Die Wehenschau (KW 50/2025)

Kaum gewinnt der SV Wehen Wiesbaden mal wieder ein, zwei Spiele – übrigens erstmals in dieser Saison zwei hintereinander -, schon gibt es auch wieder individuelle Auszeichnungen. Nikolas Agrafiotis‘ schöner Treffer zum 3:1 gegen Aue steht bei der Sportschau zur Wahl beim Tor des Monats November und Florian Hübner wurde für seine Leistung gegen Osnabrück beim kicker in die Elf des Spieltags nominiert. Da Fatih Kayas Tor in Osnabrück nicht minder spektakulär als das von Agrafiotis in der Vorwoche war, könnte es gut passieren, dass beim Tor des Monats Dezember erneut ein Wehener zur Wahl steht. Das werden wir dann Anfang Januar erfahren.

Trotzdem läuft natürlich noch längst nicht alles rund im Spiel des SVWW. Das hat auch Daniel Scherning nach dem Sieg in Osnabrück klar angesprochen. Das Spiel am Sonntag gegen Tabellenführer Cottbus, das letzte Heimspiel des Jahres 2025, wird vermutlich ohnehin ganz anders aussehen, denn die Lausitzer haben bisher zwar deutlich mehr Tore als Osnabrück geschossen, dafür aber auch umso mehr Gegentore kassiert. Während in Partien des VfL insgesamt erst 36 Tore gefallen sind, waren es bei Spielen unter Beteiligung des FC Energie schon 67 (nur beim SC Verl war noch ein Treffer mehr zu sehen). Es spricht also einiges dafür, dass am Sonntag ein 1:0 nicht reichen wird.


Während wir beim SVWW sportlich gerade hoffentlich den Beginn eines länger anhaltenden Aufwärtstrends beobachten, scheint es intern, zumindest abseits der Mannschaft, nicht ganz so rund zu laufen. Mit Guido Rodzinski, Celine Lorz und nun Dunja Lützenkirchen haben in den vergangenen drei Monaten gleich drei langjährige Mitarbeiter:innen den Verein verlassen. Natürlich sind auch im nicht-sportlichen Bereich Wechsel des Arbeitgebers gang und gäbe, aber diese Häufung ist doch auffällig und gerüchteweise auch nicht zufällig, sondern auf eine veränderte Führungskultur zurückzuführen. Ich hoffe mal, dass der Aufsichtsrat einen wachsamen Blick auf das Geschehen hat.


Was, wann, wo: 3. Liga, 18. Spieltag, Sonntag, 14. Dezember, 13:30 Uhr, zuhause gegen Energie Cottbus

Der Gegner: Cottbus war schon letzte Saison als Aufsteiger lange Zeit Tabellenführer, schwächelte dann aber im Saisonendspurt und wurde letztlich Vierter. Auch in der aktuellen Spielzeit ist die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz wieder ganz vorne mit dabei und befindet sich seit dem 10. Spieltag durchgehend auf einem direkten Aufstiegsplatz, momentan sogar als Spitzenreiter. Wie oben schon erwähnt schießt man viele Tore (39, nur übertroffen von Verl mit 42), hat allerdings auch schon 28 Gegentreffer hinnehmen müssen (nur die drei Letztplatzierten Ulm, Havelse und Schweinfurt haben mehr). Da verwundert es nicht, dass der FCE die letzten drei Ligaspiele jeweils mit 3:2 gewonnen hat und dass man mit Tolcay Ciğerci (12 Tore) und Erik Engelhardt (11) zwei der momentan erfolgreichsten Torjäger der Liga in den eigenen Reihen hat.

Das letzte Spiel fand im Februar in Cottbus statt und endete 2:1 für die Gastgeber, die sich somit für den Wehener 2:1-Sieg in der Hinrunde revanchierten.

Der Direktvergleich geht nach bisher acht Aufeinandertreffen (alle 3. Liga) an Energie Cottbus, 2S/2U/4N heißt es aus Wiesbadener Sicht.

Personelles: Hübner wurde in Osnabrück angeschlagen ausgewechselt, scheint aber wieder fit zu sein, ansonsten gibt es keine neuen Verletzten. Agrafiotis hatte sich laut kicker.de kurz vor Schluss seine fünfte gelbe Karte eingehandelt und würde damit gesperrt fehlen, aber laut dfb.de steht er weiterhin bei vier – vermutlich irrt der Kicker hier.

Aufstellungstipp: Brdar – Wohlers, Gillekens, Hübner, Janitzek, May – Bogicevic, Gözüsirin, Johansson – Kaya, Flotho

Nach dem Spiel wird der SVWW auf Platz 7 bis 12 stehen.

Ansonsten: Am kommenden Mittwoch findet im Umlauf der Brita-Arena wieder ein kleiner Weihnachtsmarkt statt. Interessant könnte der Sport-Talk mit Béla Réthy und Daniel Scherning werden.


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