Die Wehenschau (KW 34/2026)
Die Saison ist erst zwei Spieltage alt und beim SV Wehen Wiesbaden ist schon Alarmstufe Rot angesagt. Das passt zwar gut zur Saisonkampagne „Alles auf Rot“, war aber sicherlich nicht so gemeint. Man könnte in diesem frühen Stadium theoretisch ja noch ganz entspannt sein, schließlich ist noch nie jemand am 2. Spieltag abgestiegen (der VfL Osnabrück stand vor genau einem Jahr auch auf einem Abstiegsplatz und wurde später Meister), doch der langfristige Trend kann einem schon Sorgen bereiten. Die saisonübergreifende Betrachtung ist durchaus leigitim, denn einen großen Umbruch hat es schließlich nicht gegeben. Die Mannschaft ist weitgehend zusammengeblieben, der Trainer hatte mit dem Team einen ganzen Sommer zur Vorbereitung, und doch sind die alten Probleme noch immer vorhanden. Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver als Hauptverantwortlicher für die Kaderplanung scheint auch im dritten Jahr in Folge kein großer Wurf gelungen zu sein und Trainer Daniel Scherning lässt mittlerweile durchblicken, dass er mit der Qualität des Kaders nicht zufrieden ist. Dabei stimme ich ihm durchaus zu, finde allerdings, dass auch mit den vorhandenen Spielern deutlich besserer Fußball möglich sein sollte, als wir seit Monaten präsentiert bekommen.
Ein weiterer Kaderplatz wurde nun frei, nachdem man sich mit Ole Wohlers auf eine Vertragsauflösung geeinigt hat. Somit können wir noch mindestens zwei Neuzugänge erwarten, wenn es bei der Plangröße „24 Feldspieler + 3 Torhüter“ bleiben soll. Vielleicht kann Scherning angesichts des Saisonstarts auch noch weitere Verstärkungen durchsetzen.
Die Voraussetzungen für eine Pokal-Sensation am Samstag sind also alles andere als ideal. Bis zum Anpfiff werde ich mich dennoch der Illusion hingeben, dass der verpatzte Start in die Ligasaison nur ein großer Bluff war, um die Scouts von Bayer Leverkusen zu täuschen. Wahrscheinlicher dürfte jedoch sein, dass der SVWW wie in den letzten Jahren gegen den großen Favoriten ein überraschend gutes Spiel macht, um am Ende dann aber doch knapp zu verlieren. Dann klopft man sich wieder eine Weile gegenseitig auf die Schulter und dümpelt in der Liga so dahin. Im Vergleich dazu wäre eine deutliche Klatsche vermutlich sogar heilsamer – oder halt eben doch der sensationelle Sieg, der auch für die Liga eine Initialzündung bedeuten könnte.
Was, wann, wo: DFB-Pokal, 1. Runde, Samstag, 22. August, 13:00 Uhr, zuhause gegen Bayer Leverkusen
Der Gegner: Für Bayer Leverkusen, Double-Sieger von 2024, ist es das erste Pflichtspiel der Saison. Natürlich gab es im Kader einige Zu- und Abgänge, aber am Interessantesten dürfte der neue Trainer sein, denn für den Spanier Carles Martinez ist es nach drei Jahren beim FC Toulouse erst die zweite Station als Cheftrainer im Profibereich. Robert Andrich (67 Spiele zwischen 2016 und 2018 für den SVWW) soll zwar Leverkusen verlassen, wird aber wohl am Samstag an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren.
Der Direktvergleich entfällt, denn es ist das erste Aufeinandertreffen beider Vereine. Ein im Juli 2021 geplantes Testspiel musste damals nach starkem Regen aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden.
Personelles: Hübner hat zwar wieder teilweise am Training teilgenommen, ist aber noch keine Option. Hercher fehlt wegen muskulärer Probleme. In der Pressekonferenz berichtete Schering, dass man auch ein 4-4-2 trainiert habe. Neuzugang Chaikhoun werde sicherlich „Minuten bekommen“.
