Die Wehenschau (KW 44/2026)

Nach zwei englischen Wochen in Folge war es diese Woche wieder ruhiger beim SV Wehen Wiesbaden. Jochen Seitz und seine Mannschaft konnten sich nach dem fulminanten Sieg gegen Großaspach zwei freie Tage gönnen, bevor man wieder ins Training einstieg und die Vorbereitung auf den SC Verl begann. Wir hoffen logischerweise, dass es auch in Ostwestfalen so weiter geht wie zuletzt: hinten sicher stehen und vorne das eine oder andere Tor schießen. Ob nach einem schnellen Konter oder einer überraschenden Variante nach ruhendem Ball (laut Roberto Massimo hat man noch ein paar weitere in der Hinterhand), der SVWW hat in den letzten Wochen gezeigt, dass man durchaus verschiedene Ideen hat, zum Erfolg zu kommen. Passend dazu verteilen sich auch die 19 bisher erzielten Tore auf zehn verschiedene Schützen, exemplarisch die sieben verschiedenen Torschützen beim 7:1 gegen Großaspach. Das ist sicherlich eine Stärke, andererseits war der SVWW eigentlich immer dann am erfolgreichsten, wenn er zwei richtige Torjäger hatte – denken wir zurück an die letzten Aufstiegsmannschaften mit Prtajin/Hollerbach (15 und 14 Tore) oder Schäffler/Kyereh (16/15). Aber das kann ja noch kommen, denn die Mannschaft hat ja im Prinzip erst seit drei Wochen das Toreschießen (und Spiele gewinnen) wieder entdeckt.

Es gibt also gerade wenig zu meckern und das dürfte auch der Vereinsführung vor der am kommenden Dienstag stattfindenden Mitgliederversammlung ausgesprochen recht sein. Im Gegensatz zum letzten Jahr stehen auch keine kontroversen Wahlen an, sodass die Veranstaltung vermutlich einerseits von Aufbruchstimmung und andererseits vom Rückblick auf die diversen Veranstaltungen zum 100-jährigen Vereinsjubiläum dominiert wird.

Gute Stimmung gibt es daher auch in unserer aktuellen Podcast-Folge, wo wir den Trainerwechsel und den folgenden Neustart rekapitulieren. Hört gerne mal rein, falls noch nicht geschehen. Und wer noch mehr Futter für seinen Podcatcher braucht, dem sei die aktuelle Folge von 11Freunde empfohlen, in der Eintagespraktikant Kevin Kühnert mit Chefredakteur Philipp Köster spricht – sehr hörenswert!


Im Hessenpokal wurden in dieser Woche die letzten Partien des Achtelfinales ausgetragen. Größere Überraschungen blieben aus, keiner der fünf hessischen Regionalligisten ist ausgeschieden. Neben dem SV Wehen Wiesbaden als einzigem Drittligisten komplettieren mit dem SC Waldgirmes und Rot-Weiß Darmstadt zwei Verbandsligisten das Feld im Viertelfinale. Dieses wird am Samstag gemeinsam mit dem restlichen Turnierbaum ausgelost, zu sehen ab 12:50 Uhr auf dem YouTube-Kanal des HFV.


Was, wann, wo: 3. Liga, 12. Spieltag, Samstag, 31. Oktober, 14:00 Uhr, auswärts beim SC Verl

Der Gegner: Beim SC Verl gab es vor der Saison einen kleinen Umbruch. Trainer Tobias Strobl zog es nach nur einem Jahr zum VfL Wolfsburg, ihm folgte Orest Shala nach. Dazu verließen ganze 15 Spieler den Verein, u. a. auch der prägende Offensivspieler der letzten Jahre, Berkan Taz, der zum VfL Bochum wechselte. Sportvorstand Zlatko Janjic (2010-13 beim SVWW) holte u. a. den Ex-Wehener Amin Farouk (bisher 7 Spiele, 1 Tor) und später, nachdem der Saisonstart mit drei Niederlagen misslungen war, auch Dominik Martinovic, der nach dem Ulmer Abstieg zuletzt ohne Verein war. Der September war dann mit drei Siegen und einem Unentschieden auch erfolgreich, doch seit der Länderspielpause gab es nur zwei Punkte aus vier Spielen. Das macht momentan insgesamt 12 Punkte und Tabellenplatz 15. Bester Torschütze ist Tim Heike mit fünf Treffern.

Die letzte Begegnung gewann der SVWW im Januar in Wiesbaden zum Start ins Jubiläumsjahr mit 2:1, das Hinspiel in Verl endete 2:2, nachdem Taz einen Elfmeter Richtung Vollmond geschossen hatte.

Der Direktvergleich ist mit 2S/6U/2N (alle 3. Liga) absolut ausgeglichen. Auswärts in Verl konnte der SVWW jedoch noch nie gewinnen.

Personelles: Sofern nicht kurzfristig einer ausfällt, wird Seitz wohl wieder auf dieselbe Startelf setzen. Gözüsirin wird sich also vermutlich gedulden müssen (und insgeheim auf Brandts fünfte gelbe Karte hoffen). Gillekens, Karweina, Stehle und Suarez fehlen weiterhin, dazu auch Bogicevic („leichte Muskelverletzung“).

Aufstellungstipp: Stritzel – Nink, Hübner, Janitzek, Greilinger – Brandt – Massimo, Schleimer, Fechner, Paula – Müller

Nach dem Spiel wird der SVWW auf Platz 5 bis 15 stehen.


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