NEL029 - Pyrotechnik bis zum Erbrechen

Neben der Besprechung der Spiele gegen Unterhaching und Würzburg gibt es diesmal ein kleines Interview mit Ex-SVWW-Spieler Daniel Brosinski und Sonja erzählt uns, warum sie in Genk in den Gästeblock gekotzt hat.

Kevin Pezzoni hat nach kurzem Gastspiel in Griechenland übrigens gerade beim SC Hessen Dreieich angeheuert (ausgerechnet!).

3. Liga, 6. Spieltag: Würzburger Kickers – SVWW 3:1

(Heute nur Mini-Ausgabe, sorry.)

Tore: Göbel (20.), Baumann (84.), Kaufmann. (88.) – Brandstetter (45.+3)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Krise!

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Nach ausgeglichener Anfangsphase gingen die Gastgeber mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung – der Ball schlug übrigens nach exakt 19:26 gespielten Minuten im Wehener Kasten ein. Danach war der SVWW überlegen und kam in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zum verdienten Ausgleich. Nach einem Freistoß von Mintzel brachte Reddemann den Ball nochmal in den Strafraum und Brandstetter erzielte sein erstes Saisontor. In der zweiten Halbzeit wurde Würzburg dann aber immer besser, vom SVWW kam nicht mehr viel. Spät und aus Wehener Sicht einigermaßen unglücklich gingen die Kickers dann wieder in Führung und legten kurz darauf nochmal nach.

Szene des Spiels: 19. Minute, Modica senst mit grotesk schlechtem Timing einen Gegenspieler um und sieht zurecht gelb. Der fällige Freistoß wird der erste Würzburger Torschuss und fliegt prompt sehr ansehnlich ins Tor.

Vor dem Spiel: Wurde Steven Ruprecht an Fortuna Köln abgegeben.

Nach dem Spiel: Trauert man der nahezu unüberwindbaren SVWW-Defensive aus der Vorrunde der letzten Saison nach.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video)

Zuschauer: 4.755, davon etwa 100 Gästefans.

Tabelle: Man mag kaum hinsehen: Platz 18.

Serien und Rekorde: Das fünfte sieglose Ligaspiel hintereinander. So eine lange Durststrecke gab es unter Rüdiger Rehm noch nie. Zudem die meisten Gegentore der Liga (14).

Nächstes Spiel: Die Länderspielpause kommt vielleicht gerade richtig, um sich neu zu sortieren. Das nächste Ligaspiel steht erst am übernächsten Samstag (15.09., 14:00 Uhr) zuhause gegen den SV Meppen an. Vorher gibt es am kommenden Donnerstag (19 Uhr) in der Brita-Arena ein Testspiel gegen den 1. FC Köln und am darauffolgenden Dienstag (19 Uhr) die Hessenpokalpartie bei der SpVgg 07 Eschwege.

3. Liga, 5. Spieltag: SVWW – SpVgg Unterhaching 1:2

Tore: Kyereh (7.) – Schimmer (75.), Hain (86.)

Das Spiel als Tautogramm: Lasche Leistung, Ligafrust.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Die Partie begann mal wieder recht flott, Wehen machte gleich etwas Druck. Daniel-Kofi Kyereh, der erstmals von Beginn an ran durfte, traf schon nach sieben Minuten zur Führung, als er vom rechten Strafraumeck recht unbedrängt abziehen durfte. Danach wurde Unterhaching aber stärker und hatte einige gute Gelegenheiten, die Kolke aber allesamt vereitelte. In der Schlussphase der ersten Halbzeit hatte man Glück, dass ein Handspiel von Kuhn nicht zu einem Strafstoß führte. In der zweiten Halbzeit kam überhaupt kein Spielfluss mehr zustande, bis Kyereh nach 69. Minuten mit Gelb-Rot vom Platz musste. Fortan stand der SVWW nur noch hinten drin, während die Gäste auf den Ausgleich drängten. Der gelang auch wenige Minuten später. Die Wehener Konterversuche scheiterten jeweils schon im Ansatz und kurz vor Ende drehte Unterhaching die Partie noch völlig und ging als verdienter Sieger vom Platz.

Liebling des Spiels: Markus Kolke. Verhinderte mit einigen starken Paraden lange den Ausgleich, war aber letztlich auch machtlos.

Szene des Spiels: 69. Minute, der bereits verwarnte Kyereh trifft im Mittelfeld beim Kampf um den Ball seinen Gegenspieler. Klares Foul, keine Frage, aber dafür die zweite gelbe, also somit gelb-rote Karte zu zeigen, war schon recht hart. In Unterzahl schaffte der SVWW keinerlei Entlastung mehr und fing sich letztlich die Gegentore.

