Die Wehenschau (KW 8/2019)

Letzte Woche hatte Rüdiger Rehm – und mit ihm sein Co-Trainer Mike Krannich – sein zweijähriges Jubiläum beim SV Wehen Wiesbaden und seit dieser Woche ist er auch der Trainer, der (seit Beginn der Wehener Profiära im Jahr 2007) am längsten im Amt ist. Bisheriger “Rekordhalter” war Gino Lettieri mit 2 Jahren und 5 Tagen beim SVWW. Am kommenden Sonntag wird Rehm auch bei der Anzahl der Spiele Lettieri überholen. Aktuell kommen beide auf 78 Partien als Wehener Chefcoach, wobei Rehms Bilanz schon jetzt deutlich besser ist als die aller seiner Vorgänger, nicht nur absolut gesehen, sondern auch bzgl. Punkteschnitt. Im vergangenen Herbst wurden die Verträge mit dem Trainerteam folgerichtig bis 2021 verlängert. Wir vom Stehblog freuen uns auf die nächsten Jubiläen, vielleicht irgendwann mal als Zweitligist.


Was, wann, wo: 3. Liga, 25. Spieltag, Sonntag, 24. Februar, 14:00 Uhr, zuhause gegen die Würzburger Kickers

Hinrundenergebnis: 1:3 – der Höhepunkt der Wehener Vorrunden-Krise

Personelles: Mrowca und Schönfeld fehlen weiterhin, aber Schäffler könnte wieder in den Kader zurückkehren.

Der Gegner: Mitte der Hinrunde lief es für die Kickers eigentlich ganz gut und man stand zeitweise auf einem Aufstiegsplatz, aber eine Negativserie sorgte für ein Abrutschen ins Mittelfeld der Tabelle. Aktuell steht Würzburg mit 33 Punkten auf Platz 8.

Formkurve & Direktvergleich beim kicker. Die Gesamtbilanz aus bisher fünf Begegnungen ist aus SVWW-Sicht negativ: Nach zwei 0:0 gab es mit einem 5:0 den bisher einzigen Wehener Sieg, danach gewannen die Kickers zweimal.

Aufstellungstipp: Kolke – Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Dittgen – Schmidt, Lorch, Titsch-Rivero, Diawusie – Schäffler, Hansch (Kyereh kommt in der 2. Halbzeit für Diawusie)

Nach dem Spiel könnte der SVWW sogar auf Platz 2 stehen, kann aber maximal auf Platz 4 zurückfallen.


Außerdem: Der SVWW führt gerade eine Online-Befragung durch. Teilnehmer können optional auch an einer Verlosung teilnehmen, bei der es Eintrittskarten und Trikot zu gewinnen gibt. Ich fand einige Fragen etwas merkwürdig bzw. unklar, aber die verantwortliche Agentur wird sich hoffentlich was dabei gedacht haben. Wenn Ihr mitmacht, dürft Ihr in den Bemerkungsfeldern natürlich gerne erwähnen, dass Ihr Euch regelmäßig auf stehblog.de informiert. 🙂

3. Liga, 24. Spieltag: SpVgg Unterhaching – SVWW 1:2

Tore: Schimmer (26.) – Schmidt (13.), Lorch (49.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Die Aufholjagd geht weiter.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Der SVWW startete zum dritten Mal in Folge mit derselben Aufstellung und auch sonst hatte die Partie einige Déjà-vus zu bieten. Nach einer ersten Chance für Unterhachings Toptorjäger Hain, die Kolke glänzend vereitelte, gab es auf der anderen Seite ein Foul an Diawusie und den Elfmeterpfiff durch Schiedsrichter Martin Petersen. Die Gastgeber protestierten vehement (nicht ganz zu Unrecht, s. u.), aber wie in der Vorwoche ließ Schmidt sich nicht beirren und verwandelte cool. Kyereh und Diawusie hatten kurz darauf sogar die Chance auf 2:0 zu erhöhen. Der Ausgleich für Haching erinnerte ebenfalls an das letzte Spiel in Braunschweig. Eine Freistoßflanke segelt in den Strafraum und ohne Zutun eines Weheners wäre nichts weiter passiert, aber in diesem Fall war Dittgen der Pechvogel, der den Ball in die Mitte ablegte, wo Schimmer problemlos zum 1:1 traf. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit ging der SVWW erneut in Führung, als ein Eckball von Schmidt durch eine frisch aufgerissene Lücke genau Lorch auf den Fuß fiel. Die Gäste verteidigten die Führung recht souverän, verpassten aber die Vorentscheidung. Erst mit der allerletzten Szene des Spiels wurde Unterhaching nochmal gefährlich, aber Kolke parierte den tückisch aufspringenden Distanzschuss hervorragend.

