Die Wehenschau (KW 11/2024)

An den vergangenen Spieltagen gab es jeweils mehrere Duelle von Teams aus dem Tabellenkeller untereinander. Das ist gut und schlecht zugleich, denn es können dann logischerweise nicht alle Konkurrenten gewinnen, andererseits punktet garantiert irgendjemand. An diesem Wochenende ist es nicht so, denn fast alle Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte spielen gegen welche aus der oberen. Einzige Ausnahme ist Schalke, die am Sonntag zum Elftplatzierten Hertha BSC reisen. Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass alle oder zumindest die meisten der Abstiegskandidaten (dazu würde ich momentan alle von Platz 12 abwärts zählen) verlieren. Wer gegen eine höhenpostierte Mannschaft punktet, kann somit klassische Big Points einheimsen. [Update: So wie es Braunschweig gerade geschafft hat…]

Ob das dem SV Wehen Wiesbaden beim großen Favoriten Hamburger SV gelingt? Weiß man natürlich nicht, aber angesichts der schwankenden Ergebnisse des HSV hält man alles für möglich. Von einem deutlichen Sieg der Gastgeber, bei denen vielleicht der Knoten platzt, über ein unspektakuläres 0:0 bis zu einem überraschenden Auswärtssieg kann ich mir eigentlich alles vorstellen. Das Stadion wird mit über 54.000 Zuschauern gut gefüllt sein.

Für den weiteren Saisonverlauf und schließlich die Endplatzierung dürften aber die nächsten Spieltage noch wichtiger für den SVWW sein. In drei der vier folgenden Spiele geht es gegen direkte Konkurrenten (Osnabrück, Rostock, Kaiserslautern) – da werden wir wohl wieder öfter von den viel zitierten „Wochen der Wahrheit“ lesen.


Wie schon in der Hinrunde liegt zwischen den Spielen gegen Hamburg und Osnabrück eine Länderspielpause. John Iredale wird dann nicht auf dem Halberg zu finden sein, denn er wurde wieder zur australischen Nationalmannschaft eingeladen. Nachdem er beim Asien-Cup nicht zum Einsatz gekommen war, darf er dann vielleicht in einem der beiden WM-Quali-Spiele gegen den Libanon sein Debüt für die Socceroos geben.


Am übernächsten Mittwoch (27. März) zeigt das Caligari-Kino acht Fußball-Kurzfilme, von denen eine Jury dann ihren Favoriten wählt. Dieser Jury gehört neben Ewald Lienen auch SVWW-Geschäftsführer Nico Schäfer an.


Den letzte Woche angekündigten Überblick über ehemalige SVWWler in der 3. Liga heben wir uns für die nächste Wehenschau auf, dann habt Ihr was für die Länderspielpause. Heute begnügen wir uns mit dem Hinweis, dass Kristjan Glibo, Teil der ersten Wehener Zweitligamannschaft und aktuell Trainer der zweiten Mannschaft von Eintracht Frankfurt, seinen Vertrag bei der Eintracht nicht verlängert. Mal schauen, wo er als nächstes anheuert – als zukünftiger Inhaber der Pro Lizenz vielleicht ja in der 3. Liga?


Schon gehört? Anfang der Woche haben wir die 100. Folge unseres Podcasts Niemals Erste Liga veröffentlicht.


Was, wann, wo: 2. Bundesliga, 26. Spieltag, Sonntag, 17. März, 13:30 Uhr, auswärts beim Hamburger SV

Der Gegner: Auch im sechsten Anlauf droht die Mission Wiederaufstieg zu scheitern. Nach zwei 3:4-Heimniederlagen hintereinander trennte sich der HSV von Tim Walter und verpflichtete Steffen Baumgart. Unter diesem gelang zunächst ein knappes 1:0 gegen Elversberg, gefolgt von Niederlagen gegen Osnabrück und Düsseldorf. Mit 41 Punkten steht der HSV aktuell auf dem Relegationsplatz, wobei der Abstand zu Platz 2 schon fünf Punkte beträgt, während die Konkurrenz dahinter dichtauf folgt. Robert Glatzel ist mit 16 Treffern nicht nur bester Torjäger der Hamburger, sondern führt auch das ligaweite Ranking an.

Das Spiel in der Hinrunde endete nach eine späten Führung für den SVWW und einem noch späteren Ausgleich mit 1:1. In der Nachspielzeit vergab der HSV noch einen Elfmeter.

Der Direktvergleich weist noch keinen Sieg für den SVWW auf. In der 2. Bundesliga traf man bisher dreimal aufeinander (ein Sieg HSV, zwei Unentschieden), dazu setzte sich der HSV zweimal im DFB-Pokal durch.

Personelles: Nassim El Ouarti hat sich eine Sprunggelenksverletzung zugezogen und wird für den Rest der Saison ausfallen. Für ihn sicherlich schade, aber für das Team aktuell eher unerheblich, da er nur zweimal überhaupt im Kader stand und noch gar nicht zum Einsatz kam. Bennetts trainiert wieder etwas mehr, braucht aber weiterhin noch Zeit. Lee fällt ebenfalls noch aus, dürfte aber bis zum nächsten Spiel wieder fit sein. Dafür ist Bätzner wieder dabei und ist ebenso wie Kade eine Option für den Platz neben Heußer.

Aufstellungstipp: Stritzel – Mockenhaupt, Mathisen, Vukotic – Fechner – Goppel, Bätzner, Heußer, Günther – Prtajin, Kovacevic

Nach dem Spiel wird der SVWW auf Platz 11 bis 15 stehen.

Beitragsbild: Reinhard Kraasch/Wikipedia