Die Wehenschau (KW 35/2025, Teil 2)

Zwei Tage nach dem Spiel gegen Bayern München hat sich – zumindest bei mir – die Gemütslage wieder einigermaßen beruhigt. Ich war mit keinerlei Erwartungen ins Spiel gegangen und hatte nur gehofft, dass es keine Klatsche gibt, aber nach dieser emotional ultra-intensiven zweiten Halbzeit mit Kayas Doppelpack zum Ausgleich, dem von Stritzel gehaltenen Elfmeter und der um weniger als zwei Minuten verpassten Verlängerung war ich dann ob des späten KO doch ein klein bisschen frustriert. Dass der Münchner Sieg absolut verdient ist, steht natürlich außer Frage, aber dass man als SVWW-Fan nach einem Spiel gegen Bayern überhaupt einen Anlass hat, ein kleines bisschen frustriert zu sein, zeigt ja nur, was unsere Mannschaft an diesem Abend Außergewöhnliches geleistet hat. Das ganze Drumherum in der rappelvollen Brita-Arena hat auch gepasst, sodass man ein sehr gutes Fazit ziehen und allen Beteiligten herzlich danken kann.


Der Liga-Alltag holt uns dann auch schnell wieder ein: statt gegen den Tabellenführer der Bundesliga geht es am Sonntag zum Tabellenletzten der 3. Liga. Im Gegensatz zum Pokalspiel hat der SV Wehen Wiesbaden nun jedoch einen gewissen Erfolgsdruck, denn bei allem Respekt vor dem 1. FC Schweinfurt, aber das Spiel muss man eigentlich gewinnen, zumal danach gleich mehrere Gegner mit Aufstiegsambitionen warten.

Im Kader wird dabei die jüngste Neuverpflichtung sein: David Suárez, ein 24-jähriger spanischer Mittelfeldspieler, der zuletzt bei Botev Vraza in der ersten bulgarischen Liga gespielt hat. Als Sechser wird ihm „viel Ruhe am Ball“ attestiert und dass er einem Spiel Struktur geben könne – das kann der SVWW zweifellos brauchen und mit 1,92 Meter Körpergröße bringt er auch die passende Physis mit, um den Wellenbrecher vor der Abwehrreihe zu geben. Herzlich Willkommen und viel Erfolg!

Ein möglicher Abgang von Marius Wegmann steht schon den ganzen Sommer über im Raum, aber bisher hat er noch keinen neuen Verein gefunden. Aktuell ist er bei Alemannia Aachen im Probetraining, doch ob er dort auch einen Vertrag erhält, ist aktuell noch nicht bekannt.


Zum Abschluss noch ein Link-Tipp, denn es gibt seit einiger Zeit einen weiteren Fan-Blog zum SVWW. Unter „Thornsheim Groundhoppers“ gibt es Spielberichte aus persönlicher Perspektive.


Was, wann, wo: 3. Liga, 4. Spieltag, Sonntag, 31. August, 16:30 Uhr, auswärts beim 1. FC Schweinfurt

Der Gegner: Der frühere Zweitligist 1. FC Schweinfurt ist im Sommer als Meister der Regionalliga Bayern nach 23 Jahren in diversen Amateurligen wieder in den Profifußball zurückgekehrt. Der Start in die 3. Liga ist der Mannschaft von Trainer Victor Kleinhenz allerdings misslungen, als einziges Team hat man alle drei Spiele verloren und dabei noch kein einziges Tor erzielt. Immerhin gab es zwei Siege im bayrischen Landespokal, wo man als nächstes im unterfränkischen Duell auf Viktoria Aschaffenburg trifft. Bekanntester Spieler ist Johannes Geis, der nach vielen Jahren in erster und zweiter Bundesliga (u. a. Mainz 05) zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist.

Das letzte Spiel gegeneinander war ein Freundschaftsspiel in der Saisonvorbereitung im Sommer 2021, Amin Farouk erzielte den Treffer zum 1:0-Sieg

Der Direktvergleich: Zwischen 1998 und 2004 traf der SV Wehen insgesamt zehnmal in der Regionalliga Süd auf Schweinfurt bei einer Bilanz von 3S/1U/6N.

Personelles: Hübner hat am Mittwoch im ZDF-Interview gesagt, dass er voraussichtlich in anderthalb Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Aktuell ist er natürlich ebenso wenig ein Thema für den Spieltagskader wie Kiomourtzoglou, Nink und Kalem. Becker hat einen grippalen Infekt und Stehles Einsatz ist nach muskulären Problemen noch offen. Möglicherweise wird es den einen oder anderen Wechsel aufgrund von Müdigkeit geben.

Aufstellungstipp: Stritzel – Mockenhaupt, Gillekens, Janitzek, May – Schleimer, Bogicevic, Gözüsirin, Johanssson – Kaya, Flotho

Nach dem Spiel wird der SVWW irgendwo zwischen Platz 2 und 16 stehen.

Foto: Tilman2007 (Wikipedia)


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