Geht doch

3. Liga, 30. SpieltagSV Wehen Wiesbaden – VfL Osnabrück 2:0 (Tore: Wiemann, Benyamina)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Endlich mal wieder ein Heimsieg.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Die ersten zehn Minuten des Spiels finden vollständig in der Wehener Spielfeldhälfte statt, aber der SVWW hält dem Osnabrücker Druck stand – wenn auch mit etwas Glück, denn schon nach sechs Minuten müsste es nach Schnellbachers Handspiel einen Strafstoß für die Gäste geben. Der Schiedsrichter sieht es anders und auch bei der zweiten kniffligen Szene kann man sich aus rotschwarzer Sicht nicht beschweren: langer Ball auf Vunguidica, der beim Versuch, das Spielgerät unter Kontrolle zu bekommen, im Strafraum bedrängt wird und zu Fall kommt. Diesmal gibt es Elfmeter, den Wiemann sicher verwandelt. Ansonsten gibt es reichlich Zweikämpfe und ein paar Mal muss Kolke Kopf und Kragen riskieren, hält aber seinen Kasten sauber. In der Schlussphase erzielt der eingewechselte Benyamina nach Vorarbeit von Vunguidica und Book noch das 2:0. Insgesamt keine großartige spielerische Leistung, aber dennoch kein unverdienter Dreier.

Liebling des Spiels: Markus Kolke. Behielt trotz einiger Fehler in den letzten Wochen das Vertrauen des Trainers und zahlte mit einer starken Leistung zurück.

Szene des Spiels: Kurz vor Ende der ersten Halbzeit prallt David Blacha mit Osnabrücks Torwart Lehmann zusammen. Blacha geht zu Boden, Lehmann schreit ihn an, Rudelbildung, die Nordwand tobt – aber was entscheidet der Schiedsrichter? Häufig gibt es in solchen Situation für beide Spieler Gelb, was in Blachas Fall Gelbrot bedeutet hätte, denn er hatte schon nach einer Viertelstunde für ein rüdes Foul eine Verwarnung erhalten. Glücklicherweise kocht der Schiedsrichter erfolgreich die Emotionen runter und belässt es einfach bei Freistoß. Lehmann und Blacha nehmen das Angebot dankend an und umarmen sich zur Versöhnung betont herzlich.

Vor dem Spiel: Wurde Ex-Kapitän Nico Herzig, der in der Winterpause zu den Würzburger Kickers gewechselt ist, offiziell verabschiedet. Allerdings waren die paar warmen Worte von Präsident Markus Hankammer für meinen Geschmack etwas dürftig, Sportdirektor Feichtenbeiner und/oder Geschäftsführer Kleinekathöfer hätten ruhig auch noch Präsenz zeigen dürfen.

Nach dem Spiel: Mit dem ungewohnten Gefühl eines erfolgreichen Abends aus der Brita-Arena gegangen. Sollte es öfter geben.

Das fiel auf:
+ Spielerisch zwar keine Glanzleistung, aber gegen druckvolle Osnabrücker wurde gut dagegen gehalten. Das haben wir auch schon anders erlebt.
+/- Vunguidica mit vielen versprungenen Bällen oder anderweitig misslungenen Aktionen, aber auch mit der Vorbereitung beider Tore.
+ Sebastian Mrowca erneut mit einer starken Partie. Zweikampfstark, gute Übersicht, ordentliches Passspiel.
– Tobias Jänicke scheint sich auf einen Rhythmus von einem sehr guten und dann fünf schlechten Spielen eingependelt zu haben.

Zuschauer: 2.636, davon mindestens 150 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW hat nun 45 Punkte, bleibt auf Platz 8, reduziert aber den Rückstand auf Platz 3 auf sieben Punkte.

Serien und Rekorde: Der dritte Sieg gegen den VfL Osnabrück in Serie, zuhause wurde bereits zum fünften Mal in Folge gegen die Niedersachsen gewonnen.

Ansonsten: Zur Abwechslung mal die Tweets zum Spiel:

Nächstes Spiel: Am kommenden übernächsten* Samstag (4. April, 14:00 Uhr) beim Tabellenletzten Jahn Regensburg. Die Oberpfälzer haben sich in der Winterpause mit sieben Neuverpflichtungen, darunter Marco Königs und Aykut Öztürk, verstärkt, und holten aus den ersten drei Partien des Jahres sieben Punkte. In den folgenden fünf Spielen gab es aber vier Niederlagen, sodass der Klassenerhalt weiterhin akut gefährdet ist. Das Hinspiel gewann der SVWW mit 2:0.


* Hatte ich doch ursprünglich glatt die Länderspielpause vergessen…

Klaus Jürgen Wilhelm

Bei Joe bin ich immer hin und her gerissen. Wenn ich sehe wie ein Funk, Mrowca oder Geyer den Ball annehmen, der “klebt” praktisch an deren Füßen. Bei Joe habe ich immer den Eindruck er spielt mit einem “Flummi”.

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