Die Wehenschau (KW 11/2019, Teil 2)

Englische Wochen sind nicht nur für die Spieler herausfordernd, sondern auch für den Stehblog. Zwei Spielberichte, zwei Vorschauen und dazwischen noch ein Interview zum Stadionumbau – volles Programm, aber wir sind ja nicht zum Spaß hier. 😉
Wer das Interview mit Dr. Pröckl noch nicht gehört hat, weil es vielleicht zwischen den Spielen und Facebook-Ausfall etwas untergegangen ist, kann das selbstverständlich jederzeit nachholen, so schnell verliert das ja auch nicht an Aktualität.


Was, wann, wo: 3. Liga, 29. Spieltag, Samstag, 16. März, 14 Uhr, zuhause in der Brita-Arena gegen Preußen Münster

Hinrundenergebnis: In Münster unterlag der SVWW am Ende deutlich mit 0:3, obwohl man eigentlich gar nicht so schlecht gespielt hatte.

Der Gegner: In der Hinrunde hatte Münster gerade einen Lauf und stand nach dem Sieg gegen Wehen sogar wochenlang auf einem Aufstiegsplatz. Nach vier Niederlagen im Dezember und einer bisher eher mäßigen Rückrunde sind die Preußen jedoch aktuell mit 38 Punkten nur noch Elfter. Zuletzt gab es Niederlagen in Cottbus und zuhause gegen Rostock. Philipp Müller, der vor der Saison vom SVWW zum SCP gewechselt ist, kam bisher fast nur zu Kurzeinsätzen und hat noch keine Torbeteiligung in dieser Saison. Ob er nach Verletzungspause am Samstag mitwirken kann, ist noch unsicher.

Formkurve & Direktvergleich beim kicker. Die Gesamtbilanz ist ausgeglichen, von bisher 15 Begegnungen konnten beide Vereine je vier gewinnen, siebenmal teilte man die Punkte. Die beiden letzten Partien gewann Münster. Die torreichste Begegnung fand in der Hinrunde der letzten Saison statt, als der SVWW mit 6:2 gewann.

Personelles: Mintzel ist nach seiner roten Karte gesperrt, womit Dittgen hinten links wieder gesetzt sein dürfte. Ansonsten darf man gespannt sein, ob Rehm am Ende der englische Woche wieder rotiert oder getreu der Devise “never change a winning team” verfährt.

Aufstellungstipp: Kolke – Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Dittgen – Shipnoski, Mrowca, Titsch-Rivero, Schwadorf – Schäffler, Schmidt

Nach dem Spiel könnte der SVWW zumindest bis Montagabend, wenn Halle in Rostock antritt, auf Platz 3 stehen. Platz 4 hat man mindestens noch eine Woche sicher.


Außerdem: Die Bauarbeiten in der Brita-Arena werden jetzt auch in einem Bau-Tagebuch dokumentiert.

3. Liga, 28. Spieltag: SG Sonnenhof Großaspach – SVWW 2:3

Tore: Mockenhaupt (ET 51.), Janjic (85.) – Shipnoski (60.), Schwadorf (66.), Kyereh (74.)

