DFB-Pokal, 2. Runde: SVWW – Jahn Regensburg 0:0 n. V., 2:4 i. E.

Tore:

Das Spiel in maximal fünf Worten: Pokalfight ohne Happy End.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Der SV Wehen Wiesbaden begann mit derselben Aufstellung wie zuletzt in München. Kämpferisch war die Mannschaft von Anfang an auf der Höhe, aber spielerisch war es lange Zeit sehr dürftig. Die erste halbe Stunde gelang nichts an eigenen Offensivaktionen, bis Tietz nach Ajani-Flanke die Riesenchance zur Führung hatte, den Ball aber nicht richtig traf und übers Tor schoss. Regensburg war zwar bis dahin die bessere Mannschaft, hatte aber auch nicht sehr viele klare Aktionen in Richtung Wehener Tor. Nach Tietz’ Fehlschuss wurde der SVWW in der Offensive besser, hatte direkt vor dem Halbzeitpfiff aber Glück, als Besuschkow nach einem Freistoß nur den Pfosten traf. Die zweite Halbzeit war noch mehr von zahlreichen Zweikämpfen geprägt, was immerhin dafür sorgte, dass der Zweitligist weiterhin kaum zu Abschlüssen kam. In der letzten Minute der regulären Spielzeit hatte Malone dann seine einzige nennenswerte Gelegenheit, aber Jahn-Torwart Meyer konnte parieren. In der Verlängerung drückten die Gäste dann nochmal und kamen auch zu Chancen, aber mit Glück, Geschick und viel Herzblut rettete sich der SVWW ins Elfmeterschießen. Dort schoss dann ausgerechnet Tietz, der in seiner Profikarriere bisher alle Elfmeter verwandelt hat, den Ball über die Latte. Boss war bei drei Regensburger Versuchen in der richtigen Ecke, konnte aber keinen parieren. Prokop scheiterte zum Abschluss am Torwart – aus der Traum.

Liebling des Spiels: Sascha Mockenhaupt, als Kapitän stellvertretend für die gesamte Mannschaft, die einen wirklich großen Kampf geliefert hat.

Szene des Spiels: 91. Minute, die Nachspielzeit hat gerade begonnen, als Maurice Malone auf rechts seinem Gegenspieler entwischt und zum Abschluss kommt. Torwart Meyer bekommt gerade noch seine Fingerspitzen dran und der Ball geht knapp am Tor vorbei. Sah zwar ziemlich nach Abseits aus, aber mangels VAR hätte der Treffer wohl gezählt.

Vor dem Spiel: Mal wieder gemischte Gefühlslage – Vorfreude auf einen hoffentlich großen Pokalabend, kombiniert mit Wehmut nicht im Stadion sein zu können.

Nach dem Spiel: Enttäuschung über die greifbar nahe, aber wieder mal verpasste Chance.

Das fiel auf:
+ 120 Minuten leidenschaftlicher Kampf.
– Bei aller Konzentration auf Zweikämpfe und kompakte Defensive blieben die eigenen Offensivbemühungen deutlich zurück.
+/- Wie so oft verliert am Ende doch die Mannschaft, die das Elfmeterschießen mehr gewollt hat.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau, Sportschau (Highlight-Video)

Zuschauer: keine.

Serien und Rekorde: Auch im dritten Elfmeterschießen seiner DFB-Pokalgeschichte geht der SVWW als Verlierer vom Platz. Tim Boss hat in dieser Saison kein Gegentor im Pokal hinnehmen müssen – außer im Elfmeterschießen.

Ansonsten: Bei so einem Elfmeterschießen, wenn selbst das Hüpfen des Torwarts im Matsch zu hören ist, wird die Geisterspielatmosphäre besonders gespenstisch.

Nächstes Spiel: Im DFB-Pokal tritt der SVWW frühestens im nächsten August wieder an, in der Liga kommt am 9. Januar der Hallesche FC in die Brita-Arena und schon am 3. Januar gibt es ein Testspiel in Duisburg.

Beitragsbild: Screenshot Sportschau