2. Bundesliga, 12. Spieltag: SVWW – Hamburger SV 1:1

Tore: Knöll (91.) – Kinsombi (48.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Eins zu eins gewonnen.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Rüdiger Rehm vertraute der Stammelf der letzten Wochen, musste aber kurzfristig auf Lindner verzichten, der wegen muskulärer Probleme nicht spielen konnte. Stattdessen kam wieder Watkowiak zum Einsatz und als Ersatzmann auf der Bank saß Torwarttrainer Petkovic. Das Spiel entwickelte sich schnell wie erwartet: Der HSV hatte meistens den Ball, während der SVWW sich auf die Defensive konzentrierte und schnell umschaltete, wenn sich die Gelegenheit bot. Der erste Torschuss ging auch auf das Konto der Gastgeber, als Lorch knapp am Pfosten vorbei zielte. Kurz danach konnte sich Watkowiak auszeichnen, als er einen Schuss nach Freistoßflanke sehenswert parierte. Wehen kam zu verhältnismäßig vielen Chancen. Die beste hatte Aigner, als er den Ball im Angriffsdrittel eroberte und alleine auf Hamburgs Torwart Heuer Fernandes zulief, aber mit seinem Schuss an diesem hängenblieb. Auf der Gegenseite hatte Sonny Kittel eine Riesengelegenheit, aber Dams stand goldrichtig und konnte auf der Linie das 0:1 verhindern. Da war noch nicht mal eine halbe Stunde gespielt und es gab schon deutlich mehr Action als in den beiden letzten Wehener Partien zusammengenommen. Direkt vor dem Halbzeitpfiff hatte Kuhn aus spitzem Winkel noch eine Gelegenheit, aber es ging mit 0:0 in die Pause – die sechste torlose Halbzeit in Folge für den SVWW. Dabei sollte es aber nicht lange bleiben, denn kurz nach Wiederanpfiff ging der HSV in Führung. Mockenhaupt verlor den Ball, Leibold schoss aufs Tor, Watkowiak konnte zwar abwehren, ließ den Ball aber zu zentral abprallen, sodass Kinsombi aus kurzer Entfernung das 0:1 erzielte. Zwei Minuten später schien das Spiel völlig den Bach runterzugehen, aber Jattas Treffer zählte wegen Abseits nicht. Der SVWW wirkte in dieser Phase etwas überfordert und leistete sich zahlreiche Fehler. Nach einem Foul von Aigner im Mittelfeld standen schon beide Mannschaften zum Freistoß bereit, als der VAR intervenierte und Schiedsrichter Rohde ein Review empfahl. Ergebnis: Rot für Aigner wegen angeblicher Tätlichkeit. In Unterzahl kamen die Gastgeber erst recht nicht mehr vor das gegnerische Tor, verteidigten aber weiterhin leidenschaftlich. Rehm brachte Schwede für Kuhn und stellte auf eine Viererkette um. Kurz darauf wäre nach Niemeyers Fehlpass beinahe das 2:0 gefallen, aber Watkowiak blieb mit einer Fußabwehr Sieger im Duell mit Jatta. In der Schlussphase schien der HSV mit der knappen Führung zufrieden und reizte die Spielunterbrechungen extrem aus. Wehen versuchte es in den letzten Minuten nochmal in der Offensive und kam in der Nachspielzeit zu einem Eckball. Watkowiak kam mit nach vorne, aber der Ball landete beim eingewechselten Knöll, der tatsächlich zum Ausgleich traf und die Brita-Arena explodieren ließ. Es gab sogar noch zwei weitere Ecken für den SVWW, aber es blieb beim 1:1, was sich trotzdem wie ein Sieg anfühlte.

Liebling des Spiels: Törles Knöll. Sein erstes Tor für den SVWW, dann noch in dieser Situation – ganz groß!

