Die Wehenschau (KW 28/2026)
Der SV Wehen Wiesbaden ist torreich in die Saisonvorbereitung gestartet. Gegen den Kreisoberligisten TuS Medenbach traf man ganze zwanzigmal, überließ dem Gastgeber im Helmut-Schön-Sportpark aber den Ehrentreffer, sodass für die Freizeitsportler in ihrem Jubiläumsspiel der Tag auch gerettet war. Deutlich weniger Tore fielen beim ersten ernsthaften Test auf dem Halberg gegen den Regionalligisten FC Homburg, am Ende hieß es 1:0. Dabei konnte man einige vertraute Muster entdecken, beispielsweise dass man sich phasenweise vom klassentieferen Gegner ziemlich hinten reindrängen ließ oder dass es im Offensivspiel an Esprit und an Genauigkeit im Abschluss mangelte. Es gibt jedenfalls genügend Themen, an denen Trainer und Mannschaft ab morgen im Trainingslager in Österreich arbeiten können. Weitere Neuverpflichtungen sind nach aktuellem Stand nicht dabei, aber vielleicht überrascht uns Uwe Stöver wie vorletzte Woche, als rechtzeitig zum Trainingsstart zwei neue Spieler auftauchten. Eine eher negative Überraschung könnte allerdings auch drohen, denn Jordy Gillekens wurde im Test gegen Homburg nicht eingesetzt, obwohl der gesamte Kader inklusive einiger U19-Spieler jeweils eine Halbzeit ran durfte. Laut Scherning war er leicht angeschlagen, doch manchmal wird sowas ja auch kurz vor einem Abgang behauptet. Hoffen wir mal, dass es nichts weiter zu bedeuten hat.
Ben Nink wird zumindest den Start des Trainingslagers verpassen, denn er steht am Samstagabend mit der U19-Nationalmannschaft im Endspiel der Europameisterschaft. Im dritten Gruppenspiel hatte Trainer Christian Wörns durchrotiert und die 0:4-Niederlage gegen Spanien in Kauf genommen. Im Halbfinale setzte sich die Mannschaft (dann auch wieder mit Nink in der Startelf) mit 2:1 gegen die Ukraine durch. Im Finale trifft man nun erneut auf Spanien, Anstoß ist am Samstag um 20 Uhr, RTL überträgt live. Das Erreichen des Halbfinals bedeutete übrigens auch die Qualifikation für die U20-Weltmeisterschaft, die nächstes Jahr in Aserbaidschan und Usbekistan ausgetragen wird.
Am Mittwoch hat der DFB endlich den Spielplan für die kommende Drittligasaison veröffentlicht. Der SVWW startet mit einem Heimspiel gegen Absteiger Münster, gefolgt von einem Auswärtsspiel beim Aufsteiger Würzburg. Heim- und Auswärtsspiele wechseln sich bis Saisonende absolut gleichmäßig ab bis zum letzten Spieltag bei Viktoria Köln. Die Ansetzungen an den insgesamt fünf Spielen unter der Woche sind ganz angenehm: drei Heimspiele (u. a. gegen Düsseldorf Ende April) und die beiden Auswärtsspiele sind in akzeptabler Entfernung (Fortuna Köln und Duisburg). Sollte der SVWW im Saisonendspurt noch im Aufstiegsrennen mitmischen, könnte es ein Vorteil sein, dass man am 36. und 37. Spieltag gegen die beiden zweiten Mannschaften von Stuttgart und Hoffenheim spielt, für die es dann vielleicht um nichts mehr geht. Wer den Stehblog-Google-Kalender abonniert hat, hat natürlich längst alle Termine im Kalender und bekommt auch automatisch die genauen Anstoßzeiten frei Haus geliefert, sobald diese feststehen.
Der Gegner für die Generalprobe eine Woche vor Saisonstart steht übrigens noch nicht fest. Es ist nur klar, dass dieser Test eine Woche nach dem Spiel gegen Bayern nicht in der Brita-Arena stattfinden wird. Entweder spielt man auswärts oder auf dem Halberg. Die Terminierung wird hoffentlich so erfolgen, dass sie nicht mit dem Junioren-DFB-Pokalspiel unserer A-Jugend kollidiert. Diese spielt in der ersten Pokalrunde gegen den SV Sandhausen und zwar am 1. August um 13:30 Uhr in Wörsdorf. Vermutlich wird das Testspiel der Profimannschaft ohnehin nicht am Samstag stattfinden, denn abends gibt es ja im Wiesbadener Kurhaus auch noch die große 100-Jahre-Gala.
Beim gestrigen Testspiel war auf dem Halberg der Strom und somit im Kiosk auch die Zapfanlage ausgefallen. In der Brita-Arena wird das hoffentlich nicht passieren, wenn bei sommerlichen Temperaturen viele Zuschauer die Produkte des neuen Bierpartner verköstigen wollen. Preislich scheint es immerhin keine Veränderung gegenüber der letzten Saison zu geben.
Ganz zum Schluss noch ein Blick in die Gerüchteküche. Fabian Greilinger soll mit seinen Einsatzzeiten in der letzten Saison unzufrieden gewesen sein und prompt wird über eine mögliche Rückkehr zu 1860 München spekuliert. Ich persönlich halte das eher für Wunschdenken von Löwenfans, denn selbst wenn Greilinger wechseln wollte, würde er vermutlich einen anderen Drittligisten finden. Es sei denn, er möchte Regionalliga in Kauf nehmen, um seinem Herzensverein zum Aufstieg zu verhelfen.
Wer sich definitiv bei einem Regional- oder Oberligisten sieht, ist Sascha Mockenhaupt. Gerade hat er sich beim Hessenligisten Rot-Weiß Hadamar umgeschaut, wo bereits sein Kumpel und Ex-Kollege Nico Rieble spielt. Hadamars Kapitän Brooklyn Wölfinger wohnt in Mockenhaupts Nachbarschaft, womit sich eine Fahrgemeinschaft anbieten würde. Klingt also nicht völlig unrealistisch.
Entdecke mehr von Stehblog
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.