Die Wehenschau (KW 40/2026)

Länderspielpause heißt für einen Drittligisten, der typischerweise keine Nationalspieler abstellt, vor allem Training, das eine oder andere Testspiel und ggf. mal einen zusätzlichen freien Tag. Beim SV Wehen Wiesbaden wird die Zeit vielleicht noch etwas intensiver als sonst genutzt, denn der neue Trainer Jochen Seitz hat ja schon bei seiner Vorstellung eine Reihe von Baustellen benannt. Der erste Schwerpunkt ist die Defensivarbeit und da ist Seitz‘ Ansatz wohl deutlich anders als der seiner Vorgänger. Details wollten weder er noch Kapitän Florian Hübner nach dem Testspiel gegen Karlsruhe (1:2) verraten, möchte man doch den nächsten Gegner Ingolstadt noch ein wenig im Unklaren lassen. Zumindest in der ersten Halbzeit klappte es gegen den klassenhöheren Gegner aber schon mal ganz gut, der Ausgleich durch einen reichlich unnötigen Elfmeter war für den KSC fast schon etwas schmeichelhaft. Eigentlich hätte der SVWW höher als nur 1:0 führen müssen, denn nach Schleimers Tor hatten auch Müller, Massimo und Paula Großchancen. Die Chancenverwertung bleibt also das zweite große Problemfeld im Wehener Spiel, aber vermutlich wird man in der kommenden Woche auch daran intensiver arbeiten.

Am vergangenen Dienstag hatte man noch ein zweites Testspiel, nämlich gegen die U21 von Eintracht Frankfurt, verabredet, das dann aber kurzfristig wieder abgesagt, da man weitere Verletzungen befürchtete. In der ersten Woche mit dem neuen Trainer haben sich offenbar alle besonders reingehauen, manche wohl auch etwas zu viel, sodass David Suarez mit einer Knöchelverletzung länger ausfällt, während Simon Stehle von seiner Zerrung hoffentlich nicht allzu lange ausgebremst wird.

Ab nächster Woche beginnt die Drittligasaison für den SVWW gefühlt also von vorne. Die Saison ist natürlich noch lange genug, um sich in der Tabelle nach vorne zu spielen, wie Uwe Stöver bei der Vorstellung von Jochen Seitz ausdrücklich betont hat. Man startet jedoch mit einem Rückstand von zehn Punkten und um am Ende eine Punktzahl zu erreichen, die einigermaßen sicher für einen Aufstiegsplatz reichen kann, braucht man ab jetzt in den noch ausstehenden 31 Ligaspielen einen Punkteschnitt von etwa 2 – möglich, aber sicher nicht einfach. Dass man die erhoffte Aufholjagd nicht vom letzten Tabellenplatz, sondern „nur“ vom vorletzten startet, verdankt man auch dem Umstand, dass Havelse im Nachholspiel gegen Fortuna Köln verloren hat und in der Tabelle hinter dem SVWW bleibt.

Der Spielplan im Oktober ist dabei prall gefüllt. Obwohl es erst nächste Woche in der Liga weitergeht, stehen noch sechs Pflichtspiele an, fünf in der Liga und eins im Hessenpokal. Die Partie bei der SG Bornheim wurde mittlerweile auf den 21. Oktober terminiert. Im November sind andererseits nur drei Spiele vorgesehen, ebenso wie im Dezember, bevor es dann in die Winterpause geht.


Das Thema der Kooperation zwischen dem SVWW und Mainz 05 lässt weiterhin Raum zum Spekulieren. Auch 05-Sportchef Christian Heidel weist den Begriff „Farmteam“ ausdrücklich zurück und betont, dass beide Vereine und natürlich auch die Spieler eigenständig ihre sportlichen Entscheidungen treffen. Nachdem jetzt also von allen Beteiligten erklärt wurde, was die Kooperation eben nicht ist, und anscheinend nicht mehr übrig bleibt, als dass man sich beim Scouting intensiver austauschen will, frage ich mich, wozu man so ein Bohei unter der Überschrift „nachhaltige Kooperation“ veranstaltet. In dem Konzept, dass über sechs Monate gemeinsam erarbeitet wurde, wird ja sicher mehr drin stehen als „wir geben uns gegenseitig in bestimmten Situationen Bescheid“. Das einfachste, um Spekulationen und Ablehnung entgegen zu treten, wäre eine Veröffentlichung des vereinbarten Konzepts.

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Foto: Bauarbeiten auf dem Hauptplatz auf dem Halberg


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