Das Spiel als Tautogramm: Shippi, Schwadorf, Schmuddelwetter

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
In der englischen Woche ließen beide Trainer etwas rotieren. Beim SVWW kamen Schwadorf, Shipnoski und Mintzel für Schmidt, Diawusie und Dittgen. Bei starkem Regen und entsprechend tiefem Boden waren die Gäste vom Start weg das tonangebende Team, vor allem Schwadorf war auf seiner linken Seite auffällig. Es gab auch einige Chancen, aber ein Tor wollte zunächst nicht fallen. Nach einer halben Stunde ließ Wehen es etwas ruhiger angehen, aber auch so ließen sich die Gastgeber nicht aus der Reserve locken. In der zweiten Halbzeit wurde es dafür umso turbulenter. Erst landete eine abgefälschte Schwadorf-Flanke am Pfosten, dann scheiterte Kyereh am Torwart und schließlich wurde auf der anderen Seite ein eigentlich schon versandeter Aspacher Angriff nicht konsequent geklärt. Der Ball ging nach Außen und den Schuss von Hercher grätschte Mockenhaupt unglücklich ins eigene Tor. Offensichtlich hatten die Wehener an dem Rückstand etwas zu knabbern, denn plötzlich hatte Großaspach weitere Möglichkeiten. Nach ein paar Minuten war das aber überstanden und in der Folge drehte der SVWW die Partie. Dem Ausgleich durch Shipnoski (s. u.) folgte kurz darauf die Führung durch Schwadorf, der Schäfflers Anspiel im Lauf mit der Brust annahm, sich gut gegen einen Verteidiger behauptete und den Ball am Torwart vorbeispitzelte. Doch damit nicht genug. Für die beiden Torschützen wurden Diawusie und Hansch eingewechselt und diese beiden waren direkt am 3:1 beteiligt. Über Hansch und Gül kam der Ball zu Diawusie auf der linken Seite, dessen Torschuss Keeper Broll nach vorne abprallen ließ – Kyereh war zur Stelle und staubte zur Vorentscheidung ab. Allerdings wurde es nochmal brenzlig, weil Mintzel den schnellen Baku nur per Foul im Strafraum stoppen konnte. Der Schiedsrichter entschied auf Notbremse und somit Platzverweis, dazu natürlich Strafstoß, den der eingewechselte Janjic lässig verwandelte. In den letzten Minuten drückten die Gastgeber zwar auf den Ausgleich, wurden aber nicht mehr wirklich gefährlich. Eher hätte der SVWW noch bei zwei Kontern nachlegen können, aber es blieb beim 3:2.

Lieblinge des Spiels: Schwadorf und Shipnoski, die beiden frisch hineinrotierten Flügelspieler, nutzen ihre Chance und empfehlen sich für weitere Einsätze in der Startelf.

Szene des Spiels: 60. Minute, Schäffler erobert im Mittelfeld den Ball, aber ehe er die Kugel richtig unter Kontrolle bringen kann, erkennt Mrowca, dass Shipnoski durchstartet. Der Kapitän spielt einen perfekten Steilpass, Shipnoski zieht seinem Gegenspieler davon, behält auch vor dem Torwart die Nerven und schiebt den Ball ins Netz.

Vor dem Spiel: Große Freude über Mintzels ersten Einsatz in diesem Jahr.

Nach dem Spiel: Große Freude über das eigene Ergebnis – und über die Resultate der Konkurrenz.

Das fiel auf:
+ Nach dem unglücklichen Rückstand (und etwas Glück, dass man nicht direkt danach auch noch das 0:2 kassiert hat) die richtige Reaktion gezeigt und zum ersten Mal seit September (beim 2:1-Sieg gegen 1860 München in der Hinrunde) ein Spiel zum Sieg gedreht.
+ Schäfflers Bedeutung für das Wehener Offensivspiel wurde auch ohne eigenes Tor und nicht nur in der Entstehung der ersten beiden Treffer mal wieder sehr deutlich.
– Die Rückkehr von Alfmintzelfußballgott verlief eher unglücklich. Schon nach 25 Minuten sah er Gelb, womit klar war, dass er im nächsten Spiel gesperrt sein würde. Die gelbe Karte hatte sich aber später wieder erledigt, als er glatt Rot für eine Notbremse bekam.

Das schreiben die anderen: WK, kicker, Magenta Sport (Video)

Zuschauer: 1.500, davon eine halbe Busladung Gästefans.

Tabelle: Der SVWW bleibt auf dem 4. Platz, verkürzt aber den Rückstand auf Halle, die zuhause nach Führung noch gegen Cottbus verloren, auf zwei Punkte. Auch Osnabrück (Unentschieden in Köln) und Karlsruhe (0:3-Heimniederlage gegen Aalen, alle drei Tore durch Ex-SVWWler!) gewannen nicht. Der Vorsprung auf Platz 5 beträgt sechs Punkte.

Serien und Rekorde: Shipnoskis Treffer war das 500. Tor des SVWW in der Dritten Liga insgesamt, Schwadorf erzielte das 50. Wehener Tor in dieser Saison.

Ansonsten: Falls es in der englischen Woche etwas unterging: wir haben uns am Dienstag mit SVWW-Geschäftsführer Dr. Thomas Pröckl über den Neubau der Westtribüne unterhalten – hört doch mal rein!