Vor dem Spiel: Schafft der SVWW, den Schwung und die Leidenschaft aus dem Pokalspiel gegen St. Pauli in die Liga mitzunehmen?

Nach dem Spiel: Tristesse. Das Pokalspiel scheint schon wieder ewig weit weg, der Ligaalltag macht gerade überhaupt keinen Spaß.

Das fiel auf:
+ Kolke, der in den ersten Saisonspielen teilweise auch etwas wackelte, ist wieder zurück in guter Form.
– Das kann man von den meisten Feldspielern leider nicht behaupten. Das Spiel wirkte größtenteils reichlich uninspiriert.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Telekom (Video)

Zuschauer: 1.830, davon ca. 50 Gästefans.

Tabelle: Mit weiterhin nur vier Punkten fällt der SVWW auf Platz 17 zurück, der seit dieser Saison der erste Abstiegsplatz ist.

Serien und Rekorde: In der Liga vier Spiele ohne Sieg, saisonübergreifend gab es in den letzten zwölf Spielen gerade mal drei Siege. Auf der positiven Seite: Kyereh schon mit seinem dritten Treffer, setzt sich damit an die Spitze der internen Torjägerliste und ist der treffsicherste Neuzugang seit langem.

Ansonsten: In beiden Pokalwettbewerben fanden die Auslosungen der jeweils nächsten Runde statt. Im Hessenpokal-Achtelfinale darf der SVWW nach Osthessen reisen und trifft am 11. September (19 Uhr) auf die SpVgg 07 Eschwege. Im DFB-Pokal kommt zur 2. Runde am 30. oder 31. Oktober der Hamburger SV erstmals in die Brita-Arena.

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) geht es nach Würzburg. Die Kickers haben nach drei Niederlagen zum Start zuletzt gegen Cottbus (3:1) und in Rostock (4:0) gewonnen und stehen aktuell auf Tabellenplatz 11. In der letzten Saison gewann der SVWW in Würzburg mit 5:0, zuhause unterlag man 0:2. Diese Heimniederlage am 32. Spieltag war übrigens der Auftakt zur Niederlagenserie, die die Aufstiegshoffnungen zunichte machte – vielleicht gelingt im Gegenzug jetzt in Würzburg die Wende zum Guten?

NEL028 - Fünf Tore Minimum

Diesmal gibt es viele Tore, sowohl bei den Partien des SV Wehen Wiesbaden, als auch bei Sonjas letzter Groundhopping-Tour.

Wir besprechen die Spiele in Rostock, gegen Braunschweig und gegen St. Pauli und befürchten, dass wir Steven Ruprecht nicht mehr im SVWW-Trikot sehen werden.

Liebe Hörer, habt Ihr Fragen an unseren Ex-Spieler Daniel Brosinski? Immer her damit! Und was ist Euer Wunschgegner im Pokal und warum? Schreibt uns oder schickt uns eine Audio-Datei!

Die “Vor dem Spiel”- und “Nach dem Spiel”-Gespräche des Millerntons findet Ihr hier.

DFB-Pokal, 1. Runde: SVWW – FC St. Pauli 3:2 n. V.

Tore: Reddemann (35.), Schäffler (103.), Schmidt (105.) – Neudecker (51.), Avevor (109.)