Liebling des Spiels: Sascha Mockenhaupt, der einmal mehr alles wegräumte, was in Richtung Wehener Tor kam, und damit Symbolfigur für die wiedergefundene Stabilität in der Defensive ist.

Szene des Spiels: 12 Minuten gespielt, Diawusie hat auf der linken Seite des Hachinger Strafraums den Ball. Seine Flanke wird abgeblockt, aber er kommt wieder in Ballbesitz, dreht noch einen Kringel und bekommt schließlich einen Tritt ans Standbein. Wie er danach allerdings abhebt, wirkt doch ziemlich übertrieben. Wäre das auf der anderen Seite passiert, würde ich mich wahrscheinlich genauso empören wie es die Hachinger taten.

Vor dem Spiel:

Nach dem Spiel: 

Das fiel auf:
+ Wie man hinten fast keine Torchance zuließ, war schon stark.
– Dafür wurden so ziemlich alle Kontergelegenheiten vergeigt. Wenn man da mal konsequent einen Angriff sauber zu Ende spielen würde, könnte man sich das Gezitter am Ende sparen.
– Diawusie muss aufpassen, dass er es nicht übertreibt. Natürlich gab es einen Tritt, genauso wie es auch vor dem Elfmeter in Braunschweig ein Foul war und vor dem Freistoß gegen Rostock, aber diese Theatralik sollte er sich sparen.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, SZ, hessenschau (mit Video), Magenta Sport (Video)

Zuschauer: 2.000, davon eine Busladung Gästefans.

Tabelle: Der SVWW sprang am Freitagabend auf Platz 3 und bleibt nach Halles drittem 0:0 in Folge aufgrund der besseren Tordifferenz auch dort (beide 42 Punkte), selbst wenn Unterhaching seine beiden Nachholspiele gewinnen sollte. Der Rest der Konkurrenz aus dem oberen Tabellendrittel blieb ebenfalls sieglos, sodass der SVWW schon wieder der Gewinner des Spieltags ist. Selbst Karlsruhe mit 44 Punkten auf Platz 2 ist wieder in Reichweite.

Serien und Rekorde: Der SVWW gewinnt auch das fünfte Rückrundenspiel. Niklas Schmidt hat in der Rückrunde schon zwei Tore und vier Torvorbereitungen zu verzeichnen und damit fast seine Ausbeute der gesamten Hinrunde (zwei Tore, fünf Assists) wiederholt.

Ansonsten: Weil es letzte Woche leider vergessen wurde, noch ein Nachtrag zum Braunschweig-Spiel: Marcel Bär, der in der Winterpause von Aalen nach Braunschweig gewechselt ist, dürfte der erste Spieler sein, der in einer Saison dreimal gegen den SVWW verloren hat. Sowohl bei beiden Aalener Niederlagen (jeweils 1:2) als auch dem 2:3 mit Eintracht Braunschweig stand er die komplette Spielzeit auf dem Platz, blieb aber jeweils ohne eigenen Treffer.

Nächstes Spiel: Am kommenden Sonntag zuhause gegen die Würzburger Kickers.

Die Wehenschau (KW 7/2019)

Anfang der Woche bekam das Wehener Nachwuchsleistungszentrum bei der regelmäßigen Zertifizierung durch den DFB erstmals den ersehnten Stern. Neben dem Prestigegewinn gibt es dadurch auch etwas mehr Geld vom Verband.

Die schönste Rendite wäre aber natürlich, wenn es mal wieder ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die Profimannschaft schaffen würde. Daran arbeitet auch Nils Döring, aktuell Trainer der U17, der ab nächstem Jahr wieder die U19 übernimmt. Wer dann die U17 trainieren wird, ist noch nicht bekannt. Aktuell geht es für Döring und sein Team um den Klassenerhalt in der B-Junioren-Bundesliga. Am Samstag startet die Restrunde mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (11 Uhr, NLZ Halberg).


Was, wann, wo: 3. Liga, 24. Spieltag, Freitag 15. Februar, 19:00 Uhr, auswärts bei der SpVgg Unterhaching. Eine Spielabsage wegen Schneefalls ist nicht zu befürchten, soll es doch morgen sonnig und die
Temperaturen im zweistelligen Bereich sein.

