Relegation, Rückspiel: FC Ingolstadt – SVWW 2:3

Tore: Kerschbaumer (13.), Poulsen (68.) – Kyereh (11.), Dittgen (30.), Paulsen (Eigentor, 43.)

Das Spiel in maximal fünf Worten:

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wie angekündigt setzte Rüdiger Rehm wieder auf eine Doppelspitze. Schäffler konnte (wie auch Gül) trotz Blessur aus dem Hinspiel auflaufen, dazu kam Kyereh rein. Etwas überraschend begannen neben Gül weder Titsch Rivero noch Schönfeld, sondern Lorch – offenbar wollte man nicht mehr so viele Kopfballduelle verlieren wie vier Tage zuvor. Das Spiel begann mit einem Schreckmoment, denn erneut hatte gleich in der ersten Minute Lezcano eine Chance, setzte den Ball aber übers Tor. Im Gästeblock beruhigte man sich mit der Feststellung, dass das Spielglück diesmal ganz offensichtlich auf Wehener Seite sein muss. Der SVWW ergriff die Initiative und spielte zielstrebig nach vorne. Nach zehn Minuten versuchte Gül es aus der Distanz, dessen abgeblockter Schuss landete bei Lorch, der ebenfalls einfach mal draufhielt. Ingolstadts Torwart Tschauner wehrte den Ball zur Seite ab, von wo Dittgen in die Mitte flankte, Schäfflers Kopfballablage verwertete Kyereh aus kurzer Entfernung. 1:0 und die erste Eskalation des Wehener Anhangs: heute geht was! Es dauert einen Moment, bis auch der Videoschiedsrichter grünes Licht gab und ähnlich wie die TV-Zuschauer bekam man auch im Stadion kaum mit, dass postwendend der Ausgleich fiel. Kolke hatte einen Schuss nach vorne abprallen lassen und Kerschbaumer erzielte das 1:1. Nach dem ersten Schock war aber den meisten klar, dass das Gegentor eigentlich nicht viel änderte, der SVWW benötigte ohnehin einen zweiten Treffer. Der fiel tatsächlich nach einer guten halben Stunde, Traumpass von Kuhn auf Dittgen, der das 2:1 erzielte (siehe Szene des Spiels) und somit in der Addition beider Spiele ausglich. Schäfflers Kopfball zehn Minuten später ging dann knapp vorbei, aber kurz darauf zog erneut Lorch aus über zwanzig Metern Torentfernung ab. Der Ball wäre eigentlich weit vorbei gegangen, aber Ingolstadts Verteidiger Paulsen hielt das Bein in die Schussbahn und lenkte die Kugel so unhaltbar ins eigene Tor. 3:1 und somit war klar, dass die Gastgeber nun sogar zwei Tore benötigten. In der zweiten Halbzeit wurde Ingolstadt offensiver, aber Kolke konnte gleich zweimal gegen Lezcano gut parieren. Gül hätte dann beinahe das 4:1 und damit wohl die Entscheidung erzielt, doch sein Schuss ging nur an die Latte. In der 68. Minute traf Paulsen per Kopf zum 3:2 und sorgte für Bangen im Gästeblock – das war zu früh, wie sollte man die restliche Spielzeit überstehen? Wehener Entlastungsangriffe oder gar der eine entscheidende Konter fehlten, gewonnen Bälle gingen umgehend wieder verloren. Ingolstadt schlug ein ums andere Mal den Ball in Richtung Tor, aber richtig zwingend wurde es glücklicherweise nicht. In der Schlussphase gelang es dem SVWW wieder besser, das Spiel auch mal in die gegnerische Hälfte zu verlagern und als nach endlos erscheinenden vier Minuten Nachspielzeit der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel natürlich grenzenlos. Der SV Wehen Wiesbaden steigt in die 2. Bundesliga auf!

Liebling des Spiels: Da müsste man eigentlich alle Spieler aufzählen, denn jeder einzelne hat buchstäblich bis zum Umfallen gekämpft – stellvertretend nenne ich hier Sascha Mockenhaupt, der einmal mehr so ziemlich jeden Ball rausgehauen hat, der in den Strafraum kam.

Szene des Spiels: 30. Minute, Ingolstadts Kerschbaumer bleibt kurz vor dem Wehener Sechzehner an Moritz Kuhn hängen, der anstatt die Kugel einfach nach vorne zu schlagen sofort in den Gegenangriff übergeht. Sein Pass (der vielleicht eigentlich für Schäffler gedacht war?) findet Dittgen, der die Ruhe behält und mit rechts den Ball präzise am Torwart vorbei neben den Pfosten platziert. Wenn schon Dittgen, der für den SVWW trotz teilweise bester Chancen noch nie getroffen hat, ein Tor schießt und noch dazu mit seinem schwächeren Fuß, dann geht an diesem Tag anscheinend alles.

Vor dem Spiel:

Nach dem Spiel: Eskalation! Plötzlich ist das Tor vom Gästeblock zum Spielfeld offen, die Ordner versuchen noch zunächst den Platzsturm zu verhindern, lassen dann kurz darauf aber doch den Wehener Anhang zum Feiern aufs Feld.

Das fiel auf:
+ Der Mut wurde belohnt und das notwendige Spielglück kehrte zurück.
+ Mit einer ganz starken ersten Halbzeit legte der SVWW den Grundstein für den Sieg.
+ Die zweite Halbzeit war dann eher Kategorie Abwehrschlacht, aber auch das wurde bravourös gemeistert.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Donaukurier, DAZN (Video)

Zuschauer: 12.420, davon etwa 400 Gästefans.

Serien und Rekorde: Nach exakt zehn Jahren in der 3. Liga kehrt der SVWW in die 2. Bundesliga zurück. Bei elf Relegationen zwischen 2. und 3. Liga setzte sich zum achten Mal der Drittligist durch. Zum dritten Mal sorgte die Auswärtstorregel für die Entscheidung.

Ansonsten: Irgendwann nächste Woche nehmen wie die Saisonabschlussfolge unseres NEL-Podcasts auf.

Nächstes Spiel: Jetzt ist erstmal Sommerpause und die Spieler im wohlverdienten Urlaub. Die Vorbereitung auf die neue Saison wird vermutlich in gut drei Wochen beginnen. Am 25. Juni steht dann mit dem Hessenpokalfinale beim KSV Baunatal das letzte Pflichtspiel der Saison 2018/19 an.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.