Die Wehenschau (KW 22/2022)

Es ist Sommerpause und da ist es verständlich, dass es nicht jeden Tag was Neues zum SV Wehen Wiesbaden zu berichten gibt, aber so still wie in in den letzten Wochen war es nur selten zuvor. Klar, die Spieler sind noch im Urlaub, aber man könnte vermuten, dass die Verantwortlichen mit Hochdruck daran arbeiten, den Kader für die neue Saison aufzufüllen. Machen sie wahrscheinlich auch, aber zumindest nach Außen hin gibt es noch keine Ergebnisse. Auch der geplante Verkauf von Gustaf Nilsson zu einer „für den SVWW rekordverdächtigen Ablösesumme“ lässt auf sich warten. Möglicherweise gibt es auch eine Abhängigkeitskette: je nach Verkaufserlös kann man sich erst gewisse neue Spieler leisten. Oder man spekuliert darauf, dass man Spieler bekommt, die bei ihren bisherigen Vereinen auf der Kippe stehen. Jedenfalls scheint die frühe Planungssicherheit – der einzige Vorteil, den der vorzeitige Abschied aus dem Aufstiegsrennen hatte – nicht wirklich genutzt worden zu sein.

Also, bisher kein weiterer Zugang, aber üblicherweise wird die Wehenschau ja kurz nach Veröffentlichung von den Tatsachen eingeholt – schaun mer mal, was heute oder morgen so vermeldet wird. In der Zwischenzeit kann man dieses Interview unseres bisher einzigen Neuzugangs Suheyel Najar lesen.

Einen Abgang gibt es hinter den Kulissen. Markus Klepzig, bisher Leiter des Bereichs Marketing und Vertrieb, verlässt den SVWW zum Monatsende und wird Geschäftsführer der EPG Baskets Koblenz.

Das Vorhaben, die Brita-Arena auch als Konzert-Location zu etablieren, hat einen herben Dämpfer erhalten. Nachdem es im letzten Sommer die Strandkorb-Konzerte gab, sollten dieses Jahr wieder eine ganze Reihe Konzerte stattfinden, aber nun wurden alle Veranstaltungen „aus produktions- und genehmigungstechnischen Gründen“ an andere Ort verlegt. Hoffentlich bekommt die Brita-Arena vor der neuen Saison trotzdem einen neuen Rasen. Die lange Zeit offenstehende Südwestecke wurde zwischenzeitlich geschlossen.

Immerhin geht es bei der Planung der Saisonvorbereitung voran, denn ein weiteres Testspiel wurde vereinbart: am 25. Juni tritt der SVWW beim SV Sandhausen an.


Noch im Wettbewerb ist hingegen bekanntlich die U19. Den ersten Matchball zur Hessenliga-Meisterschaft hat man mit einer 1:2-Niederlage beim FV Biebrich 02 am vorletzten Wochenende vergeben. Am letzten Wochenende hatte die Mannschaft spielfrei und der einzige verbliebene Verfolger, Rot-Weiss Frankfurt, kam bis auf drei Punkte heran. Der SVWW hat zwar die deutlich bessere Tordifferenz, aber das wäre bei Punktgleichheit unerheblich, stattdessen würde es ein Entscheidungsspiel geben. Das kann man sich aber sparen, wenn man im letzten Spiel gegen die TSG Wieseck (Sonntag, 11 Uhr, auf dem Halberg) wenigstens ein Unentschieden holt.


Die Saison 2021/22 gilt es auch noch in zwei anderen Bereichen abzuschließen. Da ist zum einen unser allseits beliebtes Tippspiel, das „dain“ mit glatten 500 Punkten gewonnen hat und somit ein Heimtrikot erhält. Zweiter wurde „PrinzPoldi“ (Auswärtstrikot) vor „si“ (111-Gründe-Buch) und „TheMagicEye“ (Saisonschal). Die Gewinner wurden benachrichtigt und die Preise sind in Kürze unterwegs. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank an alle Teilnehmer! Wer bisher noch nicht dabei ist, kann sich gerne jetzt schon für die neue Saison anmelden.

Ebenfalls zu einer kleinen Tradition ist unsere Saisonspende geworden. Erneut haben zahlreiche Personen mitgemacht und ihren Spendenbetrag auf kreative Art und Weise mit dem Erfolg des SVWW verknüpft. Trotz Platz 8 in der Liga und jeweils einem Erstrundenaus in den beiden Pokalwettbewerben ist am Ende doch eine erfreuliche Summe von 461€ für den guten Zweck zusammengekommen. 406€ gingen an Plan International sowie 55€ an Bärenherz. Allen Teilnehmern herzlichen Dank und auch hier natürlich der Aufruf an alle: macht gerne in der nächsten Saison mit! Auch kleine Beträge summieren sich und können Gutes bewirken.


Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf ein paar Ehemalige. Max Dittgen wird den FC St. Pauli verlassen. Es gibt wohl diverse Angebote aus der 2. Bundesliga, aber angeblich zieht es ihn nach Ingolstadt zu seinem alten Förderer Rüdiger Rehm. Generell sind die Schanzer recht fleißig bei der Kaderplanung und haben u. a. Pascal Testroet aus Sandhausen verpflichtet. Klingt alles sehr danach, dass für Ingolstadt nur der direkte Wiederaufstieg das Ziel sein kann.

Dittgens Teamkollege Kofi Kyereh wird St. Pauli voraussichtlich ebenfalls verlassen, aber eher in die 1. Bundesliga. Als mögliche neue Vereine werden u. a. der SC Freiburg, Union Berlin, Mainz 05 und Werder Bremen gehandelt – der gute Mann scheint reichlich Auswahl zu haben.

Kosta Runjaic, früher Trainer von Wehens zweiter Mannschaft, verlässt nach fünf Jahren den polnischen Erstligisten Pogon Stettin und wechselt innerhalb der Liga zu Rekordmeister Legia Warschau.