Das Spiel als Tautogramm: Keeperkrake Kolke klärt, Kiezkicker klagen.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Rüdiger Rehm vertraute auf dieselbe Startformation, die auch am ersten Spieltag gegen Aalen begann, wo der bisher einzige Saisonsieg gelang. Nach einem mutigen Beginn des SVWW mit einer ersten Torannäherung durch Andrist war die Partie bald recht ausgeglichen. Die Gäste kamen zu einigen Ecken, nach denen es ein-, zweimal gefährlich wurde, aber es waren die Gastgeber, die ihrerseits nach der ersten Ecke in Führung gingen. Im Getümmel fiel der Ball Sören Reddemann vor die Füße, der aus kurzer Distanz traf. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es im Wehener Strafraum nochmal brenzlig, als Kolke einen Moment zögerte, bevor er aus seinem Kasten stürmte und den heranfliegenden Ball abwehrte, dabei aber auch St. Paulis Stürmer Allagui traf. Mit 1:0 ging es in die Pause und die Hoffnung war natürlich, dass die Hamburger mit zunehmender Spielzeit mehr Risiko gehen müssten und sich somit Kontergelegenheiten für den SVWW ergeben würden. Allerdings fiel schon wenige Minuten nach Wiederanpfiff der Ausgleich, ebenfalls nach einer Ecke. Kurz darauf hätte Brandstetter Wehen erneut in Führung bringen können, aber sein Schuss war zu zentral und wurde vom Torwart pariert, Schäffler stand beim Nachschuss dann im Abseits. Das Spiel war weiterhin von beiden Teams intensiv, aber richtig dramatisch wurde es dann in der Schlussphase der regulären Spielzeit. Auf beiden Seiten gab es hochkarätige Chancen durch freistehende Stürmer, aber beide Torhüter parierten jeweils glänzend. In der Verlängerung wurde Alf Mintzel eingewechselt und war kurz darauf an der Entstehung des 2:1 beteiligt. Dabei hatte er Glück, dass sein Zweikampf nicht als Foul bewertet wurde, aber der Ballgewinn führte dazu, dass Andrist frei in den Strafraum eindringen konnte und dort gefoult wurde. Schäffler behielt beim folgenden Strafstoß die Ruhe und verwandelte sicher zur erneuten Führung. Nur zwei Minuten später eroberte Kyereh auf rechts den Ball, seine Hereingabe legte Brandstetter auf Schmidt ab, der auf 3:1 erhöhte. In der zweiten Hälfte der Verlängerung kam St. Pauli nochmal auf 3:2 heran und drängte die verbleibenden zehn Minuten vehement auf den Ausgleich. Wehen stand nur noch hinten drin und hielt mit allen verbliebenen Kräften dagegen. Es gab noch Konterchancen für den SVWW, die ungenutzt blieben, aber letztlich rettete man den Sieg ins Ziel.

Liebling des Spiels: Nach dieser großartigen Mannschaftsleistung wäre es ungerecht, einen alleine herauszuheben. Kolke wurde nicht unverdient zum “Man of the Match” gekürt, aber auch Reddemann und Mockenhaupt waren bärenstark, Mrowca und Schönfeld waren unfassbar fleißig, der eingewechselte Kyereh brachte wieder mal richtig Fahrt ins Offensivspiel – Schäfflers Ankündigung nach dem Spiel, dass sich heute alle gegenseitig einen ausgeben sollten, war durchaus angemessen.

Szene des Spiels: Auch hier fällt es schwer, eine einzelne Szene herauszupicken. Das 1:0 zeigte, dass an diesem Abend etwas möglich war, Kolke verhinderte mehrmals mit tollen Paraden den Rückstand, Andrist hatte mehrmals die Entscheidung auf dem Fuß, Schäffler verwandelte vor der ausverkauften Gästetribüne sicher den Elfmeter, Kyereh leitete spektakulär das 3:1 ein – es war wirklich eine Menge drin, an das man sich zurückerinnern wird.

Vor dem Spiel: 

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
+ Höchste Konzentration, keine Aussetzer. Anders als in der Liga leistete sich die Defensive keine groben Fehler (der einzige gefährliche Fehlpass wurde zum Glück nicht bestraft).
+ Reddemann und Mockenhaupt grätschten und köpften so ziemlich alles weg, was da kam – und für den Rest war Kolke zuständig.
– Andrist vor dem Tor leider zu ungenau, er alleine hatte mehrere hochkarätige Chancen.
+ Das Quäntchen Glück bei einigen knappen Entscheidungen war auf Seiten des SVWW.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau (Video)

Zuschauer: 10.007, davon gut 3.000 Gästefans.

Serien und Rekorde:

  • Wie schon in der Liga erzielte Sören Reddemann auch im Pokalwettbewerb das erste SVWW-Saisontor.
  • Rüdiger Rehm ist der erste Trainer, der mit dem SVWW zweimal die 2. DFB-Pokalrunde erreicht.
  • Überhaupt ist es das erste Mal, dass der SVWW in zwei Saisons hintereinander die erste Pokalrunde übersteht.

Ansonsten: Fünf- oder sechsmal flog der Ball übers Tribünendach – dürfte auch rekordverdächtig sein.

Nächstes Spiel: Die zweite Pokalrunde findet Ende Oktober statt, die Auslosung dazu am kommenden Sonntag. Vorher geht es in der 3. Liga weiter und zwar mit einem Heimspiel gegen die Spielvereinigung Unterhaching am Samstag (14 Uhr). Die Bayern sind mit zwei Siegen und zwei Unentschieden stark in die Saison gestartet. In der letzten Saison gewann der SVWW sowohl Hin- als auch Rückspiel mit 1:0.