Die Wehenschau (KW 39/2026)

Nachdem letzte Woche noch Tim Görner und Markus Fiedler als heiße Kandidaten für die Nachfolge von Daniel Scherning galten, wurde am Mittwoch Jochen Seitz als neuer Cheftrainer des SV Wehen Wiesbaden vorgestellt. Seitz war zuletzt Trainer von Lok Leipzig, mit denen er zweimal in Folge Meister der Regionalliga Nordost wurde, aber beide Male in den Aufstiegsspielen scheiterte. Zuvor war er viele Jahre in seiner unterfränkischen Heimat bei Viktoria Aschaffenburg und Bayern Alzenau tätig. Als Spieler wird er auch noch vielen, die die Regionalliga eher nicht verfolgen, ein Begriff sein, denn Seitz sammelte bei einigen Erstligisten (u. a. Stuttgart, Schalke) 162 Bundesligaeinsätze. In der Pressekonferenz sprach er auch direkt an, an welchen Themen er mit seiner neuen Mannschaft als erstes arbeiten will: weniger Querpässe, stattdessen mehr vertikales Spiel, schnelleres Umschalten in beide Richtungen, kleinere Abstände in den Defensivreihen usw. – das klingt für mich nicht nur nach einer passenden Analyse der Probleme, sondern auch danach, dass er eine konkrete Vorstellung davon hat, wie er es im Training angehen will.

Seitz bringt seinen Co-Trainer Nico Wegmann mit, Frank Steinmetz und Giuliano Modica bleiben wie bisher ebenfalls im Trainerteam. Interessant ist, dass der Vertrag zunächst bis Saisonende läuft und eine Verlängerungsoption beinhaltet. Wie genau die Bedingung für eine automatische Verlängerung definiert ist, wollte Uwe Stöver auf Nachfrage nicht verraten, aber offenbar hat man eingesehen, dass die lange Laufzeit von Daniel Schernings Vertrag (bis 2028) nicht ganz so günstig war.

Seitz und Wegmann haben nun zweieinhalb Wochen bis zum Ligaspiel in Ingolstadt, um die Mannschaft kennenzulernen. Am Freitag kommender Woche können im Testspiel gegen Karlsruhe idealerweise schon die ersten Ergebnisse der Trainingsarbeit gezeigt werden. Das Hessenpokalspiel in Bornheim (momentan auf den 7, Oktober terminiert) wird höchstwahrscheinlich noch verlegt, muss nach Verbandsvorgabe aber noch im Oktober stattfinden.


In Ingolstadt sowie in den beiden folgenden Spielen gegen Aachen und Regensburg wird Seitz auf Tarik Gözüsirin verzichten müssen, der nach seiner roten Karte gegen Duisburg für drei Partien gesperrt wurde. In Ingolstadt ist außerdem Giuliano Modica gesperrt, also mit einem sogenannten Innenraumverbot belegt.


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