Nächstes Spiel: Am kommenden Samstag (14 Uhr) in der heimischen Brita-Arena gegen Preußen Münster.

NEL038 - Interview mit Dr. Thomas Pröckl

In dieser Sonderfolge befragen Sonja und Gunnar Herrn Dr. Thomas Pröckl (Geschäftsführer der SV Wehen 1926 Wiesbaden GmbH und der Stadion Berliner Straße GmbH & Co. KG) zum Thema Neubau Westtribüne der Brita-Arena.
Die wichtigsten Fakten sind zwar auch auf der Vereinshomepage zu finden, aber wir wollten das eine oder andere noch etwas genauer wissen.
Spoiler: Pommes wird es wahrscheinlich auch zukünftig nicht an den Kiosken geben. 🙁


Alle Folgen von “Niemals Erste Liga” findet man hier.

Die Wehenschau (KW 11/2019, Teil 1)

Englische Woche in der Dritten Liga, da kommt auch die Wehenschau früher als gewohnt – und am Freitag gleich nochmal. 🙂

Nachdem der SVWW mit der Siegesserie nach der Winterpause und gleichzeitigen Patzern der Konkurrenz Kontakt zu den direkten Aufstiegsplätzen hatte, sind diese mittlerweile wieder fast soweit entfernt wie vor sechs Wochen. Damals betrug der Rückstand auf den zweiten Platz 9 Punkte, jetzt sind es 8. Zum Relegationsplatz beträgt der Abstand aktuell 5 Punkte, im Winter waren es 7 – und vor drei Wochen stand man selbst noch dort. Es ist also eine erneute Aufholjagd vonnöten, wenn man noch ein Wörtchen im Aufstiegsrennen mitreden möchte.


Was, wann, wo: 3. Liga, 28. Spieltag, Mittwoch, 13. März, auswärts bei der SG Sonnenhof Großaspach

Hinrundenergebnis: Ein 2:0-Heimsieg für den SVWW durch Treffer von Lorch und Schäffler.

Der Gegner: Rüdiger Rehms Ex-Verein kämpft gegen den Abstieg. Wenige Wochen nach der Niederlage in Wiesbaden stand Großaspach auf einem Abstiegsplatz und trennte sich von Trainer Sascha Hildmann, der mittlerweile den 1. FC Kaiserslautern übernommen hat. Mit dem neuen Coach Florian Schnorrenberg ging es zunächst aufwärts, aber wirklich aus der Abstiegszone konnte man sich nicht entfernen. Aktuell steht die SGS mit 30 Punkten auf dem ersten Nichtabstiegsplatz 16. Mit Maximilian Reule, Kai Gehring, Michael Vitzthum und seit der Winterpause auch Dominik Martinovic und Zlatko Janjic stehen gleich fünf ehemalige Wehener im Kader. Stephané Mvibudulu ist hingegen im Winter nach Erfurt gewechselt.

Formkurve & Direktvergleich beim kicker. Von bisher neun Partien gegeneinander hat der SVWW fünf gewonnen, zwei verloren und zweimal trennte man sich unentschieden. Die letzten drei Spiele gingen alle an den SVWW.

Personelles: Die Chance, ob wir Patrick Schönfeld in dieser Saison nochmal sehen, liegt laut Rehm bei 50:50 – offenbar macht ihm seine Muskelverletzung bei Belastung immer wieder zu schaffen. Titsch-Rivero hat seinen grippalen Infekt zwar überwunden, aber ob er morgen schon wieder einsatzfähig ist, ist noch nicht klar.

Aufstellungstipp: Kolke – Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Dittgen – Schmidt, Lorch, Mrowca, Schwadorf – Schäffler, Kyereh

Nach dem Spiel wird der SVWW weiterhin auf Platz 4 stehen.


Außerdem: Gestern begann der Abbau der Westtribüne. Wir haben uns dazu mit Geschäftsführer Dr. Thomas Pröckl unterhalten und ihn mit Detailfragen belästigt. Das komplette Gespräch hört Ihr ab heute Abend in einer Sonderausgabe von Niemals Erste Liga.

