Ja, er lebt noch

3. Liga, 34. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – FC Erzgebirge Aue 1:0 (Tor: Lindner)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Duseltor sorgt für verdienten Sieg.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Vom Anpfiff weg war erkennbar, dass die Mannschaft begriffen hatte, dass ein Sieg ein absolutes Muss war, auch wenn es gegen den Tabellenzweiten geht. Schon der erste Angriff wurde gefährlich und nach nicht einmal zwei Minuten lag der SVWW nach einem abgefälschten Schuss von Jaroslaw Lindner in Führung. Aue zeigte schon bald, warum sie wahrscheinlich aufsteigen werden und war spielerisch überlegen, aber der SVWW kam seinerseits auch zu mehreren Gelegenheiten. In der zweiten Halbzeit waren die Gäste weiterhin spielbestimmend, aber die besseren Chancen hatte Wehen. Gleich mehrere gefährliche Hereingaben von Michael Vitzthum wurden knapp verpasst, Schindler scheiterte ziemlich freistehend mit einem schwachen Kopfballversuch und Ruprecht hätte zweimal nach Ecke seine Größe besser ausspielen können. Chancen waren also da, aber das Toreschießen ist weiterhin ein großes Problem beim SVWW. Die vielen Gegentore kurz vor Spielende hatte jeder im Hinterkopf und tatsächlich wurde es nochmal richtig brenzlig, aber Kolke konnte mit einigen Glanztaten seinen Kasten sauberhalten. Am Ende gelingt also der ersehnte Sieg, der die Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Leben hält.

Liebling des Spiels: Mal wieder Markus Kolke, nicht nur aufgrund seiner Paraden, sondern auch wegen einiger sehr langer, aber gezielter Abschläge, die den Auer Rechtsverteidiger vor große Probleme stellten und zu guten Chancen für den SVWW führten.

Szene des Spiels: Gut eine Minute nach Anpfiff schon die Führung und einigermaßen sinnbildlich für die Wehener Offensivbemühungen ging der Ball auch nur rein, weil Lindners Schuss von einem Verteidiger abgelenkt wurde.

Vor dem Spiel: War klar, dass nur ein Dreier weiterhilft, egal wie er zustande kommen möge.

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
+ Gegen einen alles andere als schlechten Gegner viele Torchancen erarbeitet.
– Chancenverwertung leider immer noch verheerend. Mit einem durchaus möglichen 2:0 hätte man sich das Zittern am Ende sparen können.
+/- Jaroslaw Lindner ist einer der Gewinner des Trainerwechsels und hat sich mit seinem ersten Treffer für den SVWW selbst belohnt. Allerdings gefiel mir seine restliche Leistung wie auch schon in den Vorwochen gar nicht. Im Nachhinein habe ich eher Verständnis für Ex-Coach Demandt, der Lindner kaum einsetzte.
+/- David Blacha in neuer Rolle als Teil der Doppelsechs sehr aktiv und mit vielen Ballkontakten, aber häufig mit ganz schlechter Entscheidungsfindung. Vielleicht war es auch eine taktische Anweisung, riskante Anspiele zu versuchen, aber bei vielen Pässen konnte man von vorneherein sehen, dass die niemals ankommen können.

Zuschauer: 3.070, davon ca. 600 Gästefans.

Tabelle: Von den letzten fünf Mannschaften in der Tabelle konnte nur der SVWW gewinnen, während Bremen, Cottbus und die beiden Stuttgarter Teams allesamt verloren. Der SVWW steht mit nun 37 Punkten auf Platz 16 und damit erstmals seit fünf Spielen wieder über dem Strich, punktgleich folgen Bremen und die Kickers, Cottbus hat zwei Punkte Rückstand.

Serien und Rekorde: Nach zehn sieglosen Spielen endlich der erste Sieg (der letzte dreifache Punktgewinn war das 1:0 gegen Halle im Januar!). Unter Torsten Fröhling ist Wehen noch unbesiegt.

Ansonsten: Freitagabends vorlegen und samstags dann die Konkurrenz straucheln sehen ist eine super Sache. Sollte in zwei Wochen unbedingt wiederholt werden.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) bei Dynamo Dresden. Der Tabellenführer hat mit einem Unentschieden in Magdeburg gerade den Aufstieg perfekt gemacht und feiert hoffentlich bis Samstag durch. Das Hinspiel endete 2:2.

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