3. Liga, 36. Spieltag: SVWW – VfL Osnabrück 2:3
Tore: 1:0 Gözüsirin (32.), 1:1 Badjie (59.), 1:2 Gillekens (68., Eigentor), 2:2 Agrafiotis (86.), 2:3 Tesche (90.+2)
Das Spiel in maximal fünf Worten: Wäre das auch überstanden.
Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Das Spiel zwischen dem das Saisonende herbeisehnenden SVWW und dem euphorisierten frischgebackenen Drittligameister aus Osnabrück war erstaunlich ausgeglichen. Auf beiden Seiten gab es ein paar gute Chancen inklusive Treffern ans Aluminium, bis schließlich Gözüsirin aus 35 Metern in zentraler Position einfach mal draufhielt und zur Führung traf. Nach dem Seitenwechsel bejubelten die Gästefans zunächst ein paar Phantomtore, bis ihre Mannschaft tatsächlich den Ausgleich erzielte. Nach einer scharfen Hereingabe von Jacobsen lenkte Gillekens den Ball zum 1:2 ins eigene Tor ab und der anschließende Jubel unseres Ex-Spielers zeigte, dass er noch eine offene Rechnung hatte. Der SVWW bemühte sich um das 2:2 und in der Schlussphase fiel dieses dann auch durch Agrafiotis aus kurzer Distanz. Den Schlusspunkt setzten aber die Gäste mit dem Siegtreffer in der Nachspielzeit.
Liebling des Spiels: Florian Stritzel, der eine ganze Reihe guter Paraden zeigte.
Szene des Spiels: 34. Minute, der Ball fliegt in hohem Bogen Richtung Trainerbank, wo ihn Daniel Scherning elegant mit dem Fuß aus der Luft pflückt. Vielleicht sollte er sich zukünftig einfach selbst aufstellen.
Vor dem Spiel stand Osnabrück schon als Meister fest. Die VfL-Fans waren entsprechend glückselig und zudem dankbar für die Aktion mit der Videowand sowie das generell freundliche Auftreten der Wehener Fans. Wenn es schon an Punkten in der Tabelle mangelt, hat der SVWW wenigstens ein paar Sympathiepunkte gewonnen.
Nach dem Spiel wurde die Aufforderung des Stadionsprechers, nicht den Innenraum zu betreten, genauso ignoriert wie ca. 20 Ansagen, keine Pyrotechnik abzubrennen. Die Gäste feierten also ausgelassen auf dem Rasen – warum auch nicht?
Das fiel auf:
+ Immerhin zwei Tore gegen die defensivstärkste Mannschaft der Liga erzielt.
– Warum die gesamte Osnabrücker Bank nach dem 3:2 in völliger Ekstase auf den Rasen stürmte, war mir nicht ganz klar. Ist ja nicht so, dass erst dieses Tor den Aufstieg besiegelte. Dass dann die Fans nicht in ihren Blöcken bleiben würden, war dann auch klar.
Das schreiben die anderen: WK, kicker, hessenschau
Zum Nachschauen: Magenta Sport (YouTube, Highlight-Video)
Zuschauende: 7.867, davon gut 5.000 Gästefans. Dass wir uns einer großen Gästekurve gegenüber sehen, kommt ja einigermaßen regelmäßig vor, aber fast doppelt soviel Gäste- wie Heimfans ist dann schon außergewöhnlich.
Tabelle: Der SVWW bleibt auf dem 9. Platz und wird angesichts von sechs Punkten Rückstand auf 1860 München höchstwahrscheinlich in dieser Saison auch nicht mehr weiter nach oben klettern.
Vergleich zur Hinrunde: -3 (Ja, die Mannschaft hat es mittlerweile tatsächlich „geschafft“, in der Rückrunde noch weniger Punkte als in der Hinrunde zu holen.)
Serien und Rekorde: Das mittlerweile achte Spiel in Folge ohne Sieg. Allein in den letzten sechs Spielen hat man 17 Gegentore kassiert.
Nächstes Spiel: Am Samstag (14 Uhr) auswärts bei Energie Cottbus.
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Vielen Dank für die Recht zutreffende Zusammenfassung, allerdings finde ich, dass die merkwürdige verlaufende Nachspielzeit von 4 Minuten noch einen Kommentar wert gewesen wäre…
Dafür gibt es hier die Kommentar-Funktion, schieß los! 🙂
Vielleicht auch bemerkenswert ist, dass wir uns vom heimstärksten Team der Liga (7 Heimsiege in Folge) zum formschwächsten Team der Liga auf die letzten 10 Spiele (Quelle: Kicker) „entwickelt“ haben.
Ja, das ist echt eine erstaunliche Entwicklung. Sinnbildlich für den Kipppunkt steht wohl Schleimers Kunstschuss neben das leere Tor gegen Rostock. Es schien so, dass dann die Luft raus war und eine fantastische Aufholjagd ihr Ende gefunden hatte. Der zunehmende Fatalismus auf dem Spielfeld übertrug sich später auch 1 zu 1 auf die Ränge. Die kurze Phase der Euphorie (man erinnere sich an das fantastische Spiel gegen Duisburg und die Partylaune auf der Nord) erlöschte. Die Stimmung der SVWW-Anhänger gestern fand ich, gerade auch noch mal im Kontrast zu den zahlreichen und feierwütigen Osnabrückern, schon erschreckend gleichgültig. Habe auch noch nie erlebt, dass die Mannschaft den Platz nach Abfiff verlassen hat, ohne irgendeine Geste Richtung Norden.
