Die Wehenschau (KW 17/2026)

Mittlerweile ist es auch rechnerisch sicher, dass der SV Wehen Wiesbaden in der kommenden Saison in der 3. Liga spielen wird. Auch der zur DFB-Teilnahme berechtigende 4. Platz ist unerreichbar geworden und mit jedem weiteren Spieltag schränkt sich der tabellarische „Zielkorridor“ natürlich weiter ein. Aktuell ist von Platz 5 bis 16 noch alles möglich, bis Sonntag reduziert sich das wahrscheinlich auf 6 bis 14 und am Ende wird der SVWW wahrscheinlich ungefähr da landen, wo er auch jetzt steht: im Niemandsland zwischen Platz 9 und 11.

Jetzt müssen wir also noch irgendwie die Zeit bis zum Hessenpokalfinale rumbringen. Dass die sportliche Bedeutungslosigkeit die Zahl unserer Auswärtsfahrer erhöht, die weiten Reisen nach Aue und Cottbus auf sich zu nehmen, kann man zumindest mal mit einem Fragezeichen versehen. Andererseits könnte es in beiden Fällen die vorerst letzte Möglichkeit sein, mit dem SVWW diese Stadien zu besuchen, denn während Erzgebirge Aue nahezu sicher in die Regionalliga absteigen wird, hat Energie Cottbus noch beste Aufstiegschancen. Es werden also zwei sehr unterschiedliche Gefühlslagen bei den jeweiligen Heimfans zu beobachten sein.

Die beiden noch ausstehenden Heimspiele könnten ebenfalls nicht unterschiedlicher sein. In einer Woche kommt Tabellenführer Osnabrück und könnte in der Brita-Arena den Aufstieg perfekt machen. Entsprechend viele Gästefans haben sich angekündigt, mehr als die halbe Südtribüne ist schon ausverkauft und neben W19 wird auch der Sitzplatzblock W1 den Lilaweißen überlassen. Am letzten Spieltag dann das Kontrastprogramm, wenn für die Anhänger der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim vermutlich nicht mal ein Gästestehblock geöffnet wird, weil die paar Leute auch in W19 untergebracht werden können.

Das Hessenpokalfinale soll übrigens weiterhin in Offenbach stattfinden, auch wenn der HFV geprüft hat, das Endspiel nach Fulda zu verlegen. Im verlinkten Artikel wird auf die finanzielle Problematik im Zusammenhang mit einem spärlich besuchten Stadion verwiesen. Mein Vorschlag: der SVWW stellt die Brita-Arena zum Freundschaftspreis zur Verfügung und das Finale findet dann in Wiesbaden statt.


Was, wann, wo: 3. Liga, 35. Spieltag, Samstag, 25. April, 14:00 Uhr, auswärts bei Erzgebirge Aue

Der Gegner: Der FC Erzgebirge hat vier Spieltage vor Schluss 12 Punkte Rückstand auf Saarbrücken und eine um 16 schlechtere Tordifferenz. Man müsste also jedes der verbleibenden Spiele mit 2:0 gewinnen und Saarbrücken müsste gleichzeitig jedes Spiel mit 0:2 verlieren, um noch drin zu bleiben (vorausgesetzt, Ulm und Havelse starten nicht ebenfalls noch Serien) – mit anderen Worten: Aue wird – zum ersten Mal überhaupt – in die Viertklassigkeit absteigen. Nach der Hinrunde waren die Sachsen noch knapp über dem Strich, konnten aber in der Rückrunde mit verschiedenen Trainern kein einziges Spiel mehr gewinnen. Anderseits hat man gerade das Finale im Sachsenpokal erreicht und dort gegen den Regionalligisten FSV Zwickau die Chance, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren.

Das Spiel in der Hinrunde gewann der SVWW mit 3:1.

Der Direktvergleich ist nach 14 Begegnungen in 3. Liga, 2. Bundesliga und DFB-Pokal knapp positiv aus Wehener Sicht: 7S/2U/5N.

Personelles: Interessant wird sein, ob Stritzel, der gegen Mannheim wieder auf der Bank saß, in dieser Saison noch Einsätze bekommt, oder ob Brdar die Runde zu Ende spielen darf. Es fehlen Fechner, Hübner und Kiomourtzoglou, Johansson ist fraglich.

Aufstellungstipp: Brdar – Nink, Mockenhaupt, Gillekens, Janitzek, May – Suarez, Gözüsirin – Kaya, Flotho, Kalem

Nach dem Spiel wird der SVWW auf Platz 8 bis 11 stehen.

Ansonsten: Sollte der SVWW mindestens einen Punkt holen, wäre der Abstieg von Aue besiegelt. Das wäre das erste Mal seit 2008, dass der SVWW einen Verein quasi in den Abgrund stürzt (damals am vorletzten Spieltag gegen Paderborn).

Foto: Aagnverglaser (Wikipedia)


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