Die Wehenschau (KW 37/2026)
Durch die jüngsten Transfers hat sich die Kaderqualität des SV Wehen Wiesbaden insgesamt höchstwahrscheinlich erhöht, was Anlass für einen etwas optimistischeren Ausblick gibt. Auch die beiden Unentschieden gegen Essen und Rostock – zwei der vermutlich heißeren Aufstiegskandidaten – kann man als Aufwärtstrend deuten. Über all das haben wir auch in der aktuellen Podcast-Folge gesprochen, hört gerne mal rein.
Aus der neuen Hoffnung, dass diese Saison nicht nur ein trübes Dümpeln in der unteren Tabellenhälfte wird, ergibt sich aber auch die Erwartung, dass es langsam mal mit dem ersten Saisonsieg klappen muss. Am Sonntagnachmittag kommt Waldhof Mannheim in die Brita-Arena und auch wenn der letzte Sieg gegen die Kurpfälzer schon dreieinhalb Jahre zurückliegt (oder gerade deshalb), könnte das der richtige Gegner sein, um das Ruder herumzureißen, den Bock umzustoßen oder welche Metapher man auch immer gerne wählen möchte.
Ob man auch bei der frisch vereinbarten „ganzheitlichen Kooperation“ zwischen dem SVWW und Mainz 05 optimistisch sein kann, weiß ich noch nicht so recht. Man will zukünftig u. a. in der Kaderplanung, im Scouting und in der Talententwicklung zusammenarbeiten. Das kann natürlich von Vorteil sein, wenn man als SVWW so vielleicht Spieler bekommt (sei es im Jugend- oder auch im Profibereich), die man sonst vielleicht nicht gefunden hätte, aber der Preis wird wohl sein, dass der Weg für alle, die möglicherweise höher veranlagt sind, noch eindeutiger auf die andere Rheinseite zeigt als bisher schon. Mit anderen Worten: der SVWW wird zum Farmteam der 05er. Nicht, dass es realistisch wäre, den riesigen Mainzer Vorsprung noch jemals aufholen zu können, aber so wird der Status Quo ja quasi vertraglich festgeschrieben – wie eine Kooperation zwischen zwei sehr unterschiedlich großen Partnern „auf Augenhöhe“ funktionieren soll, ist mir nicht klar. Möglicherweise wird das ja alles ganz toll, aber fürs erste zieht sich mir der Magen leicht zusammen.
Wer außer NEL noch gerne mehr Podcasts mit SVWW-Bezug hören möchte, der kann mal in die aktuelle Folge von „1:1 – Der Fußballpodcast“ reinhören, denn dort war Christian Hock zu Gast. (Ob und wieviel tatsächlich über den SVWW gesprochen wird, kann ich ehrlicherweise noch nicht sagen, ich habe die Folge selbst noch nicht gehört.)
Auf eine ganz andere Weise kann man sich bald mit dem SVWW und der 3. Liga beschäftigen, denn voraussichtlich Ende Oktober wird es erstmals ein Panini-Album zur 3. Liga geben. Wer sehnlichst darauf gewartet hat, ein paar Hundert Euro seines Taschengelds dafür auszugeben, um seine doppelten Sticker von Hoffenheimer Ersatzspielern gegen fehlende von Havelse zu tauschen, kann sich also freuen. (Und falls einem diese Bemerkung etwas sarkastisch vorkommen sollte: es ist nicht ausgeschlossen, dass ich mir selbst ein solches Album zulege.)
Was, wann, wo: 3. Liga, 5. Spieltag, Sonntag, 13. September, 16:30 Uhr, zuhause gegen Waldhof Mannheim
Der Gegner: Mannheim ist mit einem Sieg gegen Düsseldorf und einem Unentschieden in Rostock gut in die Saison gestartet, hat zuletzt aber gegen Havelse und Verl verloren. Dazwischen gab es ein Pokalspiel gegen Kaiserslautern, was die Justiz noch eine Weile beschäftigen wird. Trainer ist seit Saisonbeginn der Portugiese Rui Mota, der zuvor u. a. in Bulgarien, Armenien und Georgien tätig war.
Die letzte Begegnung war ein 3:3 im April, bei dem der SVWW eine 3:0-Führung verspielte.
Der Direktvergleich ist in der 3. Liga knapp negativ (2S/5U/3N). Wenn man noch die Begegnungen aus der Regionalliga dazunimmt, führt der Waldhof insgesamt noch deutlicher (2S/6U/6N).
Personelles: Außer Karweina dürften alle einsatzfähig sein, was wiederum bedeutet, dass einige Spieler auf die Tribüne müssen. In der Startelf wird Scherning vermutlich weiterhin den einen oder anderen Wechsel vornehmen.
Aufstellungstipp: Stritzel – Nink, Gillekens, Janitzek, Greilinger – Massimo, Gözüsirin, Chaikhoun, May – Müller, Flotho
Nach dem Spiel könnte der SVWW im besten Fall bis auf Platz 12 vorrücken. Mit einem Sieg würde man auf jeden Fall Mannheim überholen.
Ansonsten: Die Gäste werden mit über 2.000 Fans anreisen.
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