlig klar, aber in dieser Phase war das schon reichlich dämlich.

Vor dem Spiel: 

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
+ Eigene Chancen gab es haufenweise.
– Man müsste halt ein paar davon auch mal irgendwie im Netz unterbringen.
– Viel zu viele Fehler, vor allem im Spielaufbau. Merkwürdige, viel zu riskante Pässe diagonal durchs Mittelfeld, die meistens beim Gegner landeten, statt dass man mit einfachen Bällen ein bisschen Sicherheit in die eigenen Aktionen bringt.
– Zuviele Versuche durch die Mitte, die Jena recht gut zustellte. Wenn es gefährlich wurde, dann über Außen.
– Mit Marcel Titsch-Rivero musste ausgerechnet der Spieler verletzt ausgewechselt werden, der momentan wohl am unverzichtbarsten ist, zumal Mrowca auch schon fehlte.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 2.387, davon gut 400 Gästefans.

Tabelle: Statt als Tabellenzweiter geht der SVWW als Achter in die Länderspielpause. Der Abstand zu den Aufstiegsplätzen beträgt weiterhin drei, der zu den Abstiegsplätzen sechs Punkte.

Serien und Rekorde: Nach vier Ligaspielen zuhause ohne Gegentreffer rappelte es wieder in Kolkes Kasten und so ging das einzige Heimspiel im November verloren.

Ansonsten: Am kommenden Donnerstag gibt es erst (ab 16 Uhr) ein öffentliches Training in der Brita-Arena und im Anschluss (ab 18:30 Uhr) ein Fantreffen mit Rüdiger Rehm und Christian Hock.

Nächstes Spiel: Die Pause im Ligabetrieb kommt gerade zur rechten Zeit, denn bis zum nächsten Pflichtspiel sind die Verletzten Titsch-Rivero, Mrowca und Kuhn hoffentlich wieder fit. Der Rest darf am kommenden Freitag um 15 Uhr zu einem Testspiel gegen Wormatia Worms auf dem Halberg antreten. In der Liga geht es übernächsten Sonntag (14 Uhr) in Kaiserslautern weiter. Der FCK verlor zuletzt zweimal hintereinander (gegen Cottbus und Rostock) und steht mit aktuell 20 Punkten einen Tabellenplatz hinter dem SVWW. Die letzte Begegnung mit dem Ex-Meister aus der Pfalz liegt vier Jahre zurück, als der SVWW in der ersten Pokalrunde im Elfmeterschießen unterlegen war. Auch in den beiden Wehener Zweitligajahren traf man aufeinander, für beide Vereine gab es je einen Heim- und einen Auswärtssieg.

Christoph Schmalenbach

“Sowohl der Abstand zu den Aufstiegs- als auch zu den Abstiegsplätzen beträgt jeweils sechs Punkte.” Nicht ganz… Auf Platz 2 sind es 3 Punkte, wie vor dem Spiel.

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