Aufstellungstipp: Stritzel – Nink, Gillekens, Lewald, Janitzek – Stehle, Gözüsirin, Brandt, May – Karweina, Flotho
Ansonsten: Leverkusen reist mit großem Anhang an, die komplette Südtribüne sowie W19 und W1 werden mit Gästefans gefüllt. Aktuell gibt es noch einige Restkarten im Rest des Stadions, sowohl im Sitz- als auch im Stehplatzbereich. Schiedsrichter ist Christian Dingert, der nicht nur das DFB-Pokalfinale 2025 geleitet hat, sondern auch die Erstrundenpartie des SVWW gegen St. Pauli im Jahr 2018 (3:2 n. V.) – das nehmen wir mal als gutes Omen.
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Hi, ich “befürchte“ ebenso, dass es ein gutes Spiel wird, was nach dem Bayerb Spiel passiert ist, sollte sich trotzdem nicht wiederholen!
Warum sollte Chaikhoun nur Minuten bekommen. Wenn er die Mannschaft verstärken kann/soll, dann muss er gleich spielen. Wenn man sagt, er braucht Zeit, dann hat man den falschen Spieler geholt. Wenn man die Ziele ernst meint, dann braucht man Spieler, die sofortige helfen. (Ich merke, ich wiederhole mich).
Muskuläre Probleme lassen mich immer aufhorchen, können sie doch alles sein! Wahrscheinlich sind an Samstag auch einige OFCler dabei, volles Stadion, hoffe, dass unsere Eingangskontrollen und Kioske damit klarkommen😉!
Cu am Samstag
Es wurde verständlicherweise nicht weiter ausgeführt, wieviele Minuten Chaikhoun bekommen soll, wird sicher auch vom Spielverlauf abhängen. Dass ein neuer Spieler zunächst mal als Joker kommt, ist ja nichts ungewöhnliches. „Sofort helfen“ kann man auch mit frischen Impulsen ab der 60. oder 75. Minute.
Muskuläre Probleme können tatsächlich alles sein, die kann man im Zweifelsfall auch als Ausredejoker ziehen. Besonders toll hat Hercher in den ersten beiden Spielen nicht performt, aber ich glaube nicht, dass Scherning ihn absichtlich draußen lässt.
Es war dann die (defensiv) eine gute Halbzeit und dann doch ein klares Ergebnis, das eben nicht in der Tradition der knappen Pokalniederlagen und Fast-Sensationen stand. (Brdar hat seine Sache weitgehend gut gemacht und der Kampf um Platz 1 im Tor scheint eröffnet.) Dafür haben wir aber mit einem Riesenplakat über die gesamte Nordtribüne geglänzt. Möchte nicht wissen, wie viele Arbeitsstunden da rein geflossen sind. Wahnsinn.
Nun bleibt noch eine Woche für den von allen erhofften Überraschungstransfer, aber die Uhr tickt. Wenn man sich die vertragsfreien Offensivspieler zumindest in Deutschland anschaut, gibt es nicht mehr viel Auswahl. Bleibt zu hoffen, dass man auch international tätig ist a la Fernie…
Allzu viel erwarte ich nicht. Beim Fanfest versicherte Stöver mir, dass es noch 2-3 Vakanzen im Kader gäbe, um dann nachzuschieben, dass man allerdings nur zugreifen würde, wenn es auch wirklich passen würde. Aber auch hier gilt das Prinzip Hoffnung. Irgendwie wird ja das Gerücht gestreut, dass sich Britta schrittweise aus dem Sponsoring rausziehen würde und ein Abstieg in die Regionalliga schon eingepreist sei. Halte ich aber für Schwachsinn oder gibt es dafür irgendwelche Anzeichen? Was ist das Interesse hinter solchem gossip?
Gunnar, es war schön dich bei PQ mit zwei guten Fragen zu hören. Bist du da schön länger bei und ich habe das überhört oder war das eine Premiere?
Einen schönen Sonntag Abend wünscht
Sebastian
Bzgl. der Pressekonferenz: ich war früher auch schon ab und zu dort, aber in der 3. Liga gibt es ja keine Spieltags-PKs.
Diesen Gossip gibt es, seit Hankammer Senior verstorben ist, aber ganz so leicht ist das nicht. Können wir gerne mal privat besprechen.
Lewald ist weg
Er ist nicht weg, nur woanders 😉
weiß man schon wohin?
Nein, aber ich nehme an, dass er was einigermaßen konkret in Aussicht hat. Wir werden es wohl in Kürze erfahren.
Offenbach. Kickers. Regionalliga. Hätte ich nicht gedacht.