Die Wehenschau (KW 24/2026)

Fangen wir direkt mit der größten Nachricht dieser Woche an: Fatih Kaya verlässt den SV Wehen Wiesbaden und wechselt zum türkischen Erstligisten Samsunspor. Trainer von Samsunspor ist Thorsten Fink, der Kaya bereits aus der gemeinsamen Zeit in St. Truiden kennt und der den Torschützenkönig der Vorsaison gerne schon letzten Sommer verpflichtet hätte. Damals hatte der SVWW gerüchteweise 1,8 Millionen Euro als Ablöse gefordert. Jetzt dürfte man sich auf einen deutlich niedrigeren Betrag verständigt haben, nachdem Kayas Saison insgesamt ziemlich unbefriedigend verlaufen war. Ein paar großen Glanzlichtern wie den beiden Toren im DFB-Pokal gegen Bayern und dem Viererpack gegen Duisburg standen viele Partien gegenüber, in denen nicht viel für den Kapitän zusammenlief. So ist die Trennung vermutlich für beide Seiten eine gute Idee: Kaya kann bei einem neuen Club frisch durchstarten, spielt dabei erste Liga und verdient sicher mehr, während der SVWW etwas finanziellen Spielraum und einen zusätzlichen freien Kaderplatz gewinnt. Danke Fatih und alles Gute!


Stichwort Kaderplätze. Laut Uwe Stöver ist die Zielgröße ja 24 Feldspieler plus 3 Torhüter, nach aktuellem Stand fehlen somit drei Feldspieler. Dabei dürfte es sich vornehmlich um Offensivspieler handeln – sind wir mal gespannt, wen Stöver da in Kürze aus dem Hut zaubert.

Einen Offensivspieler, den der SVWW nicht behalten wollte, ist Ryan Johansson. Dieser hat nun als erster von den acht Spielern, die zum Saisonende verabschiedet wurden, einen neuen Verein gefunden, nämlich Zweitligaabsteiger Preußen Münster. Sicherlich keine schlechte Wahl für Johansson, denn Münster wird mit dem neuen Trainer Thomas Wörle vermutlich den direkten Wiederaufstieg anpeilen.

Von Aufstiegsgedanken weit entfernt dürfte hingegen der TSV Havelse sein, auch wenn man nun doch in der 3. Liga bleiben darf. Der Klassenverbleib der Niedersachsen steht mittlerweile offiziell fest, nachdem der TSV 1860 München keine Drittligalizenz erhalten hat und auf den letzten Tabellenplatz gesetzt wurde. Der SVWW hat die Saison 2025/26 somit offiziell als Achter statt als Neunter abgeschlossen.


Und damit zur kommenden Saison, beginnend mit der Auslosung der ersten DFB-Pokalrunde. Erneut hat der SVWW ein Bundesligaspitzenteam zugelost bekommen, nämlich Bayer Leverkusen. Damit wurde es tatsächlich eins von drei Teams im Lostopf, gegen die man noch nie ein Pflichtspiel bestritten hat. Gerade für Uwe Stöver wird das ein besonderes Aufeinandertreffen, hat er schließlich 1989 in Leverkusen seine Karriere als Fußballprofi begonnen. In der Saison 1992/93, als Bayer am Ende erstmals den Pokal gewann, kam Stöver in zwei Pokalspielen zum Einsatz: in der 1. Runde für die zweite Mannschaft und im Halbfinale für die erste, weshalb er sich offiziell DFB-Pokalsieger nennen darf. Außerdem wird es ein Wiedersehen mit Robert Andrich geben, der an der gerade gestarteten Weltmeisterschaft nur als TV-Experte, aber nicht als Spieler teilnimmt und somit wohl rechtzeitig zum Trainingsstart zurück sein dürfte.

Beim Trainingsauftakt des SVWW wird hingegen Ben Nink fehlen, der für die U19-Europameisterschaft in Wales nominiert wurde. Bis zum Pokalspiel gegen Leverkusen wird er aber auf jeden Fall wieder zurück sein.


Konnte man vor einem Jahr den Erwerb einer Dauerkarte noch mit dem Vorverkaufsrecht für Pokaltickets gegen Bayern München bewerben, entfällt diese Möglichkeit heuer, denn trotz aller sportlichen Erfolge hat Leverkusen natürlich bei weitem nicht dieselbe Strahlkraft. Um die Dauerkarte trotz einer mäßigen letzten Saison und – nach aktuellen Stand – auch keinen besonderes rosigen Aussichten attraktiv zu machen, wurden die Preise in vielen Fällen gesenkt. Am billigsten wird es für Kinder bis 13 Jahre, die schon für 19,26 Euro alle 19 Heimspiele von N8 aus verfolgen können.

Warum zumindest bei uns noch keine große Vorfreude auf die neue Saison aufkommen will, kann man in unserer neusten Podcast-Folge erfahren. Hört gerne mal rein.


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