Die Wehenschau (KW 32/2019)

Die erste DFB-Pokalrunde steht auf dem Programm und ich habe so ein wenig den Eindruck, dass die Pokaleuphorie nicht ganz so groß ist wie in den letzten beiden Jahren. Vielleicht liegt es daran, dass man gedanklich vor allem mit der neuen Liga beschäftigt ist, vielleicht hat der 1. FC Köln nicht ganz den großen Namen wie Schalke oder der HSV, vielleicht täuscht auch einfach nur mein persönlicher Eindruck. Ganz fair ist der Vergleich auch nicht, schließlich kamen in den letzten beiden Jahren Schalke und der HSV jeweils in der 2. Runde in die Brita-Arena, während zuvor gegen Erzgebirge Aue bzw. FC St. Pauli das Stadion nicht ausverkauft war. Allerdings kamen gegen St. Pauli über 10.000 Zuschauer, was momentan wegen des Umbaus ja gar nicht möglich ist. Immerhin, die etwa 8.000 verfügbaren Plätze werden alle besetzt sein, auch die aus Köln zurückgegebenen 70 Sitzplatzkarten waren schnell vergriffen.

Sportlich ist die Ausgangssituation hingegen eindeutig. Köln als Erstligist ist natürlich der große Favorit, Wehen der krasse Außenseiter. Aber genau das macht ja den Reiz dieses Wettbewerbs aus. Muss sich der Effzeh unter seinem neuen Trainer erst noch finden? Ist der SVWW trotz der beiden Niederlagen schon etwas besser eingespielt? Und der Klassiker: unterschätzt der Große den Kleinen? Am Sonntagabend werden wir es erfahren.


Was, wann, wo: DFB-Pokal, 1. Runde, Sonntag, 11. August, 18:30 Uhr, zuhause gegen den 1. FC Köln

Der Gegner: Der 1. FC Köln war Gründungsmitglied der Bundesliga und der Verein, der sich am zweitlängsten von Beginn an dort halten konnte (übertroffen nur vom Hamburger SV). Seit dem ersten Abstieg Ende der 90er ist der Effzeh jedoch eher zur Fahrstuhlmannschaft geworden mit insgesamt sechs Ab- und Aufstiegen. In der 2. Bundesliga hielt man sich nie länger als zwei Jahre auf, in der letzten Saison gelang der direkte Wiederaufstieg – letztlich souverän, obwohl die Mannschaft selten begeisterte. Aus dem aktuellen Kader sticht neben Kapitän und DFB-Nationalspieler Jonas Hector natürlich die Angriffsreihe mit Simon Terodde, Jhon Cordoba und Rückkehrer Anthony Modeste heraus – da kommt auf Mockenhaupt & Co. ein ordentliches Stück Arbeit zu.

Die letzten Spiele gegeneinander: Vor einem Jahr traf man sich an gleicher Stelle zu einem Freundschaftsspiel und trennte sich 1:1. In der Saison 2007/08 waren Wehen und Köln gemeinsam in der 2. Bundesliga. Beim Hinspiel im Frankfurter Waldstadion erzielte Ronny König seinen legendären Hattrick, der SVWW siegte 4:3. Das Rückspiel gewann Köln mit 2:1.

Direktvergleich beim kicker. Die überschaubare Bilanz ist bisher ausgeglichen, im DFB-Pokal traf man noch nie aufeinander.

Personelles: Von den zuletzt Rekonvaleszenten (Schwadorf, Schönfeld, Wachs, Lyska) gab es nichts Neues zu hören, sie werden wohl weiterhin ausfallen. Der letzte Woche verletzt ausgewechselte Niemeyer könnte hingegen wieder einsatzfähig sein. Ungewiss ist jedoch der am Knöchel laborierende Schäffler, dessen Einsatzchance laut Christian Hock bei 50:50 liegt. Außerdem interessant ist die Frage, ob der vom 1. FC Köln ausgeliehene Jan-Christoph Bartels den Platz im Tor übernimmt.

Aufstellungstipp: Bartels – Kuhn, Mockenhaupt, Röcker, Franke – Ajani, Lorch, Mrowca, Dittgen – Kyereh, Tietz

Nach dem Spiel kann sich der SVWW wieder voll auf die Liga konzentrieren. Zumindest bis Ende Oktober, wenn die 2. Pokalrunde ausgetragen wird…

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