3. Liga, 27. Spieltag: SVWW – TSV 1860 München 0:1

Tor: Mölders (85.)

Das Spiel in maximal fünf Worten: Mistkram, elender.

Das Spiel in etwas mehr als fünf Worten:
Wie erwartet durfte Schäffler wieder von Beginn an ran und auch Mrowca kehrte zurück und ersetzte den erkrankten Titsch-Rivero. Etwas überraschend kam auch Gökhan Gül zu seinem Startelfdebüt, Lorch musste dafür auf die Bank. Wehen verschlief diesmal nicht die Startphase, sondern war gleich mitten im Geschehen und nach wenigen Minuten hatte Kyereh die erste gute Chance, traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz. Auch die Gäste versteckten sich nicht und so entwickelte sich in der ersten Halbzeit eine intensive Partie, in der der SVWW eigentlich durch Kyereh in Führung ging. Schiedsrichter Gräfe bzw. sein Assistent wollten aber eine Abseitsstellung erkannt haben – zu Unrecht, wie die TV-Bilder zeigten. In der zweiten Halbzeit eine ähnliche Situation für 1860, wieder hob der Assistent die Fahne, aber diesmal korrekterweise. Die Intensität nahm mit zunehmender Spieldauer ab, Wehen kam fast überhaupt nicht mehr vors gegnerische Tor und in der Schlussphase schließlich die Krönung in negativer Hinsicht: Flanke in den Strafraum, Mockenhaupt kommt nicht ran und Mölders kann aus kurzer Distanz einköpfen. In der Nachspielzeit gab es noch eine Serie von Ecken, auch Kolke war natürlich mit vorne, aber der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen.

Liebling des Spiels: Sebastian Mrowca. Viele Balleroberungen, gute Seitenverlagerungen – sehr gelungenes Comeback nach vier Monaten Verletzungspause.

Szene des Spiels: 34. Minute, ein Abschlag von Münchens Torwart Hiller wird durch eine plötzliche Windböe viel zu kurz, Schmidt passt auf Kyereh, der am Keeper vorbei einschiebt. Großer Jubel, Kofi macht seinen Salto und plötzlich Pustekuchen – angeblich Abseits. Nachdem Bundesliga-Schiedsrichter Gräfe und sein Gespann dem SVWW schon beim Spiel in Kaiserslautern einen klaren Elfmeter verweigerten, erkennen sie diesmal einen korrekten Treffer nicht an. Was haben die nur gegen uns?

Vor dem Spiel: Den Blick auf die gut gefüllte Südtribüne genossen.

Nach dem Spiel: Viel Frust – und ein letzter Blick auf die Westtribüne, die ab morgen abgebaut wird.

Das fiel auf:
+ Obwohl die Doppelsechs komplett ersetzt wurde, funktionierte das auf Anhieb ziemlich gut.
– Je länger die zweite Halbzeit dauerte, desto statischer und ideenloser wurde das Spiel des SVWW.
– Diawusie hat immer noch nicht seine Spritzigkeit der letzten Saison zurück. Gleich mehrere Male erreichte er Diagonalbälle oder Steilpässe nicht, weil er einfach zu langsam war – was hat er bloß im letzten halben Jahr in Ingolstadt gemacht?

Das schreiben die anderen:WK, kicker, Magenta Sport (Video), hessenschau (mit Video)

Zuschauer: 6.166, davon mindestens 2.500 Gästefans.

Tabelle: Der SVWW bleibt auf dem vierten Platz. Osnabrück und Karlsruhe setzen sich etwas ab, auch Halle hat schon fünf Punkte Vorsprung. Immerhin verlieren die Verfolger Uerdingen und Unterhaching ebenfalls.

Serien und Rekorde: Die zweite Heimniederlage hintereinander, beide ohne eigenes Tor, insgesamt drei Spiele ohne Sieg am Stück. Markus Kolke, der sein 200. Drittligaspiel – alle für den SVWW – absolvierte, hatte sich sein Jubiläum sicher anders vorgestellt

Nächstes Spiel: Lange Zeit sich zu grämen, gibt es nicht, denn schon am Mittwoch (19 Uhr) geht es zur SG Sonnenhof Großaspach.