Vermute, dass es im letzten Heimspiel gegen Hoffenheim einen Besucher-Negativrekord geben wird. Dabei wäre es sicherlich sehr wichtig, hier wenigstens noch ein paar positive Emotionen mit ins Pokalfinale mitzunehmen. Man kann nur hoffen, dass da noch mal alles mobilisiert wird, auf und neben dem Platz und das dann was wird.
Ansonsten wäre das Jubeljahr ja zumindest sportlich echt ein totaler Flop.
Ja, das ist wirklich eine erstaunliche Wende. Der Kippunkt war sicherlich Schleimers Kunstschuss neben das leere Tor im Rostockspiel. Hier kam eine tolle Aufholjagd zu ihrem Ende und die kurze Phase der Euphorie war hinüber. (Man erinnere sich nur an das Spiel gegen Duisburg und die Partystimmung auf der Nord). Der zunehmende Fatalismus auf dem Platz übertrug sich dann auch auf die Tribüne.
Die zahlreichen feierwütigen Osnabrückfans gestern waren eine krasse Kontrastfolie zur arg gelichteten SVWW-Anhängerschaft. Ich fand die Stimmung bei uns schon sehr emotionslos und rechne damit, dass das letzte Spiel gegen Hoffenheim einen Negativrekord bringen wird. Dabei wäre es wichtig hier noch mal positive Emotionen für das Pokalfinale mitzunehmen, um da alles rauszuballern.
Von der Choreographie her wäre es schon schön und versöhnlich, wenn wir im Jubuiläumsjahr wenigstens noch einen Grund zum Jubeln hätten.
Tja, eine kleine Gruppe gibt sich ja weiter Mühe, aber dann wird es auch schwer, andere Mitzunehmen! Auch stimmungsmäßig.
Der Fairnesshalber muss aber auch gesagt werden, dass bei einem „normalen“ Spiel sicher nicht soviel Osnabrücker dagewesen wären!
Bezüglich des Nichtherauskommens der Spieler und dem Zuschauerzuspruch gegen Hoffenheim stimme ich dir zu, s. Meinen vorherigen Post.
Umso wichtiger ist in der Tat das Pokalfinale. Wobei die Euphorie des letzten Jahres auch nicht lange getragen hat.
Naja, bezüglich der Nachspielzeit wollte der Schiri halt nach dem 2:3 und dem drohenden Platzsturm so schnell wie möglich in Sicherheit!
Ob die Nachspielzeit grundsätzlich hätte sein müssen? 2:2 wäre doch ein schönes Ergebnis gewesen?
Grundsätzlich hätte man den Platzsturm ja auch anders regeln können! Warum nicht eine Kette an der Mittellinie und ein geregeltes Einströmen der Fans? Aber vielleicht bin ich da nur zu positiv denkend! Schön auch die, wenn auch kurz fristige, Kette vor unserem Block! Vielleicht das auf den Zaun Klettern unserer Szene, undie Banner zu sichern, falsch aufgefasst? Als ob sich jemand mit derÜbermacht hätte anlegen wollen!
Waren ja auch schnell wieder weg!
Schade auch, dass die Mannschaft nicht noch mal rau kam! Immerhin fast das letzte Heimspiel….ob gegen Hoffenheim auch auf Grund des langen Wochenendes viel kommen werden isst ja zumindest fraglich!
So, jetzt mal zum sportlichen Teil!
In der Tat war das nicht das schlechteste Spiel, war eigentlich recht nett anzusehen.
Leider wieder zu umständlich(vorne) und zu naiv ( hinten). Vielleicht hätte man versuchen sollen, das 2:2 zu halten. Ähnlich wie damals(!) gegen Essen das 3:3. in der Tat hat mich Stritzel überrascht, nicht, dass er es nicht kann, aber nach so langer Verletzungspause so zu halten. Respekt. Man könnte denken, auf der Position haben wir nächstes Jahr keine Probleme. Aber: nimmt Brdar die Rolle als Nummer2 an? Will Stritzel die vielleicht letzte Chance nutzen, höher zu spielen,auch auf derBank?
Und da mit wären wir in der Kaderplanungsdiskussion.
Die Ja vielleicht nach dem Hessenpokalfinale erst richtig Fahrt aufnimmt, je nach Ausgang!
Hat jemand diesbezüglich das Interview mit Stöver auf 3. Liga online gelesen? Interessante, wie man mit vielen Worten nichts sagen kann!
Genau in der Außenkommunikation liegt einer der Probleme des Vereins. Natürlich wird und kann ein Fussballverein bei weitem nie alles preisgeben. Aber er sollte m.E. schon etwas konkreter in seinen Ambitionen bzw. mittelfristigen Zielen werden. Ich fühle mich da überhaupt nicht mitgenommen und vermisse ein klares sportliches Profil.
Bin auch der Meinung, dass vom Hessenpokalfinale viel abhängt, was in der Kaderplanung passiert. Sollte es schief gehen, befürchte ich nichts Gutes. Unabhängig davon, frage ich mich immer mehr, ob der Kader zum Trainer passt. Und wenn nicht, wie viel kann und will man nachjustieren.
Der Kader kann ja nur teilweise zum Trainer und seiner Spielidee passen, da er ja nicht in die Pkanung eingebunden war. Im Winter ist ja auch nichts passiert, eventuell auch aus finanziellen Gründen und der Kader ja relativ groß war.
Wobei der Trainer ja wusste, wie der Kader aussieht.
Aussendarstellung ist auf jeden Fall ein Thema.
Aber in der Tat mal abwarten, was die nächsten Wochen so passiert.
Gibt ja genug andere spannende Schauplätze im Fußball momentan!