Hinrundenergebnis: 1:2 – nach einem schlimmen Spiel stand der SVWW auf einem Abstiegsplatz.

Personelles: Schäffler, Mrowca und Schönfeld sind weiterhin in Reha bzw. Aufbautraining. Immerhin ist Mintzel nach Erkrankung wieder zurück im Kader.

Der Gegner: Unterhaching spielt eine ziemlich starke Saison, stand noch nie schlechter als Platz 8 und ist definitiv ein Kandidat im Aufstiegsrennen. Bei zwei Spielen Rückstand hat Unterhaching nach dem SVWW die zweitmeisten Tore erzielt, mit Stephan Hain den aktuell Führenden der Torjägerliste (13 Treffer), die beste Tordifferenz und erst zwei Spiele verloren – das zweite allerdings am letzten Spieltag in Rostock.

Formkurve & Direktvergleich beim kicker. Die Begegnung ist ein Dauerbrenner in der 3. Liga, schon zum 16. Mal treffen beide Teams hier aufeinander (vorher schon viermal in der Regionalliga), mit leicht positiver Bilanz für den SVWW. Wird das Spiel tatsächlich das erwartete Offensivspektakel oder werden sich beide Teams zu einem 0:0 neutralisieren?

Aufstellungstipp: Kolke – Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Dittgen – Schmidt, Lorch, Titsch-Rivero, Diawusie – Kyereh, Hansch (hat sich zuletzt bewährt)

Nach dem Spiel könnte der SVWW zumindest vorübergehend auf Platz 3 stehen, wird nach dem Spieltag aber mindestens noch Fünfter sein.

3. Liga, 23. Spieltag: Eintracht Braunschweig – SVWW 2:3

Tore: Kyereh (Eigentor, 23.), Otto (73.) – Mockenhaupt (17.), Diawusie (31.), Schmidt (60.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Harte Arbeit und Agys Hintern.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Rüdiger Rehm hatte nach dem Sieg gegen Rostock keinen Grund, etwas an seiner Startelf zu verändern, zumal auch keiner der Rekonvaleszenten wieder zur Verfügung stand. Nach einer unspektakulären ersten Viertelstunde ging der SVWW in Führung: Eckball Schmidt auf Mockenhaupt, der völlig frei und mit Schwung zum Kopfball gehen und wuchtig einnetzen durfte. Die Freude währte nur kurz, denn nach einem Braunschweiger Freistoß schob Kyereh den Ball ins eigene Tor (siehe unten). Im direkten Gegenzug machte Kyereh sein Missgeschick fast wieder gut, aber seine scharfe Hereingabe setzte Hansch knapp neben den Pfosten. Kurz darauf passte es besser. Wiederum eine Hereingabe von links, diesmal von Dittgen, der Torwart verpasste erneut und Diawusie rutschte mit dem Ball ins Tor – war es der Oberschenkel, das Gesäß, der Schritt? Egal. In der zweiten Halbzeit hatte die Eintracht eine Riesenchance zum erneuten Ausgleich, aber Bär traf frei vor dem Tor den Ball nicht. Stattdessen konterten die Gäste und liefen in Überzahl aufs gegnerische Tor zu. Diawusie verhühnerte die Gelegenheit mit einem Pass in die Füße eines Verteidigers, hatte aber Glück, dass der Ball zu ihm zurück und es danach zu einer Berührung kam. Der Schiedsrichter gab Strafstoß und das war aus Wehener Sicht schon eine recht glückliche Entscheidung. Es gab zwar einen Kontakt, aber die meisten Schiedsrichter hätten vermutlich nicht auf Foul entschieden. Schmidt war es egal und traf zum 3:1. Braunschweig ließ aber nicht nach und verkürzte wieder, als Otto mit freundlicher Hilfe des SVWW mitten durch die Abwehr laufen durfte. In den verbleibenden zwanzig Minuten spielte sich das Geschehen fast nur noch vor Kolkes Strafraum ab, aber richtig gefährlich wurde es glücklicherweise nicht mehr.

Liebling des Spiels: Agyemang Diawusie. Hat zwar noch reichlich Luft nach oben, aber ein Tor selbst erzielt und den Elfmeter herausgeholt – das lässt für den Rest der Saison einiges erhoffen.