Szene des Spiels: 57. Minute, Aigner foult Leibold und trifft diesen beim Drüberspringen mit den Stollen an der Hüfte. Sicher schmerzhaft, aber sicher auch keine Absicht. Eigentlich sind schon alle bereit, das Spiel fortzusetzen, aber der VAR mischt sich ein und nach Ansicht des Videos entscheidet Schiedsrichter Rohde auf Tätlichkeit und Platzverweis. Das machte das ansonsten nicht besonders unfaire Spiel dann etwas kaputt.

Vor dem Spiel: Rechnete man wohl überwiegend mit einem deutlichen Sieg des Tabellenführers gegen den Tabellenletzten.

Nach dem Spiel: Breites Grinsen in allen Gesichtern. Nach dem Sieg in Stuttgart dem nächsten großen Aufstiegsfavoriten ein Bein gestellt – und zum ersten Mal seit Mitte August den letzten Tabellenplatz verlassen.

Das fiel auf:
+ Einmal mehr eine überwiegend starke Defensivleistung. Dass eine Mannschaft wie der HSV zu Torchancen kommt, lässt sich nicht komplett verhindern, aber häufig fanden die Gäste keinen Weg durch die Abwehrreihe.
+ In der ersten Hälfte einige gute Balleroberungen und Torchancen für Wehen – da hätte man durchaus in Führung gehen können.
+/- Wie erwartet viele HSV-Fans auf der Nordtribüne, die sich aber immerhin mit Torjubel deutlich zurückhielten.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau, DAZN (Video)

Zuschauer: 8.200, davon mindestens 3.000 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW verlässt den letzten Platz und steht – zumindest bis heute Abend – auf dem Relegationsplatz.

Serien und Rekorde: Das dritte Remis in Folge, zum fünften Mal hintereinander unbesiegt.

Ansonsten: Der inoffizielle Song zum Spiel.

Nächstes Spiel: Am kommenden Freitag (18:30 Uhr) auswärts bei Dynamo Dresden.

Fabian

Ein tolles Spiel und v.a. eine super erste Halbzeit der Wehener. Das hat echt Spaß gemacht! Sowieso der völlig unerwartete Ausgleich kurz vor Schluss. 🙂

Das 0:1 war ein typisches Watkowiak-Gegentor – mal wieder Probleme bei Fernschüssen. Den Ball muss er besser zur Seite abwehren. Bei der Aigner-Szene dachte ich im Stadion sofort, dass es eine rote Karte geben wird. Seit ich die Szene noch mal am TV sah, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es eine Rote war. Es kommt ein wenig auf die Perspektive an. Aus der Hintertorkamera sah es wesentlich schlimmer aus, als von der Seite.

Bei twitter war zu lesen, dass es wohl Probleme beim Einlass im HSV-Block gab. Ich hatte mich beim Blick auf die Gästekurve kurz vor Anpfiff gewundert, dass es dort noch so luftig war. Zur zweiten Halbzeit war der Block dann voll. Da kamen einige wohl erst nach Anpfiff ins Stadion.

Gunnar

Mit dem 0:1 hast Du natürlich Recht, aber da er auch einige sehr gute Paraden hatte, wollte ich nicht wieder auf Watti rumhacken.

Bei Aigner sieht es tatsächlich in den verschiedenen Kameraeinstellungen sehr unterschiedlich schlimm aus. Wird aber nix daran ändern, dass er ein paar Spiele fehlen wird. Ich hoffe mal, dass es nur zwei Spiele Sperre werden. Das ganze hätte er sich allerdings leicht sparen können, denn er musste überhaupt nicht über den Gegner springen.

Fabian

Ja, Watkowiak hatte wirklich einige schöne Paraden – u.a. der guter Reflex gegen Hinterseer am Anfang. Er wirkt auf mich auch sympathisch, weil man sieht, dass er sich total reinhaut für die Mannschaft. Dann anderseits immer wieder diese Unsicherheiten…

Sei’s drum. Das 1:1 gegen den HSV ist ein super Ergebnis. Viel Spaß beim Aufnehmen der neuen NEL-Folge. 🙂

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