Szene des Spiels: 23. Minute, Freistoß für Braunschweig von der linken Seite. Das Foul, das zum Freistoß führte, war schon umstritten, aber es wurde noch schlimmer. Der Ball fliegt mit viel Effet Richtung Fünfmeterraum, Kolke macht einen Schritt vor, geht aber doch wieder zurück auf die Linie, der Braunschweiger Kessel geht zum Kopfball, kommt aber nicht dran, und der Ball fällt Kyereh auf den Fuß, von wo er nicht ins Toraus, sondern neben den Pfosten ins Tor springt. Hätte aber gar nicht zählen dürfen, weil Kessel im Abseits war und aktiv zum Ball geht.

Vor dem Spiel: Hatte die direkte Konkurrenz komplett nicht gewonnen, also quasi für den SVWW gespielt.

Nach dem Spiel: Chance genutzt – der SVWW will offenbar noch im Aufstiegsrennen mitmischen.

Das fiel auf:
+ Auch ohne Schäffler strahlt das Team Torgefahr aus – das war zu Saisonbeginn noch anders.
+/- Es gab zwar keine richtig großen Chancen mehr für den Gegner, aber in der Schlussviertelstunde hat man sich schon sehr weit in die Defensive drängen lassen und dabei vorne für zu wenig Entlastung gesorgt.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Magenta Sport (Video)

Zuschauer: 17.015, davon ein paar Dutzend Gästefans.

Tabelle: Der SVWW rückt mit nun 39 Punkten auf Platz 4 vor und hat nur noch zwei Punkte Rückstand auf Platz 3 bzw. vier auf Platz 2.

Serien und Rekorde: Vier Siege in Folge, das gab es in dieser Saison noch nicht (zumindest in der Liga – in der Hinrunde gab es mal drei Ligasiege plus erste Runde Hessenpokal). Mit Diawusie hat auch der dritte Winterneuzugang getroffen, für Mockenhaupt war es ebenfalls der erste Saisontreffer – damit haben bereits 17 verschiedene Spieler ein Tor erzielt.

Ansonsten: Schon zweimal angekündigt, haben wir gestern Abend endlich NEL036 aufgenommen – erscheint heute Abend.

Nächstes Spiel: Am kommenden Freitag bei der SpVgg Unterhaching, sofern es denn stattfinden kann – das ist im Winter in Unterhaching ja immer so eine Sache.

Die Wehenschau (KW 6/2019)

Die Wintertransferperiode ist vorüber und auch sonst gab es keine besonderen Neuigkeiten in dieser Woche. Wir können uns also voll und ganz dem nächsten Gegner widmen.

Auf Vorschlag unseres Lesers Ralf heißt diese Rubrik jetzt übrigens “Wehenschau”. 🙂


Was, wann, wo: 3. Liga, 23. Spieltag, Sonntag, 10. Februar, 14:00 Uhr, auswärts bei Eintracht Braunschweig

Hinrundenergebnis: 3:3 mit zwei späten Wehener Treffern zum Ausgleich

Personelles: Schäffler, Mrowca und Schönfeld fallen weiterhin aus.
Update: Mintzel kann wegen eines grippalen Infekts ebenfalls nicht spielen.

Der Gegner: In Braunschweig hofft man, einen anderthalb Jahre dauernden Absturz – von der verlorenen Aufstiegsrelegation in die 1. Bundesliga über den Abstieg aus der 2. Bundesliga und dem Aufschlag ans Tabellenende der 3. Liga – endlich aufgehalten zu haben. Als André Schubert im Oktober den Trainerposten übernahm, ging die Sieglos-Serie zunächst zwar weiter, aber mittlerweile scheint sich die Mannschaft stabilisiert zu haben. Im Winter wurde der Kader wie schon im Sommer nochmal tüchtig durchgewirbelt, elf Spieler gingen, acht neue kamen. Momentan ist Braunschweig zwar immer noch Vorletzter, hat das rettende Ufer aber wieder in Sicht. Aus den letzten vier Partien holte die Eintracht zehn Punkte und kassierte nur beim 1:1 in Karlsruhe einen Gegentreffer.
Bei Liga3-online gibt es aktuell einen Artikel zum Braunschweiger Aufschwung.

Formkurve & Direktvergleich beim kicker. In bisher fünf Partien gegen Braunschweig gelang dem SVWW erst ein Sieg.

Aufstellungstipp: Kolke – Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Dittgen – Schmidt, Lorch, Titsch-Rivero, Diawusie – Kyereh, Hansch (genauso wie gegen Rostock)

Nach dem Spiel wird der SVWW auf Platz 4 bis 6 stehen.


Außerdem: Wenn nichts dazwischen kommt, erscheint NEL036 heute Abend.
Update: So schnell kann’s gehen – wir werden erst nach dem Braunschweig-Spiel aufnehmen können, sorry.